| Kietaibl, Franz "zum Chineser" - Wien | |
| Namen sind wie in den Kirchenbüchern geschrieben! | |
| 1750 | Anton Fritz sen. wird 1750 (CAL) in der Prager Neustadt geboren. |
| 1780 | Er ist bürgerlicher Siebmachermeister, ab Januar 1780 in Wien, lebt seit Juni auf der Wieden No. 15 und heiratet im Dezember die Magdalena Schragner (* 1761 CAL in Gaunersdorf [heute Gaweinstal]). |
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Das Ehepaar hat die Kinder: Josepha Fritz (≈ 22. Dezember 1783; † 28. August 1784), Antonius Fritz jun. (≈ 21. März 1785), Johanna Fritz (≈ 20. April 1787; heiratet den Großhandlungsbuchhalter Siegmund Wilhelm Preu; stirbt am 28. Dezember 1839 in Wien-Rossau), Francisca Fritz (≈ 2. August 1789; † 26. Dezember 1806), Maria Anna Fritz (≈ 29. Juni 1791; † 19. Juli 1791), Ignatzius Fritz (≈ 3. Januar 1793; † 8. Januar 1793), Barbara Fritz (≈ 28. November 1794; bekommt am 4. Juli 1830 die uneheliche Tochter Amalia Johanna Fritz), Ignatz Fritz (≈ 8. Januar 1796; † 14. Juli 1796), Friderich Fritz (≈ 2. Oktober 1797; heiratet als bürgerlicher Siebmacher am 30. Juni 1823 die Witwe Francisca Doringer; stirbt am 13. Oktober 1826), Johann Täufer Fritz (≈ 10. August 1799; † 15. März 1805) und Andreas Fritz (≈ 24. November 1801; † 15. März 1805). |
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| 1799 | Anton Fritz sen. gründet in der Breunerstraße Nr. 1140 eine "Verschleiß-Niederlage aller Gattungen Siebe, Drahtgitter und Kinderspielereyen zum Chineser". |
| 1809 | Der 1785 geborene Anton Fritz jun. ist Siebmachermeister und heiratet am 23. Oktober 1809 die Elisabeth Eymer (≈ 5. Juli 1786), Tochter des herrschaftlichen Tafeldeckers [gehobener Hausangestellter] Joseph Eymer und dessen Ehefrau Katharina, geb. Schön. |
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Das Ehepaar hat die Kinder: Karl Fritz (≈ 30. September 1807 unehelich; † 13. März 1817), Antonius Fritz (≈ 22. September 1809 unehelich; heiratet am 11. Februar 1838 die Anna Lanz, Tochter des Martin Lanz und dessen Ehefrau Katharina, geb. Hackel), Anna Fritz (≈ 21. Oktober 1810; hat am 3. Januar 1830 einen unehelichen Sohn geboren; der Conditor Jakob Schindler übernimmt die Vaterschaft, das Kind bekommt den Namen Johann Georg Schindler), Franciscus de Paula Fritz (≈ 7. Februar 1813; † 28. Oktober 1813), Franciscus Ludovicus Fritz (≈ 13. April 1814), Elisabeth Fritz (≈ 4. Juni 1815; † 20. Juli 1815), Alexander Fritz (≈ 21. August 1816), Carolus Borromäus Fritz (* 7. Oktober 1817; † 12. September 1827), Joseph Fritz (* 6. März 1819), Franz de Paula Fritz (≈ 29. Februar 1820; † 15. März 1820 in Wien-Dornbach), Nepomuk Fritz (≈ 17. März 1821), Franz de Paula Fritz (≈ 28. Juni 1822; † 27. September 1827), Alexander Fritz (* 2.Februar 1824), Ferdinand Fritz (≈ 17. Februar 1825), Julius Fritz (≈ 6. April 1826; † 23. April 1826 in Wien-Dornbach), Joseph Fritz (≈ 8. Juli 1827) und Julius Fritz (* 7. Dezember 1829). |
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| 1822 | Magdalena Fritz, geb. Schragner stirbt am 19. Februar 1822 mit 61 Jahren. |
| 1827 | Anton Fritz sen. stirbt am 5. Mai 1827 mit 77 Jahren. |
| Anton Fritz jun. übernimmt das Geschäft des Vaters. | |
| 1829 | Er erbaut zur Bequemlichkeit des Publikums und zur Verschönerung der Umgebung auf Kosten des Joseph Hofmann, Besitzers des Gasthauses zum Storchen, in Gaudenzdorf bei Wien über den Wienfluss einen Eisendrahtsteg (Storchensteg). Die Probe mit 300 Ztr. Gewicht wird bestanden. |
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| Quelle ÖNB - Lithografie von Carl Ludwig Hofmeister (Ausschnitt) | |
| 1830 | Er betreibt eine Fabrik von "Drechsler- oder sogenannten Nürnberger und Berchtoldsgadner Waaren" in Türnitz/Niederösterreich. Das im Wiener Laden verkaufte Spielzeug aus Bein, Horn und Holz sind ab diesem Zeitpunkt direkt aus eigener Produktion. |
| 1832 | Elisabeth Fritz, geb. Eymer stirbt am 27. Dezember 1832 mit 48 Jahren. |
| 1833 | Der Witwer Anton Fritz jun. heiratet am 17. Februar 1833 die Katharina Fishold (* 1789 CAL), Tochter des Kamm-Machers Johann Fishold († 15. Oktober 1826) und dessen Ehefrau Elisabeth, geb. Parzer, Witwe des Handelsmannes Joseph Rosen. |
| Die Ehe bleibt kinderlos. | |
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| Anzeige in der Wiener Zeitung vom 13., 19., 21. und 24. Dezember 1833 | |
| 1834 | Der 1804 in Walbersdorf/Ungarn als Sohn des Landmannes Franz Kietaibel und dessen Ehefrau Theresia, geb. Plank geborene Franz Kietaibel ist seit 1828 in Wien zuletzt als Buchhalter tätig und übernimmt im Oktober das von Anton Fritz in der Breunerstraße Nr. 1140 gegründete Geschäft und verlegt es gegenüber in die Breunerstraße Nr. 1136, dem gräflich von Cavrianischen Haus. |
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| Anzeige in der Wiener Zeitung vom 18. Oktober, 22. November und 6. Dezember 1834 | |
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Die Firma wird mit seinen Kinderspielwaren vom "k. k. privil. bürgerlichen Handels-Gremium nach den Classen seines vorzüglichsten Handlungsfaches in den bürgerlichen Handelsstand einverleibt". |
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| 1837 |
Johann Zerwick, der Zinnwaren, Zinnspielzeug und Zinnfiguren produziert unter der Anschrift neue Wieden, Hauptstraße 719, hat eine Niederlage bei Franz Kietaibel. |
| 1838 | Franz Kietaibel heiratet am 13. Mai 1838 die Franziska Kataharina Libscher (≈ 20. April 1819), Tochter des controllierenden Amtsoffiziers im k. k. Stempelamt Mathias Libscher und dessen Ehefrau Franziska, geb. Prambilla. |
| Das Ehepaar hat die Kinder: Maria Anna Franziska Kietaibel (* 2. Februar 1840; heiratet am 25. Mai 1862 den Papierfabriksbesitzer aus Lindau in Baiern Georg Brög (* 4. April 1866; † 9, August 1916); stirbt am 1. März 1909), Franz Mathias Kietaibl (* 31. Mai 1841), Karl Borromäus Mathias Kitaibel (* 10. August 1842), Franziska Anna Kietaibel (* 28. Januar 1844; heiratet am 15. April 1866 den Hausbesitzer in Grinzing Rudolf Richter (* 12. Januar 1833, † 21. April 1907), gebürtig aus Auscha in Böhmen; stirbt am 23. Dezember 1930), Anna Karoline Franziska Kietaibel (* 9. April 1845; heiratet am 4. Mai 1862 den Handelsmann Johann Heinrich Schirmer (* 20. November 1829; † 5. März 1903) aus Reichenberg in Böhmen; stirbt am 11. Mai 1922), Carolina Theresia Kietaibel (* 20. Februar 1851; heiratet am 7. April 1872 den Kaufmann Karl Josef Demuth (* 15. Januar 1844; † 17. Dezember 1933) aus Reichenberg in Böhmen; stirbt am 9. Januar 1929), totgeboren (*† 3. Oktober 1852), Ludwig Leopold Franz Kietaibl (* 21. November 1856); ist Buchhalter und heiratet am 20. Juli 1884 Franziska Henriette Vogel (* 30. März 1861; † geschieden am 12. November 1917), Tochter des Hauptmanns i. R. August Vogel und dessen Ehefrau Josefa, geb. Patek; stirbt am 27.Mai 1931) und Julius Mathias Kietaibel (* 6. Mai 1860; † 7. Dezember 1924 - Selbstmord durch Leutgasvergiftung). |
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| 1840 |
Es werden im April speziell angeboten "Oster-Eier in verschiedener Größe und Farbe, von Holz zum Oeffnen, empfiehlt die Kinderspielerei-Warenhandlung des Franz Kietaibl "zum Chineser" in der obern Bräunerstraße Nr. 1136, wie auch ein gut sortirtes Lager aller übrigen Spielerei-Waren und neuern Artikel, vorzüglich aber eine Auswahl Kinderwagen mit Eisen-Achsen und Feuerspritzen fürs Land und Gärten geeignet, zu den billigsten Preisen." |
| 1841 | Katharina Fritz, geb. Fishold, verww. Rosen stirbt am 24. Juni 1841 mit 52 Jahren in Rodaun. |
| 1842 | Der 56 Jahre alte Witwer Anton Fritz jun. heiratet am 27. August 1842 in Rodaun die 22 Jahre alte Josepha Kittler (* 1820 CAL), Tochter des Wirtschaftsbesitzers Joseph Kittler und dessen Ehefrau Juliana, geb. Göbhardt. |
| Das Ehepaar hat die Kinder: Alois Anton Fritz (* 26. September 1842; † 21. Januar 1843 in Regelsbrunn), Richard Fritz (* 22. Januar 1844), Maria Francisca Leopoldine Auguste Fritz (* 15. April 1845; † 23. Juni 1845), Franz Julius Leopold Fritz (* 5. Dezember 1846; † 11. Dezember 1846), Hermine Franziska Juliana Fritz (* 7. April 1848; † 7. Mai 1864), Eugen Franz Fritz (* 20. August 1850; † 1. September 1850), Victor Franz Anton Fritz (* 9. Juli 1853) und Theresia Fritz (* 24. Mai 1855; † 27. Mai 1855) |
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Ein Privilegium [Patent] wird verliehen am 16. November 1842 "dem Franz Kietaibl, bürgerlicher Nürnberger-Warenhändler in Wien (Stadt Nr. 1136), auf die Erfindung selbstlaufender Maschinen, die für Wägen, hölzerne Pferde, Sesseln u.s.w. anwendbar seien, und ihrer Einfachheit und ihres leicht zu dirigirenden Mechanismus wegen, sowohl von erwachsenen Personen, als auch von Kindern im Alter über vier Jahre, überall in Zimmern, Gärten und Straßen benützt werden können; auf zwei Jahre, vom 16. November. Hofkammer-Decret vom 16. November 1842.R. Z. 71,014 u. 75,797 - In Sicherheits-Rücksichten steht der Ausübung dieses Privilegiums kein Bedenken entgegen." "Solche Wägen haben an der hinteren Axe inwendig Knie- oder Krummzapfen, in welchen Leitstangen hängen, die unter dem Wagengestelle hinlaufen, und mittelst eines aufwärts in den Wagenkasten reichenden zweiarmigen Hebels hin und her zu ziehen sind, um den Wagen in Lauf zu setzen. Diese Hebelverbindung kann auch zum Drücken und Treten eingerichtet sein. Auch kann an einem Hinterrade ein Zahnrad befestigt sein, welches seine Bewegung von einem anderen Zahnrade erhält, das selbst wieder auf eine oben bemerkte Art in Bewegung gesetzt wird. Endlich kann das Laufen durch Räderversetzung erzielt werden, wobei das erste Rad von einer im Wagen sitzenden Person gedreht wird, das letzte aber in eine triebartige Verzahnung, die an einem Hinterrade eingreift, angebracht ist. - Erlischt im Jahre 1844 durch Zeitablauf." |
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| 1843 |
Am 8. April 1843 wird dem Kinderspielwaren-Erzeuger Johann Kunz und dem bürgerl. Handelsmann Franz Kietaibl in Wien auf die Erfindung von Maschinen zur Bewegung künstlicher Figuren, Puppen u. dgl. ein zweijähriges Privilegium erteilt. "Die von den Privilegirten beschriebenen Automaten stellen eine Ballet-Tänzerin und einen tanzenden Chinesen vor, welche durch eine Kombinazion von Räder- und Hebelwerk die nöthigen Bewegungen erhalten, - Erlischt im Jahre 1845 durch Zeitablauf." |
| 1845 |
Auf der Allgemeinen österreichischen Gewerbsprodukten-Ausstellung in Wien stellt Franz Kietaibl bewegliche Figuren als Spielereien aus und bekommt eine Ehrenvolle Erwähnung. |
| 1846 |
Anzeige im Intelligenzblatt für
Mähren No. 244 vom 5. September 1846 |
| 1850 | Auf der Leipziger Gewerbeausstellung macht Franz Kietaibl "mit seinen Automaten großes Furore, er hat nämlich mehrere Tänzer , Fortepianospieler und andere bewegliche Figuren in Rahmen, welche durch ihren künstlichen Mechanismus (Uhrwerke) das Publicum ergötzen" und erhält dafür eine "Lobende Erwähnung". |
Medaille Leipzig 1850 |
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Ein Besucher: "Das Zimmer Nr. 25 ist fast ohne Ausnahme der Ausstellung der Spielwaaren von F. Kietaibl in Wien eingeräumt, man muß zugestehen, daß dieses Assortiment ein sehr reiches ist. Man findet dort für alle Classen und für alle Altersstufen der Kinderwelt gesorgt und selbst der Erwachsene muß sich an dem Raffinement erfreuen, mit welchem manche dieser, oft nur für den Augenblick berechneten, Gegenstände angefertigt sind. So wollen wir hier nur als Beispiel die Pianofortespielerin erwähnen, die, über einem recht schönen Federmusikwerk placirt, zu dessen Tönen auf der Tastatur des Pianofortes die tactmäßige Bewegung mit den Händen macht, während daneben ein Herr und eine Dame Polka tanzen. Solcher, innen mit einem Uhrwerk versehenen und sich ganz ergötzlich bewegenden Figuren in ziemlicher Auswahl vorhanden und wir haben Erwachsene genug gesehen, die ihre Freude mit Recht an diesen kleinen Automaten hatten. Wer den Preiscourant des Ausstellers liest muß sich über die ungeheure Mannigfaltigkeit der Artikel, aber auch eben so über die Wohlfeilheit derselben wundern. Man denke nur: ein Dutzend der besten lackirten Köchinnen kosten 2 3/5 fl., ein Dutzend schreiender Kinder 5 fl., ein Paar angejochte Ochsen 1 fl. 6 kr. und das beste Reitpferd nur 1 fl. - übrigens aber, allen Scherz bei Seite gesetzt, sind diese Spielwaaren ausgezeichnet und unbegreiflich wohlfeil und obschon die hier ausgestellten Sachen schon ein recht hübsches Waarenlager bilden, so ist doch das Gewölbe "zum Chineser" in Wien, aus dem wir hier nur einen Auszug erblicken, selbst für Wien ein Gegenstand der Bewunderung." |
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Ein anderer Bericht: "... das reichhaltige Sortiment von Kinderspielwaaren von Kietaibl aus Wien enthält. Es ist unmöglich, hier ins Einzelne zu gehen und Alles zu beschreiben, was der Beschreibung werth wäre. Wir können daher unter den hunderterlei verschiedenen niedlichen Sächelchen nur Einiges hervorheben, wie die beiden automatischen Klavierspielerinnen, nach deren Spiel zu tanzen sogleich einige Tänzer und Tänzerinnen von 5 Zoll Höhe bereit sind; ferner machen wir auf die in verschiedener Nationaltracht angezogenen Puppen, auf den aufgezäumten Elephanten, auf die Rüstungen, die Carossen und andre hübsche Sachen aufmerksam. Sehr niedlich sind auch die Zeichenschule und die Klosterschule, welche zu jener das Pendant bildet; ferner die Geduldspiele zum Zusammensetzen, die Modelle vom Zeughaussaal in Wien und vom Wiener Café Français. Die frisirten Puppenköpfe dagegen zeigen nicht die nöthige Eleganz, ihre Frisur ist nur mittelmäßig und - wahrscheinlich durch die weite Reise - etwas zerzaust." |
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| Franz Kietaibl kauft das Anwesen Preßgasse 12 in der Wieden, das im Jahre 1780 dem Franz Lucas, bürgerlicher Wundarzt und Geburtshelfer in der k. k. chirurgisch praktischen Lehrschule, im Jahre 1799 dem Wenzel Zenner, Schuhmacher, im Jahre 1842 dem Heinrich Cubasch, Effekten-Schätzmeister und im Jahre 1845 dem Joseph Kohlbauer, Branntweiner und Franz Schellhorn, Wundarzt, gehört hat. | |
| 1851 | Franz Kietaibl stellt auf der Industrie-Ausstellung aller Völker zu London Kinderspielwaren aus Holz, Metall, Papier und dergl. sowie musikalische Spielwerke aus und erhält "die Preismedaille für ein Assortiment von 39 Automaten-Figuren. Dieselben werden alle durch gute in Metall gearbeitete Uhrwerke in Bewegung gesetzt. Die meisten dieser Automaten waren recht kunstreich hergestellt, allein sie schienen theurer, als ähnliche Französische Fabrikate. Leider brachte die Ausstellung keine Artikel dieser Art aus Frankreich, weshalb ein bestimmtes Urtheil in dieser Beziehung nicht möglich war. Folgende Gruppen verdienen besondere Erwähnung: Ein walzendes Paar, dessen sinnreicher Mechanismus die drehende Bewegung des Tanzes aufs Täuschendste nachahmte, Preis 6 Fl. K.-M.; ein Pianofortespieler, der God save the Queen und zu spielen schien, Preis 25 1/2 Fl. K.-M.; ferner ein Elephant mit dem Howdah und vier Indier, einen Palakin tragend. Die vorliegende Ausstellung war die einzige von sich frei bewegenden Figuren." |
Preismedaille London 1851 |
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| 1854 | Auf der Allgemeinen deutschen Industrieausstellung in München stellt er "eine große Sammlung eleganter Spielwaaren aus, Puppen mit Mechanik, Tanzfiguren, Klavierspieler, Fuhrwerke und Pferde aus Papiermasse und dergleichen mehr. Die Waare hatte auf dem Transport durch Nässe außerordentlich gelitten und war dadurch zum Theil sehr unscheinbar geworden. Die Commission, diesem Umstande Rechnung tragend, erkannte nichtsdestoweniger die Verdienstlichkeit der Leistungen des Ausstellers und beantragte für ihn die Ehrenmünze." |
Ehrenmünze München 1854 |
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| 1855 | Eine Medaille 2. Klasse erhält Franz Kietaibl für seine auf der Pariser Weltausstellung ausgestellten Kinderspielsachen, speziell "seine beweglichen allerliebsten Figuren". Er zeigte automatenähnliche Spielsachen in reicher Abwechslung, darunter vieles Neue und rühmt bei ihm Geschmack, gute Ausführung und mäßige Preise. |
| 1856 |
Am 27. April 1846 wird ein Privilegium verliehen "dem Franz Kietaibl, bürgerl. Handelsmanne, wohnhaft in Wien, Stadt Nr. 1136, und dem Franz Pichler, Maschinisten, wohnhaft in Wien, Stadt Nr. 1136, auf die Erfindung transportabler Wäschrollen, welche sehr einfach zu behandeln und dadurch zum allgemeinen Gebrauche höchst anwendbar und zweckmäßig seien, und folgende Vortheile darbieten: 1. seien dieselben von sehr geringem Gewichte und zum Zusammenlegen eingerichtet, wodurch sie leicht transportirt, mit wenig Mühe an jedem Orte aufgestellt werden können und einen sehr kleinen Raum einnehmen; 2. können dieselben sehr leicht in Bewegung gesetzt werden, und die Wäsche, welche nicht eingeschlagen zu werden braucht, bekomme einen schönen Glanz und werde zu gleicher Zeit ganz lind gemacht; 3. werde bei der vorhandenen eigenen Spannkraft der Druckwalzen zur Hervorbringung der erforderlichen Druckkraft kein Mechanismus oder sonstige Vorsichtsmaßregeln benöthigt; auf die Dauer von einem Jahre. - In öffentlichen Sicherheitsrücksichten steht der Ausübung dieses Privilegiums kein Bedenken entgegen." |
Inserat im Humoristisch-satyrischen
Volks-Kalender für das Jahr 1856 |
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Werbemarke bis 1870 (Größe 31 x 23,5
mm - Sammlung und
Foto Prof. Reinhard Öhlberger) |
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| 1859 |
Franz Kietaibl ist ordentliches Mitglied im Verwaltungsrat des nieder-österreichischen Gewerbe-Vereines. |
| 1860 |
Der Kaufmann Franz Kietaibl und Joseph Sedlaczek, Mechaniker in Wien erhält am 14. September 1860 ein Privileg auf ein Jahr für die Erfindung eines optischen Apparates, "Florescop" genannt, zur Erzeugung von ornamentalen und unendlich mannigfaltigen Bildern, sowohl in Linear- als Reliefansichten. |
| 1861 | Per 18. Januar 1861 wird das Geschäft in die Breunerstraße Nr. 1140 verlegt. |
| 1862 | Das 1860 erhaltene Privilegium ist erloschen und wird im März einregistriert. |
| Anton Fritz jun. stirbt am 21. Juli 1862 mit 77 Jahren. | |
| 1864 | Neue Anschrift ist Habsburgergasse 10 durch Umbenennung der Breunerstraße. |
| 1865 | Der 1842 geborene Karl Kietaibl wohnt in Hernals 373. |
| 1866 | Josepha Fritz, geb. Kittler stirbt am 18. Juli 1866 mit 46 Jahren in Wien-Kalksburg No. 60. |
| 1870 | Franz Kietaibl stirbt am 8. Februar 1870 mit 66 Jahren. |
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Ab dem 1. Juli 1870 ist die Firma eine offene Gesellschaft mit dem Namen Franz Kietaibl's Söhne in der Habsburgergasse 10. Gesellschafter sind Franz Kietaibl, Nürnbergerwaren-Händler und Karl Kietaibl, beide in Wien wohnhaft. Jedem derselben steht das Vertretungsrecht der Gesellschaft zu. Unter Einem wurde die Firma Franz Kietaibl im Register für Einzelfirmen in Folge dessen Ablebens gelöscht. |
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| 1872 |
Karl Kietaibl, ist nun Gesellschafter bei Franz Kietaibl's Söhne, wohnt jetzt auch in der Habsburgergasse 10. |
| Er heiratet am 9. Juni 1872 die Anna Theresa Rosina Sobiecky (* 29. Oktober 1851 in Petrinja (Kroatien)), Tochter des k. k. Oberstlieutenants-Anditors Ludwig Sobiecky und dessen Ehefrau Johanna, geb. Trescik. | |
| Das Ehepaar hat die Kinder: Carl Borromäus Kietaibl (* 14. August 1874; † 19. Januar 1952), Adolf Kietaibl (* 20. August 1876; † gefallen als Hauptmann am 28. Oktober 1914 in Jaroslav/Galizien), Elisabeth Franziska Karolina Kietaibl (* 29. Oktober 1877; † 28. April 1956), Julius Kietaibl (* 11. April 1880; † 30. April 1904) und Anna Franziska Kietaibel (* 21. Juli 1883; † 5. Februar 1968 in Preßbaum). |
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| 1873 |
Auf der Weltausstellung in Wien bekommen Franz Kietaibl's Söhne ein Anerkennungs-Diplom für ihre Spielwaren. |
Medaille zum Anerkennungs-Diplom Wien
1873 |
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| Franz Kietaibl wohnt in der Eßlinggasse 11. | |
Inserat im Adressbuch 1874 |
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| 1874 | Franz Kietaibl zieht in die Eßlinggasse 15 um. |
| 1876 | Die Firma Franz Kietaibl's Söhne zum Chinesen ist jetzt k. k. Hoflieferant. |
Inserat im Adressbuch 1878 |
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| 1878 | Franz Kietaibl wohnt wieder in der Habsburgergasse 10. |
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| Anzeige in Rosenzweig's Allgemeines Original-Adressbuch 1878-1879 | |
| 1879 | Habsburgergasse 5 ist nun die neue Adresse von
Karl
Kietaibl. Franz Kietaibl zieht in die Brandstätte Nr. 3 um und heiratet am 8. Juni 1879 Pauline Pöllmann (* 16. Mai 1843 in Grinzing), Tochter des Fleischhauermeisters Leopold Pöllmann und dessen Ehefrau Anna, geb. Frieß. |
| Das Ehepaar hat nur ein totgeborenes Kind (24. Juni 1880). | |
| 1883 | Am 14. August 1883 wird beim Handelsgericht Wien
im Register für Einzelfirmen eingetragen: "Franz Kietaibl's Söhne in Wien, I. Bezirk, Habsburgergasse Nr. 10. Firmeninhaber: Carl Kietaibl, Nürnbergerwaarenhändler in Wien. Unter Einem wurde die gleichlautende Firma, sammt der zwischen Franz Kietaibl und Carl Kietaibl bestandenen offenen Gesellschaft, im Register für Gesellschaftsfirmen über Dissolution [Auflösung] gelöscht." |
| 1884 | Karl Kietaibl zieht wieder in die Habsburgergasse 10. |
| 1888 | Am 16. Mai 1888 wird vom k. k. Handelsgericht in Wien das Konkursverfahren über die Firma Franz Kietaibl's Söhne eröffnet. |
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| 1889 | Die Firma Franz Kietaibl's Söhne wird per 9. April 1889 im Register für Einzelfirmen gelöscht. |
| 1890 |
Ab 1890 ist die Spielwaren-Niederlage und Nürnbergerwarenhandlung im Adressbuch nur noch unter dem Namen Franz Kietaibl, k.u. k.-Hoflieferant aufgeführt. |
| 1895 |
Anzeige in der Oesterreichischen Staatsbeamtenzeitung vom 15. Dezember 1895 |
| 1898 | Die Firma Franz Kietaibl ist per 25. November 1898 gelöscht. |
| 1899 | Franz Kietaibl stirbt als Privatier am 31. Oktober 1899 mit 58 Jahren. |
| 1905 | Die Witwe Franziska Kietaibl, geb. Libscher stirbt am 18. Januar 1905 als Hausbesitzerin in Wien IV. Waaggasse 19 mit 85 Jahren. |
| 1915 | Karl Kietaibl stirbt am 29. Oktober 1915 mit 73 Jahren. |
| 1920 | Die Witwe Pauline Kietaibl, geb. Pöllmann stirbt am 11. Februar 1920 mit 74 Jahren. |
| 1935 | Die Witwe Anna Theresa Rosina Kietaibl, geb. Sobiecky stirbt am 5. März 1935 mit 83 Jahren in der Annagasse 8. |
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Quellen: Adressbücher Wien online Allgemeiner Handlungs-Cremial-Almanach, Wien 1837 (Google) Der Adler Nr. 92 vom 16. April 1840 (Google) Sammlung der Gesetze für das Erzherzogthum Oesterreich unter der Ens - Jahr 1842, Wien 1844 (Google) Amtsblatt zur k.k. priv. Linzer-Zeitung Nr. 42 vom 26. Mai 1843 (Google) Raccolta degli Atti dei Governi die Milano e di Venezia, Milano 1843 (Google) Industrielles Album als Erinnerung für den Aussteller und den Besucher der Allgemeinen österreichischen Gewerbsprodukten-Ausstellung im Jahre 1845 (Google) Steiermärkisches Amtsblatt zur Gratzer Zeitung No. 141 vom 3. September 1846 (Google) Amtsblatt No. 155 vom 8. Juli 1846 (Google) Intelligenzblatt für Mähren No. 244 vom 5. September 1846 (Google) Allgemeiner Anzeiger und Nationalzeitung der Deutschen Nr. 28 vom 29. Januar 1847 (Google) Beschreibung der Erfindungen und Verbesserungen für welche in den kaiserlich-königlichen österreichischen Staaten Patente ertheilt wurden und deren Privilegiums-Dauer nun erloschen ist, Wien 1847 (Google) Bericht über die Leipziger Gewerbeausstellung 1850 (Google) Commissions-Bericht über die Leipziger Industrie-Ausstellung vom Jahre 1850, München 1850 (Google) Katalog der Industrie-Ausstellung Leipzig 1850 (slub-dresden) Ein Besuch der Gewerbe.Ausstellung in Leipzig im April 1850, Leipzig 1850 (Google) Die deutsche Industrie-Ausstellung in der Central-Halle zu Leipzig, Leipzig 1850 (Google) Amtlicher Catalog der Ausstellung der Industrie-Erzeugnisse aller Völker, 1851, deutsch bearbeitet von Edward A. Moriarty, London 1851 (Google) Exhibition of the Works of Industry of All Nations, 1851 - Reports by the Juries, London 1852 (Google) Amtlicher Bericht über die Industrie-Ausstellung aller Völker zu London im Jahre 1851, von der Berichterstattungs-Kommission der Deutschen Zollvereins-Regierungen. Dritter und letzter Theil, Berlin 1853 (Google) Travaux de la Commission Française - Exposition Universelle de 1851, Paris 1855 (Google) Katalog der allgemeinen deutschen Industrie-Ausstellung zu München im Jahre 1854, München 1854 (Google) Bericht der Beurtheilungs-Commission bei der allgemeinen deutschen Industrie-Ausstellung zu München im Jahr 1854, München 1855 (Google) Auszeichnungen bei der allgemeinen deutschen Industrie-Ausstellung zu München von der Beurtheilungs-Commission zuerkannt, München 1854 (Google) Gewerbzeitung - Organ für die Interessen des bayerischen Gewerbstandes No. 20/1855 (Google) Bericht über die allgemeine Agricultur- und Industrie-Ausstellung zu Paris im Jahre 1855, Wien 1857/58 (Google) Die zweite Welt-Ausstellung mit besonderer Berücksichtigung der Deutschen Industrie - Briefe aus Paris von Georg Schierges, Frankfurt a. M. 1855 (Google) Exposition des produits de l'Industrie de toutes les Nations 1855 - Catalogue Officiel, Paris 1855 (Google) Humoristisch-satyrischer Volks-Kalender für das Jahr 1856, Wien 1856 (Google) Austria Wochenschrift für Volkswirthschaft und Statistik, Wien 1856 (Google books) Verhandlungen und Mittheilungen des nieder-österreichischen Gewerbe-Vereines, Wien 1859 (Google) Zeitschrift des österr. Ingenieur-Vereines, Wien 1860 (Google) Industrie und Handel im Kaiserthume Oesterreich, Wien 1861 (Google) Oesterreichischer Central-Anzieger Nr. 93 vom 24. April 1862 (ANNO online) Amtsblatt zur Wiener Zeitung Nr. 96 vom 26. April 1862 (ANNO online) Die Wieden mit den Edelsitzen Conradswerd, Mühlfeld, Schaumburgerhof und dem Freigrunde Hungerbrunn, Wien 1864 (Google) Neue Freie Presse Nr. 2146 vom 19. August 1870 (Google) Gerichtshalle vom 22. August 1870 (ANNO online) Amtsblatt zur Wiener Zeitung Nr. 194 vom 20. August 1870 (ANNO online) Rosenzweig's Allgemeines Original-Adressbuch 1878-1879, Wien (Google) Amtsblatt zur Wiener Zeitung Nr.188 vom 18. August 1883 (ANNO online) Amtsblatt zur Wiener Zeitung Nr. 87 vom 14. April 1889 (ANNO online) Oesterreichische Staatsbeamten-Zeitung Nr. 128 vom 15. Dezember 1895 (ANNO online) Allgemeine Österreichische Gerichts-Zeitung, Heft 49, 1898 (ANNO online) Matricula online: Kirchenbücher Wien Landstrasse St. Rochus, St. Michael, Grinzing, St. Josef, Wieden (Paulanerkirche), St. Stephan, St. Florian (Matzleinsdorf), Maria-Treu, Rennweg-Maria Geburt, Bruck an der Mur, Wien-St. Augustin, Baumgarten, St. Peter, Schottenfeld, St. Karl Borromäus, Neulerchenfeld, St. Ulrich, Rodaun, Wien-Kalksburg, Alservorstadtpfarre, Wien-Rossau, Wien-Dornbach, Regelsbrunn, Wien-St. Josef ob der Laimgrube FamilySearch - Totenschauprotokolle Wien ancestry: u. a. Matriky PĕšthoPluku 47 A Předchŭdcŭ > Sv.10 Ich danke Prof. Reinhard Öhlberger sehr herzlich für das Foto der Werbemarke! |
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