Meder, O. H. - Leipzig
   
1851 Der Bürger und Mechanikus Ottomar Heinrich Gottfried Meder ist im Adressbuch erstmals in der Schützenstraße 10 verzeichnet.
   
1853 Er ist in die Petersstraße 8 umgezogen.
   
1854 Ottomar Heinrich Gottfried Meder, Mechanikus und Optikus, hat sein Geschäftslokal in der Dresdner Straße 5 und wohnt in der Querstraße 26.
   
1857 Geschäftslokal ist jetzt am Markt 10, die Wohnung in der Peterskirchstraße 5.
   
1858 Er wohnt nun in Lindenau, Am Anger.
   
1866 Neue Wohnung ist An der Wasserkunst 13 - 14/II.
   
1875 Er wohnt jetzt in der Elsterstraße 26/III
   
1880 Der Bürger und Inhaber eines optisch-mechanischen Instituts Ottomar Heinrich Gottfried Meder hat sein Geschäftslokal immer noch am Markt 10, Wohnadresse ist ab Ostern Floßplatz Cat.-Nr. 115 H Abt. B (Fürstenstraße 8/0)
   
1883 Mit seinem Geschäftslokal ist er in das Haus Markt 11 umgezogen.
   
1885 Per 15. Juli 1885 wird die Firma O. H. Meder in das Firmenregister eingetragen. Inhaber ist Ottomar Heinrich Gottfried Meder in Leipzig.
Ab 24. Juli 1885 ist Emil Bruno Meder, Optikus in Leipzig, Mitinhaber der Firma.
Das Geschäftslokal ist Markt 11 Parterre, das Atelier im Anwesen Markt 10 i. H. pt.
Emil Bruno Meder wohnt Zeitzer Straße 35/III, Ottomar Heinrich Gottfried Meder nach wie vor Floßplatz Cat.-Nr. 115 H Abt. B (Fürstenstraße 8/0).
   
1889 Ottomar Heinrich Gottfried Meder ist zum 13. November 1889 aus der Firma ausgeschieden.
Das Atelier ist aufgegeben. Emil Bruno Meder ist in die Äußere Löhrstraße 11/I umgezogen.
   
1890   Markt 11 (Aeckerleins Hof) ca. 1890
   
  Die Firma O. H. Meder ist als "Optisch-mechanisches Institut und optische Glasschleiferei" im Adressbuch eingetragen.
Neue Wohnadresse des Privatmannes Ottomar Heinrich Gottfried Meder ist Neukirchhof 5/II.
   
1891 Die Wohnung von Emil Bruno Meder ist in der Yorkstraße 1/I, die des Ottomar Heinrich Gottfried Meder in der Schenkendorfstraße 13/I.
   
1893 Emil Bruno Meder wohnt jetzt  in der Humboldstraße 13/II.
   
1894 Ottomar Heinrich Gottfried Meder ist verstorben, seine Witwe und Privata Laura Meder wohnt weiterhin in der Schenkendorfstraße 13/I.
   
1895 Laura Meder ist an den Fleischerplatz 3/0 umgezogen.
   
1897 Emil Bruno Meder ist Inhaber der Firma O. H. Meder und der "Elektrotechnischen Fabrik "Volta" Bruno Meder"  in der Klostergasse 12.
In der Promenadenstraße 4/II ist seine Wohnung.
Die Wohnung von Laura Meder ist jetzt in der Erdmannstraße 12/I.
   
1898    Inserat im Beiblatt der Fliegenden Blätter Nr. 109/1898
   
1902    Anzeige 1902
  Laura Meder ist verstorben.
   
   
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1904 Die Firma O. H. Meder ist im Adressbuch als Optisch-mechanisches Institut eingetragen.
   
1906 Im Adressbuch ist für die Firma O. H. Meder eingetragen: Institut für Optik und Physik, Photographische Apparate, Elektrische Schwachstromartikel, Lehrmittel, Phonographen.
   
     Anzeige 1906
   
1909 Die Elektrotechnischen Fabrik "Volta" Bruno Meder ist aufgelöst.
Statt "Phonographen" führt die Firma O. H. Meder nun "Sprechmaschinen"
   
1910 Emil Bruno Meder wohnt jetzt in der Thomasiusstraße 28/II.
   
1918 Zum 11. November 1918 ist dem Optiker Oskar Bruno Meder in Leipzig Prokura erteilt.
   
1920    Markt 11 (Aeckerleins Hof) ca. 1920  
   
1922 Emil Bruno Meder ist per 13. Februar 1922 aus der Firma ausgeschieden. Die Prokura des Oskar Bruno Meder ist erloschen.

Die Firma O. H. Meder wird in das Gesellschaftsregister eingetragen:
Gesellschafter sind:
a) der Diplom-Optiker und Optikermeister Oscar Bruno Meder in Leipzig als persönlich haftender Gesellschafter
b) Emilie Anna verw. Meder geb. Bär
c) Elfriede Dora verehel. Mertens geb. Meder
d) Irmgard Linda verehel. Leonhardt geb. Meder
e) Eva Hertha verehel. Wolff geb. Meder und
f) die minderjährige Erika Hildegard Meder
sämtlich in Leipzig als Kommanditisten

Die Gesellschaft ist am 29. März 1920 errichtet.
Die Einlagen der unter b) bis f) genannten Kommanditisten betragen zu b) fünfzehntausend Mark, zu c) bis f) je neuntausend Mark.
Die Gesellschaft haftet nicht für die im Betriebe und Geschäft entstandenen Verbindlichkeiten der bisherigen Inhaber.
   
1923 Emil Bruno Meder ist verstorben; die Witwe Emilie Anna Meder wohnt bei ihrem Sohn Oscar Bruno Meder in der Thomasiusstraße 28/II.
Für die Firma O. H. Meder ist im Adressbuch eingetragen: Institut für Optik, Photographische Apparate, Elektrische Artikel, Lehrmittel, Mathematik.
   
1925 Die Firma O. H. Meder führt nun auch Radios.
   
1927 Per 28. November 1927 hat Erika Hildegard Meder die Volljährigkeit erlangt und ist aus der Firma ausgeschieden.
Die übrigen Kommanditisten sind ausgeschieden, die Gesellschaft ist aufgelöst.
Oscar Bruno Meder führt das Geschäft und die Firma als Alleininhaber weiter.
   
1928 In das Verkaufssortiment werden mechanische Spielwaren aufgenommen.
   
1929 Zum 19. März 1929 ist dem Optikermeister Richard Bohnert und dem Kaufmann Richard Fritz Wolff, beide in Leipzig, Prokura erteilt. Jeder von ihnen darf die Firma nur in Gemeinschaft mit einem anderen Prokuristen vertreten.
Oscar Bruno Meder und Emilie Anna Meder sind in die Gustav-Adolf-Straße 43/III umgezogen.
   
1930 Meder's Spielwarenhaus für Knaben ist in der Petersstraße 26 im Untergeschoß etabliert.
Die Firma führt nun auch Zinnsoldaten und -figuren in ihrem Verkaufssortiment.
   
 

Die Leipziger Volkszeitung vom 11. September 1930 schreibt:

"Jugendverderber aus Profitgründen

Wer denkt nicht mit Grauen und Entsetzen an die Greuel des Krieges und an die ungeheuren Opfer, die er Generationen auferlegt. Unsere heutige Zeit der Wirrnis und Not ist doch wahrlich Warnung genug. Dennoch gibt es Leute, die keine schönere Lebensaufgabe kennen, als den Krieg zu verherrlichen und zu neuen Kriegen treiben. Und nicht minder verwerflich scheinen uns die gewerblichen Unternehmungen, die lediglich des nackten Geldgewinnes wegen in Kriegsbegeisterung machen und sich besonders den unreifen Sinn der jüngsten Jugend ihrer kriegsschürenden Profitmacherei zunutze machen suchen. Vor uns liegt ein an die Frauen und Mütter gerichtetes Schreiben der Firma O. H. Meder, Petersstraße 26, in dem es unter anderem heißt:

"Zinnsoldaten möcht ich haben, eine ganze Schachtel voll." So singt Ihr kleiner Liebling, wenn er mit seinen Kameraden in den ersten Jahren aus der Schule kommt.

Kaufen Sie sie ihm, gnädige Frau, viele bunte Zinnfiguren: Deutsche, Franzosen, Russen, Japaner, Engländer und Schotten mit ihren bunten Röckchen, Kolonialsoldaten und Farbige! Zum Namenstag, zum Geburtstag, zu Weihnachten und freuen Sie sich an der Intensität des Soldatenspieles Ihres Jungen mit seinen Kameraden, wie er sich daran freut, Regimenter ins Manöver ziehen zu lassen, Paraden abzunehmen, ja sogar seine Heere gegeneinander in den Krieg zu schicken. Welch Siegesbewußtsein malt sich auf dem Gesichtchen Ihres Buben aus, wenn er die Feinde in die Flucht geschlagen hat. Seien Sie überzeugt, gnädige Frau, er denkt dabei nicht an die Wirklichkeit des Krieges, er verwirklicht nur das eben Gehörte aus der Geschichtsstunde. Er läßt die Franzosen durch Deutschland nach Moskau, die Russen gegen die Japaner ziehen, er kämpft im Burenkrieg."

"Freuen Sie sich an Ihrem Buben ... erfüllen Sie ihm seinen einzigen Wunsch", fleht der geschäftstüchtig an die Gemütsseite der Frau appellierende Zinnsoldatenfabrikant. Krieg ist eine furchtbare Begebenheit, aber Zinnsoldatengeschäfte sind eine Notwendigkeit für den Zinnsoldatenfabrikanten. Der Junge wird schon aus diesen Gründen gar nicht, "seien Sie überzeugt, gnädige Frau", an die Wirklichkeit des Krieges denken. Das ist zweifellos richtig kalkuliert. Der Junge wird bei Kriegsgeschichtsunterricht und Zinnsoldatenspiel nur an die kriegsromantischen und manchmal höchst verbrecherischen Erzählsel derer denken, die ihm die Liebe zu Zinnsoldaten und die Neigung zur Kriegsspielerei eingetrichtert haben. Würde er sich eine blasse Vorstellung von der Wirklichkeit des Krieges machen können, würden ihm die für den Zinnsoldatenfabrikanten profitablen Wünsche nach solchem Spielzeug vergehen. So aber können nicht nur gewissenlose Kriegstreiber immer noch einige Hoffnung auf Erfolg haben, sondern auch noch junge Gemüter zu Bestien machen, die in der Vernichtung der Menschen jenseits der Landesgrenzen ein gottgefälliges, weil profitversprechende Werk sehen."

   
1931 Die Prokura des Richard Bohnert ist per 10. September 1931 erloschen.
Richard Fritz Wolff darf die Firma allein vertreten.
Der Eingang von Meder's Spielwarenhaus ist im Sporergäßchen 1.
   
1933 Die Generalvertretung der Firma C. B. G. Jouets, Paris, wird für Deutschland übernommen.
Die Firma O. H. Meder ergänzt ihr Sortiment mit technischen Spielwaren.
Oscar Bruno Meder und Emilie Anna Meder sind in die Wettinerstraße 8 umgezogen.
Meder's Spielwarenhaus ist im Adressbuch nicht mehr eingetragen.
   
     Anzeige in Die Zinnfigur Heft 8 und 9/1933, Heft 1, 2, 4, 6 und 7/1934
   
1938 Geschäftsinhaber der Firma O. H. Meder ist nach wie vor der Diplom-Optiker und Optikermeister Oscar Bruno Meder, Prokurist ist  immer noch Richard Fritz Wolff.
   
1940 Oscar Bruno Meder ist Eigentümer des Anwesens Berliner Straße 21 und wohnt auch dort, Emilie Anna Meder ist in die Ludendorffstraße 124 gezogen.
   
1941 Ab 16. April 1941 sind Gesamtprokuristen
a) Linda verw. Leonhardt geb. Meder und
b) Erika Hildegard led. Meder, beide in Leipzig.
Sie dürfen die Firma nur gemeinsam verteten.
   
  Emilie Anna Meder ist verstorben.  Oscar Bruno Meder wohnt in der Ludendorffstraße 133.
   
1942 Erika Hildegard Meder wohnt in der Fregestraße 29/II, die Firma O. H. Meder ist immer noch am Markt 11.
   
1943 Das Gebäude Markt 11 (Aeckerleins Hof) brennt beim Luftangriff auf Leipzig am 4. Dezember 1943 völlig aus.
Die Firma O. H. Meder - Optik, Photo, Technische Spielwaren, beginnt später neu in der Hainstraße 6.
   
1948 Geschäftsinhaber sind ab dem 12. August 1948
a) Erika Hildegard Meder, Optikerin in Leipzig
b) Fritz Richard Wolff, Kaufmann in Leipzig
Die Prokuren Erika Hildegard led. Meder und Richard Fritz Wolff sind erloschen. Linda verw. Leonhardt geb. Meder ist jetzt Einzelprokuristin.
   
  Kommanditgesellschaft. Die Gesellschaft hat am 15. April 1943 begonnen.
Als persönlich haftende Gesellschafter sind aufgenommen:
a) Erika Hildegard Meder, Optikerin, Leipzig
b) Fritz Richard Wolff, Kaufmann, Leipzig
Als Kommanditistin mit einer Einlage von 21.500,-- RM ist aufgenommen:
Eva Hertha verehel. Wolff geb. Meder, Leipzig. 
   
  Zum 24. Dezember 1948 ist Hans Joachim Karl Hädicke in Leipzig Prokura erteilt.
   
  Oscar Bruno Meder ist in die Waldstraße 67/0 gezogen.
   
1949 Oscar Bruno Meder hat seine Wohnung jetzt in der Härtelstraße 27/III.
   
1953 Per 15. Januar 1953 ist Geschäftsinhaberin und Abwicklerin Linda verw. Leonhardt geb. Meder. Ihre und die Prokura des Hans Joachim Karl Hädicke ist erloschen.
Die Gesellschaft ist aufgelöst.
   
1954 Mit dem 2. Februar 1954 ist die Liquidation eingestellt. Die Gesellschaft wird fortgesetzt. Der persönlich haftende Gesellschafter Oscar Bruno Meder und die Kommanditistim Eva Hertha verehel. Wolff geb. Meder sind ausgeschieden.
Jetzt offene Handelsgesellschaft.
   
1958 Ab dem 6. März 1958 ist Prokura erteilt:
a) Elsa Hertha Räßler, geb. Schmidt, Leipzig
b) Ruth Elsa Ida Schmiedel, Leipzig
Sie dürfen die Gesellschaft nur je in Gemeinschaft mit einem anderen Prokuristen vertreten.
   
1965 Zum 24. Juni 1965 ist die Firma erloschen.
   
   
  Quellen:
Adressbücher Leipzig online
Artikel aus der Leipziger Volkszeitung vom 11. September 1930 (Sächsisches Staatsarchiv Leipzig)
Leipzig-Lexikon online (Foto Markt 11 - Aeckerleins Hof ca. 1890)
Stadtgeschichtliches Museum Leipzig online (Foto Markt 11 - Aeckerleins Hof ca. 1920)
   
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