| Beck, Melchior - Stockholm | |
| 1665 | Der um 1665 in Mitau als Sohn des Kannengießers Melchert Beck († 9. Mai 1677) geborene Melchior Beck lernt das Zinngießerhandwerk nicht bei seinem Vater, sondern in Königsberg. |
| 1692 | Er zieht von Königsberg nach Schweden. |
| 1693 | Laut Protokoll vom 10. Mai 1693 bewirbt er sich
um die Meisterstelle des verstorbenen
Måns
Jonsson
(† Februar 1691). Da Melchior Beck weder seine Lehrbescheinigung noch seine Geburtsurkunde vorlegen kann, wird die Angelegenheit vertagt. am 17. Juli 1693 legt er ein Unbedenklichkeitszeugnis des Königsberger Amtes vor. Er erhält den Auftrag, in der Werkstatt von Mårten Kaspar Rokus ein Meisterstück anzufertigen (eine Servierschüssel mit Unterteller, ein Gefäß mit einem Fassungsvermögen von ca. 5,23 Liter, einem Krug mit Messingintarsien und eine Flasche). |
| Die Meisterstücke werden am 26. September 1693
vorgelegt und die Kritik des Amtes fällt besonders hart aus: "Es wurden so viele und grobe Fehler gefunden, dass das Amt kein Recht hatte, eine solch unhaltbare Arbeit als Meisterstück abzusegnen." |
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| Nachdem er aber entschlossen war, "die Witwe eines Meisters zu heiraten" und auch die Verantwortung für die fehlerhafte Arbeit zu übernehmen, wird er trotzdem als ehrlicher Meister und Amtsbruder anerkannt. | |
| Für die Fehler seiner Meisterstücke hat er 25 Daler zahlen (die höchste jemals verhängte Ermessensstrafe), zusätzlich zur üblichen Meisterschuld von 15 Daler und 22,5 Daler für die Auslagen des Meisters. Diese Beträge begleicht er 1694 und 1695. | |
| 1693 | Am 26. September 1693 wird er nach langem Zögern des Amtes Meister. |
Meisterzeichen (Bruzelli) |
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| Das Bürgerrecht erhält er am 19. Oktober 1693. | |
| Melchior Beck heiratet am 12. November 1693 Elisabet Jonsson, geb. Sperling (* 1654), Witwe des Meisters Måns Jonsson, Tochter des Stockholmer Gewürzhändlers Mikael Sperling und dessen erster Ehefrau Magdalena Johansdotter. | |
| Mit ihr übernimmt er das Anwesen in der Västerlånggatan 30 (Iphigenia Nr. 7, 8 und 14) mit einer gut ausgestatteten Werkstatt im Wert von 1.077 Daler Kupfer und einem Zinnlager im Wert von 8.384 Daler. | |
| 1695 | Vom 27. Mai 1695 bis 22. Mai 1696 |
| 1721 | Ab 20. April 1721 bis zu seinem Rücktritt am 6. November 1733 ist er Ratsherr. |
| Elisabet Beck, verww. Jonsson, geb. Sperling stirbt am 24. August 1721. | |
| 1722 | Der Witwer heiratet noch vor Ablauf des Trauerjahres am 27. Februar 1722 die Anna Petre, Tochter des Ratsherrn Jakob Petre aus Arboga. |
| 1743 | Anna Beck, geb. Petre stirbt kinderlos am 14. Oktober 1743. |
| 1747 | Melchior Beck stirbt am 11. April 1747. |
| Die Immobilie Västerlånggatan 30 (Iphigenia Nr. 7, 8 und 14) wird auf 25.000 Daler Kupfer, die Werkstatt mit Zinnlager auf 24.158 Daler geschätzt. | |
| 1749 | Das Haus Nr. 7 wird von Zinngießermeister Samuel Marnel gepachtet und die Werkstatt mit Zinnlager übernommen. |
| Melchior Beck hat in seiner Schaffenszeit 37 Lehrlinge und mindestens 74 Gesellen. | |
| Meisterzeichen (Löfgren): | |
1693
1693
(Variante)
nach 1693 |
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vor
1720
vor 1720
vor 1720 |
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ab
1720 |
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| Quellen: Birger Bruzelli: Tenngjutare i Sverige, Forum-Verlag, Stockholm 1967 Albert Löfgren: Det Svenska Tenngjutarehantverkets Historia, Band 3, Nordiska Museets Förlag Stockholm 1950 Johannes Gahlnbäck: Zinn und Zinngießer in Liv-, Est- und Kurland, Hansischer Geschichtsverein, Lübeck 1929 familysearch |
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| 28.01.2026 | |