Schneider, Gebrüder - Leipzig/Gohlis
   
1888

Der Reisende Hermann Otto Schneider ist erstmalig im Leipziger Adressbuch verzeichnet. Er wohnt im Haus Lange Straße 19/I.

   
1892 Hermann Otto Schneider ist nach Leipzig/Reudnitz in die Eilenburgerstraße 6/III umgezogen.
   
1897

Erstmalig im Adressbuch ist der Graveur Franz Arthur Schneider eingetragen; er wohnt im Haus Braustraße 1/I in Leipzig/Gohlis.

   
1898 Franz Arthur Schneider ist innerhalb Gohlis in die Waldstraße 12/II umgezogen.
   
1901 Die Waldstraße 12 ist umbenannt in Herloßsohnstraße 12.
   
1904

Der Graveur Paul Rudolph Schneider ist erstmalig im Adressbuch aufgeführt. Er wohnt in Leipzig/Lindenau in der Mittelstraße 26/III.

   
1906

Ab diesem Jahr entfallen in den Leipziger Adressbüchern die doppelt und dreifachen Vornamen.

Arthur Schneider wohnt nach wie vor in Gohlis, Herloßsohnstraße 12/II.

 

Die Mittelstraße 26 in Lindenau ist umbenannt in Hahnemannstraße 26. Rudolf Schneider wohnt weiterhin dort.

 

Otto Schneider ist im Adressbuch nicht mehr verzeichnet.

   
1908 Unter der Adresse Herloßsohnstraße 12/II betreibt Arthur Schneider nun eine Gravieranstalt.
   
1909 Rudolf Schneider ist in Gohlis in die Möckernsche Straße 30/IV umgezogen.
   
1910

Im Adressbuch ist eingetragen:

Arthur Schneider - Gravieranstalt, Prägeplatten aller Art, Gießformen, Gohlis, Herloßsohnstraße 12/II und III.

 

Otto Schneider, Kontrolleur, Gohlis, Kaiser-Friedrich-Straße 40/I.

 

Rudolf Schneider, Graveur, Gohlis, Möckernsche Straße 30/IV.

   
1912

Vom 1. März 1912 ab gilt das Patent Nr. 253442 - Gußform zur Herstellung von Bleifiguren mit eingegossenen Einlagen. Patentinhaber sind Paul Rudolf Schneider und Hermann Otto Schneider.

   
     Patent Nr. 253442
   
 
Werbeinserat 1912 (Filiale in Wien, Rögergasse 18, die 1914 wieder aufgelöst wird)
   
 
Werbeinserat 1913
   
1914

Arthur Schneider hat die Gravieranstalt an Adolf Riedel und Johann Riedel verkauft, die sie unter der Firma Arthur Schneider Nachf. - Gravierantstalt, Prägeplatten, weiterbetreiben. 

 

Die Gebr. Schneider - Bleisoldatengießformenfabrik in Leipzig/Gohlis, Äußere Hallische Straße 119 - 121, Inhaber Artur Schneider, Otto Schneider und Rudolf Schneider ist erstmalig im Adressbuch eingetragen.

 

Die Fabrikanten Artur Schneider, Otto Schneider und Rudolf Schneider sind unter ihren bisherigen Adressen gemeldet.

   
     Werbemarke
   
   Werbeinserat 1914
   
     Werbeinserat 1915
   
     Katalog ab 1920
   
1923

Die Äußere Hallische Straße ist in Hallische Straße umbenannt.

  

Rudolf Schneider ist innerhalb Gohlis in die Heinrothstraße 1/0 umgezogen.

   
1924 Rudolf Schneider ist in die Breitenfelder Straße 22/III in Gohlis umgezogen.
   
1927 Artur Schneider hat das Haus Herloßsohnstraße 12 gekauft.
   
     Werbeinserat 1927
   
1928    Werbeinserat 1928
   
 

Am 1. August 1928 wird die Firma Gebr. Schneider & Co. [lt. Eigenwerbung "American-Record-Werke - Metallwaren, Sprechmaschinenfabrik"] gegründet und am 13. September 1928 in das Handelsregister des Amtsgerichts Leipzig eingetragen.

Gesellschafter sind die Gießformenfabrikanten Otto Schneider und Arthur Schneider sowie der Kaufmann Hans Wrage, sämtlich in Leipzig. 

Prokura ist ist an Clara Eckardt in Leipzig erteilt.   

Die Betriebsräume sind in der Hallischen Straße 119 -121. der Cöthnerstraße 4 und der Schachtstraße 4.

 

Die Firma beschäftigt sich mit der Fabrikation von Sprechmaschinen "Arophon" und der Großfabrikation von hochwertigen Resonanz-Sprechmaschinen, Schall-Platten, Nadeln und sämtlichen Zubehör und dem Verkauf dieser Artikel, namentlich deren Export.

   
 
Briefkopf 1928/29 [das angegebene Gründungsjahr 1904 kann nicht stimmen, Gießformen wurden frühestens ab 1909 hergestellt]
S
ammlung Dr. Klaus Schneider 
   
               Hülle und Schallplatte
   
 
Ausschnitt aus dem Prospekt 1928/29
   
1929

Zum 14. Januar 1929 wird dem Kaufmann Friedrich Otto in Leipzig Prokura erteilt.

 

Am 23. März 1929 wird das gerichtliche Vergleichsverfahren über das Vermögen der Firma Gebr. Schneider & Co. - Sprechmaschinen- und Metallwarenfabrik, eröffnet und am 17. April 1929 in das Handelsregister eingetragen. Termin zur Verhandlung über den von dem Schuldner gemachten Vergleichsvorschlag wird auf Freitag, den 26. April 1929 vormittags 1/2 9 Uhr, vor dem Amtsgericht, Harkortstraße 11, Erdgeschoß, Zimmer 8, bestimmt.  

Als Vertrauensperson wird Herr Rechtsanwalt Dr. Goldschmidt in Leipzig, Ritterstraße 25, bestellt.

 

Ab dem 26. Juni 1929 ist das Gebrauchsmuster 1081943 "Farbspritzapparat zur Ausführung von Malerarbeiten, insbesondere von Dekorationsmalerarbeiten" auf drei Jahre geschützt.

 

Am 29. August 1929 wird in das Register eingetragen: Die Gesellschaft ist aufgelöst.

Zum Liquidator ist bestellt der Diplombücherrevisor Gerhard Speich in Leipzig.

 

Zum 7. September 1929 sind die Prokuren Clara Eckhardt und Friedrich Otto erloschen.

   
1930 Vom 8. Mai 1930 ab gilt das Patent Nr. 516834 - Schablonenhalter.

   Patent Nr. 516834

Die Gebr. Schneider - Gießformenfabrik zieht in die Hallische Straße 121 in das Hinterhaus um.
   
1931

Per 7. Mai 1931 ist die Firma Gebr. Schneider & Co. - Sprechmaschinen- und Metallwarenfabrik bzw. American-Record-Werke erloschen.

   
1933

Artur Schneider hat das Haus Herloßsohnstraße 12 verkauft und dafür das Anwesen Herloßsohnstraße 10 erworben.

Er wohnt dort im 2. Stock.

   
1936

Die Brüder firmieren nun abwechselnd als Gebr. Schneider - Gießformen- und Metallwarenfabrik bzw. Aluminiumgießerei.

 

Am 30. Januar 1936 wird die Firma Gebr. Schneider - Gießformen- und Metallwaren-Fabrik beim Registergericht Leipzig in das Firmenregister eingetragen.

Gesellschafter sind die Fabrikanten Paul Rudolf Schneider, Franz Arthur Schneider und Hermann Otto Schneider, sämtlich in Leipzig.

   
     Katalog ab 1936
   
1938 Die Firma ist wieder in das Hauptgebäude Hallische Straße 121 umgezogen.
   
     Werbung Katalogblatt "Hitler-Truppen"
   
1939

Per 30. Oktober 1939 ist die Firma Gebr. Schneider - Gießformen- und Metallwaren-Fabrik als offene Handelsgesellschaft eingetragen.

   
1942

Artur Schneider ist zwischenzeitlich gestorben.

Er ist als persönlich haftender Gesellschafter aus der Firma Gebr. Schneider - Gießformen- und Metallwaren-Fabrik ausgeschieden.

An seiner Stelle ist Arthur Erich Schneider als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. 

Eigentümerin des Hauses Herloßsohnstraße 10  ist die Witwe Clara Schneider.

   
1946

In diesem Jahr wurde mit 4 Arbeitern und 2 Heimarbeitern folgende Mengen an Formguß aus Aluminium-Legierung erzeugt:

   
  Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August

September
Oktober
November
Dezember
320 kg
280 kg
337 kg
270 kg
300 kg
244 kg
318 kg
209 kg
230 kg
300 kg
172 kg
225 kg
im Wert von 1300 RM
1200 RM
1300 RM
1200 RM
1330 RM
1000 RM
1113 RM
750 RM
1000 RM
1410 RM
874 RM
1200 RM
       
                 
1948 Die Hallische Straße 121 ist umbenannt in Georg-Schumann-Straße 121.
   
1950

Die Gesellschaft ist per 3. Oktober 1950 aufgelöst. Alleininhaber der Firma Gebr. Schneider - Gießformen- und Metallwaren-Fabrik ist jetzt der Kaufmann Horst Stöhr in Leipzig, Viktor-Adler-Straße 40/I.

 

[Nach telefonischer Auskunft (2011) der Witwe des verstorbenen Horst Stöhr ist die Firma längst aufgelöst; eine Löschung ist beim Registergericht Leipzig bis heute (April 2014) nicht erfolgt.]

 

Nach Dr. Klaus Schneider wurde der Betrieb in der DDR in den "VEB Metallwaren" eingegliedert.

"Noch in den 80er Jahren wurden in den Räumen, in denen einst Gießformen für die ganze Welt gefertigt wurden, Leichtmetallteile hergestellt. Die Wende 1989/90 bedeutete jedoch das endgültige Aus."

   
   
 

In Amerika wurden Schneiderformen ohne Angabe der Herkunft von den Firmen Henry C. Schiercke, Spencer Road, Ghent, Columbia NY und Eric P. Schalk, 49 DuBois Street, Stamford Conn. vertrieben.

 

Henry C. Schiercke (* 1877; † 1952) stammte aus Deutschland und war mit Anna H. Schiercke (* 1883), die die Kinder John D. Aiken und Marie J. Aiken mit in die Ehe brachte, verheiratet.

   
     Werbeinserat Mai 1832
   
          Werbeinserat Mai 1933
   
        Werbeinserat Januar 1936
   
     Katalog
   
  Formen:
Es wurden insgesamt die Formen Nr. 1 bis Nr. 364 (ohne die Nrn. 45, 46, 47, 48, 49, 202, 213, 214, 225, 240, 274 und 344) produziert.
   
 

Quellen:

Registerauszüge des Amtsgerichts Leipzig, Registergericht

depatisnet

Staatsarchiv Leipzig (Handelsregisterkarte Nr. 6427, Betriebsberichtserstattung 1946, Register Gebr. Schneider & Co.)

Adressbücher Leipzig (Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB), digital.slub-dresden.de - adressbücher.sachsendigital.de)

CD "Schneider-Gießformen" von Dr. Klaus Schneider

Der Krieg in Wort und Bild, 54. Heft 1914/15 (digi.landesbibliothek.at) 

Der Standhafte Zinnsoldat - Nachrichten für Liebhaber der Zinnfigur, Joachim Ritter, Markkleeberg b. Leipzig - 1. Jahrgang 1928

Zeitschrift für Instrumentenbau, No. 1 v. 1.10.1928 und No. 13 v. 1.4.1929 (sim.spk-berlin.de)

Farben-Zeitung, Band 34, Teil 2, 1929 (Google books)

Popular Science Monthly Mai 1933 (Google books)

Popular Mechanics Mai 1932 und Januar 1936 (Google books)

John G. Garratt: The World Encyclopedia Of Model Soldiers, The Overlook Press, New York 1981

Ulf Leinweber: Die kleine Figur - Geschichte in Masse und Zinn, Staatliche Kunstsammlungen Kassel, 1985

Heinz Schenzle: Sigel-Bestimmungsbuch, Freunde der Plassenburg e. V. Kulmbach, 1987

Krannich/Vogel: Sächsische Zinnminiaturen, Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig-Stuttgart 1994

   
 

Kosten dieser Seite:

€ 13,50 Registerauszüge depatis.net

€ 19,00 Registerauszüge Amtsgericht Leipzig

€ 16,30 Registerauszug Sächsisches Staatsarchiv (Gebr. Schneider & Co.) 

   
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