Landgraf, E. & H. - Nürnberg
   
1819 Johann Bonaventura Landgraf wird am 19. Januar 1819 in Fürth als Sohn des Kalkmeisters Thomas Landgraf geboren.
   
1833 Er absolviert von 1833 bis 1837 eine Lehre als Gürtler.
   
ca. 1848 Er heiratet die Maria Barbara Burger (* 7. Dezember 1815 in Burgfarnbach; † 13. April 1882).
In seiner Werkstätte in der Fürther Schützengasse 1 stellt er Stahlbrillen und Zinnuhren her.
   
ca. 1850

Er wohnt in Nürnberg im Anwesen S. 1077 (Am Sand 4) und ist als Lorgnetten- und Stahlbrillenfabrikant tätig.

  Der Sohn Johann Georg Landgraf wird am 18. März 1850 in Fürth geboren.
   
1853

Der zweite Sohn Johann Georg Michael Landgraf wird am 14. November 1853 geboren.

   
1864 Johann Georg Landgraf macht nach der Gürtlerlehre bei seinem Vater später zusätzlich eine Zinngießerlehre.
   
1867 Johann Georg Michael Landgraf beginnt eine kaufmännische Lehre; nach Beendigung seiner Ausbildung arbeitet er vorübergehend in einer Kurz- und Spielwarenexportfirma.
   
ca. 1872 Johann Georg Landgraf heiratet die Georgine Maria Feulner (* 15. November  1853 in Kulmbach).
Das Ehepaar hat zehn Kinder.
   
ca. 1875 Johann Georg Michael Landgraf heiratet die Anna Penz (* 11. Januar 1853 in Ansbach).
Das Ehepaar hat mindestens zwei Söhne.
   
1874

Johann Bonaventura Landgraf eröffnet in Nürnberg am 28. April 1874  in der Albrecht-Dürer-Straße 15 eine Zinnfiguren-Fabrik.

   
1877 Er stirbt am 1. Januar 1877.
   
1878 Johann Georg Landgraf wohnt in der Kappengasse 5.
   
1879

Er betreibt ab dem 21. November 1879 in Nürnberg eine Zinngießerei in der Imhoffstraße 5 (später Imhoffstraße 10).

   
1880

Johann Georg Michael Landgraf gründet in der Nürnberger Leonhardsgasse 18 (spätere Haus Nr. 22) einen

Zinngießereibetrieb.

Sein Sohn Erhard Landgraf wird am 1. August 1880 geboren.

   
1884 Johann Georg Landgraf kauft das Anwesen Imhoffstraße 10.
   
1888 Erhard Landgraf beendet seine Zinngießerlehre.
   
1892 Im Anwesen Leonhardsgasse 22 ist Johann Georg Michael Landgraf Mieter. Später erwirbt er das Haus.
   
1903 Er beschäftigt sechs Arbeiterinnen.
   
1904 Johann Georg Landgraf stirbt; seine Witwe führt den Betrieb weiter.
   
1908

Die Firma wird mit der des Bruders Johann Georg Michael Landgraf zusammengelegt und als gemeinsame Metall- und Zinnspielwarenfabrik in der Leonhardsgasse 22 betrieben.

 

Die Firma E. & H. Landgraf wird per 22. April 1908 in das Handelsregister Nürnberg eingetragen.

Gesellschafter sind die Metallwarenfabrikanten Erhard Landgraf und Hans Landgraf (die Söhne von Johann Georg und Johann Michael Landgraf) in Nürnberg.

Offene Gesellschaft seit 1. Januar 1908; jeder Gesellschafter ist allein vertretungsberechtigt.

   
1913  "ERHALA" wird als Marke am 6. Mai 1913 in das Markenregister eingetragen.
   
     Schutzmarke
   
 

Es werden Bleisoldaten, Spielefiguren, Puppenstubenmöbel, Spielzeugkanonen, Massenartikel, Blei- und Blechräder fabriziert.

   
1914

Zum 16. Mai 1914 hat sich die Gesellschaft aufgelöst.

Das Geschäft ist in den Alleinbesitz des Gesellschafters Hans Landgraf, Metallwarenfabrikant in Nürnberg übergegangen, der es unter unveränderter Firma weiterführt.

 

Durch Beschluß des Kgl. Amtsgerichts Nürnberg vom 29. September 1914 wurde über das Vermögen des Inhabers Hans Landgraf das Konkursverfahren eröffnet.

Konkursverwalter: K. A. Köstner in Nürnberg.

 

Erhard Landgraf betreibt in der Kernstraße 44 eine Metallwarenfabrik bis 1942.

   
1920

Der Konkursvermerk für die Firma E. & H. Landgraf wird am 3. November 1920 infolge Beendigung des Konkursverfahrens gelöscht.

   
1928

Hans Landgraf betreibt außer dem Ladengeschäft in der Leonhardstraße 22 auch eine Metallwarenfabrik in der Langen Zeile 11; er firmiert zeitweise als Zinnfigurenfabrik.

   
1957 Per 17. Januar 1957 ist die Firma E. & H. Landgraf erloschen.
Hans Landgraf wohnt bis in die 60er-Jahre in der Langen Zeile 11 als Privatier.
   
  Zinnfiguren, Zinnspielwaren, Kanonen etc.:
nicht bekannt
   
 

Quellen:

Adressbücher der Stadt Nürnberg

Handelsregister des Amtsgerichts Nürnberg

Ulf Leinweber: Die kleine Figur - Geschichte in Masse und Zinn, Staatliche Kunstsammlungen Kassel, 1985

Erhard Schraudolph: Zinnspielwarenhersteller in Nürnberg und Fürth in Paradestücke, W. Tümmels, Nürnberg 2000

Manfred H. Grieb: Nürnberger Künstlerlexikon, K. G. Saur, München 2007

   
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