Wollner, Michael - Wien

 

1834

Paul Wollner ist Eigentümer des Hauses Nr. 230 (später Untermühlweg 3) in Hersbruck bis 1856.

 

1856

Sein Sohn Friedrich Wollner mit Ehefrau Salome Wollner, geb. Bauer, ist jetzt Eigentümer des Anwesens Nr. 230 bis 1870.

 

1858

Michael Wollner (Enkel) wird am 13. Oktober 1858 geboren.

 

1861

Konrad Wollner wird geboren.

 

1875

Michael Wollner arbeitet vom 14. Mai 1875 an als Zinngießer bei Conrad Schildknecht & Sohn in Fürth.

 

1879

Am 20. September 1879 beendet er das Arbeitsverhältnis und arbeitet ab 24. September 1879 bei der Firma Rudolf Nerlich - Patronen- und Metallwarenfabrik in Bielitz a. d. Biala (heute Bielsko-Biała - Polen) in Österreich-Schlesien als Gießer.

Von Jägern wird das vorzügliche "Kaiserschrot" gerühmt.

Die Firma stellt außerdem "Zinn-Compositions-Waaren massiv und flach" her. "Das Sortiment besteht aus Militär aller Länder sowie aus Gegenständen verschiedenster Art, z. B. Schäfereien, Meiereien, zoologischen Gärten, Menagerien, Kanonen, Hafen, Affentheater etc. etc."

 

1882

Am 10. Juni 1882 beendet er diese Beschäftigung, die er zur "vollen Zufriedenheit" ausgeübt hat und übersiedelt mit seiner späteren Ehefrau, der Zinngießerin Elisabeth Gandorsky (* 17. November 1856 in Bielitz), nach Wien.

 

1883

Im Adressbuch von Wien ist Michael Wollner unter Namen als Zinnfiguren-Erzeuger in Gaudenzdorf, Schönbrunner Hauptstraße 84, aufgeführt.

Am 1. Februar 1883 wird er erstmals bei der Handels- und Gewerbekammer eingetragen.

 

1884

Michael Wollner legt die Meisterprüfung ab und erhält die Zinngießer-Konzession zur Erzeugung von Spielwaren aus Zinn.

 

1887

Er heiratet am 19. Juni 1887 in Wien-Gumpendorf die Elisabeth Gandorsky.

Das Ehepaar hat sechs Kinder: Anna Wollner, Elsa Wollner, Wilhelmine "Minna" Wollner (1890 - 1944), Aloisia "Luise" Wollner (1892 - 1928), Helene Wollner (1895 - 1974) und Kunigunde "Adele" Wollner (* 18. April 1898).

 

1888

Er ist jetzt in Gaudenzdorf, Lainzerstraße 70 (Arndtstraße), gemeldet.

 

1890

Konrad Wollner, der von 1888 bis 1890 in Nürnberg als Tischler bzw. Schreiner in Nürnberg gearbeitet hat, zieht mit seiner Ehefrau Bertha Wollner nach Wien zu seinem Bruder.

 

1895

Neue Adresse ist das auf dem Anfang der 90erJahre gekauften Grundstück errichtete Haus Pohlgasse 36 im XII. Bezirk. Michael Wollner ist Eigentümer.

 

1903 Am 23. Juli 1903 tritt das deutsche Patent Nr. 150616 für eine Führungsvorrichtung für Gruppen von Zinnsoldaten o. dgl. in Kraft
   
     Patentschrift Nr. 150616
   
 

Am 1. Dezember 1903 beginnt die Patentdauer für das österreichische Patent Nr. 15732

 

 

   Patentschrift Nr. 15732

 

1904

Am 12. Januar 1904 wird in Frankreich das Patent Nr. 335.127 veröffentlicht.

 

 

   Patentschrift Nr. 335.127

 

1908

Konrad Wollner legt die Meisterprüfung ab und erhält die Zinngießer-Konzession. Am 20. Januar 1908 bekommt er den Gewerbeschein.

 

1914

Michael Wollner und Konrad Wollner sind im Branchenverzeichnis des Adressbuches bis einschl. 1919 zusammen als Zinngießer in der Pohlgasse 36 aufgeführt.

 

1915

Michael Wollner ist Ausschußmitglied der Genossenschaft der Metall- und Zinngießer in Wien.

 

1918

Er ist letztmalig als Zinnfiguren-Erzeuger im Wiener Adressbuch unter Namen in der Pohlgasse 36 aufgeführt.

Er stirbt am 21. Juni 1918 und wird im Familiengrab auf dem Friedhof Meidling im XII. Bezirk begraben.

 

1924

Michael Wollner's Witwe ist im Branchenteil des Adressbuches unter Zinngießer aufgeführt

 

1925

Im Wiener Adressbuch ist Elisabeth Wollner im Namensteil als Eigentümerin des Anwesens Pohlgasse 36 mit Spielwaren-Erzeugung aufgeführt und im Branchenteil unter Zinngießer als Michael Wollner's Witwe.

 

1926

Sie ist einmalig im Adressbuch von Wien im Branchenteil unter Spielwaren aufgeführt.

 

1927

Konrad Wollner gibt seinen Gewerbeschein zurück.

Elisabeth Wollner ist im Branchenteil unter Zinngießer verzeichnet.

 

1928

Kunigunde Wollner legt die Gesellenprüfung für das Zinngießergewerbe im Dezember 1928 ab.

 

1930

Konrad Wollner verstirbt am 29. September 1930.

 

1934

Elisabeth Wollner ist im Branchenteil des Wiener Adressbuches letztmalig unter Zinngießer genannt.

Kunigunde Wollner wird von der Handels- und Gewerbekammer aufgenommen und bekommt am 11. August 1934 den Gewerbeschein.

 

1936

Elisabeth Wollner ist wieder im Adressbuch von Wien im Branchenteil unter Spielwaren verzeichnet.

 

1938

Die Formen werden an den Zinnfigurensammler Dr. Hans Bablik (* 1896; † 8. Juni 1957, einer der Eigentümer der "Brunner Verzinkerei Brüder Bablik" verkauft.

 

1939

Im Adressbuch von Wien ist Elisabeth Wollner letztmalig im Branchenteil unter Spielwaren und im Namensteil mit Spielwaren-Erzeugung aufgeführt.

Kunigunde Wollner bekommt einen Gewerbeschein für den Handel mit Kinderwagen und Kindermöbel.

 

1940

Elisabeth Wollner ist nun Privatiere.

Der Gewerbeschein für die Zinngießerei wird am 5. Februar 1940 von Kunigunde Wollner zurückgegeben.

 

1941

Kunigunde Wollner ist Eigentümerin des Anwesens Pohlgasse 36.

 

1948

Elisabeth Wollner stirbt am 8. April 1948.

Dr. Hans Bablik überläßt die Formen Eduard Pößnicker in Furth bei Göttweig/Niederösterreich zum Abgießen.

 

1957

Die Formen werden von der Firma Josef Kober (in Wien am Graben) gekauft.

 

1974

   Typen- und Preisliste 1974 (Preise in österreichischen Schillingen)

 

1977

Kunigunde Wollner gibt den Gewerbeschein für den Kinderwagen- und -möbel-Handel zurück.

 

1985

Am 19. Mai 1985 stirbt Kunigunde Wollner.

 

 

Beispiel Figuren:

 

 

 

Fußbrettchen (Wege):

 

 

 

Figuren und Packungen:

Siehe das Buch von Robert Lonsing: Wollner - Geschichte & Katalog einer Wiener Zinnfiguren-Offizin, Wien 2009

 

 

Quellen:

Adressbücher Wien unter Namen, Branchen, Straßen online

Hersbrucker Häuserbuch (Ich danke Norbert Zapf vom Hersbrucker Stadtarchiv)

E. v. Dombrowksi: Jagd-ABC, Berlin 1897

Adolf Mais: Die Zinngießer Wiens in Jahrbuch des Vereines für Geschichte der Stadt Wien, Band 14 (1958), Verlag Ferdinand Berger, Horn

Hubert Kaut: Alt-Wiener Spielzeugschachtel, Hans Deutsch Verlag AG Wien, 1961

Paul Ernst Rattelmüller: Zinnfiguren - Die Welt in der Spanschachtel, Süddeutscher Verlag München, 1971

Curt F. Kollbrunner: Zinnfiguren - Zinnsoldaten - Zinngeschichte, Hirmer-Verlag München, 1979

Hans H. Roer: Bleisoldaten, Callwey Verlag München 1981

Ulf Leinweber: Die kleine Figur - Geschichte in Masse und Zinn, Staatliche Kunstsammlungen Kassel, 1985 

Heinz Schenzle: Sigel-Bestimmungsbuch, Freunde der Plassenburg e.V. Kulmbach, 1987

Monika Marchich-Obleser: Der Spielzeugsoldat - Vom Spielzeug zum Sammelogjekt, Diplomarbeit, Wien 1996 

Robert Lonsing: Wollner - Geschichte & Katalog einer Wiener Zinnfiguren-Offizin, Wien 2009

 

 

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