Ondol, Friedrich Wilhelm - Torgau
   
1779 Jacob Ondol wird am 1. Oktober 1779 in Toulon/Frankreich geboren.
   
1807 Er wird Zinngießermeister in Düben/Sachsen
   
     Meistermarke des Jacob Ondol
   
1811 Er heiratet am 3. Februar 1811 die Johanna Elisabeth Kötzschke (* 17. Mai 1791 in Düben; ~ 19. Mai 1791; † 5. Juni 1833).
Der einzige Sohn Friedrich Wilhelm Ondol wird am 25. Dezember 1811 geboren.
   
1813 Die Tochter Wilhelmina Sophia Ondol wird am 31. Juli 1813 geboren.
   
1815

Die Tochter Christiana Sophia Ondol wird am 12. August 1815 († 7. Oktober 1815) geboren.

   
1821 Jacob Ondol stirbt am 26. Oktober 1821 in Düben.
   
1822

Johanna Elisabeth Ondol heiratet in zweiter Ehe den Johann Andreas Erdmann Wilke am 27. Mai 1822.

   
1837 Friedrich Wilhelm Ondol, der ein Vermögen von 600 Thalern hat, wird am 3. Mai 1837 in Torgau Meister und Bürger, nachdem er 12 Thaler und 221/2 Silbergroschen an Gebühren bezahlt hat.
   
                Meistermarken des Friedrich Wilhelm Ondol
   
1840

Er heiratet am 10. Mai 1840 die Ernestine Therese Binder, älteste Tochter des Klempnermeisters George Anton Binder, der noch eine 1813 geborene Tochter Johanna Friederike Marianna Binder hat.

 

Das Ehepaar hat die Kinder:

Louise Auguste Therese Ondol (* 10. März 1841; † 4. Mai 1842), Friedrich Wilhelm Ondol (* 21. August 1844; † 22. Januar 1849), Ernst Moritz Ondol (* 1. November 1847; † 9. Juli 1848) und Eva Anna Eugenia Ondol (* 2. Januar 1854; † 24. Dezember 1855).

   
1860

Friedrich Wilhelm Ondol ist Stadtverordneter.

 

Am 13. Juli 1860 wird im neu renovierten Torgauer Rathaus eine Kartusche mit zwei Zinnplatten im Turmknopf hinterlegt. Darin enthalten sind:

Schreiben - Grüße Carl Friedrich Roeber

Schreiben - Grüße Ludwig Bücker, Julius Baumberger

Schreiben - Grüße Wilhelm Ondol, August Slominsky, Walter Schmidt

Schreiben - Grüße Christian Gottlob Vogel, Carl Friedrich Roeber, Carl Leidemut, Ernst Assmann 

Schreiben - Grüße Carl Heinrich Wolle

Schreiben - Grüße Unwetter - Turmknopf stark beschädigt - Schilderung des Lebens in der Stadt unter dem Preußenkönig - Wohlfahrt - unterzeichnet von den Mitgliedern des Magistrats

Zeitung Torgauer Kreisblatt Nr. 20 vom 19. Mai 1860

Münze 1822 Fried. Wilhelm III per XXV Ann. Boruss. Rex Genio Augusti D. XVI M. Nov ANN MDCCCXXII. Torgau 13. 7.1860

Münze Prinz Fr. Wilh. von Preußen - Viktoria Fr. Roial of England

 

Inschrift Zinnplatte 1:

Dieser Knopf nebst den Thurm ward renovirt im Juli 1860.

Die Baudeputation: Senator Uschner

Stadtverordneten: Wolle, Ondol, Kinder

Vor dem Rathhause entlang wird jetzt Trottoir gelegt, auch ist das Jahr 1860 ein sehr fruchtbares. Obst u. Getreide schön und viel. Das Kö[nigliche] 20. Infan. Regt welches 40 Jahre hier standt ist am 30 Mai nach Brandenburg versoetzt worden, welches sehr bedauert wird. Nun möge Gottes Vaterhand segnend u schützend über die Stadt u seine Bewohner walten.

Dies zur Nachricht von W. Ondol d Zeit Zinngieser

 

Inschrift Zinnplatte 2:

Dieser Knopf ward neu gefertigt u aufgesetzt im M. Mai 1860. Dabei auch der Thurm u die 4 Erker reparirt.

Die Baudeputation: Senator Uschner

Stadtverordnete: Ondol, Wolle

Baugewerke: Wenck. Mauerm., Wolf. Zimmermstr., Assmann. Kupferschm., Präger. Klempner, Quilitzsch Schieferd.

Der alte Knopf war von Zinn darauf die Inschrift Renovatum 2 Mai 1631. Renovatum A. I. 1670. 11. Mai 1769

Torgau am 21. Mai 1860 W. Ondol d. Z. Zinngiesser

   
     Rathaus Torgau um 1900
   
1880 Im Häuserbuch der Stadt Torgau ist er mit seiner Ehefrau unter Leipziger Gasse 2 aufgeführt.
   
1881 Friedrich Wilhelm Ondol stirbt am 17. Juli 1881.
   
1888

Im Adressbuch von Torgau ist nur noch Therese Ondol, verwitwete Rentiere in der Leipziger Straße 2 eingetragten.

   
 

Zinnfiguren: 

In "Überall ist Wunderland" - Edition Kranich, bildet Florian Wilke in seinem Aufsatz "Zinnfiguren sind Verbindung zwischen Kunst und Kind - Zinnspielzeug aus Sachsen" einen später umgearbeiteten Formstein mit der erhalten gebliebenen Signatur von Ondol ab. Er schreibt diesen Stein Jacob Ondol aus Düben (1807 - 1821) zu; die ehemalige Schieferform könnte allerdings auch von Friedrich Wilhelm Ondol aus Torgau (1837 - nach 1880, vor 1888) sein.

Ansonsten keine bekannten Figuren!

 

 

Quellen:

Stadtarchiv Torgau (ich danke Frau Angelika Gräber sehr herzlich für die Recherche!)

Matricula Torgau (Evangelische Kirchengemeinde Torgau (ich danke Frau Beierling sehr herzlich für die Recherche!))

gedbas.genealogy.net/person/show/995535620  

Dieter Nadolski: Altes Gebrauchszinn, Edition Leipzig 1983

Florian Wilke: Zinnfiguren sind Verbindung zwischen Kunst und Kind - Zinnspielzeug aus Sachsen in "Überall ist Wunderland", Edition Kranich 2009

 

 

Kosten dieser Seite:

EUR 20,30 (Stadtarchiv Torgau)

EUR 80,60 (Evangelische Kirchengemeinde Torgau/Elbe)

   
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