Lehmann, Johann - Nürnberg
Lehmann, Johann Georg Heinrich - Nürnberg
Lehmann, Johann & Sohn - Nürnberg
   
1814

Johann Lehmann wird am 22. September 1814 in Nürnberg als Sohn des Gastwirtes Johann Georg Heinrich Lehmann (* 1785; † 3. August 1856), dem spätestens 1837 bis zu seinem Tod die Gaststätte "Goldener Kranz" am Hallplatz Ecke Klaragasse gehört, und dessen Ehefrau Anna Magdalena Sophia, geb. Heinlein (* 1790; † 7. September 1824) geboren.

   
1825

Johann Georg Heinrich Lehmann heiratet in zweiter Ehe am 13. Februar 1825 die Katharina Karoline Johanna Herbst (* 1796; † 11. Dezember 1871), Tochter des Zinngießermeisters Johann Andreas Herbst (* ca. 1767; † 25. April 1846).

   
1828

Am 1. August 1828 beginnt Johann Lehmann bei seinem Stiefonkel Johann Paulus Herbst (* 19. August 1795; † 10. November 1855) die Zinngießerlehre.

   
1831 Er beendet die Lehre am 10. Juni 1831 und fertigt als Gesellenstück eine Wärmflasche mit Becher.
   
1833

Da er gesundheitlich angeschlagen ist, beginnt er erst im April 1833 die Wanderjahre, die ihn nach Nördlingen und Schaffhausen führen.

Seine Wanderschaft beendet er wegen Krankheit nach zehn Monaten.

Er arbeitet inzwischen bei der Witwe Sophia Magdalena Ammon als Geselle.

   
1839

Die restlichen Wanderjahre werden ihm mit gerichtsärztlichem Attest vom 13. April 1839 erlassen.

Er ist mit 25 Jahren der älteste Geselle des Nürnberger Zinngießergewerbes.

Am 21. Juni 1839 fertigt er als Meisterstück ein Zinn-Spielzeug.

   
1840

Am 3. Januar 1840 erhält Johann Lehmann nach dem Tod der Zinngießermeisterswitwe Katharina Otto († 21. November 1839) deren vakante Konzession.             

Seine Meistersprechung erfolgt am 14. Januar 1840.

Er beantragt die Genehmigung der Niederlassung und der Verheiratung; beide Gesuche werden positiv beschieden.

   
     Stempel für Nürnberger Probezinn des Johann Lehmann
   
 

Am 10. März 1840 heiratet er Sibylla Margaretha Elisabeth Hönig, die Tochter des Malermeisters Johann Michael Hönig und dessen Frau Margaretha Hönig, geb. Müller.

Die Braut bringt eine Aussteuer von 410 fl inclusive Hausrat mit, Johann Lehmann hat nur 123 fl, davon 14 fl in Gold und Silber. Als zu erwartender Erbteil von seiner Mutter hat er aber Scheine der Bayerischen Staatsschuldentilgungskasse im Wert von 600 fl zu erwarten.

Das Ehepaar wohnt und arbeitet im Haus Sterngasse L 888 (später Haus Nr. 22) das dem Drechslermeister Konrad Hieronimus Götz gehört.

   
1843 Der Sohn Johann Georg Heinrich Lehmann jun. wird am 8. April 1843 geboren.
   
1845

Johann Lehmann stellt auf der Local-Industrie-Ausstellung der königlich bayerischen Stadt Nürnberg "einen Altar, einige Meubles von Zinn, einige Schachteln Bleisoldaten" aus.

   
1857 Neue Adresse ist das Anwesen Zirkelschmiedsgasse L 1247 (später Haus Nr. 19).
   
1858

Heinrich Lehmann lernt vom 28. Mai 1858 bis 23. Juli 1860 bei seinem Vater das Zinngießerhandwerk.

   
1860

Er fertigt als Gesellenstück einen verzierten Pokal im gotischen Stil inclusive der Gussformen aus Messing.

   
1863

Johann Lehmann wohnt und arbeitet im Haus Peter-Vischerstraße L 758 (später Haus Nr. 29), das er gekauft hat.

   
1864

Heinrich Lehmann heiratet am 21. August 1864 die Katharina Barbara Jacobina Vogel (* 3. Juli 1842), Tochter des Büttnermeisters Johann Friedrich Vogel und dessen Ehefrau Helena Katharina Vogel, geb. Groschel.

   
1866

Am 26. November 1866 besteht er die Meisterprüfung mit einem "Ritterturnier mit Mechanik und einen in der Kunstschule modellierten und in Bronce gegossenen Ritter zu Pferd" als Probstück mit der Note "vorzüglich".

   
1870

Nach dem Nürnberg-Fürther Industrie-Almanach firmiert Johann Lehmann als Zinnfiguren-Fabrikant und Heinrich Lehmann als Zinngießermeister, der "alle Arten von Zinnräder, Gravirungen, Zinncompositions-Figuren (flache und massive), sowie alle in diese Branche einschlagenden Artikel" fertigt.

Beide wohnen und arbeiten in der Peter-Vischer-Straße 29.

   
1878

Die Firma heißt mittlerweile Johann Lehmann & Sohn unter der Leitung von Heinrich Lehmann.

   
1885

Am 26. Februar 1885 wird der Betrieb Johann Lehmann & Sohn mit zwei Arbeiterinnen von Johann Köppinger übernommen.

   
1890

Der Zinngießermeister Johann Baptist Wirthmann übernimmt die Firma am 14. August 1890.

Er wohnt im Anwesen Peter-Vischerstraße 29, das immer noch Johann Lehmann gehört.

Ende des Jahres zieht Johann Baptist Wirthmann in eine Wohnung des Hauses Plärrergasse 6.

   
1891 Am 9. Mai 1891 meldet er das Gewerbe ab.
   
1893

Johann Lehmann und sein Sohn verkaufen das Haus Peter-Vischer-Straße 29 an den Flaschnermeister Georg Simon.

   
1896

Johann Lehmann ist zwischenzeitlich verstorben. Heinrich Lehmann wohnt in der Lorenzer Straße 9 zur Miete.

   
1897 In den Adressbüchern ist Heinrich Lehmann nicht mehr verzeichnet.
   
 

Zinnfiguren:

Es ist ein siginierter Ritter in der Sammlung Sulzer - Zürich vorhanden

   
     Signatur auf dem Weg dieser Figur
   
   
     Spanschachtel "Hühnerhaltung" (Foto ebay)
   
     Etikett "Hühnerhaltung" (Foto ebay)
   
    
Figuren "Hühnerhaltung" (Foto ebay)
   
   
 

Quellen:

Adressbücher Nürnberg

Vollständiges Adreß-Buch und Handlungsschematismus der Stadt Nürnberg und des ganzen Burgfriedens, Nürnberg 1842 (Google books)

Verzeichniß der Local-Industrie-Ausstellung der königlich bayerischen Stadt Nürnberg im Jahre 1845 (Google books) 

Nürnberg's Handel und Industrie mit besonderer Berücksichtigung der Gegenwart von Dr. Friedrich Mayer, Nürnberg 1852 (Google books) 

Handels-Adreßbuch von Nürnberg, Nürnberg 1867 (Google books)

Nürnberg-Fürther Industrie-Almanach 1870 (Google books) 

Erwin Hintze: Die Deutschen Zinngießer und ihre Marken Band II Nürnberger Zinngießer, Leipzig, K. W. Hiersemann, 1921 - 1931

Theodor Hampe: Der Zinnsoldat - ein deutsches Spielzeug, Verlag Herbert Stubenrauch, Berlin 1924 

Curt F. Kollbrunner: Zinnfiguren - Zinnsoldaten - Zinngeschichte, Hirmer-Verlag München 1979

Ulf Leinweber: Die kleine Figur - Geschichte in Masse und Zinn, Staatliche Kunstsammlungen Kassel, 1985 

Heinz Schenzle: Sigel-Bestimmungsbuch, Freunde der Plassenburg e. V. Kulmbach, 1987

Erhard Schraudolph: Die Zinngießerei Johann Lehmann und Sohn in MVGN, 86, Band 1999 (Verein für Geschichte der Stadt Nürnberg)

Erhard Schraudolph: Zinnspielwarenhersteller in Nürnberg und Fürth in Paradestücke, W. Tümmels, Nürnberg 2000

   
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