Scheibert, Eduard Ferdinand - Wien

 

1882

Eduard Ferdinand Lagler wird am 24. Mai 1882 unehelich geboren als Sohn der Kindergärtnerin Theresia Lagler (* 2. Oktober 1859 in Krems), Tochter des Weinhauers [Winzer] Eduard Lagler und dessen Ehefrau Theresia, geb. Gamböck.

 

1884 Der Vater, Apotheker Andreas Scheibert (* 15. Juli 1855 in Steyr), Sohn des Kanzlei-Adjunct beim k. k. Kreisgericht Steyr Ferdinand Scheibert und dessen Ehefrau Katharina, geb. Kowanda, heiratet am 13. Mai 1884 Theresia Lagler.
Nach dieser Verehelichung und Dekret der Statthalterei vom 23. September 1884 wird der 1882 geborene Sohn legitimiert und trägt den Namen Eduard Ferdinand Scheibert.
   
1889

Am 23. August 1889 wird in das Register für Einzelfirmen eingetragen:

Georg Puntschart in Wien. Firmeninhaber: Georg Puntschart in Wien, zum Betriebe des Droguengeschäftes, VI., Mariahilferstraße Nr. 37, Procurist: Andreas Scheibert 

 

  Im Wiener Adressbuch ist Andreas Scheibert erstmalig unter Namen als Droguen-Geschäftsleiter im V. Bezirk, Castelligasse 17, aufgeführt. Er ist Teilhaber bei Georg Puntschart.
 

1890 Die Firma Georg Puntschart wird von Andrä Scheibert in eigene Rechnung übernommen.
   
1891

Er zieht in die Hundsthurmerstraße 23 im V. Bezirk.

 

1893 In das Handelsregister des k. k. Handelsgerichtes Wien wird am 31. März 1893 eingetragen:
A. Scheibert in Wien. Firmeninhaber Andrä Scheibert, zum Betriebe des Verschleißes [Einzelhandel] von Materialwaaren in Wien, VI., Mariahilferstraße 37.
Die Firma: Georg Puntschart wurde über erfolgte Gewerbezurücklegung gelöscht.
   
  Das Ehepaar Andreas Scheibert und Theresia Scheibert, geb. Lagler wird am 9. Dezember 1893 geschieden.
   
1894

Neue Anschrift der jetzigen Firma Andrä Scheibert ist die Wäschergasse 2 im VI. Bezirk.

 

1895

Die Droguen- und Chemikalienhandlung "zum Lindwurm" zieht in die Mariahilferstraße 37 im VI. Bezirk.

 

1896

Andrä Scheibert wohnt in VI. Damböckgasse 4, die Droguen- und Parfümerienhandlung ist nach wie vor in der Mariahilferstraße 37.

 

1898

Er firmiert als Droguen-, Chemikalien- und Materialwarenhandlung.

 

  Am 2. August 1898 wird Andreas Josef Maria Schreiber geboren.
Mutter ist die Bertha Josepha Schreiber (* 14. Januar 1869 in Wien), Tochter des Hausbesitzers und Lehrers Josef Schreiber und dessen Ehefrau Maria Anna, geb. Egad.
Vater ist Andreas "Andrä" Scheibert.
   
1899

Neue Wohnanschrift ist Lindengasse 9 im VII. Bezirk.

 

1908

Andrä Scheibert wohnt jetzt in der Neubaugasse 48-50 im VII. Bezirk.

 

1911 Nach einer an das k. k. Ministerium des Innern gelangten Mitteilung des kgl. Ungarischen Justiz-Ministeriums vom 18. April 1911Z866 ist der am 15. Juli 1855 in Steyr geborene , in Wien wohnhafte Andreas Scheibert von dem in Budapest wohnhaften ungarischen Staatsangehörigen Anton Ferwagner adoptiert worden. Vermöge dieser Adoption hat der Adoptierte in Zukunft den Doppelnamen "Scheibert-Ferwagner" zu führen.
   
 

Die Drogen- und Materialwarenhandlung ist immer noch in der Mariahilferstraße 37.

 

  Am 5. August 1911 heiratet Andrä Scheibert in Budapest die Bertha Josepha Schreiber.
Der Sohn Andreas Josef Maria Schreiber ist damit legitimiert und trägt den Namen Andreas Josef Maria Scheibert.
   
1914

Eduard Ferdinand Scheibert heiratet am 26. April 1914 in Hetzendorf die Hedwig Anna Mölzer (*14. März 1888), Tochter des Gastwirts Johann Mölzer und dessen Ehefrau Anna, geb. Janker.

 

1915

Berta Hedwig Maria "Bertl" Scheibert wird am 3. April 1915 geboren.

 

1919 Andrä Scheibert, Inhaber der Firma A. Scheibert, zuletzt wohnhaft in der Neubaugasse 48/50, zuständig nach Csömör bei Budapest, Komitat Pest, ungarischer Staatsbürger, ist am 19. Mai 1919 gestorben.
   
1919

Der Drogist Eduard Ferdinand Scheibert  wohnt mit seiner Familie in der Burggasse 60 im VII. Wiener Bezirk.

 

1921

Am 24. Juni 1921 wird in das Handelsregister eingetragen:

Wien, 6. Bez., Mariahilfer Straße 37, A. Scheibert. Verschleiß von Materialwaren.

Der Inhaber Andrä Scheibert über Ableben gelöscht.

Seit 1. Jänner 1921 offene Handelsgesellschaft.

Gesellschafter: 1. Berta Scheibert in Wien, 2. Eduard Ferdinand Scheibert in Wien, 3. Andrä Josef Maria Scheibert in Wien. Vertretungsbefugt: Jeder Gesellschafter selbständig. Firmazeichnung: Handschriftliche Niederschrift des Firmawortlautes. Das Abhandlungsprovisorium der Vertretung durch Berta Scheibert und durch Eduard Ferdinand Scheibert gelöscht.

   
  Berta Scheibert wohnt in der Neubaugasse 50, Eduard Ferdinand Scheibert nach wie vor in der Burggasse 60.
 

1927

Eduard Ferdinand Scheibert stellt Mitte des Jahres erstmalig der Öffentlichkeit seine Zinnfiguren vor.

 

 

   Beispiele Werbung von 1927 bis 1935

 

1928

Die Firma Andrä Scheibert - Drogerie ist jetzt in der Stumpergasse 18 im VI. Bezirk.

Die Drogenhändlerswitwe Berta Scheibert wohnt nach wie vor in der Neubaugasse 50.

 

1929

Eduard Ferdinand Scheibert ist im Adressbuch erstmalig unter Namen als Spielwarenerzeuger und unter Spielwaren in Branchen mit "künstlerische Zinnfiguren" eingetragen.

 

1930

Er stirbt am 22. Januar 1930 mit 48 Jahren.

 

1931

Hedwig Scheibert ist mit "Zinnfigurenerzeugung" unter Namen und Eduard Ferdinand Scheibert (sic!) unter "künstlerische Zinnfiguren für historische Sammler" unter Branchen - Spielwaren eingetragen.

 

1933

Unter Spielwaren ist jetzt endlich Hedwig Scheibert in der Burggasse 60 eingetragen.

 

1939

Berta "Bertl" Scheibert heiratet am 25. Januar 1939 den Wehrmachtsoffizier Gerhard Neumann (* 3. November 1902; † 24. Juni 1975).

 

Das Ehepaar hat die Töchter:

Ulla Neumann (* 14. Mai 1939) und

Gerda Neumann (* 26. Dezember 1942).

   
1955

Am 5. Januar 1955 stirbt Berta Neumann geb. Scheibert mit 39 Jahren.

 

1967

Ulla, jetzt verheiratete Schiller firmiert in der Burggasse 60 unter "Wiener Zinnfiguren E. Scheibert, Ulla Schiller" und stellt erstmals auf der Kulmbacher Zinnfigurenbörse aus. 

 

1969

Hedwig Scheibert, geb. Mölzer stirbt am 3. November 1969.

 

1970

Die Firma "Wiener Zinnfiguren E. Scheibert, Ulla Schiller" ist in die Schloßstraße 45 im XII. Wiener Bezirk umgezogen.

 

1976

Ulla Schiller läßt sich in Nürnberg in der Goldbachstraße 15 nieder und arbeitet mit Günther Zens († 1995) zusammen.

 

1977

Sie stellt erstmalig auf der Nürnberger Spielwarenmesse aus.

 

1979

Im November 1979 eröffnet Ulla Schiller einen Laden mit Zinngießerwerkstätte am Nürnberger Rathausplatz 7.

 

1992

Sie verkauft das Geschäft in Nürnberg und zieht nach Duisburg.

 

1999

Die Tochter Barbara Schiller übernimmt die Firma und betreibt das Verkaufsgeschäft in Bad Wörishofen.

 

2010

Die Formen sind nunmehr in der Museumswerkstätte Zinnfigurenwelt Katzeldorf.

 

 

Zinnfiguren:

Siehe das Buch "Schiller-Rathke/Schraudolph/Lonsing: Scheibert/Schiller - Geschichte einer Altwiener Zinnfiguren-Offizin"

 

 

Fußbrettchen (Weg):

 

    

 

 

Quellen:

Adressbücher Wien online

Matricula online: Kirchenbücher Krems-St.Veit, Steyr-Stadtparre, Wien-Landstrasse St.Rochus, Wien-St.Othmar unter den Weißgerbern, Wien-St.Ulrich, Wien-Mariahilf, Hetzendorf

ancestry

Drogisten Zeitung Nr. 21 vom 24. Mai 1919

Amtsblatt zur Wiener Zeitung Nr. 197 vom 28. August 1889, Nr. 78 vom 6. April 1893, Nr. 18 vom 23. Januar 1920 und Nr. 166 vom 23. Juli 1921

Schiller-Rathke/Schraudolph/Lonsing: Scheibert/Schiller - Geschichte einer Altwiener Zinnfiguren-Offizin, 2010

Gemeindenachrichten Katzelsdorf Nr. 1/10

Die Zinnfigur - Monatsschrift für Freunde und Liebhaber von Zinnfiguren, Trachten, Geschichte und Volkskunde, 1927, 1928, 1929, 1934 und 1935

Der standhafte Zinnsoldat - Nachrichten für Liebhaber der Zinnfigur, 1928, 1930

 

 

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