Lentz (Lenz), Johann Christian - Berlin
   
1731

Johann Christian Lenz (I) wird im Ein- und Ausschreibebuch bzw. Lehrlingsbuch des löblichen Zinngießergewerks in Berlin erstmals erwähnt.

   
1739

Der Sohn Johann Christian Lentz (II) beginnt bei dem Zinngießermeister Säuberlich eine Lehre.

   
1741

Johann Christian Lenz (I) ist im Meisterbuch der Berliner Zinngießer als Meister aufgeführt.

Er steht in der Rangordung an dritter Stelle nach Alt-Meister Säuberlich und dem Meister Feldner.

   
1744 Johann Christian Lentz (II)  wird als Geselle freigesprochen.
   
1764

Er ist Meister, eröffnet eine eigene Werkstätte und begründet damit die bis 1933 bestehende Firma.

   
1782 Johann Christian Lentz (III) beginnt bei seinem Vater Johann Christian Lentz (II) eine Lehre.
   
1786 Er wird als Geselle freigesprochen.
   
1798

Johann Christian Lentz (II) ist Eigentümer eines Hauses in der Probstgasse und hat zumindest eine Wohnung an den Canzlisten Martin Friedrich Grundmann vermietet.

   
1811

Johann Christian Lentz (II) ist Eigentümer des Anwesens Spandauerstraße 36, das er von dem Professor Marth gekauft hat.

   
1823 Sein Sohn Eduard Adolph Lentz beginnt bei ihm die Zinngießerlehre.
   
1827 Eduard Adolph Lentz wird als Geselle freigesprochen.
   
1830 Johann Christan Lentz (III) tritt dem Berliner Zinngießergewerk bei.
   
1832

Johann Christian Lentz (II) und Eduard Adolph Lentz betreiben zusammen die Zinngießerwerkstätte in der Spandauerstraße 36.

   
1835

Der Zinngießer Johann Christian Lentz (II), dem nach wie vor das Anwesen Spandauerstraße 36 gehört, ist nun Rentier.

   
1836    Anzeige 1836
   
1838

Eduard Adolph Lentz firmiert nun als "Zinngießer und Inhaber eines Lagers chemisch-pharmaceutischer Geräthschaften".

   
1843 Jetzt ist er "Zinngießer und Inhaber eines chemisch-pharmaceutischen Magazins".
   
1849 Er kauft das Anwesen Spandauerstraße 37. 
   
1850

Johann Heinrich Emil Lentz (* 27. Februar 1838), der Sohn von Eduard Adolph Lentz, beginnt bei seinem Vater die Zinngießerlehre.

   
1853

Er wird als Geselle freigesprochen.

Johann Christian Lentz (II) ist verstorben. Eigentümer der Häuser Spandauerstraße 36 und 37 ist jetzt Eduard Adolph Lentz.

   
1861 Er firmiert als Fabrikant und Inhaber eines pharmazeutischen Magazins.
   
1862

Inhaber der Firma E. A. Lentz, "Fabrik und Lager chemisch-pharmaceutischer Dampf-, Abdampf-, Destillir-, Infundir- und Koch-Apparate; Mineralwasser-Maschinen und aller zur Fabrikation und Laboratorien-Einrichtungen gehörenden Geräthschaften" sind Eduard (Adolph) Lentz und Johann (Christian) Lentz.

Eduard Adolph Lentz hat sich aus der Firma zurückgezogen, das Anwesen Oranienstraße 140 von dem Zimmermeister

Tubbecke gekauft und wohnt dort als Rentier.

   
1867

Die Firma stellt auf der Pariser Weltausstellung aus:

Ein Decoctorium mit gespannten Dämpfen und neun Kochgefässen à 180 Thaler zur Aufstellung in der Apotheke; einen Dampfapparat mit gespannten Dämpfen, mit Destillation, Evaporation, Bereitung der Decocte und Infusionen; Pumpe, Kohlencylinder und Compressionscylinder zu 360 Thaler sowie eine Mineralwasser-Maschine und bekommt dafür eine Silberne Preismedaille.

   
     Anzeige 1867
   
1869    Anzeige 1869
   
1870

Die Firma ist jetzt im Adressbuch als "Fabrik für Kupfer-, Messing-, Zinn- und Bleiwaaren, pharmaceutische Dampf-Apparate, Mineralwasser-Maschinen, Vakuumapparate etc." eingetragen.

   
1871

Eduard Adolph Lentz hat das Haus Oranienstraße 140 an den Kaufmann Reiß verkauft und wohnt in seinem neu gekauften Anwesen Prinzenstraße 60.

Die Firma E. A. Lentz, "Fabrik und Lager chemisch-pharmaceutischer Dampf-, Abdampf-, Destillir-, Infundir- und Koch-Apparate, Mineralwasser-Maschinen und aller zur Fabrikation und zu Laboratorium-Einrichtungen nothwendigen Utensilien" ist nach wie vor in der Spandauerstraße 36 und 37.

   
1873

Eduard Adolph Lentz hat das Haus Prinzenstraße 60 wieder verkauft und wohnt ab 1. April 1873 zur Miete in Charlottenburg, Bismarckstraße 56.

Die Firma E. A. Lentz, ist als "Fabrik pharmaceutischer Dampfapparate, Lager für Einrichtung chemischer Fabriken und Mineralwasser-Fabriken" im Adressbuch eingetragen.

   
1874

Eduard Adolph Lentz ist verstorben. Alleiniger Inhaber der Firma E. A. Lentz ist jetzt Johann (Christian) Lentz. Die Witwe A. Lentz, geborene de Laval, wohnt als Particuliere ind der Spandauerstraße 36-37/III.

   
1878

Die Firma E. A. Lentz ist nun Fabrik und Lager für Einrichtungen chemischer Fabriken, Mineralwasser-Anstalten und chemischer Laboratorien. Johann (Christian) Lentz ist verstorben.

Inhaber ist Johann Heinrich Emil Lentz.

   
1879

Die Witwe A. Lentz, geborene de Laval, ist verstorben.

Firma E. A. Lentz ist "Fabrik pharmazeutischer Dampfapparate und Mineralwassermaschinen.

   
1881    Patentschrift No. 19038 (Neuerungen an Dampfkochapparaten ... )
   
1885

Die Firma E. A. Lentz ist jetzt "Fabrik für Einrichtung chemischer Fabriken, pharmazeutischer Laboratorien und Mineralwasser-Anstalten".

   
1892 Johann Heinrich Emil Lentz wohnt nun Kurfürstendamm 110a.
   
1893    Patentschrift Nr. 72072 (Schnell-Infundirapparat)
   
     Patentschrift Nr. 75250 (Sitzring für Infundirbüchsen)
   
1895 Er zieht in die Tauenzienstraße 11.
   
1897

Das Anwesen Spandauerstraße 37 ist an den Bankier M. Gampel verkauft; die Fabrik ist  noch in der Spandauerstraße 36.

   
1899

Auch das Haus Spandauerstraße 36 ist an M. Gampel verkauft, der dort von Haus-Nummer 33 bis 44 Neubauten errichtet. Die Firma E. A. Lentz ist in die Große Hamburgerstraße 2 umgezogen.

   
    

Destillierapparat mit zylindrischem gusseisernen Ofen, Destillieraufsatz aus massivem Kupfer und Messing, zerlegbar, die Rohrleitungen mittels Schraubgewinden verbunden, Höhe 135 cm 

   
1902 Johann Heinrich Emil Lentz ist in die Meierottostraße 8 umgezogen.
   
1906

Inhaber der Firma E. A. Lentz, "Fabrik für Einrichtung chemischer Fabriken, pharmazeutischer Laboratorien und Mineralwasser-Anstalten" ist jetzt der Ingenier Paul Roy, der am Alexanderufer 6/III wohnt.

   
1912 Paul Roy wohnt nun in der Motzstraße 68.
   
1913 Neue Anschrift von Johann Heinrich Emil Lentz ist Wilmersdorf, Kaiserallee 26.
   
1914 Johann Heinrich Emil Lentz ist verstorben.
   
1930 Die Firma E. A. Lentz ist in die Wollankstraße 62/63 umgezogen.
   
1932 Neue Wohnanschrift von Paul Roy ist Friedenau, Riedstraße 26.
   
1933 Die Firma E. A. Lentz ist erloschen und aufgelöst.
   
 

Zinnfiguren:

Bonk schreibt: "Ich vermute, dass der ab 1835 als Rentier lebende Johann Christian Lentz wohl der letzte gewesen sein wird, der mit der Zinnfigurenherstellung befasst war. Eine Form von Lentz ist nachweisbar. Sie wurde 1903 von einem G. Larkewitz, aus Berlin-Pankow, dem Märkischen Museum (heute Stiftung Stadtmuseum Berlin) geschenkt.  

Auf der einen Seite ist eine Palmette, auf der anderen ein preußischer Ulan dargestellt. Sie soll nach den Angaben auf dem Schenkungsvermerk zwischen 1815 und 1820 entstanden sein."

 

 

Quellen:

Adressbücher Berlin unter Namen, Straßen und Branchen online

Gerhard Söhlke - Musterbuch für Spielzeug und Zinnfiguren - Berlin, um 1856, Verlag H. M. Hauschild GmbH, Bremen 2009

Wolf Rüdiger Bonk: Zinnfiguren aus Berlin und Umgebung, Zeughaus-Verlag GmbH., Berlin 2012

Pharmaceutisches Central-Blatt, 16. April 1836 (Google books)

Amtlicher Special-Catalog der Ausstellung Preussens und der Norddeutschen Staaten, Pariser Ausstellung 1867   (Google books)

Officieller Ausstellungs-Bericht, Glas- u. Thonwaaren-Fabrikation u. Chemische Industrie, Weltausstellung Paris 1867 (Google books)

Zeitschrift des allgemeinen österreichischen Apotheker-Vereines, Nr. 24 vom 16. Dezember 1867 (Google books)

Pharmaceutische Centralhalle für Deutschland, Nr. 39 vom 30. September 1869 (Google books)

Auktionshaus Mehlis (artfact.com) online

depatisnet online

   
  Zurück zur Gesamtnamensliste
   
  Zurück zur Startseite