Weygang, Victor - Göttingen
Weygang, August - Öhringen         

 

 

In den Kirchenbüchern ist der Name in unterschiedlicher Schreibweise verzeichnet: mit "ey", mit "ei" oder "gant" als Endsilbe.

 

1630

Adam Weygang wird in Bautzen (Sachsen) geboren.

 

1659

Nach Lehr- und Gesellenzeit wandert er nach Stockholm in Schweden aus.

 

1661

Er wird dort Zinngießermeister.

 

1662

Er erhält das Bürgerrecht und heiratet am 13. Juli 1662 die Dorotea F. Moderau (* in Friedrichsburg; † 17. März 1703 in Stockholm) in der Kirche St. Gertrudis/Stockholm.

 

1665

Der Sohn Johan Weygang  wird am 3. März 1665 geboren.

 

1677

Adam Weygang stirbt am 23. Mai 1677 in Stockholm.

 

1692

Johan Weygang wird Zinngießermeister.

 

 

   Rosenmarke für Qualitätszinn der Weygang in Schweden

 

1699

Johan Weygang heiratet am 23. April 1699 die Anna Arensberg († 11. November 1710) in der German Parish Church/Stockholm.

 

1701

Johann Weygang (Weigang, Weygandt), einer der Söhne von Johan Weygang (Stockholm) wird geboren.

 

1705

Johann Jacob Weygang, ein weiterer Sohn von Johan Weygang (Stockholm) wird geboren.

 

1707

Johan Weygang stirbt in Stockholm.

 

1726

Johann Jacob Weygang wird in Stockholm Meister.

 

1729

Johann Weygang wird am 25. Oktober 1729 Meister. Er kehrt nach Bautzen in Sachsen zurück.

 

 

   Stadt- und Meisterzeichen des Johann Weygang

 

1730

Am 6. November 1730 heiratet Johann Weygang.

 

1735

Johann Jacob Weygang (Wiegang) reicht am 12. September 1735 ein Gesuch beim Magistrat in Göttingen ein, denn "... er will sich daher setzen und seine profession treiben". Zuvor hat er "... in den fornehmsten Örtern als Strasburg, Dreßden, Augsburg, Braunschweig und Hannover gearbeitet".

In seinem Antrag bittet er um das Bürgerrecht und zehnjährige Steuerfreiheit.

Der Magistrat erteilt das Bürgerrecht, aber nur eine dreijährige Steuebefreiung.

 

1736

Am 7. April 1736 legt er Widerspruch bei der Regierung in Hannover ein und begründet dies u. a., dass "zu unserem Handwerk ein ansehlicher Vorschuß erfordert wird, daß ich also bey dem Anfange all das meinige daran wenden muß ...".

Die Regierung sieht dies ein und gibt an den Göttinger Rat am 9. April 1736 die Empfehlung, der Bitte von Johann Jacob Weygang nachzukommen.

 

1737

Am 27. September 1737 eröffnet er sein Geschäft in Göttingen.

Die Tochter Anna Maria Weygang wird geboren. 

 

1740

Carl Weygang, Sohn von Johann Weygang, wird in Bautzen geboren.

Ein weiterer Sohn des Johan Weygang in Stockholm, Carl Weygang, wird 1740 Zinngießermeister in Stockholm.

 

1743

Die erste Frau von Johann Jacob Weygang stirbt und wird am 9. Juni 1743 begraben.

Das jüngste Kind ist zu dieser Zeit erst vier Monate alt.

Am 1. Dezember 1743 heiratet Johann Jacob Weygang zum zweiten mal, und zwar die Witwe Anna Sophia Dorothea Buschendorf, geb. Rusten.

Aus dieser Verbindung gehen noch vier Kinder hervor, von denen aber zwei sehr früh sterben und jeweils nicht älter als ein Jahr werden.

 

1744

Johann Henrich Weygang, Sohn des Johann Jacob Weygang stirbt und wird am 23. Mai 1744 beerdigt.

 

1745

Johann Jacob Weygang kauft am 11. August 1745 von Johann Christian Riemenschneider das Haus Nr. 702 (heute Groner Straße 22).

 

1747

Christian Andreas Weygang, ein weiterer Sohn des Johann Jacob Weygang geboren.

 

1751

Johann Weygang wird Zunftältester am 14. April 1751.

 

1755

Carl Weygang lernt bei seinem Vater vier Jahre bis 1759.

 

1766

Er wird Meister am 9. Juni 1766.

 

 

   Meisterzeichen des Carl Weygang

 

1770

Am 14. Februar 1770 stirbt Johann Jacob Weygang mit 65 Jahren an Schwindsucht.

Sein einzig noch lebender Sohn Christian Andreas Weygang, der 23 Jahre alt ist, übernimmt den Betrieb.

 

1778

Samuel Weygang, Sohn des Carl Weygang, ist 1778 Meister in Stockholm.

Johann Weigang stirbt am 8. September 1778 mit 77 Jahren, 7 Monaten und 2 Tagen und wird am 10. September 1778 begraben.

 

1785

Georg August Weygang, ein Sohn des Christian Andreas Weygang, wird am 1. August 1785 geboren.

 

1788

Carl Weigang stirbt am 3. Juni 1788, 48 Jahre und 4 Monate alt und wird am 6. Juni 1788 begraben.

Weitere Nachkommen dieser Bautzener Linie lassen sich nicht nachweisen.

 

1793

Samuel Weygang stirbt in Stockholm; damit ist die Stockholmer Linie zu Ende.

 

1794

Ein weiterer Sohn des Christian Andreas Weygang, Georg Friedrich Weygang wird geboren.

 

1800

Bei seinem Vater lernt Georg August Weygang vom 8. November 1800 bis 16. Oktober 1804, ist dann Geselle und wohnt in Göttingen im Haus Nr. 626 (Johannisstraße 11).

Heinrich Conrad Weygang, wiederum ein Sohn des Christian Andreas Weygang, wird geboren.

 

1804

Georg August Weygang arbeitet bei Anton Ernst in Vilshofen, 12 Wochen bei J. C. Arend in Hannover und ein 3/4 Jahr (bis 25. Juni 1805) bei Christian August Herrmann in Dresden.

 

1805

Vom 25. Juni 1805 bis 15. November 1805 hält er sich in Neustadt auf und hat dort keine Arbeit.

Weitere Aufenthalte sind in Landshut, München und Nürnberg. 

 

1814

Er heiratet am 2. November 1814 die Sofia Juliana Junken (* 7. August 1791; † 1855).

 

1815

Georg August Weygang übersiedelt nach Öhringen und gründet dort, nachdem er seinen Meister gemacht hat, ein

Zinngießereigeschäft mit einer Glas- und Porzellanhandlung im Haus Nr. 11 (Am Marktplatz).

 

 

  
Haus Nr. 11 (Am Marktplatz) - das rechte kleinere Haus mit Laden und Zinngießerei

 

 

   Stempel des Georg August Weygang, Öhringen

 

1818

In der Zeit seiner Wanderschaft nach der Lehre arbeitet Heinrich Conrad Weygang bis 1824 in Frankfurt am Main, Heilbronn, Mainz und Marburg als Geselle.

 

1821

Heinrich Conrad Weygang wird zum Militär eingezogen. Er verpflichtet Johann Heinrich Christian Koch aus Dransfeld vertraglich dazu, "daß dieser für ihn als Stellvertreter dient". Dafür bezahlt Weygang 40 Thaler Conventions-Münze".

 

1822

Christian Andreas Weygang stirbt.

Georg Friedrich Weygang wird Meister in Göttingen und wohnt und arbeitet im Haus Nr. 599 (Johannisstraße 2).

 

1824

Heinrich Conrad Weygang übernimmt die väterliche Gießerei im Haus Nr. 641 (Zindelstraße 7).

 

1828

August Wilhelm Weygang (Weigand), letzter Sohn des Zinngießers Georg August Weygang in Öhringen, wird am 11. Juli 1828 geboren. Er hat die Geschwister Juliana Sophia Friederika Weygang (* 22. März 1815; † 1877 in Homburg/Saarland), Friederika Juliana Weygang (* 7. November 1816), Friederika Augusta Weygang (* 23. Mai 1821) und Louisa Friederika Weygang (* 15. April 1823).

 

1830

Heinrich Friedrich Carl Weygang, ein Sohn von Heinrich Conrad Weygang, wird geboren.

 

1835

Georg August Weygang stirbt im April in Öhringen, 49 Jahre, 8 Monate und 9 Tage alt.

 

1842

Von 1842 bis zum 29. Mai 1846 lernt August Wilhelm Weygang bei Ludwig Pelargus in Stuttgart.

 

1845

Susanne Cathrine Weygang (geb. Freyreiß; * 1801), die Frau von Heinrich Conrad Weygang, stirbt im Alter von 44 Jahren an Schwindsucht. Sie hat ihrem Mann acht Kinder geboren; die Hälfte davon hat das Säuglingsalter nicht überlebt.

Die Kirchenbucheinträge geben Auskunft: "Philipp August, 9 Tage alt, Krämpfe; Sophie Auguste Philippine, 1/4 Jahr alt, Brustkrankheit; Johann Alexander, 15 Wochen alt, Brustkrankheit; August Martin Ludwig, 13 Monate alt, Hirnhautentzündung."

 

1850

Heinrich Conrad Weygang verlegt seinen Betrieb in die Lange Geismarstraße 31. Er mietet dort Räumlichkeiten bei dem Kürschner F. Hübeler.

 

1854

Heinrich Friedrich Carl Weygang beginnt seine Wanderjahre, die ihn nach Stuttgart, Pforzheim und Freiburg führen.

 

1855

Von 1855 bis 1857 arbeitet er in Straßburg.

August Wilhelm Weygang betreibt in Öhringen neben der Zinngießerei noch eine Glas- und Porcellaine-Handlung. 

 

1856

August Wilhelm Weygang heiratet die Franziska Luise Wüst (* 18. Juni 1830; † 25. November 1903)

 

1857

Heinrich Friedrich Carl Weygang heiratet die Tochter des Hausbesitzers, Johanna Dorothee Hübeler.

 

 

   Stadt- und Meisterzeichen  des August Wilhelm Weygang

 

 

Georg Friedrich Weygang stirbt.

 

1859

August Karl Weygang, Sohn von August Wilhelm Weygang wird am 19. Juni 1859 geboren.

 

1863

Victor Weygang (der letzte Firmeninhaber in Göttingen), Sohn des Heinrich Friedrich Carl Weygang, wird am 13. Juli 1863 geboren.

 

1866

August Wilhelm Weygang läßt sein Zinngießereigeschäft mit einer Glas- u. Porcellaine-Handlung unter der Firma A. Weygang am 22. März 1866 in das Einzelfirmen-Register des Königl. Oberamts-Gerichts Öhringen  eintragen.

 

1869

Heinrich Conrad Weygang stirbt.

Am 8. September 1869 wird das Haus Lange Geismarstraße 31 auf Heinrich Friedrich Carl Weygang und seine Frau Johanna Dorothee Weygang überschrieben. 

 

1875

Heinrich Friedrich Carl Weygang stirbt.

 

1883

Victor Weygang wird Sekretär der Fechtschule.

 

1885 Sein Geschäft übergibt bzw. verkauft  August Wilhelm Weygang im September 1885 an seinen Sohn August Karl Weygang.
 

 

  

Stadt- und Meisterzeichen des Karl August Weygang (er führt noch zahlreiche andere Original- und Imitations-Stempel alter Meister, die er für seine im alten Stil hergestellten Zinngeräte verwendet)

 

1886

Der Eigentümerwechsel wird am 17. März 1886 in das Einzelfirmen-Register eingetragen.

 

1888

Victor Weygang kauft seiner Schwester Helene Weygang "das ihr an dem zum elterlichen Nachlasse gehörigen, in der Stadt Göttingen an der Langen Geismarstraße No. 31 belegenen Wohn- und Kothauses mit Hintergebäuden, Hofraum und allem Zubehör zustehende Miteigenthum zur Hälfte für den verabredeten Kaufpreis von 6600 Mark" ab und ist nun alleiniger Eigentümer von Haus und Firma.

Er betreibt die Herstellung und den Verkauf von Zinnwaren weiter und verkauft auch Glas- und Spielwaren, Aluminiumwaren, Kunstguß aus Zink, Waagen und Gewichte.

Er stellt auch Zinnsoldaten und Gegenstände verschiedenster Art für den täglichen Gebrauch her und führt auch Reparatur- und Gravurarbeiten durch.

Er wirkt aktiv im Tambourkorps der "Turngemeinde von 1848" mit, ist Gilde-Obermeister, ist Singwart der Turngemeinde von 1848 und damit ein hochangesehener Bürger. 

 

1891

Am 6. Oktober 1891 stirbt August Wilhelm Weygang.

 

1892

Victor Weygang gibt die Büchlein "Die Verlobung um Mitternacht" und "Des Turners Weihnachtsabend" heraus.

 

1894 Er bemüht sich in der Deutschen Zinngießer-Zeitung erfolglos um die Gründung eines deutschen Zinngießer-Verbandes.
   
     Anregung zur Gründung eines deutschen Zinngießer-Verbandes
   
 
Inserat in der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 15 vom 12.4.1894, Nr. 16 vom 19.4.1894 und Nr. 17 vom 26.4.1894
   
1895

Die Firma A. Weygang, Zinngießereigeschäft mit einer Glas- u. Porcellaine-Handlung in Öhringen, Inhaber August Karl Weygang, wird am 13. September 1895 "in Folge Verkaufs des Geschäfts" aus dem Einzelfirmen-Register Öhringen gelöscht.

Der Käufer Carl Hähnle firmiert "A. Weygang - Inh. Carl Hähnle".

 

August Karl Weygang zieht nach Verkauf des Hauses und der Firma nach Stuttgart und eröffnet dort in der Lessingstraße 3 im Souterrain eine Zinngießerei, die Wohnung ist im 3. Stock. 

 

1896
Anzeige in der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 1 vom 1.1.1896, Nr. 2 vom 15.1.1896 und Nr. 3 vom 1.2.1896
   
 
Anzeige in der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 14 vom 2.7.1896, Nr. 15 vom 9.7.1896, Nr. 16 vom 16.7.1896, Nr. 17 vom 23.7.1896, Nr. 18 vom 30.7.1896, Nr. 19 vom 6.8.1896, Nr. 20 vom 13.8.1896, Nr. 21 vom 20.8.1896, Nr. 22 vom 2.9.1896, Nr. 23 vom 10.9.1896, Nr. 24 vom 17.9.1896, Nr. 25 vom 24.9.1896, Nr. 26 vom 1.10.1896, Nr. 27 vom 8.10.1896, Nr. 30 vom 29.10.1896, Nr. 31 vom 5.11.1896, Nr. 32 vom 12.11.1896, Nr. 33 vom 20.11.1896, Nr. 34 vom 26.11.1896, Nr. 35 vom 3.12.1896, Nr. 36 vom 10.12.1896, Nr. 37 vom 17.12.1896 und Nr. 38 vom 24.12.1896
   
 
Inserat in der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 14 vom 2.7.1896, Nr. 15 vom 9.7.1896, Nr. 16 vom 16.7.1896, Nr. 17 vom 23.7.1896, Nr. 18 vom 30.7.1896, Nr. 19 vom 6.8.1896, Nr. 20 vom 13.8.1896, Nr. 21 vom 20.8.1896, Nr. 22 vom 2.9.1896, Nr. 23 vom 10.9.1896, Nr. 24 vom 17.9.1896, Nr. 25 vom 24.9.1896, Nr. 26 vom 1.10.1896, Nr. 27 vom 8.10.1896, Nr. 28 vom 15.10.1896, Nr. 29 vom 22.10.1896, Nr. 30 vom 29.10.1896, Nr. 31 vom 5.11.1896, Nr. 32 vom 12.11.1896, Nr. 33 vom 20.11.1896, Nr. 34 vom 26.11.1896, Nr. 35 vom 3.12.1896, Nr. 36 vom 10.12.1896, Nr. 37 vom 17.12.1896 und Nr. 38 vom 24.12.1896
   
1897

Das Stuttgarter Adressbuch verzeichnet den Betrieb des August Karl Weygang als Metallwarenfabrikation.

Im allgemeinen Adressbuch Göttingen ist Victor Weygang als Zinngießerei und Aluminiumwaarenhandlung in der Langen Geismarstraße 31 aufgeführt.

 

 
Inserat in der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 1 vom 7.1.1897, Nr. 2 vom 14.1.1897, Nr. 3 vom 21.1.1897, Nr. 4 vom 28.1.1897, Nr. 5 vom 4.3.1897, Nr. 6 vom 11.2.1897, Nr. 7 vom 18.2.1897, Nr. 8 vom 28.2.1897 und Nr. 9 vom 4.3.1897, 
   
 
Anzeige in der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 1 vom 7.1.1897, Nr. 2 vom 14.1.1897, Nr. 3 vom 21.1.1897, Nr. 4 vom 28.1.1897, Nr. 5 vom 4.2.1897, Nr. 6 vom 11.2.1897, Nr. 7 vom 18.2.1897, Nr. 8 vom 28.2.1897 und Nr. 9 vom 4.3.1897
   
 
Inserat in der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 3 vom 21.1.1897, Nr. 4 vom 28.1.1897, Nr. 5 vom 4.2.1897 und Nr. 6 vom 11.2.1897
   
 
Inserat in der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 10 vom 11.3.1897 und Nr. 11 vom 18.3.1897
   
 
Anzeige in der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 16 vom 14.9.1897
   
 
Inserat in der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 40 vom 7.10.1897 und Nr. 41 vom 14.10.1897
   
 
Inserat in der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 43 vom 28.10.1897, Nr. 44 vom 4.11.1897 und Nr. 45 vom 11.11.1897
   
1898

Victor Weygang betätigt sich wiederum als Literat (Aufsatz: "über Göttinger Christgärten", Verlag Hofer, Göttingen).

August Karl Weygang, kehrt in seine Heimatstadt Öhringen zurück und kauft das Haus Nr. 38 in der Karlsvorstadt für 23000 Mark.

 

 
Anzeige in der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 9 vom 3.3.1898, Nr. 10 vom 10.3.1898, Nr. 11 vom 17.3.1898, Nr. 12 vom 24.3.1898, Nr. 13 vom 31.3.1898, Nr. 14 vom 7.4.1898, Nr. 15 vom 15.4.1898, Nr. 16 vom 22.4.1898, Nr. 17 vom 29.4.1898, Nr. 18 vom 6.5.1898, Nr. 19 vom 12.5.1898, Nr. 20 vom 20.5.1898, Nr. 21 vom 26.5.1898 und Nr. 22 vom 2.6.1898
   
 
Anzeige in der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 11 vom 17.3.1898
   
 
Inserat in der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 32 vom 11.8.1898 von Nr. 33 vom 18.8.1898
   
1899

Als nunmehriger Metallwarenfabrik-Inhaber läßt er am 16. Dezember 1899 die Firma August Weygang in das Einzelfirmen-Register Öhringen eintragen.

 

 
Inserat in der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 5 vom 2.2.1899 und Nr. 6 vom 9.2.1899
 
Inserat in der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 14 vom 13.4.1899
   
 
Inserat in der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 18 vom 23.6.1899
   
1900

Am 7. April 1900 wird er von der Stadt Göttingen zum "Aichmeister für Längenmaße, Gewichte und Waagen" bestellt.

 

1902

Das Märchen "Das Geheimnis der Sylvesternacht" wird veröffentlicht.

 

 
Inserat in der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 10 vom 5.3.1902
   
1903
Inserat in der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 47 vom 25.11.1903
   
1904

Das "Deutungsbüchlein zum Orakelgießen", eine weitere Schrift, wird herausgegeben.

 

1907

Victor Weygang feiert am 27. September 1907 das 170jährige Bestehen seiner Firma.

Er ist zu dieser Zeit Obermeister der "Kupferschmiede-, Klempner-, Installateur-, Zinn-, Gelb- und Glocken-Giesser-Innung".

 

1908

Er wird am 21. Januar 1908 Feuerwehrhauptmann und bekommt deswegen ein Telefon.

 

1912

Am 1. April 1912 wird ein Staatliches Eichamt eingerichtet; das Amt des "Aichmeisters" ist damit hinfällig.

 

1913

August Karl Weygang, Inhaber einer Metallwarenfabrik in Öhringen, firmiert nun ab 14. März 1913 unter "Hohenlohe'sche Metallwarenfabrik Öhringen August Weygang".

In seinem florierenden Geschäft beschäftigt er zeitweise mehr als 20 Mitarbeiter.

 

 

   Marke für Qualitätszinn

 

 

   Hohenlohe'sche Metallwahrenfabrik Öhringen August Weygang

 

1914

Victor Weygang veröffentlicht das Büchlein "In der Morgendämmerung".

 

1917

Die beiden Söhne und potentiellen Nachfolger von Victor Weygang, Wilhelm Weygang und Theodor Weygang fallen im Ersten Weltkrieg.

"Blessmann in drei Dälen", ein weiteres Werk seiner schriftstellerischen Tätigkeit erscheint im Verlag Hofer, Göttingen.

 

1919

Dem Stadtmuseum Göttingen bietet Victor Weygang am 5. März 1919 noch einmal einige Zinnfiguren an mit dem Bemerken, wenn dieser kleine Vorrat vergriffen ist, keine weiteren hergestellt werden.

Victor Weygang stirbt.

Einen Teil der Zinnfiguren- und Zinngeschirrformen übernimmt das Städtische Museum, der Großteil der Formen wird von August Karl Weygang in Öhringen weiterverwendet.

 

1929

Die Stadt Öhringen verleiht August Karl Weygang die Ehrenbürgerschaft.

 

1946

August Karl Weygang stirbt kinderlos am 25. Juli 1946.

Er hinterläßt der Stadt Öhringen sein Haus, sein gesamtes Vermögen und seine Sammlungen von mehr als 6000 Kunstgegenständen - Möbel und Zinnkunst - als "August- und Thekla-Weygang-Stiftung" mit der Maßgabe, in seinem Haus ein Museum "für alle Zeiten" einzurichten.

 

1948

Eugen Ochsenreither (Fabrikant in Öhringen und Neffe von August Karl Weygang) kauft von der Stadt Öhringen und der Stiftung Werkstatt und Formen. Die Zinngießerei wird an den Römerwall verlegt.

 

 

            

Qualitätsmarken der Zinngießerei Weygang für bleifreies Zinn nach Deutscher Industrienorm 17810 (ab 1948 bis heute verwendet)

 

1953 Gerhard Weiss wird am 1. Mai 1953 nach zweiwöchiger Probezeit in der Firma, die immer noch Hohenlohe'sche Metallwarenfabrik Öhringen August Weygang heißt, als Lehrling angenommen.
 

1956

Gerhard Weiss legt seine Gesellenprüfung in München ab.

 

1960 Am 10. Mai 1960 wird die Hohenlohe'sche Metallwarenfabrik August Weygang im Handelsregister umgeschrieben und firmiert nun unter "August Weygang, Inh. Eugen Ochsenreither, Feinzinngießerei und Drechslerei".
 

1961

Gerhard Weiss wird Zinngießermeister.

 

1979

Ab 1. Januar 1979 ist die Firma August Weygang KG eine Kommanditgesellschaft.

Hans-Richard Ochsenreither, Kaufmann in Reutlingen, ist mit einer Einlage von 20.000 DM in die Firma als Kommanditist eingetreten.

Ab dem 5. November 1979 ist die Kommanditgesellschaft erloschen.

In das Handelsregister des Amtsgerichts Schwäbisch Hall wird eingetragen:

August Weygang GmbH in Öhringen, Herstellung und Vertrieb von Waren aus Feinzinn und verwandten Waren.

Das Grund- oder Stammkapital beträgt 50.000 DM.

Geschäftsführer ist Eugen Ochsenreither, Kaufmann in Öhringen.

Agathe Ochsenreither, geborene Bühler, Öhringen, ist Einzelprokura mit Ermächtigung zur Veräusserung und Belastung von Grundstücken erteilt.

Der Gesellschaftsvertrag ist am 29. Dezember 1978 abgeschlossen.

Ist nur ein Geschäftsführer vorhanden, so vertritt dieser die Gesellschaft allein. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, so wird die Gesellschaft durch zwei Geschäftsführer oder durch einen Geschäftsführer zusammen mit einem Prokuristen vertreten.

Geschäftsführern kann Einzelvertretungsbefugnis eingeräumt werden.

Der Geschäftsführer Eugen Ochsenreither ist stets einzelvertretungsberechtigt.

 

1984

Ab dem 5. März 1984 ist Hans-Richard Ochsenreither, Kaufmann in Bensheim, Geschäftsführer.

Einzelprokurist ist Eugen Ochsenreither, Öhringen.

Die Prokura von Agathe Ochsenreither, geborene Bühler, ist erloschen.

Zum neuen, stets alleinvertretungsberechtigten Geschäftsführer ist Hans-Richard Ochsenreither, Kaufmann in Besnheim, bestellt. Eugen Ochsenreither ist nicht mehr Geschäftsführer.

 

1993

Die Zinngießerei Wilhelm Schweizer in Dießen kauft die Weygang-Werkstatt in Öhringen und verlegt sie vom Römerwall an die Gäwelestraße.

 

1994

Jorge Arau-Mussons (* 4. April 1954), Kaufmann und Inhaber der "Wilhelm-Schweizer-Zinnfiguren" Kunstgewerbliche Zinngießerei GmbH. gründet am 26.Januar 1994 die August Weygang GmbH., Betrieb einer Zinngießerei, in Dießen am Ammersee.

Das Grund- oder Stammkapital beträgt DM 50.000 

Der Gesellschaftsvertrag ist vom 19. Mai 1993. Ist nur ein Geschäftsführer bestellt, vertritt er die Gesellschaft allein. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, wird die Gesellschaft durch zwei Geschäftsführer oder durch einen Geschäftsführer zusammen mit einem Prokuristen vertreten.

Der Geschäftsführer Jorge Arau Mussons vertritt stets allein. Er ist befugt, die Gesellschaft bei der Vornahme von Rechtsgeschäften mit sich selbst oder als Vertreter eines Dritten zu vertreten.

 

Zum 28. April 1994 wird die Firma in August Weygang Vermögensverwaltungs-GmbH. geändert.

Gegenstand des Unternehmens ist die Verwaltung und Verwertung des Anlagevermögens der August Weygang GmbH - Zinngießerei - in Öhringen. Die Gesellschaft kann sich auf dem Gebiete des Gesellschaftsgegenstandes nach Abs. (1) und außerhalb an anderen Gesellschaften, gleich welcher Rechtsform und gleich in welcher Rechtsform, beteiligen, insbesondere auch lediglich die Führung der Geschäfte von Gesellschaften übernehmen.

 

1998

Am 11. Mai 1998 wird der Gegenstand des Unternehmens der August Weygang Vermögens-Verwaltungs-GmbH. geändert:

Verwaltung und Verwertung des Anlagevermögens der August Weygang GmbH - Zinngießerei - in Öhringen, sowie Vermittlung des Abschlusses und Nachweis der Gelegenheit zum Abschluß von Verträgen über Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte, Wohnräume und gewerbliche Räume aller Art, sowie weiter Vermittlung des Abschlusses und Nachweis der Gelegenheit zum Abschluß von Verträgen über Darlehen, Versicherungen aller Art und Bausparverträgen und die Vermittlung des Abschlusses und Nachweis der Gelegenheit zum Abschluß von Verträgen über den Erwerb von Anteilsscheinen einer Kapitalgesellschaft oder einem Immobilienfond sowie in- und ausländischen Investmentanteilen. Die Gesellschaft kann sich auf dem Gebiete des Gesellschaftsgegenstandes und außerhalb an anderen Gesellschaften, gleich welcher Rechtsform, beteiligen, insbesondere auch lediglich die Führung der Geschäfte von Gesellschaften übernehmen.

 

1999

Die Sanierung des Weygang-Museums in der Karlsvorstadt für mehr als zwei Millionen Mark ist beendet, Werkstatt und Formen werden zurückgebracht und der Betrieb dort weitergeführt.

Die Firma Wilhelm Schweizer erhält als Eigentümer der Einrichtung und der Gussformen eine Miete von 400 EUR/mtl.

 

2003

Ab dem 11. April 2003 wird Ursula Ochsenreither, geb. Gockel (* 4. April 1937), Pfedelbach, zur Geschäftsführerin der August Weygang Vermögensverwaltungs-GmbH bestellt. Sie ist einzelvertretungsberechtigt und befugt, die Gesellschaft bei Rechtsgeschäften mit sich selbst im eigenen oder fremden Namen zu vertreten.

Hans-Richard Ochsenreither ist nicht mehr Geschäftsführer.

 

Zum 12. Februar 2003 wird Jorge Arau-Mussons zum Liquidator der August Weygang GmbH in Dießen bestellt.

Die August Weygang GmbH in Dießen ist aufgelöst. 

 

Ab 1. Juli 2003 betreiben Gerhard Weiss und Rosina Weiss die Werkstatt in Öhringen.

 

2007

Per 31. Juli 2007 wird Hans-Richard Ochsenreither (* 3. April 1940) zum Liquidator bestellt.

Die August Weygang Vermögensverwaltungs-GmbH ist aufgelöst.

 

Zum 11. Dezember ist die Liquidation der August Weygang GmbH in Dießen beendet.

Die Gesellschaft ist gelöscht.

 

2010

Dieter Pallotta, Leiter der Stadtkämmerei Öhringen, kauft nach langen und zähen Verhandlungen (Jorge Arau Mussons fordert ursprünglich 250.000 EUR) die Weygang-Werkstatt von der Firma Wilhelm Schweizer für 60.000 EUR zurück; die Gußformen für die Zinnfiguren bleiben in Dießen am Ammersee, weit mehr als 2000 Gußformen für Schalen, Krüge und vieles mehr bleiben in der Werkstatt hinter dem Weygang-Museum.

 

 

   Weygang-Museum (30. August 2012)

 

   
   
 

Zinnfiguren:

Dr. Rudolf Specovius schreibt 1936 u. a.:

"Die Weygangsche Zinngießerei ist schon recht alt; allerdings werden in der früheren Zeit ihres Bestehens, d. h. noch während des 18. Jahrhunderts, wohl nur Gebrauchsartikel, Zinngefäße u. dergl. hergestellt sein. Wann mit der Fabrikation eigener Zinnfiguren begonnen ist, läßt sich nicht genau feststellen, wahrscheinlich schon Ausgang des achtzehnten, Anfang des neunzehnten Jahrhunderts. Es scheint, als ob im Anfang weniger Soldaten, die als Spielzeug für Kinder dienten, hergestellt sind; vielmehr scheinen aus der frühesten Zeit Figuren zu stammen, die wohl mehr als Nippsachen Verwendung fanden.

So besitzt das Göttinger Museum ... eine offenbar sehr alte Form, einen Rokoko-Kavalier mit Reitpeitsche unter dem Arm in Größe von ca. 11 cm, der vorzüglich gearbeitet ist und wohl etwa aus der Zeit stammen dürfte, deren Kostüm er trägt ... einen Kavalier in sitzender Stellung, der aussieht wie etwa Kortums Hieronimus Jobs im Examen.

Ob die Figuren von Weygang graviert sind, läßt sich nicht sicher sagen. Es haben sich überhaupt im Besitze der Firma Weygang zahlreiche alte Formen verschiedener Werkstätten befunden, was darauf schließen läßt, daß ein lebhafter Kauf- oder Tauschverkehr mit solchen Formen zwischen den einzelnen Firmen bestanden hat. Besondere Beziehungen scheinen Weygang mit der Werkstatt von Ruckert in Würzburg verbunden zu haben, wenigstens finden sich unter den ... Formen viele mit M. R. (Martin Ruckert) gezeichnete. Einzelne sind auch mit A. R. (Anton Ruckert) gezeichnet.

Eine Jägerfigur trägt übrigens den Namenszug: Anton F. Ruckert. Mir ist nicht bekannt, ob dies noch ein dritter Ruckert ist. Aber auch Formen anderer Werkstätten, wie einzelne von Fleegel, Hildesheim - so der bekannte  Burschenschafter mit Fahne um 1825 - haben sich im Besitz von Weygang befunden. Dadurch wird die Feststellung, welche Figuren von Weygang selbst graviert und welche nur bei ihm gegossen sind, sehr erschwert, da die Formen nur zum geringen Teil signiert sind. Daß, wie bei der "Jagd", einzelne Figuren mit C. W. oder C. W. G. kenntlich gemacht sind, ist eine Ausnahme. Mehrere Bäume der Jagd zeigen übrigens die Buchstaben C. W. mit der Jahreszahl 1877, während Hampe die Jagd auf 1845 datiert.

 

 

 

So gehören in Weygangs Werkstatt nach den zum Teil noch im Göttinger Museum befindlichen Formen eine Truppe Hessen-Kasseler in Größe von 9 cm, wohl Gardegrenadiere um 1813.

Überhaupt beginnen die Soldatentypen wohl erst mit der Zeit der Napoleonischen Feldzüge. Aus diesen bewegten Zeitläuften finden sich auch bei Weygang mannigfaltige Soldatenfiguren.

Besonders interessieren hier die großen Figuren napoleonischer Grenadiere ca. 14 cm, von denen das Göttinger Museum eine Anzahl in alter Bemalung aufweist. Diese "langen Kerls" schreibt man der Weygangschen Werkstatt zu.

Sie sind abweichend von der üblichen Manier in Frontstellung, en face gesehen dargestellt, und zwar Grenadiere, Sappeure, Trommler und Offiziere. Ein Zeichen am Fuße weisen sie nicht auf ... in der gewöhnlichen Marschstellung ... scheinen indes von Ruckert zu stammen. ... vier Sappeure in vier Größen ca. 6, 8, 11 u. 14 cm. Die kleinste Figur ist am Fuß mit M. R. gezeichnet, stammt also von Ruckert, so daß anzunehmen ist, daß auch die gleichartigen größeren Soldaten von ihm stammen, zum mindesten nach seinem Vorbild nachgraviert sind.

... gehören mit ziemlicher Sicherheit zu Weygangs Arbeiten eine Anzahl Tiere, ein Schäfer und eine Schäferin in den um 1800 oder früher üblichen Trachten."

"Hampe führt in seinem Buche als Weygangsche Arbeiten weiter eine Eisenbahn aus der Zeit um 1845 und einen Zirkus um 1850 an."

"Es dürfte sich aber hier ziemlich sicher nicht um Arbeiten der Weygangschen Firma handeln, sondern wahrscheinlich um eine von Lorenz-Fürth gearbeitete Eisenbahn. Immerhin befanden sich diese Lorenzschen Formen einer Eisenbahn in Flachfiguren aus der Biedermeierzeit noch bis zur Auflösung des Geschäftes im Besitz der Firma Weygang."

"Von der erwähnten Firma Lorenz-Fürth hat Weygang verschiedene Formen übernommen, wie die im Besitz des Geschäftes gewesene Form eines polnischen Aufständischen mit Fahne (signiert mit dem vollen Namen Lorenz) und eines sehr schön gearbeiteten 11 cm großen Türken, gleichfalls mit Lorenz signiert, beweist. Auch eine Anzahl weiterer meist kleinerer, teils abgekürzt mit L., teils nicht signierter Figuren ist offenbar von Lorenz; so ein Polnischer Sensenmann ohne Fahne im kleineren Format (6 cm), Reiter aus der Zeit um 1801- 1820, ein Kamel und ein Kamel mit Führer in anderer Stellung (vielleicht zu einer Weihnachtskrippe gehörend) sowie Figuren scherzhafter Darstellung, ein auf einer Schnecke reitender Mann, Knabe auf Schaukelpferd und dergl. mehr."

 

Eugen Ochsenreither schreibt u. a.:

"Mit Sicherheit hat bereits Conrad Weygang Zinnfiguren in Schiefer graviert, noch heute existieren vier signierte Formen. Der Name ist auf der glattgeschliffenen Innenseite einer Formhälfte eingeritzt und wird nicht mitgegossen."

 

Hans Georg Schmeling schreibt u. a.:

"Wann in Göttingen die ersten Zinnfiguren gegossen wurden, ist aufs Jahr genau nicht festzustellen. Wahrscheinlich geschah dies schon um 1800, und nachweislich waren die Firmen Rott und Weygang daran beteiligt. Zweifellos versuchten sie, in eine Marktlücke zu stoßen und auf diese Weise bessere wirtschaftliche Erfolge zu erzielen.

Die Figuren aus frühester Zeit waren wohl hauptsächlich als Nippsachen gedacht. Dazu gehören vor allen Dingen kunstvoll gearbeitete plastische Zinnschiffe, die in zwei Größen vorhanden waren: 25 cm und 15 cm hoch. Sie waren vorrangig für wohlhabende Käuferschichten gedacht. Für weniger begüterte Kunden wurden kleinere, flache Schiffe hergestellt, die etwa 10 cm hoch waren.

Weiterhin gehören zu den sehr alten Figuren einige Soldaten-Karrikaturen, die angeblich eine Bürgerwehr darstellen sollen. Als Vorbilder sollen Mitglieder der alten Göttinger Bürgerschützengesellschaft gedient haben. Da finden wir beispielsweise einen kleinen, wohlbeleibten Herrn mit einem langen Säbel, der fast so groß ist wie der Gardist selbst. Die anderen, schon in reiferen Jahren stehenden Krieger mit Gewehr und Armbrust, beherzigen offensichtlich das Motto "Immer langsam voran". Der rundliche Häuptling wird vermutlich zu spät auf dem Schlachtfeld eintreffen, weil

sein Esel sich vor dem Kampfe erst stärken muß.

Eindeutig aus der Hand eines Weygangs stammen Formen für eine Eisenbahn und einen Zirkus aus der Zeit um 1850.

Auch zahlreiche großformatige Jagdfiguren sind noch vorhanden. Einige Formen tragen die Signatur "C. W. 1877" oder "C. Weygang, Göttingen".

Nachweislich wurde bei Weygang noch bis in die Zeit des Ersten Weltkrieges graviert. Zu diesen Arbeiten gehören auch die von Victor Weygang gefertigten halbplastischen Häuser nach Vorbildern aus dem alten Göttingen.

Mit der Schließung der Firma Weygang endete alles gewerbsmäßige Zinngießen in Göttingen."

 

In dem von der Zinngießerei Wilhelm Schweizer übernommenen Formenbestand sind neben den von Weygang in Göttingen gravierten Formen auch Formen von Lorenz in Fürth, Ruckert in Würzburg und Fleegel in Hildesheim, die zum Teil moch mit L, MR, AR, Adam F. Ruckert, F. Ruckert, J. C. F., Fleegel Hilds., F. F., J. F. Fleegel oder J. C. Fleegel Hildesheim signiert sind.

 

 

Fußbrettchen (Wege):

 

 

Quellen:

Registerauszüge des Registergerichts Öhringen, Schwäbisch Hall, Stuttgart und Augsburg sowie aus dem Landesarchiv Baden-Württemberg Staatsarchiv Ludwigsburg (FL 300/25 II Bd. 1 u. FL 300/25 II Bd. 3)

Register-Akten des Königl. Oberamts-Gerichts Öhringen im Staatsarchiv Ludwigsburg

Erwin Hintze: Die Deutschen Zinngießer und ihre Marken Band I (Sächsische Zinngießer), Leipzig, K. W. Hiersemann, 1921 - 1932

Theodor Hampe: Der Zinnsoldat - Ein deutsches Spielzeug, Herbert Stubenrauch, Berlin 1924

Rudolf Specovius: Zinngießerei Weygang in Göttingen in Der Standhafte Zinnsoldat - Nachrichten für Liebhaber der Zinnfigur, Joachim Ritter, Markkleeberg b. Leipzig - 1. Jahrgang 1928

Rudolf Specovius: "Die Zinngießerei Weygang in Göttingen" und "Die Zinnfiguren im Städtischen Museum zu Göttingen" in Göttinger Blätter, Heft 2, 2. Jahrgang 1936 und Heft 4 - Sonderdruck 1936 (ich danke Herrn Dr. Günther Beer, dem Vorsitzenden des Geschichtsvereins für Göttingen und Umgebung e.V. für die Kopien dieser beiden Aufsätze sehr herzlich!)

Hans Georg Schmeling: Die Zinngießerei Weygang in Zinngießer in Göttingen, Göttingen 1984

Paul Ernst Rattelmüller: Zinnfiguren - Die Welt in der Spanschachtel, Süddeutscher Verlag München, 1971

Erwin Ortmann: Zinnfiguren einst und jetzt, Edition Leipzig 1973

Eugen Ochsenreither: 250 Jahre Weygang-Zinn (1726 - 1976), Öhringen 1976 - Herzlichen Dank an Herrn Eberhard Tröger vom Stadtarchiv Öhringen für die Beschaffung und Überlassung einer Kopie!

Hanns-Ulrich Haedeke: Zinn sammeln - Vollmers neue Sammelführer in Farbe, Emil Vollmer Verlag GmbH. München, 1980

Reto Niggl: Zinn nach altem Vorbild, Verlag Schneider-Henn München 1983

Ulf Leinweber: Die kleine Figur - Geschichte in Masse und Zinn, Staatliche Kunstsammlungen Kassel, 1985

Heinz Schenzle: Sigel-Bestimmungsbuch, Freunde der Plassenburg e. V., Kulmbach, 1987

Erhard Schraudolph: in Zinnfiguren-Musterbuch - Lüneburg, um 1860 - Johann Christoph Leonhard Ramm, Verlag H. M. Hauschild GmbH. Bremen 2002

Erhard Schraudolph: "Zopfzeit, Befreiungskriege und Gesellschaftsgarten - Zinnfiguren zwischen Aufklärung und Restauration" in 75 Jahre Deutsches Zinnfigurenmuseum - Geschichte der Zinnfigur - Geschichte mit Zinnfiguren, Freunde der Plassenburg e. V. 2004

Webseite Weygang-Museum Öhringen

Webseite Städtisches Museum Göttingen

Webseite Staatliche Museen Kassel

Webseite Villa Weigang (2006)

Webseite Stimme - Hohenlohe/Nachrichten/Öhringen

Webseite Ancestry - Familienstammbaum Meyer, Wiecorek, Gümbel

Deutsche Zinngießer-Zeitung (www.ub.uni-koeln.de)

 

Ich danke insbesondere Frau Rosina Weiss (Zinngießerei im Weygang-Museum Öhringen) für schriftliche Hinweise und Verbesserungen, sowie ihr und ihrem Mann Gerhard Weiss für die freundliche Aufnahme bei einem persönlichen Besuch in der Zinngießerei am 30. August 2012 sehr herzlich!!! 

 

 

Kosten dieser Seite:

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Registergericht Schwäbisch Hall EUR 10,00

Registergericht Stuttgart EUR 10,00

Registergericht Augsburg EUR 10,00

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Landesarchiv Baden-Württemberg EUR 18,90

 

 

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