Fraas, Johann Carl - Breslau
   
1785

Johann Heinrich Fraas wird am 1. März 1785 als Sohn des Dorfrichters Johann Fraas in Holzmühl und dessen Ehefrau Christina, geb. Stöhr aus Hebanz, geboren.

   
1794

Im Bürgerbuch des Marktes Marktleuthen heißt es unter dem 20. August 1794: " Nachdeme der bisherige Dorfrichter Johann Fraas von Holtzmühl des dahiesigen Herrn Salzfactor Huß bishero besessenes, am Markt gelegene Wohnhaus samt Nebengebäuden und etlichen Grundstücken käuflich an sich gebracht und bei deßen Umschreibung geziemend nachgesucht, daß er zu einem dahiesigen Bürger recipiret werden möchte, als hat man diesem billigen Gesuch zu willfahren keinen Anstand genommen, somit als einen dahiesigen Bürger auf- und angenommen."

   
1808

Am 22. September 1808 heiratet Johann Heinrich Fraas in Marktleuten die Rosina Stöhr, Tochter des Johann Andreas Stöhr aus Hebanz.

   
1809

Unter dem 4. Januar 1809 steht im Marktleuthener Bürgerbuch: "Erschien der hiesige Bürger-Sohn und Metzgermeister Johann Heinrich Fraas mit der geziemenden Bitte, daß, da er nunmehro als Metzgermeister ein bürgerliches Gewerb zu treiben hätte, so möchte er auch als Bürger gehörig an- und aufgenommen werden, zumal es bekannt seyn würde, daß er von seinem Vater Johann Fraas dahier in balden seine ihm zukommenden Haus- und Grundstücke übertragen erhielte."

[Marktplatz Nr. 27, heute Marktplatz 4]

   
1828 Am 18. September 1828 wird Johann Carl Fraas in Marktleuthen geboren.
   
1833

Der Metzgermeister und Magistratsrat Johann Heinrich Fraas stirbt am 22. Februar 1833 nach längerer Krankheit an seinem Magenleiden und Auszehrung im Alter von 48 Jahren.

   
1835

Der Nachlaß wird am 28. Februar 1835 unter den Erben aufgeteilt, der Witwe Rosina Fraas und den Kindern Georg Wolfgang Fraas, Philipp Fraas, Margaretha Elisabeth Fraas, Johann Fraas, Anna Catharina Fraas, Maria Barbara Fraas, Johann Carl Fraas und Christoph Heinrich Fraas. Das Wohnhaus bekommt der Sohn Philipp Fraas.

   
1842 Johann Carl Fraas lernt bis 1846 in Wunsiedel bei Johann Heinrich Hohenner das Zinngießerhandwerk.
   
1852 Eigentümer des Anwesens Schmiedebrücke 27 in Breslau ist der Schlossermeister Plaß.
   
1854

Johann Carl Fraas wird in Breslau Meister, kauft das Haus Schmiedebrücke 27 und gründet seine Zinngießerei, die er im Erdgeschoß betreibt.

   
    
Marke des Johann Carl Fraas [keine Stadtmarke, eher eine Zusammenstellung von Marktleuthener und Wunsiedeler Wappenteilen]
   
1881 Er kauft für 800 Mark Formen von August Böcker, Berlin.
   
1885

Im Adressbuch von Breslau ist neben Johann Carl Fraas, der sein Geschäftslokal und die Werkstätte im Erdgeschoß des Anwesens Schmiedebrücke 27 betreibt und im 3. Stock wohnt, auch sein Sohn Emil Fraas, der auch Zinngießer ist und im

1. Stock wohnt, aufgeführt.

   
1895 Emil Fraas hat die Zinngießerei und Zinnwarenfabrik übernommen.
   
1912 Johann Carl Fraas stirbt am 22. Januar 1912.
   
1927

Emil Fraas ist verstorben. Das Anwesen Schmiedebrücke 27 gehört nun einer Erbengemeinschaft, die durch den Postinspektor Georg Fraas, der in der Neuen Adalbertstraße 105 wohnt, vertreten wird.

   
 

Zinnfiguren:

Erwin Hintze: "In Breslau ist in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Zinngießer Johann Carl Fraas der bei weitem wichtigste Lieferant für Zinnsoldaten und andre Figuren (teils flach, teils vollplastisch); darunter schöne Modelle, Formen aus Schieferstein und aus Messing.

Die Formen wurden angeblich "nach 1945 zerstört". 

     Fußbrettchen (Weg)
   
 
  Urwald-Baumgruppe - Vorderseite Urwald-Baumgruppe - Rückseite
     
     Detail mit Sigel "FRAAS"
  Maße: größte Höhe: 13 cm; größte Breite: 9 cm; Weg-Länge: 8 cm, Breite 1,5 cm
Fotos und Sammlung: Heinz-Peter Ebert
   
 

Quellen:

Verkartung zu den Marktleuthener Kirchenbüchern, Bürgerbuch Marktleuthen (StadtA. Marktleuthen B 20, S. 42 ff. und S. 81 ff.), StA Bamberg, K 239, Nr. 433 b, Lfd-Nr. 995) - ich danke Herrn Harald Stark vom Arbeitskreis für Heimatforschung Marktleuthen für seine hilfsbereite Recherche!

Erwin Hintze: Die Deutschen Zinngießer und ihre Marken Band IV (Schlesische Zinngießer), Leipzig, K. W. Hiersemann, 1921 - 1931

Adressbücher Breslau (katowice-digitalsilesia.eu und opole.pl online)

Adressbücher Breslau 1935, 1937 und 1943: Ich danke Norbert Bartsch, Duisburg, für seine freundliche Hilfe und die angefertigten Scans der entsprechenden Seiten!

Schlesien 1895 (bernd-kienzle.de/Breslau)

Theodor Hampe: Der Zinnsoldat - ein deutsches Spielzeug, Verlag Herbert Stubenrauch, Berlin 1924

Paul Ernst Rattelmüller: Zinnfiguren - Die Welt in der Spanschachtel, Süddeutscher Verlag München, 1971

Curt F. Kollbrunner: Zinnfiguren - Zinnsoldaten - Zinngieschichte, Hirmer-Verlag München 1979

Ulf Leinweber: Die kleine Figur - Geschichte in Masse und Zinn, Staatliche Kunstsammlungen Kassel, 1985

Heinz Schenzle: Sigel-Bestimmungsbuch, Freunde der Plassenburg e. V. Kulmbach, 1987

Erhard Schraudolph: Eisvogel trifft Klapperschlange, Verlag des Germanischen Nationalmuseums 2006

Heinz-Peter Ebert: Eine Urwald-Baumgruppe aus der Offizin Fraas, Breslau, in "Rheinzinn 2013" - ich danke Heinz-Peter Ebert von der KLIO-Landesgruppe Rheinland Süd sehr herzlich für die Überlassung der Fotos!

Ich danke Wolfgang Bauriedel für den Hinweis zur Marke des Johann Carl Fraas!

   
  Kosten dieser Seite:
Harald Stark vom Arbeitskreis für Heimatforschung Marktleuthen: € 20,00
   
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