Schweigger (Schweiger), Ludwig (Louis) Friedrich Siegmund - Nürnberg

 

1763 Christian Schweigger (Schweiger, Schweüger), ehelicher Sohn des Trothziers (Drahtziehers) und späteres Verlegers Johann Caspar Schweiger († 1773), wird am 17. November 1763 in Nürnberg getauft.
   
1779

Er lernt vom 6. Juni 1779 bis 4. April 1784 bei dem Zinngießermeister Christian Roth († 1807).

 

1792

Er arbeitet nach der Wanderschaft sein Meisterstück  bei Stephan Stadter († 1809) und wird Ende Oktober 1792 Meister.

 

 

             Stadt- und Meisterzeichen des Christian Schweigger

 

 

   Kleiner Stempel für Nürnberger Probezinn des Christian Schweigger

 

 

   Qualitätsmarke für Feinzinn des Christian Schweigger

 

 

   Qualitätsmarke für englisch Blockzinn des Christian Schweigger

 

1806

Der Sohn Friedrich Valentin Schweigger wird im März geboren.

 

1807

Von 1807 bis 1811 ist Christian Schweigger Geschworener.

 

 

             Kleiner und großer Stempel für Nürnberger Probezinn seit 1812 des Christian Schweigger

 

1814 Seine dritte Ehe geht er am 7. August 1814 mit der aus Ansbach stammenden Dienstmagd Eva Margaretha Sebald (* 1786) ein.
   
1815

Am 7. März 1815 wird der Sohn Ludwig (Louis) Friedrich Siegmund Schweigger geboren.

Christian Schweigger ist Eigentümer des Anwesens Königsstraße S. 821 in dem sich auch die Werkstätte befindet.

 

1817

Carl Ludwig Friedrich Albert Besold lernt bei ihm bis 1819 das Zinngießerhandwerk.

 

 

          Kleiner und großer Stempel für Nürnberger Probezinn seit 1818 des Christian Schweigger

 

1821

Friedrich Valentin Schweigger erhält von der Königlichen Studienanstalt des Gymnasiums zu Nürnberg einen Preis.

 

1822

Das Haus Fetzergasse S. 1218 wird erworben.

 

1825

Christian Schweigger inseriert im Allgemeinen Intelligenz-Blatt vom 14. November 1825: "Zwei noch brauchbare gute lederne Blasbälge, von welchen der eine mittlerer Größe, der andere aber größer ist, und wovon einer zu einem gehenden Werke sich am Besten eignen würde, sind billig zu verkaufen und kann bei Herrn Zinngießer Schweiger das Nähere erfragt werden."

 

1829

Christian Schweigger stirbt am 30. Mai 1829; seine Witwe Eva Margaretha Schweigger leitet die Firma Christ. Schweigger weiter.

Ludwig Schweigger geht bei Johann Caspar Müller († 1847) vom 5. Oktober 1829 bis 31. August 1832 in die Lehre.

 

1832

Er fertigt als Gesellenstück eine eckige Flasche und arbeitet nun bei seiner Mutter im Betrieb.

 

1838

Er besteht die Meisterprüfung am 10. August 1838, heiratet am 26. August 1838 die finanziell sehr gut gestellte Tochter des Goldschmieds Johann Leonhard Rösch aus der Albrecht Dürerstraße 377, die Maria Catharina Rösch (* 1814; † um 1903) und übernimmt von seiner Mutter die Firma Christ. Schweigger, die sich nach wie vor in der Königsstraße (spätere Plobenhofstraße 4) befindet.

Seine jetzige Ehefrau hat eine Mitgift von 1700 fl., sein eigenes Vermögen beträgt 2457 fl.

 

1840

Ludwig Schweigger wird vom königl. bayer. Kreis-Kommando der Landwehr in Mittelfranken im Präsentstand der Landwehr-Offizier-Korps zum Lieutenant befördert.

 

1842

Das Haus Fetzergasse S. 1218 ist an Georg Schauer verkauft.

Auf der Industrie-Ausstellung aus den acht Kreisen des Königreichs Bayern in Nürnberg stellt Ludwig Schweigger "eine schöne große Blumen-Vase aus Zinkkomposition" aus.

 

1852

Er stellt hauptsächlich Zinn-Geschirr her.

 

     Inserat im Fränkischen Kurier Nr. 36a vom 5. Februar 1852
   
1857

Friedrich Valentin Schweigger ist von der Königl. Local-Schulcommission und dem Magistrate der Stadt Nürnberg als Polizei-Behörde als Privatlehrer im kaufmännischen Rechnen und in der Buchhaltung zugelassen.

Ludwig Schweigger produziert nun auch Zinn-Compositions-Figuren.

 

     Inserat im Fränkischen Kurier Nr. 27 vom 27. Januar 1857
   
1863

Er firmiert mit seiner Firma Christ. Schweigger als Zinngießer und Zinnfigurenfabrikant.

 

1868

Am 1. Mai 1868 tritt die Gewerbefreiheit in Kraft. Bis dahin ist  ist Ludwig Schweigger achtmal Geschworener des Zinngießerhandwerks und letzter Vorsteher der Zinngießer.

 

1869

Nach dem Adreß-Taschenbuch der Stadt Nürnberg ist sein Lager von Spielwaren, besonders Einrichtungen von Puppen-Zimmern und Puppen-Küchen auf kupferne Art sowie Zinnspielwaren aller Art und große Zinngießer-Arbeit im Kreuzgängchen am grünen Markt.

 

1870

Die Adresse des Lagers und der Fabrikation von Zinnspielwaren aller Art ist jetzt in Plobenhofstraße 4 geändert.

 

1874

Ludwig Schweigger zieht in die Rohlederergasse 30 um.

 

1881

Das Gewerbe wird von ihm am 25. Oktober 1881abgemeldet.

 

1886

Ludwig Schweigger stirbt am 10. Juli 1886.

 

 

Zinnfiguren und Zinnspielzeug:

Hampe schreibt u. a.: "Zinnsoldaten, deren Schachteln die Etikette "Nürnberg bei Chr. Schweigger", "Zinngießer S. Nr. 821 am Plobenhof"" aufweisen, sind mir indessen bisher lediglich aus der Zeit seiner Witwe und seines Sohnes Ludwig Friedrich Siegmund Schweigger ... bekannt geworden: leidlich gut gearbeitete "Kosaken im Stich" von 1860 und "Bayerische Infanterie im Schritt" (German. Museum)."

 

 

Quellen:

Adressbücher Nürnberg (Google books)

Nürnberg-Fürther Industrie-Almanach 1870 (Google books)

Allgemeines Intelligenz-Blatt der Stadt Nürnberg, No. 134, Montag den 14. November 1825 (Google books)

Königlich Bayerisches Intelligenz-Blatt für Mittelfranken, Nro. 41 vom Samstag, dem 23. Mai 1840 (Google books)

Amtlicher Bericht der allerhöchst angeordneten Königlich Bayerischen Central-Industrie-Ausstellungs-Commission über die im Jahre 1840 aus den acht Kreisen des Königreichs Bayern in Nürnberg stattgehabte Industrie-Ausstellung, Nürnberg 1842 (Google books)

Dr. Friedrich Mayer: Nürnberg's Handel und Industrie mit besonderer Berücksichtigung der Gegenwart, Nürnberg 1852 (Google books)

Fränkischer Kurier (Mittelfränkische Zeitung) vom 5. Februar 1852 (Google books)

W. K. Schultheiß: Geschichte der Schulen in Nürnberg, Nürnberg 1857 (Google books)

Erwin Hintze: Die Deutschen Zinngießer und ihre Marken Band II (Nürnberger Zinngießer), Leipzig, K. W. Hiersemann, 1921 - 1931  

Theodor Hampe: Der Zinnsoldat - ein deutsches Spielzeug, Verlag Herbert Stubenrauch, Berlin 1924

Paul Ernst Rattelmüller: Zinnfiguren - Die Welt in der Spanschachtel, Süddeutscher Verlag München, 1971  

Curt F. Kollbrunner: Zinnfiguren - Zinnsoldaten - Zinngeschichte, Hirmer-Verlag München 1979

Ulf Leinweber: Die kleine Figur - Geschichte in Masse und Zinn, Staatliche Kunstsammlungen Kassel, 1985

Heinz Schenzle: Sigel-Bestimmungsbuch, Freunde der Plassenburg e. V. Kulmbach, 1987

Erhard Schraudolph: Zinnspielwarenhersteller in Nürnberg und Fürth in Paradestücke, W. Tümmels, Nürnberg 2000

Manfred H. Grieb: Nürnberger Künstlerlexikon, K. G. Saur, München 2007

   
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