Taberger, Johann Gottfried Georg Wilhelm - Hannover
   
1738 Thomas Lorenz Taberger (* 13. Juli 1707 in Wien; † 23. April 1777 in Hannover), Sohn des Bürgers und Weingärtners Johann Taberger in Wien und dessen Ehefrau Maria Theresia Taberger, geb. Schwarz aus Raab, wird in Hannover Zinngießermeister.

Er heiratet am 1. April 1738 in Hannover die verwitwete Christina Margareta Unruh (* 11. November 1698 in Hannover-Limmer; † 23. Juni 1780 in Hannover), Tochter des Christoph Unruh, die seit 1727 mit dem Zinngießermeister Bernhard Simon Seelkopf († 29. April 1736) verheiratet war.
Ihr gehört das 1736/37 von der Witwe des Zinngießermeisters Jobst Jürgen Dietrich (* 9. November 1679; † 1727) gekaufte Haus Bergstraße 2 in Hannover-Neustadt, in dem die Eheleute bzw. sie als Witwe bis 1778 wohnen.

Das Ehepaar hat mindestens die Söhne Georg Gottlieb Christian Taberger (*29. September 1738) und Friedrich Ludwig Arnold Taberger (≈ 19. September 1739 in Hannover-Neustadt).
   
1767 Georg Gottlieb Christian Taberger und Friedrich Ludwig Arnold Taberger werden Zinngießermeister.
   
1768 Georg Gottlieb Christian Taberger heiratet am 14. Juni 1768 die Anna Dorothea Elisabeth Vahre (* 25. Juli 1737), Tochter des Zinngießermeisters Friedrich Christoph Vahre.
   
1769 Georg Gottlieb Christian Taberger stirbt am 11. April 1769.
Mit der Abgabe des Bürgereides erhält Friedrich Ludwig Arnold Taberger das Bürgerrecht der Stadt Hannover.
   
1778 Ihm gehört das Anwesen Lange Straße 40.
   
1780 Friedrich Ludwig Arnold Taberger heiratet am 1. April 1780 in Hannover die Sophie Eleonore Berner (* 10. September 1746 in Hannover; † 25. Juli 1789 in Hannover), Tochter des Hofklempnermeisters Johann Gottfried Berner (* in Danzig; † 23. Juni 1743 in Hannover) und dessen Ehefrau Ilsa Margareta Berner, geb. Heidenreich (* 1711 in Nolpke bei Hagen; † 2. Juni 1771 in Hannover, Witwe des Hinrich Kistner), die er am 23. Juni 1743 geheiratet hat.

Das Ehepaar hat zumindest die Kinder Johann Gottfried Georg Wilhelm Taberger (* 19. August 1782 in Hannover-Neustadt) und Sophie Charlotte Eleonore (Stephie) Taberger (* 25. Mai 1787 in Hannover-Neustadt; † 3. März 1855 in Hannover; ∞ 30. September 1810 mit Friedrich Bernhard Culemann)   
1810 Friedrich Ludwig Arnold Taberger stirbt am 31. März 1810 und wird in Hannover-Neustadt begraben.
Johann Gottfried Georg Wilhelm Taberger wird, nachdem er von der vorgeschriebenen Wanderschaft befreit war, Meister und übernimmt die Werkstatt des Vaters in der Lange Straße 40.
   
1811 Der Geselle und spätere Vorsteher des Zinngießeramtes Georg Friedrich Harnisch arbeitet bei Johann Gottfried Georg Wilhelm Taberger.
   
1813 Johann Gottfried Georg Wilhelm Taberger wird im Laufe des Februar/März 1813 angeklagt, weil er in seinem Schaufenster "mehreres französisches Militär, in Blei abgegossen, aufgestellt" hat. "Unter diesen standen auf einem Fleck unsere französischen Officiere zu Pferde nebst 2 Mameluken, welches die hiesige Escadron vorstellen konnte, und ganz nahe vor diesen ein kleiner schwarzer Sarg. ... Bei näherer Ansicht des Sarges bemerkte ich, daß auch die französische National-Farbe an demselben angebracht war" so der Polizeikommisar Frömbling.
   
    
Claudie Paye: Die verbotene "Handlung" des Zinngießers Taberger oder der kleine Sarg des Anstoßes - Ein Fall außersprachlicher Kommunikation im Königreich Westphalen (HAL archives-ouvertes - HAL Id: halshs-00757685 online)
   
1826 Von 1826 bis 1830 ist Johann Gottfried Georg Wilhelm Taberger Vorsteher des Zinngießeramtes in Hannover.
   
1830 Er beendet den Zinngießerberuf, lebt von Miet- und Pachteinnahmen, unternimmt in den folgenden Jahren umfangreiche Reisen und betätigt sich als Amateur-Maler.
Seine Werkstatt übernimmt Ernst Carl Demong.
   
1838 Er veröffentlicht das "Journal meiner Reise nach Constantinopel".
   
1849 Er wohnt als Rentier in der Breitestraße 7.
   
1854 Johann Gottfried Georg Wilhelm Taberger stirbt am 23. Oktober 1854.
   
  Zinnfiguren:
Teegesellschaft aus der Rokokozeit (7 - 8 cm groß) "mit einer Anzahl eigenartiger Figuren, Damen und Kavalieren, Dienern und Musikern", Tiergarten (ca. 3 cm groß) "zierlich gearbeitet ... und Figuren in mittelalterlicher Tracht" - die Entstehungszeit und welchem Taberger die Figuren zuzuschreiben sind, ist nicht zu bestimmen.
   
  Quellen:
Walter Achilles: Die ältesten niedersächsischen Zinnfiguren des Meisters AN, Hildesheimer Miniaturen, Bernward Verlag Hildesheim, 1976
Walter Onken: Zinnfiguren, Mosaik-Verlag München 1976
Curt F. Kollbrunner: Zinnfiguren - Zinnsoldaten - Zinngeschichte, Hirmer-Verlag München 1979
Ulf Leinweber: Die kleine Figur - Geschichte in Masse und Zinn, Staatliche Kunstsammlungen Kassel, 1985
Heinz Schenzle: Sigel-Bestimmungsbuch, Freunde der Plassenburg e. V. Kulmbach, 1987
Hannoversches biographisches Lexikon: von den Anfängen bis in die Gegewart, Dirk Böttcher u. a., Schlütersche GmbH & Co. KG, Hannover 2002
Erhard Schraudolph: "Zopfzeit, Befreiungskriege und Gesellschaftsgarten - Zinnfiguren zwischen Aufklärung und Restauration" in 75 Jahre Deutsches Zinnfigurenmuseum - Geschichte der Zinnfigur - Geschichte mit Zinnfiguren, Freunde der Plassenburg e. V. Kulmbach, 2004
Erhard Schraudolph: Eisvogel trifft Klapperschlange, Verlag des Germanischen Nationalmuseums 2006
Dr. Erhard Schraudolph: "Herrscherstolz und Bürgerfleiß - Zinngießer in Hannover und Celle" in "Dem König gehört alles, auch dein Spielzeug" - Zinnfiguren aus dem Königreich Hannover, Edition Krannich Halle (Saale), 2008
Claudie Paye: Die verbotene "Handlung" des Zinngießers Taberger oder der kleine Sarg des Anstoßes - Ein Fall außersprachlicher Kommunikation im Königreich Westphalen (HAL archives-ouvertes - HAL Id: halshs-00757685 online)
Adressbuch Hannover 1849 online
gedbas.genealogy.net
Verein für Computergenealogie: ortsfamilienbuecher.de: Familiendatenbank Taberger
eslam.de: Johann Georg Taberger
Wikipedia: Friedrich Ludwig Arnold Taberger
   
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