Normann (Norrmann), Johann Georg - Nürnberg
   
1740

Der aus Schweden stammende Zinngießer Canutus Normann († nach 1780) läßt sich in Cassel nieder.

   
1755 Er verheiratet sich in zweiter Ehe mit Anna Elisabeth Pöckelin.
   
1756 Johann Christoph Normann wird als erstes Kind dieser Ehe geboren.
   
1770 Er erlernt in Cassel das Zinngießerhandwerk.
   
1786

Er kommt auf seiner Wanderschaft nach Nürnberg, fertigt am 8. Mai 1786 seine Meisterstücke bei Johann Gottfried Hilpert und wird im Juni 1786 Meister.

Am 6. Juni 1786 heiratet er die Magdalena Katharina Starck († 16. Juni 1818), die Witwe des Zinngießermeisters Johann Georg Starck († 3. November 1785), und übernimmt damit deren Konzession.

   
                         Stadt- und Meisterzeichen des Johann Christoph Normann
   
               Großer und kleiner Stempel für Nürnberger Probezinn des Johann Christoph Normann
   
   Schnabelstitze von Johann Christoph Normann, 25 cm hoch
   
1789 Der Sohn Georg Friedrich Michael Normann wird am 9. August 1789 geboren.
   
1790

Andreas Georg Hessel († 1825) erlernt von 1790 bis 1795 das Zinngießerhandwerk bei Johann Christoph Normann.

   
1796 Von 1796 bis 1799 ist Johann Christoph Normann Geschworener.
   
1803

Georg Friedrich Michael Normann lernt von 1803 bis 1807 bei Johann Andreas Schmidt das Zinngießerhandwerk.

Von 1803 bis 1807 erlernt Christoph Wagner († 1856) das Zinngießerhandwerk bei Johann Christoph Normann.

   
1808 Von 1808 bis 1811 ist Johann Christoph Normann wiederum Geschworener.
   
1814

Johann Christoph Normann stirbt am 4. Oktober 1814 in seinem Haus S. 937 in der Wunderburggasse.

   
1816

Sein Sohn Georg Friedrich Michael Normann tritt am 12. Mai 1816 bei Jacob Heinrich Otto ins Stück und wird am 20. Mai 1816 Meister.

   
        Großer und kleiner Stempel für Nürnberger Probezinn des Georg Friedrich Michael  Normann
   
1817

Georg Friedrich Michael Normann heiratet am 20. April 1817 die Anna Kunigunde Rübel (* 9. August 1787), Tochter des Sägmüllermeisters Johann Georg Rübel, übernimmt die Gewerbekonzession seines verstorbenen Vaters Johann Christoph Normann und führt den Betrieb weiter.

Das Ehepaar hat mindestens drei Kinder.

   
1818 Am 24. Januar 1818 wird der Sohn Johann Georg Normann als erstes Kind geboren.
   
1819

Georg Friedrich Michael Normann nimmt am 7. September 1819 als ersten Lehrling den Johann Andreas Schmidt (* ca. 1805) auf, Sohn des Bäckers Johann Matthias Schmidt in Nürnberg.

   
1821

Ab Ende November 1821 arbeitet der aus Zürich stammende Jacob Mory eine Weile bei Georg Friedrich Michael Normann.

   
1823

Johann Andreas Schmidt schließt seine Lehre mit Erfolg ab und fertigt als Gesellenstück eine Randschüssel.

   
1831

Von 1831 bis 1834 erlernt Ernst Heinrich Riedner, der Sohn eines Zinngießermeisters aus Altdorf bei Georg Friedrich Michael Normann. Eine Wärmflasche mit Becher und zwei beschlagene Glaskrüge fertigt er als Gesellenstück.

   
1832

Johann Georg Normann lernt bei seinem Vater von 1832 bis 1835 und fertigt als Gesellenstück eine Terrine und eine gravierte Platte.

   
1841

Im Friedens- u. Kriegs-Kurier vom 1. September 1841 erscheint das Inserat:

"Nachricht und Empfehlung. Da nach erhaltenem magistralischem Beschluß der Handel mit Löffeln den Zinngießern blos gebührt, so habe ich sämmtliche Britania-Metall-Löffel Herrn Zinngießer Normann am Tuchhaus übergeben, der nun solche zu den nämlichen festen Preisen verkauft; ich bitte daher ein verehrtes Publikum, sich von der Güte und Schönheit der Waare fernerhin bei Herrn Normann zu überzeugen. - Schlafröcke zu fl. 4. sind wieder angekommen. J. A. Meinecke am Markt."

   
1843

Georg Friedrich Michael Normann inseriert in der Nürnberger Zeitung am 5. Dezember 1843:

"Empfehlung. Bei herannahenden Christmarkt mache ich einem hochverehrten Publikum so wie allen auswärtigen Bekannten hiermit die ergebenste Anzeige, daß ich die schon längst bekannten Marxischen Schüssel- und Tellerformen übernommen habe, und empfehle diese, so wie auch alle meine andern Zinnwaren, auf das Angelegentlichste, versichere die billigsten Preise mit der Bitte, mich mit ihren gütigen Zutrauen recht oft zu beehren. Nürnberg, den 3. Dezember 1843. F. Normann, Zinngießer, unterm Kürschnerhaus nächst der katholischen Kirche."

   
1845

Auf der Local-Industrie-Ausstellung der königlich bayerischen Stadt Nürnberg stellt er "einen Pokal, zwei beschlagene Gläser, eine Kanne von Zinn und eine schöne Musterform" aus.

   
1850

Johann Georg Normann, heiratet am 3. März 1850 die Anna Maria Fick (* 27. Mai 1827; † 25. April 1895), Tochter des Bäckermeisters Johann Heinrich Fick,  wird dann auf die Konzession des Johann David Schorrer († 18. Dezember 1846) am 21. März 1850 Meister und betätigt sich auch als Porzellanhändler.

Er wohnt und arbeitet nach wie vor im Elternhaus S. 937 Wunderburggasse.

Georg Friedrich Michael Normann stirbt am 14. Dezember 1850 an Entkräftung.

   
               Großer und kleiner Stempel für Nürnberger Probezinn des Johann Georg Normann
   
1851 Georg Paul Normann, Sohn des Johann Georg Normann, wird am 14. Juni 1851 geboren.
   
1852    Inserat im Fränkischen Kurier vom 28. März 1852
   
1853

Johann Georg Normann stellt auf der Industrie-Ausstellung aller Nationen in New York (New York Exhibition Of The Industriy Of All Nations) Formen aus Metall für Konditoren (Moulds and forms in metal, for confectioners' use) aus und erhält für diese Zinnwaren eine Preis-Medaille.

   
1855/1856 Er bezahlt an das Nürnberger Rettungshaus für arme und verwahrloste Kinder einen Jahresbeitrag von 24 kr.
   
1857    Inserat im Fränkischen Kurier Nr. 27 vom 27. Januar 1857
   
1858

Der Sohn des Zinngießers Carl Wilhelm Metzger (* 14. Januar 1819; † 3. Dezember 1853) in Dinkelsbühl, Carl Metzger

(* 18. Juni 1843), lernt von 1858 bis 1861 bei Johann Georg Normann.

   
1859

Der Sohn des Schuhmachermeisters Johann Michael  Sandmann in Nürnberg, Johann Sandmann, beginnt am 3. November 1859 als Zinngießerlehrling bei Johann Andreas Schmidt.

   
1860

Johann Georg Normann erwirbt das Haus S. 17 am Haupt- bzw. Herrenmarkt (später umbenannt in S. 15).

   
1861

Der Lehrling Carl Metzger wird am 18. Juni 1861 zum Gesellen freigesprochen und geht auf Wanderschaft.

Johann Georg Normann kauft die Formen für Geschirr und die Einrichtung des Betriebes von Zinngießermeister Johann Andreas Schmidt.

Der Lehrling Johann Sandmann wird von ihm übernommen.

Im Oktober 1861 läuft Johann Sandmann davon und wird später Eisengießer.  

Peter Schlerf, Sohn des Lebküchners und jetzigen Portiers Johann Kaspar Schlerf und dessen Ehefrau Anna Schlerf, beginnt eine vier Jahre dauernde Zinngießerlehre beim Zinngießermeister Georg Friedrich Gundermann.

   
1863

Georg Friedrich Gundermann ist mit den Leistungen des Peter Schlerf unzufrieden; der wechselt als Lehrling zu Johann Georg Normann.

   
1864

Johann Georg Normann ersucht um Patenterteilung für die Anfertigung von Bleistiften mit Metallüberzug.

Auf der Berliner Gewerbeausstellung erhält Johann Georg Normann für einen ausgestellten Abendmahlskelch eine Auszeichnung.

   
1865 Der Lehrling Peter Schlerf beendet am 8. Mai 1865 seine Lehre erfolgreich.
   
1869

Johann Georg Normann stellt Zinnfiguren, Küchen- und Tischgeräte sowie Puppensachen her.

Dem Nürnberger Rettungshaus für Arme und Verwahrloste werden einige Spielsachen und ein Glas gespendet.

   
1870

Der Betrieb ist in das neu erworbene Haus Winklerstraße 16 verlegt.

Als Vereinsmitglied des Nürnberger Rettungshauses für arme und verwahrloste Kinder leistet Johann Georg Normann einen Jahresbeitrag von 24 kr. 

Der ehemalige Lehrling Carl Metzger heiratet am 31. Oktober 1870 in Dinkelsbühl und läßt sich dort als Zinngießermeister nieder.

   
1871

 Im Fränkischen Kurier Nr. 19, 20 und 21 erscheint die Anzeige:

"Bekanntmachung. Im Zinngießer Norrmann'schen Hause Nr. 16 in der Winklerstraße dahier ist sofort oder von Lichtmeß d. Js. an der vom verlebten Kaufmann und Leinwandhändler J. G. Siegelin innegehabte geräumige Laden zu vermiethen. Nürnberg, den 14. Januar 1871. Omeis, k. Notar, als Verlassenschafts-Commissär."

Johann Georg Normann läßt seine Firma J. G. Normann als Metallwarenfabrik in das Handelsregister eintragen.

   
 
Anzeige im Handels- und Fabriks-Lexikon für das Königreich Bayern - Zweiter Band, 1871
   
1873

Auf der Wiener Weltausstellung stellt er "Kinderspielwaaren von Zinn etc. und Formen" aus und erhält eine Verdienst-Medaille und ein Anerkennungs-Diplom.

Die Fabrik von Zinncompositions-Spielwaren und Formen für Conditoren (für Zucker, Chocolade und Gefrorenes) beschäftigt 11 Arbeiter und hat einen Jahresumsatz von 5.000 fl. und vertreibt auch Eismaschinen, Conservatoren, Eisschränke, Pariser Blechformen etc. etc.

   
1874 Er fertigt für das Hans-Sachs-Denkmal, das am 24. Juni 1874 errichtet wird, für die Grundsteinlegung eine Zinnbüchse, in der eine Urkunde mit der kurzen Geschichte der Entstehung des Denkmals, einem Plan der Stadt, einem Verzeichnis der Beiträge, einem Nürnberger Staatskalender von 1874, einer Nummer der Illustrierten Zeitung vom 29. November 1873, der Nr. 31 der Gartenlaube vom Jahre 1868, mehreren Nummern der Schuhmacherzeitung von 1873 und 1874, zwei Nummern des Fränkischen Kuriers vom 14. November 1867 und 4. September 1868, ein zinnernes Schächtelchen, welches Münzen aus der bayerischen und deutschen Zeit sammt einem Nürnberger Thaler und den Schriftchen von Lützelberger und Schultheiß über Hans Sachs einschließt, gelegt, und die dann luftdicht verschlossen wird.
Die Urkunde ist u. a. von Wilhelm Heinrichsen, Fabrikant von Zinnfiguren, unterzeichnet.
   
1875    Anzeige 1875
   
1876

Die Firma J. G. Normann beteiligt sich auf der Weltausstellung (International Exhibition) in Philadelphia mit einer Auswahl von Zinnsoldaten aller Länder (Variety of tin cast ware in fancy soldiers of all countries) und erhält dafür ein Lob für gute Muster, sehr angemessene Preise, Tauglichkeit und Verarbeitung (Commended for good patterns, very moderate prices, fitness, and workmanship).

   
     Packungsbeispiel
   
1877

Der mittlerweile gelernte Zinngießer bzw. Graveur Georg Paul Normann heiratet am 28. Mai 1877 die Anna Maria Luise Stahl (* 28. Dezember 1852), Tochter des Rosoliofabrikanten Ernst Ludwig Emil Stahl.

   
1882

Auf der Bayerischen Landes-Industrie-, Gewerbe- und Kunst-Ausstellung in Nürnberg bekommt die Firma J. G. Normann für sauber und richtig gearbeitete Zinn- und Metallformen, sowie überhaupt für gute Leistungen eine Silberne Medaille.

   
1883

Georg Paul Normann meldet am 17. März 1883 die Fabrikation von Metallformen als Gewerbe mit der Anschrift Winklerstraße 16 an und leitet den Betrieb mit drei Gesellen.

 

Am 31. März 1883 meldet Johann Georg Normann für seine Firma J. G. Normann die Produktion von Metallformen als Gewerbe ab, bleibt aber Zinnfigurenfabrikant und ist spezialisiert auf Puppenstubeneinrichtungen aus Zinn.

   
1885 Johann Georg Normann stirbt zwischen 1883 und 1885.
   
1894

Die Firma beteiligt sich an der Bäckerei-, Lebküchnerei-, Konditorei-Waren und Bedarfsartikel-Ausstellung in Nürnberg.

   
     Anzeige im Ausstellungskatalog
   
1896    Inserat in der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 6 vom 15.3.1896
   
1909

Georg Paul Normann stirbt am 13. März 1909.

Seine Frau Anna Maria Luise Normann führt die Firma weiter.

   
1913

Sie beteiligt sich an der ersten deutschen Zinnschau, organisiert vom Verein Deutscher Zinngießereien und verwandter Berufe in der Landesgewerbeanstalt Nürnberg und stellt ein Puppenbuffet mit vielen Zinngegenständen aus.

   
1919 Am 1. März 1919 wird das Gewerbe von ihr abgemeldet.
   
 

Zinnspielzeug:

siehe Packungsbeispiel!

 

 

Quellen:

Adressbücher Nürnberg

Der Friedens- u. Kriegs-Kurier Nr. 244 vom 1. September 1841 (Google books)

Vollständiges Adreß-Buch und Handlungsschematismus der Stadt Nürnberg, Nürnberg 1842 (Google books)

Nürnberger Zeitung Nr. 339 v. 5. Dezember 1843 (Google books) 

Verzeichniß der Local-Industrie-Ausstellung der königlich bayerischen Stadt Nürnberg im Jahre 1845 (Google books)

Der Beobachter in Nürnberg - Blätter für Ernst und Scherz, No. 151 v. 19. Dezember 1850 (Google books)

Nürnberg's Handel und Industrie mit besonderer Berücksichtigung der Gegenwart, Nürnberg 1852 (Google books)

Fränkischer Kurier Nr. 88 vom 28. März 1852 (Google books)

Official Catalogue Of The New York Exhibition Of The Industry Of All Nations 1853 (columbia.edu)  

Bericht über die Industrie-Ausstellung aller Nationen in New-York 1854 (Google books)

Einunddreißigster Bericht des Nürnberger Rettungshauses für arme und verwahrloste Kinder nebst Rechnung über Einnahme und Ausgabe vom 1. September 1855 bis 31. August 1856 (Google books)

Bericht des Nürnberger Rettungshauses für Arme und Verwahrloste 1868/69 (Google books) 

Fränkischer Kurier Nr. 19, 20 und 21 vom 19., 20. und 21. Januar 1871 (Google books)

Fünfundzwanzigster Bericht des Nürnberger Rettungshauses für arme und verwahrloste Kinder, Nürnberg 1871 (Google books) 

Das Handels-Register des Königreis Bayern im Jahre 1871, München 1872 (Google books)

Wiener Weltausstellung. Amtlicher Katalog der Ausstellung des Deutschen Reiches, Berlin 1873

Hans Sachs - Sein Leben und seine Dichtung. Eine Festgabe zur Errichtung des Denkmals in Nürnberg am 24. Juni 1874 von Ernst Karl Julius Lützelberger, Nürnberg 1874 (Google books)  

Export-Adreßbuch des Deutschen Reiches und Österreich-Ungarns, C. Leuchs & Comp., Nürnberg 1875

International Exhibition 1876 - reports and awards, group X., Philadelphia 1877 (archive.org - Cornell University Library) 

Bayer. Landes-Industrie-, Gewerbe- und Kunstausstellung in Nürnberg 1882. Verzeichniss der prämiierten Aussteller nebst Mittheilungen über das Preisgericht, München 1882, Verlag von Rudolf Mosse, Nürnberg-München 

Katalog der Bäckerei-, Lebküchnerei-, Konditorei-Waren und Bedarfsartikel-Ausstellung, Nürnberg 1894

Deutsche Zinngießer-Zeitung (www.ub.uni-koeln.de)

Erwin Hintze: Die Deutschen Zinngießer und ihre Marken Band II (Nürnberger Zinngießer), Leipzig, K. W. Hiersemann, 1921 - 1931

Erhard Schraudolph: Zinnspielwarenhersteller in Nürnberg und Fürth in Paradestücke, W. Tümmels, Nürnberg 2000

Dr. Erhard Schraudolph: Die Nürnberger Zinngießerfamilie Normann in Die Zinnlaube 2, 2012/2013

Philasearch.com: 154. Bolland & Marotz-Auktion (Schnabelstitze des Johann Christoph Normann)

   
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