Meier, Johann Philipp - Fürth
Leitner, Johann Georg - Fürth
Dörfler, Johann Balthasar (Hans) - Fürth
Leonhardt, Betty - Fürth
                                                                                                                                                             
1853 Johann Philipp Meier wird am 1. Dezember 1853 geboren.
   
1881 Johann Balthasar (Hans) Dörfler wird am 31. Dezember 1881 geboren.
   
1883 In der Hirschenstraße 22d gründet Philipp Meier einen Betrieb für die Herstellung von Zinnspielwaren.
   
1884 Johann Georg Leitner arbeitet seit diesem Jahr als Zinngießergehilfe bei Philipp Meier.
   
1885 Das Geschäft ist in der Moststraße 7.
   
1888

Neue Anschrift der Firma ist die Ottostraße 6, die Wohnung ist nach wie vor in der Hirschenstraße 22d.

Eigentümerin ist die Mutter von Philipp Meier, die Witwe Anna Kunigunda Meier.

   
1890 Die Ottostraße 6 wird in Ottostraße 7 umnummeriert.
   
1891

Philipp Meier fertigt ordinäre, mittelfeine, feine und massive Zinnfiguren. Spezialität sind massive Zinnsoldaten in allen Größen. Die Werkstätte ist in der Ottostraße 7, die Wohnung in der Ottostraße 6/I.

   
1895 Im Adressbuch ist Philipp Meier als Hersteller plastischer Zinnsoldaten vermerkt.
Werkstätte und Wohnung sind in der Ottostraße 7/I.
   
1896 Johann Georg Leitner wohnt in der Theaterstraße 2/II.
   
1900

Die Firma wird von Johann Georg Leitner als Zinnfigurenfabrikant übernommen, der sie weiterhin in der Ottostraße 7 Hof I betreibt.

Philipp Meier ist Privatier und wohnt weiterhin in der Ottostraße 7/I.

   
1901 In der Firma werden fünf Frauen beschäftigt.
   
1902

Johann Georg Leitner ist verstorben. Die Zinnfigurenfabrikanten-Witwe Anna Barbara Leitner wohnt in der Theresienstraße 23/II.

Die Zinnfigurenfabrikation und das Lager werden am 29. Dezember 1902 von Max Dorn (* 21. Februar 1873), der in Erlangen beheimatet ist, übernommen.

   
1904 Max Dorn verkauft die Firma Philipp Meier Nachfolger, die sich immer noch in der Ottostraße 7 im Hofhaus befindet, an den Zinngießermeister Johann Balthasar Dörfler und meldet sich am 19. April 1904 nach Erlangen ab.
   
  Johann Balthasar Dörfler firmiert unter Philipp Meier's Nachfolger.
   
1907 Philipp Meier stirbt am 26. März 1907.
Die Zinnfigurenfabrikanten-Witwe Anna Barbara Leitner ist in die Mondstraße 8/0 umgezogen.
Der Zinngießermeister und Zinnfigurenfabrikant Johann Balthasar Dörfler, Inhaber der Firma Philipp Meier's Nachfolger, betreibt seine Werkstätte in der Ottostraße 7 Hof 0 und I, die Wohnung ist in der Ottostraße 7/I.
   
1913 Anna Barbara Leitner ist in die Maxstraße 4/III verzogen.
   
1925 Werkstätte und Wohnung des Zinnfigurenfabrikanten und Zinnfigurengeschäft-Inhabers Hans Dörfler sind jetzt in der Pfisterstraße 44/0, ein Lagerraum ist in der Pfisterstraße 46/0.
   
     Pfisterstraße 46 (31. März 2007)
   
1939 Seine Tochter Betty Dörfler, verheiratete Leonhardt, übernimmt den Betrieb.
   
1951 Die Firma ist erloschen.
   
1952 Hans Dörfler stirbt am 2. Dezember 1952.
   
 

Zinnspielwaren und Zinnfiguren:

Deutsche Kavallerie vor dem I. Weltkrieg, Friedrich der Große - Dörfler exportierte vor allem nach England

Schraudolph schreibt zu Meier u. a.:

"Den Schwerpunkt bildeten anscheinend massive (= vollplastische) und billige, einfach bemalte Figuren, die sogenannte "Basarware"".

Zu Dörfler schreibt er u. a.:

"Der Betrieb produzierte Biegefiguren in den Größen 50 und 70 mm mit angelöteten Waffen und Säbelscheiden. Die Bodenplatten weisen zumeist eine charakteristische rhombische Form auf, wie sie auch bei anderen Fürther Herstellern, beispielsweise bei Schildknecht und Rupprecht, vorkommt. Neben 40 mm großen halbplastischen Figuren umfaßte das Angebot auch vollplastische Figuren in der Größe 60 mm. Letztere bestechen durch eine gute anatomische Gestaltung und eine exakte Bemalung. Die Schabracken oder Sättel der Hohlgußpferde sind zumeist abnehmbar.

Nach dem Ersten Weltkrieg stellte Dörfler vor allem Ritter, Indianer und Eisenbahnfiguren in zwei Größen sowie Figuren für Spiele, unter anderem für die Nürnberger Spielefabrik J. W. Spear & Söhne, her. Bekannte Graveure wie Ludwig Frank (1870 - 1957) und Sixtus Maier (1873 - 1936) arbeiteten auch für Dörfler. Einen wohl einmaligen Großauftrag erhielt der Betrieb in den zwanziger Jahren aus den USA: Dörfler lieferte dorthin sowohl Formen als auch bemalte Figuren zur Gestaltung eines Dioramas über die Marne-Schlacht.

Bis 1937 beziehungsweise 1939 wurden noch Zinnfiguren produziert, danach erfolgten auch hier kriegsbedingte Beschränkungen der Fertigung.

   
  Sigel Dörfler:
 
   
 

Quellen:

Adressbücher Fürth online (familysearch.org und wiki-de.genealogy.net)

Theodor Hampe: Der Zinnsoldat - ein deutsches Spielzeug, Verlag Herbert Stubenrauch, Berlin 1924

Curt F. Kollbrunner: Zinnfiguren - Zinnsoldaten - Zinngeschichte, Hirmer-Verlag München 1979

John G. Garratt: The World Encyclopediq Of Model Soldiers, The Overlook Press, New York 1981

Ulf Leinweber: Die kleine Figur - Geschichte in Masse und Zinn, Staatliche Kunstsammlungen Kassel, 1985

Heinz Schenzle: Sigel-Bestimmungsbuch, Freunde der Plassenburg e. V. Kulmbach, 1987

Hans Henning Roer: Alte Deutsche Spielfiguren in Blei, Palagonia-Verlag, Rommersheim 1993

Erhard Schraudolph: Die Fürther Offizin J. B. Dörfler in Der Friedensreiter 1997

Erhard Schraudolph: Zinnspielwarenhersteller in Nürnberg und Fürth in Paradestücke, W. Tümmels, Nürnberg 2000

Walter Ley: Fürther Spielwarenhersteller im vergangenen Jahrhundert in Fürther Geschichts-Blätter 4/2009

Ich danke Gertrude Koschka vom Stadtarchiv Fürth für die Recherche Familienbogen Max Dorn sehr herzlich!

   
  Kosten dieser Seite:
Stadtarchiv Fürth (Register der Fabriken, Verzeichnis des königl. Rentamts Fürth über die in der Stadt Fürth vorgekommenen Veränderungen am Häuserbesitz  EUR 10,45 anteilig
Recherche Familienbogen Max Dorn EUR 67,50
   
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