Lorenz, Peter Johann Gottlob - Fürth
   
1725 Peter Johann Gottlob Lorenz wird am 9. Februar 1725 im sächsischen Zschorlau bei Schneeberg als zweiter Sohn des Weißgerbers Zacharias Lorenz und dessen Frau Maria Regina Lorenz, die aus Eibenstadt stammt, geboren.
   
1753 Er erwirbt am 11. Oktober 1753 in Ansbach das Landmeisterrecht nach Fürth.
   
1754 Er geht nach Abschluß der Zinngießerlehre in Zschorlau und Beendigung der Wanderschaft nach Nürnberg, heiratet am 11. Februar 1754 in Fürth die Catharina Schoen (* 22. März 1733; † 23. Januar 1808), älteste Tochter des Schreinermeisters Johann Michael Schoen aus Fürth und läßt sich in Fürth nieder.
Das Ehepaar hat die Kinder: Clara Maria Lorenz (* 10. Januar 1757), Sabina Barbara Lorenz (* 25. April 1758), Christian Lorenz (13. April 1762), Elisabetha Christina Lorenz (* 7. April 1764), Georg Friedrich Lorenz (* 9. März 1768), Christian Gottlob Lorenz (* 5. Oktober 1770; † vor 1787) und noch zwei weitere Töchter.
   
     Etikette einer Spanschachtel um 1790 (Collection Alfred Ritleng a Strasbourg)
   
1787 Peter Johann Gottlob Lorenz stirbt am 25. November 1787. Christian Lorenz übernimmt den Zinngießerbetrieb.
   
1798 Am 25. Februar 1798 heiratet Georg Friedrich Lorenz die Clara Susanna Koch (* 19. Januar 1759), die Tochter des Tagelöhners Peter Koch.
Das Ehepaar hat mindestens einen Sohn.
   
1800 Georg Friedrich Lorenz heiratet nach dem Tod von Clara Susanna Lorenz in zweiter Ehe nunmehr als Zinngießermeister am 7. Dezember 1800 die Juliana Carolina Weis (* ca. 1779; † 15. März 1848), Tochter des Nürnberger Seidenfabrikanten und Händlers Johann Weis.
Das Ehepaar hat mindestens sieben Kinder: Johann Nicolaus Carl Lorenz (* 25. Dezember 1801), Georg Simon Lorenz (* 1. April 1805; † 9. April 1806), Johann Daniel Heinrich Lorenz (* 3. Juni 1806M † 3. Juni 1834), Georg Friedrich Lorenz (* 23. Dezember 1807; † 18. Oktober 1810), Georg Andreas Lorenz (* 2. April 1809; † 15. April 1809), Georg Friedrich Julius Lorenz (* 27. August 1811; † 11. September 1811) und Maria Juliana Barbara Lorenz (* 2. Mai 1813; † 12. Juli 1813).
Georg Friedrich Lorenz ist Eigentümer des Hauses Bauerngasse Nr. 114b (heute Gustavstraße 39).
   
1801 Christian Lorenz stirbt am 27. Oktober 1801. Georg Friedrich Lorenz führt die Zinngießerei weiter.
   
1815 Johann Nicolaus Carl Lorenz wird nach Beendigung der Volksschule in Fürth auf drei Jahre Goldarbeiter-Lehrling bei Johann Nikolaus Weiß in Nürnberg.       
   
1826 Am 31. Mai 1826 legt er in Fürth erfolgreich die Meisterprüfung ab und heiratet am 25. September 1826 die Anna Margaretha Jordan (* 28. Dezember 1798; † 15. August 1837), Metzgermeisterstochter aus Zirndorf.
Am 29. Juni 1826 erhält er die Konzession zur Herstellung von Gold- und Silberwaren.
   
1835 Georg Friedrich Lorenz stirbt am 20. April 1835. Seine Witwe führt den Betrieb weiter.
   
1838 Nach dem Tod von Anna Margaretha Lorenz heiratet Johann Nicolaus Carl Lorenz in zweiter Ehe am 18. Juni 1838 die Maria Luise Sammhammer (* 8. Januar 1816; † 9. März 1865), Tochter des Färbermeisters Georg Friedrich Sammhammer aus Ansbach.
   
  In den beiden Ehen werden zwischen 1828 und 1842 mindestens sieben Kinder geboren.
   
1842 Maria Luise Lorenz erhält eine Lizenz zum Färben von seidenen Bändern und Seidenwaren.
Das Ehepaar gründet mit einem Startkapital von 100 fl. einen Kleinhandel mit Gold- und Silberwaren.
   
1847 Ende 1847 wird die Selbständigkeit wegen Unrentabilität aufgegeben. Johann Nicolaus Carl Lorenz ist gezwungen, in einer Fabrik in Nürnberg zu arbeiten.
   
1852 Johann Nicolaus Carl Lorenz verkauft Zinnfiguren-Formen an Gottlieb Schradin.
   
1866 Johann Nicolaus Carl Lorenz verzichtet am 5. Januar 1866 auf seine Lizenz für die Herstellung von Gold- und Silberwaren und beantragt am 10. März 1866 eine Lizenz zur Verfertigung von Spielwaren, die ihm am 15. März 1866 erteilt wird.
   
1869 Johann Nicolaus Carl Lorenz stirbt am 18. Juni 1869.
Friedrich Wilhelm Hermann Lorenz, am 13. Mai 1842 geborener Sohn von Johann Nicolaus Carl Lorenz und Maria Luise Lorenz, erhält am 2. August 1869 eine Lizenz zur Spielwarenherstellung, die er wenig beansprucht
Einige Jahre später zieht er nach Frankfurt um und heiratet dort.
   
  Zinnfiguren:
   
    
Aufständischer Pole, von Georg Friedrich Lorenz graviert und mit "Lorenz 1831" signiert, Figurenhöhe ca. 9 cm
   
 
Figuren von Georg Friedrich Lorenz
   
  Hampe schreibt u. a.: "Von dem bereits erwähnten "Johann Gottlob Lorenz, Zinngießer in Fürth" - so lautet die Etikette auf einer seiner Soldatenschachteln, die außer diesem Namen noch eine allegorische Frauenfigur mit großem Anker und stillosem Schild aufweist und etwa 1800 . 10 zu datieren sein wird - mögen vielleicht die einigermaßen gröblich gearbeiteten Türken, die in dieser Schachtel mit aufbewahrt wurden und die R. Forrer in die Zeit der ägyptischen Expedition Napoleons zu setzen geneigt ist, herrühren. Der handschriftliche Zusatz "Türken Schmidt" auf der gedruckten Etikette scheint darauf hinzudeuten. Im übrigen wissen wir von seiner Produktion nicht allzuviel: ein edler Pole, offenbar das Banner der Empörung gegen die russische Herrschaft entfaltend, also wohl um 1830-32 entstanden, aber leider neu und, was die Fahne betrifft, jedenfalls unrichtig bemalt, in der Sammlung Klamroth trägt auf der Fußplatte die Bezeichnung "Lorenz", und ein paar weitere Figuren ähnlicher Mache in der gleichen Sammlung, eine alte Frau, ihren Mann auf dem Rücken tragend, der gestiefelte Kater und ein auf einer Schnecke reitender Mann sind mit einem "L" signiert. Etwa um 1820-30 mögen die wirkungsvollen großen Figuren eines Gußtuniers zu datieren sein, die durchaus im Geiste der Romantik empfangen sind und zum Teil gleichfalls dieses "L" aufweisen (Geman. Mus.), sowie ein genau ebenso signierter Negerknabe mit einem Kamel am Halfterband (Sammlung Weygang in Öhringen). Natürlich können diese vorläufigen Zuschreibungen noch nicht in jedem Punkte als gesichert gelten, sie müßten vielmehr von der künftigen Forschung noch besser gestützt werden. Mündlicher Überlieferung zufolge soll der Lorenzsche Nachlaß etwa um die Mitte des Jahrhunderts von einem Schradin aufgekauft worden sein."
   
  Schraudolph schreibt u. a.: "Problematisch wird es schließlich bei der bisher Lorenz zugeschriebenen, jedoch nicht signierten Eisenbahn. Die Lok mit Kohlenwagen und drei Personenwagen soll mit hoher Wahrscheinlichkeit das große Ereignis des Jahres 1835 zwischen Nürnberg und Fürth darstellen. Die Eröffnung der Bahnlinie fand im Dezember statt, Georg Friedrich [Lorenz] verstarb jedoch bereits im April 1835. Sollte diese Eisenbahn also wirklich aus der Werkstatt von Lorenz stammen, müßte sie von der Frau, dem ältesten Sohn oder einer anderen Person graviert worden sein."
   
  Fußbrettchen (Weg):
 
 
Sigel:               
   
  Quellen:
Stadtarchiv Fürth: Register der Fabriken; Verzeichnis des königl. Rentamts Fürth über die bei der Stadt Fürth vorgekommenen Veränderungen am Häuserbesitz
Journal von und für Franken, Vierten Bandes erstes Heft, Nürnberg 1792 (Google books)
Robert Forrer: Les Ètains de la Collection Alfred Ritleng a Strasbourg, Strasbourg 1905
Erwin Hintze: Die deutschen Zinngießer und ihre Marken Band V (Süddeutsche Zinngießer Teil I), Leipzig, K. W. Hiersemann, 1921 - 1931
Theodor Hampe: Der Zinnsoldat - ein deutsches Spielzeug, Verlag Herbert Stubenrauch, Berlin 1924
Adolf Schwammberger: Fürth von A bis Z, Selbstverlag der Stadt Fürth o. J. (1968)
Paul Ernst Rattelmüller: Zinnfiguren - Die Welt in der Spanschachtel, Süddeutscher Verlag München, 1971
Curt F. Kollbrunner: Zinnfiguren - Zinnsoldaten - Zinngeschichte, Hirmer-Verlag München 1979
Ulf Leinweber: Die kleine Figur - Geschichte in Masse und Zinn, Staatliche Kunstsammlungen Kassel, 1985
Heinz Schenzle: Sigel-Bestimmungsbuch, Freunde der Plassenburg e.V. Kulmbach, 1987
Erhard Schraudolph: Die Fürther Zinngießerfamilie Lorenz, in Fürther Heimatblätter 1996/Nr. 1
Erhard Schraudolph: Die Zinngiesserfamilie Lorenz, in Figurina Helvetica, 1999
Erhard Schraudolph: Zinnspielwarenhersteller in Nürnberg und Fürth, in Paradestücke, W. Tümmels, Nürnberg 2000
Erhard Schraudolph: Eisvogel trifft Klapperschlange, Verlag des Germanischen Nationalmuseums 2006
   
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