Kühn, Albert - Mitau
   
1827 Albert Kühn (Kuehn) wird am 22. Februar 1827 als Sohn des Schneidermeisters Friedrich Kühn in Tilsit geboren.
   
1841 Er wird Lehrling bei dem Zinngießer Ambrosius in Tilsit.
   
1846 Er wird Geselle, dient seine Dienstzeit ab im zweiten Pommerschen Grenadierregiment und arbeitet in norddeutschen Städten.
   
1852 In Tauroggen nimmt Albert Kühn eine Stelle als Plombengießer beim Zollamt an und heiratet.
   
1862 Er siedelt nach Mitau über und übernimmt die Werkstatt des Zinngießers Meyer in der Katholischen Straße 26.
   
     Meisterzeichen des Albert Kühn
   
1869   
Anzeige in der Revalschen Zeitung vom 23. und 26. Juni 1869 (am 26. Juni 1869 mit dem Zusatz "Mein Aufenthalt hierselbst währt nur bis Freitag Abend") - [1 Stof = 1,145 Liter (Preußen)] 
   
1875 Ab 1875 bis 1900 ist er Präses der Mitauer Freiwilligen Feuerwehr, Präses des Baltischen Feuerwehrverbandes, ist Oberbrandherr, Leiter der Feurwehr-Nachrichten und Stadtältester.
  Auf der Ausstellung für Industrie, Gewerbe und landwirtschaftliche Produkte in Mitau vom 10. bis 20. Juni 1875 bekommt er einen ersten Preis (silberne Medaille) für Zinn- und Britannia-Waren, namentlich einen Destillier-Apparat. 
   
1885 Er ist Stadtverordneter, Mitglied des Verwaltungsrates des Bürgerlichen Armenhauses und der Sanitätskommission.
   
1892 Es ist jetzt Mitglied des Städtischen Schulkollegii.
   
1894 Albert Kühn ist nun auch Mitglied der Handelsdeputation und des Städtischen Waisengerichts.
   
1895 Er bekleidet das Amt des Kurländischen Gouvernements-Gefängnisdirektors.
   
1912 Er stirbt als letzter Zinngießer Mitaus mit 86 Jahren.
   
  Gahlnbäck schreibt über seine handwerkliche Tätigkeit:
"Kühn hat als Zinngießer stets viel zu tun gehabt, u. a. lieferte er für das Jannausche Waisenhaus in Mitau 1876, zu dessen Eröffnung die ganze Einrichtung als das Näpfe, Kannen, Teller, Salzfässer, Schüsseln, Schalen usw., für die Johanniskirche die Kirchenleuchter; für das Collegium Allgemeiner Fürsorge in Mitau 1872 den größten Teil des noch 1915 vorhandenen und ca. 45 Pud [1 Pud = 40 Pfund (russisch) = 16,36 Kilogramm] wiegenden Zinngeschirres, hatte beständige Lieferungen für das Stadtkrankenhaus, außer diversem Speise- und Eßgeschirr, Bettwärmer und Bettschieber; auch für Apotheken Mensuren, für Kneipen und Restaurants Krähne, Becher und Kannen, Heber und Destillierapparate usw. In großen Mengen arbeitete er Spielwaren, die in großen Partien in allen kleinen Städten des Landes Aufnahme fanden; namentlich ganze Puppenstuben und Soldaten aller Gattungen. Neben Bronzeformen wandte Kühn Formen aus Schiefer an, die er teils selbst anfertigte, teils fertig aus Deutschland sich holte oder sie sich dort anfertigen ließ."
   
  Zinnspielzeug und Zinnfiguren:
nicht bekannt 
   
  Quellen:
Revalsche Zeitung vom 23. Juni 1869, 26. Juni 1869 und 21. Juni 1875 (dea.digar.ee/)
Johannes Gahlnbäck:
Zinn und Zinngießer in Liv-, Est- und Kurland (Quellen und Darstellungen zur hansischen Geschichte), Hansischer Geschichtsverein, Lübeck 1929 (online)
   
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