Holtz, J. A. A. (Julius Amandus Augustus) - Hamburg
   
1827 Am 17. Juli 1827 wird Julius Amandus Augustus Holtz in Hamburg als Sohn des Carl Ludwig Friedrich Holtz und dessen Ehefrau Dorothea Elisabeth, geb. Brett, geboren.
   
1843 Im Adressbuch von Hamburg erscheint erstmalig der Graveur Heinrich Möller (sen.) unter Bleichbrücke No. 19
   
1846 Die Anschrift des Graveurs und Kupferstechers Heinrich Möller (sen.) ist jetzt Kohlhöfen No. 42.
   
1850 Heinrich Möller (sen.) lebt nun in der Mühlenstraße No. 9.
   
1852 Im Adressbuch heißt es: J. H. W. Möller, verfertigt Bleifiguren, Brook über No. 47.
   
1854

Heinrich Möller (sen.) ist gestorben. Im Adressbuch ist verzeichnet: Möller Wwe., J. H. W. verfertigt Bleifiguren, Brook über No. 47.

Der Sohn Heinrich Möller (jun.) wohnt in Zweite Elbstraße No. 15.

   
     Heinrich Möller jun.
   
 

Das Hamburger Bürgerrecht wird J. A. A. Holtz am 6. Oktober 1854 verliehen. Im Gesuch gibt er als Beruf Zinnfigurenmacher an.

   
1855 Er heiratet am 8. April 1855 die Johanna Lucia Catharina Vontheim (* ca. 1838; † vor 1892).
   
1856

Die Werkstatt des Heinrich Möller (sen.) wird von J. A. A. Holtz übernommen.

Er firmiert nun unter J. A. A. Holtz, Möller Nachfolger, Zinnfiguren-Fabrik, Brook über No. 47.

   
1880 Die Straßenbezeichnung ist nur noch "Brook 47".
   
1881 Die Firma ist geändert in "J. A. A. Holtz, Zinnfigurenfabrik", Brook 47.
   
1884 Neü Anschrift ist Große Drehbahn 35.
   
1901 Die Straßenbezeichnung ist nur noch Drehbahn 35.
   
1908 Die Werkstatt wird aufgelöst; er wohnt mit seiner Frau weiter im Anwesen Drehbahn 35.
   
1918 Der Witwer J. A. A. Holtz wohnt jetzt in der Bethesdastraße 60.
   
1919 Julius Amandus Augustus Holtz stirbt am 8. Mai 1919.
   
 

Figuren:

In der 70-mm-Größe: Drei Uniformierungsepochen des Hamburger Bürgermilitärs 1815 - 1866, bestehend aus Infanterie, Jägern, Artillerie und einer Reiterschwadron mit jeweils mehr als 50 Typen; Hanseatisches Kontingent zum Bundesheer 1814 - 1867; nach 1868 Formationen des in und um Hamburg in Garnison liegenden 9. Armeekorps; Hamburger Polizeikorps, den "Reitendienern" (Garde du Corps des Senats); Franzosen von 1853 bis 1870 mit Turkos und Zuaven; Engländer und Türken.

Jede Menge Soldaten in der 35-mm-Größe, ein Biwak in der 30-mm-Größe und Landleben mit Bäumen und Häusern.

   
  Fußbrettchen (Weg):
 
   
  Figurenbeispiel:
 
   
 

Im Jahrbuch der Hamburgischen Wissenschaftlichen Anstalten, XXVI. Jahrgang 1908 sind für das Museum für hamburgische Geschichte u. a. folgende Geschenke bzw. Neuerwerbungen aufgeführt:

 

" Ein einfacher Rokoko-Tisch (267), dessen mit zwei Schubladen versehener Kasten auf vier geschweiften Beinen ruht, wurde von J. A. A. Holtz geschenkt."

"Eine besonders starke Vermehrung erfuhr die Abteilung der Zinnfiguren. Aus der aufgelösten Werkstatt von J. A. A. Holtz - Hamburg wurden folgende Stücke erworben: eine Seeschlacht, ca. 1850; 20 preußische Ulanen, rot, 1870; 20 preußische Husaren, rot, 1870; 20 Kürassiere, 1870; 20 preußische Dragoner, 1870; 100 preußische Infanteristen, 1870; 10 Österreicher; 10 Dänen; 10 Franzosen, ca. 1866; Infanterie-Regiment Nr. 76, ca. 1866; 118 holsteinische Infanteristen 1848; 14 preußische Infanteristen ca. 1848; 24 dänische Infanteristen, 1848; Schlacht zwischen Dänen und Preußen, 1864 (251 - 262).

Als Ergänzung dazu wurden von C. H. Schmidt geschenkt 36 Kürassiere, 18 rote Husaren, 24 Ulanen und 24 Jäger, sämtlich in den alten Packungen mit Bezeichnung "R. Beinhauer Söhne, Hamburg. Größtes und schönstes Magazin Deutschland" (84, 85, 86). Ferner in Anlehnung an die deutsch-französischen Kämpfe 193 Deutsche und 110 Franzosen verschiedener Truppengattungen, 9 Kanonen und 20 Häuser- und Baumgruppen der Schlacht von Wörth (65 - 68). Endlich eine Meierei (69). Die Zinnfiguren eines Seehafens - ein Schiff mit Namen Vulkan führt die Hamburger Flagge, unter den Personen sind sechs Vierländer - stammen aus der Zeit von ca. 1860 (250)."

"J. A. A. Holtz schenkte die ganze Ausstattung seiner 1908 aufgelösten Zinngießer-Werkstatt, bestehend aus Schmelzofen mit Gießutensilien, zwei Mahagoni-Schränken, einem Maltisch, einem Wandreol, einem Kasten mit Gravierwerkzeug, einer Holzschachtel mit Etiketten, einem Farbenreibstein, 58 Messingformen und ca. 500 Schieferformen für Zinnfiguren, sowie endlich einer großen Zahl von Originalzeichnungen für Zinnsoldaten. Das meiste stammt noch aus dem Besitz des Vorgängers von Holtz, des Zinngießers Möller (268 - 275)."

   
 

Der von J. A. A. Holtz geschenkte "einfache Rokoko-Tisch (267), dessen mit zwei Schubladen versehener Kasten auf vier geschweiften Beinen ruht" ist heute im Bestand des Museums für Hamburgische Geschichte durch Kriegsverlust nicht mehr vorhanden. 

   
 

Quellen.

Adressbücher Hamburg (digitale Versionen der SUB Hamburg)

Jahrbuch der Hamburgischen Wissenschaftlichen Anstalten, XXVI. Jahrgang 1908, Hamburg 1909 (www26.us.archive.org)

Katalog "Der standhafte Zinnsoldat - Aus der Spielzeugkiste ins Museum"; Eine Ausstellung des Museums für Kunst und Kulturgeschichte der Hansestadt Lübeck, St.-Annen-Museum, 28.11.1976 - 9.1.1977

Walter Onken: Zinnfiguren, Mosaik-Verlag München 1976

Curt F. Kollbrunner: Zinnfiguren - Zinnsoldaten - Zinngeschichte, Hirmer-Verlag München 1979

Ulf Leinweber: Die kleine Figur - Geschichte in Masse und Zinn, Staatliche Kunstsammlungen Kassel, 1985

Heinz Schenzle: Sigel-Bestimmungsbuch, Freunde der Plassenburg e. V. Kulmbach, 1987

Erhard Schraudolph: in Zinnfiguren-Musterbuch - Lüneburg, um 1860 - Johann Christoph Leonhard Ramm, Verlag H. M. Hauschild GmbH, Bremen 2002

Ich danke Frau Claudia Horbas vom Museum für Hamburgische Geschichte für die freundliche Auskunft zu dem Rokoko-Tisch! 

   
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