Heyde, Georg & Co. - Dresden
   
1805 Der Tischler Johann Franz David Heyde (Hayde, Heide) lebt und arbeitet in Braunschweig in der Kuhstraße 1539.
   
1807 Er zieht in die Kuhstraße 2539 B um. Es folgen weitere Umzüge (1813: Am Magnithore 2257; 1814: Kuhstraße 2443; 1815: Friesenstraße 2235; 1817: Wendenstraße 1591; 1818: Höhe 2780; 1820: Echternstraße 669 A; 1821: Kuhstraße 2429; 1822: Schöppenstedterstraße 1815; 1826 ist er im Adressbuch nicht mehr verzeichnet).
   
1811 Julius Wilhelm Adolph Heyde kommt am 30. Juni 1811 in Braunschweig als Sohn des Tischlers Johann Franz David Heyde und dessen Ehefrau Johanne Dorothea Henriette Heyde, geborene Friesen, zur Welt und wird am 14. Februar 1812 in St. Magni getauft.
   
1836 Er wird am 8. April 1836 Zinngießermeister in Leipzig und heiratet die Amalie Auguste Pauline Perlich, geb. am 28. März 1811 in Thüringen. Wohnung und Werkstätte ist in der Fleischergasse 292.
   
1839 Er zieht in die Fleischergasse 277 um.
   
1840 Es erfolgt ein weiterer Umzug in die Große Fleischergasse 25.
   
1841 Er mietet zusätzlich das Gewölbe Hainstraße 3.
   
1846 Wohnung und Werkstatt sind nun im Haus Hainstraße 3.
   
1848

Der Sohn Georg Karl Adolph Heyde wird am 27. August 1848 in Leipzig geboren.

Julius Wilhelm Adolph Heyde ist jetzt Bürger und Zinngießerobermeister.

   
1851 Julius Wilhelm Adolph Heyde ist Eigentümer des Hauses Hainstraße 3 in Leipzig.
   
1852 Der Sohn Gustav Adolph Theodor Heyde wird am 24. Mai 1852 von der Innung als Lehrling angenommen; er lernt als Meisterssohn drei Jahre.
   
1863 In der Hainstraße 3 wird das Seitengebäude sowie das 1. und 3. Stockwerk genutzt.
Gustav Adolph Theodor Heyde ist nun Bürger, Zinngießer und Metalldreher in der Hainstraße 3.
   
1866 Julius Wilhelm Adolph Heyde verlegt seine Werkstätte in die Reichsstraße 14 pt.. Die Wohnung ist im Thomasgäßchen 11 II.
   
1868 Georg Heyde wird am 7. November 1868 auf Dauer von der Militärpflicht freigestellt.
   
1872

Er stellt am 8. April 1872 in Dresden den Antrag, ein Gewerbe als Spielwaarenhändler ausüben zu dürfen, zieht diesen Antrag allerdings am 22. April 1872 zurück und ersucht um Ausfertigung einer Bescheinigung als Zinngießer, die er am 30. April 1872 erhält.   

  

Die Firma Georg Heyde als Zinnspielwaarenfabrik, Metallwaren- und Nippesfabrik bzw. Fabrik feinster Metallspielwaren ist somit in Dresden gegründet. Das Geschäft befindet sich in der Langestraße 35 pt. (Dresden-Wölfnitz).

   
     Etikett bis 1877
   
     Beispiel einer Figurenpackung
   
1874

Georg Heyde wird Zinngießermeister und Mitglied der Zinngießerinnung in Dresden am 12. Januar 1874.

Wohnung und Geschäftsräume befinden sich in der Steinstraße 13 und 14.

   
1875 Die Zinnspielwarenfabrik zieht in die Steinstraße 12, Hinterhaus, I. Stock.
   
1877

Am 9. Juni 1877 heiratet Georg Heyde die Elisabeth Böhmer (* 1853), die Tochter des Dresdner Zinngießermeisters Carl Julius Adolph Böhmer.

Anläßlich der "Sächsischen Ausstellung von für die Jugend bestimmten Erzeugnissen der Kunst, Wissenschaft und Industrie in Dresden" bekommt Georg Heyde einen 2. Preis.

Am 19. Juni 1877 wird die Zinnspielwaarenfabrik von dem Bezirks-Inspektor August Frenzel kontrolliert und Georg Heyde wird am 21. Juni 1877 angezeigt, weil er die nach der Reichsgewerbeordnung erforderliche Liste der jugendlichen Arbeiter im Arbeitslocale nicht ausgehängt hat.

Es werden bei dieser Kontrolle neun Knaben angetroffen, von denen vier das 12. Lebensjahr bereits überschritten und fünf dasselbe noch nicht erreicht haben.

Die Kinder treten die Arbeit zumeist Nachmittags 1 Uhr oder auch später an, arbeiten täglich 3, 4 und 5 Stunden, haben von 4 bis 1/2 5 Uhr Pause und Abends 7 Uhr wird die Fabrik vollständig geschlossen.

Über das Fehlen der erforderlichen Liste gibt Georg Heyde an, "daß er sich in Folge seiner vor 10 Tagen erfolgten Verheiratung habe anders einrichten müssen, da wo selbige gehangen ein Regal anzubringen genötigt gewesen sei und eine selbe bis jetzt noch nicht wieder angefertigt und aufgehangen habe."

Trotz dieser Einlassung ergeht an Georg Heyde am 5. Juli 1877 eine Strafverfügung über 15 Mark, die ihm mit Behändigungs-Schein No. 985 am 13. Juli 1877 persönlich "insinuiert" wird.

   
 

Am 19. Juli 1877 schreibt Georg Heyde (etwas konfus):

An die hohe Kreishauptmannschaft richtet Unterzeichneter daß Gesuch, die mir auferlegte Strafe (laut beiliegende Straf-Verfügung) erlassen zu wollen.

Was die in der Straf-Verfügung angegebene nicht vorschriftsmäßige Anzeige betrifft, so habe ich zur Zeit, bei dem hohen Rath zu Dresden schriftlich um Erlaubniß nachgesucht, und wurde ich in Folge dessen vorgeladen, wo mir die Erlaubniß durch einen Herrn Stadtrath persönlich mitgetheilt wurde zugleicher Zeit die Reichs-Gewerbe-Ordnung bekannt gemacht wurden.

Ich habe die auf mich bezüglichen § mit der peinlichsten Sorgfalt, wie es auch der Herr Stadtrath Secretair welcher die Gewerbesachen verteilt wahrheitsgemäß bestätigen wird.

Es dürfte Ihnen gewiß bekannt sein, daß zu einem Arbeits-Buch für

I. Geburtsschein

II. Erlaubnißschein der Eltern

III. Bescheinigung des Lehrers über einen regelmäßigen Besuch der Schule

IIII. meine Bescheinigung

Seit circa 2 Jahren beschäftige ich jugendliche Arbeiter, aber noch nie ist ein Knabe mit einem Arbeitsbuche Arbeits suchend gekommen.

In Folge dessen habe ich meine Pflicht und den Gesetzen gehorsam die Bücher selbst besorgt und bezahlen müssen, mit welchen Umständen und Mühen ich stets zu kämpfen habe, um die betreffenden Papieren zusammen zu bekommen, möchte ich Ihnen wohl gern hier anführen, doch würde mein Gesuch zulang werden.

Aber eines möchte ich doch bemerken die Eltern der Arbeitsuchenden Knaben, sind mit Ausnahmen Leute von nicht so gebildeten Stande und denen gegenüber gebe ich mir gerne Mühe ihnen begreiflich zu machen zu welchem Zweck ihre Bescheinigung und der Geburtsschein gebraucht wird.

Daß aber von den Lehrern der Schulen, die Angelegenheit acht Tage lang hingezogen wird, ja oftmals entgegenstrebt wird, oder wie kürzlich zu einen Knaben gesagt wurde „Möchte die Polizei selbst kommen und sich über den regelmäßigen Schulbesuch erkundigen“ daß läßt mich staunen, und kann eine hohe Kreishauptmannschaft daraus ersehen mit welchen

Schwierigkeiten ich zu kämpfen habe.

Daß zur Zeit der Controlle einige Knaben keine Arbeitsbücher hatten, lag darin daß sie erst vor einer halben Stunde um Arbeit nachgesucht hatten, und Probe Versuche machten, indem ich zu meiner Arbeit, nur geschikte Knaben verwenden kann.

Ich beschäftige sie zum malen von Zinn Figuren - Soldaten etc. und ist mir von mehreren Herren Schuldirectoren zur Zeit in der Hinsicht Unterstützung zu Theil geworden, als die Schule Knaben darauf aufmerksam gemacht wurden, daß diese Arbeit nicht den Sitten verderbenden Cigarren-Arbeiter etc. etc. zu verwechseln wäre, sondern zu gleicher Zeit belehrend wirkte, und kann ich Beweise bringen, daß meine Mühe schon reichlich Früchte getragen hat.

Bezüglich des nicht Aufhängens der Liste, war es ein reiner Zufall daß gerade den Tag ein Re[g]al an den Platz wo die Liste stets gehangen hat angebracht worden ist, meine andern Arbeiter als auch mein Herr Hauswirth kann dies der Wahrheit gemäß bestätigen und habe ich den Herrn Inspector auch Beweise der Veränderung gegeben, auf welche er mir mit den Worten antwortete, ich finde die Liste nicht vor und muß es notieren.

Nochmals eine hohe Kreis-Amts-Hauptmannschaft um gütige Nachsicht bittend, zeichnet in der Hoffnung, daß der Zufall, nicht als Nachlässigkeit betrachtet wird.

mit größter Hochachtung Georg Heyde Zinngießer Meister

   
 

Der Bezirks-Inspektor August Frenzel meldet am 7. August 1877 dem Rath zu Dresden - Abtheilung f. d. Gewerbepolizei:

In Gemäßheit erhaltener directorieller Weisung habe ich in vergangener Woche Abends gegen ½ 10 Uhr zu wiederholten Malen bei dem Zinnspielwaarenfabrikant Herrn Georg K. Ad. Heyde, Steinstraße No. 12 H.Hs. I. [?] lassen und hat man hierbei nicht [?] können, daß vor Abends und zu dieser Zeit Kinder unter 12 Jahren oder andere Personen daselbst beschäftigt werden, die Fabrikräume sind vielmehr jedesmal verschlossen und unbeleuchtet vorgefunden worden.

Am 1. dieses Monats Vormittags habe ich nun, der gehorsamst Unterzeichnete selbst, eine Revision der in der Heyde’schen Fabrik beschäftigt werdenden jugendlichen Arbeiter vorgenommen, beziehendlich auch am 3. dieses Monats vornehmen lassen und sind dabei am 1. dieses Monats nur die Knaben

Carl Otto Horn geboren d. 29. Januar 1865, wohnhaft an der Elbe No. 13,

Friedrich Samuel Reuter geboren d. 1. Februar 1864 und wohnhaft Stillnitzerstraße No. 71 I H.Hs.

Richard Fischer geboren d. 15. Januar 1866 und wohnhaft Fischergasse No. 1 II  

bei der Arbeit betroffen worden, während der Knabe Adolph Zschernich geboren d. 3. Juno 1865 und wohnhaft Albrechtsgasse No. 4 III, welcher nach Angabe des Herrn Heyde auch bei ihm auf Arbeit komme, an diesem Tage nicht anwesend war, wohingegen bei der am 3. dieses Monats vorgenommenen Revidierung nur die Knaben Horn und Fischer betroffen worden sind.

Vorgedachte 4 Knaben sind mit Arbeitsbücher versehen und wurde auch ein die Namen derselben enhaltenes Arbeiterverzeichniß aushängend vorgefunden.

Außer den vorerwähnten 3 Knaben ist noch die am 1. Dezember 1860 geborene und Fischergasse No. 1, II wohnhafte Martha Fischer, sowie eine noch ältere Frauensperson daselbst beschäftigt und in der im Vorderhause im Souterrain befindlichen Gießerei 3 erwachsene Arbeiter beim Gießen betroffen worden.

Von bestimmten Vorführungen des G. Heyde nach und nach auf zuvor schon bei den mit dem Gießen beschäftigten Arbeitern, sowie des Hausbesitzers Herrn Krebs eingezogenen Erkundigungen wurden Kinder in der Gießerei niemals beschäftigt und kommen solche nur dann in dieselbe, wenn sie Gußwaaren nach dem eigentlichen Fabrik- und Arbeitslocale in der ersten Etage des Hinterhauses tragen und wird die Arbeitszeit von Kinder sicherem Vernehmen nach

nie über die gesetzliche Zeit ausgedehnt, überhaupt aber die Fabrik selbst Abends 7 Uhr geschlossen.

Ich verhehle nicht Solches hiermit der Resolution gemäß gehorsamst anzuzeigen, nur erlaube mir noch ergebenst [?] zu bemerken und gebe vor geehrter Behörde gehorsamst anheim, ob es nicht als angezeigt erscheinen dürfte, daß die Arbeitsräume des Herrn Heyde bezüglich ihrer Zulässigkeit zur Beschäftigung jugendlicher Arbeiter von dem Herrn Stadtbezirksarzt Dr. med. Niedner besichtigt werden müssen.

   
 

Der Stadtbezirksarzt Dr. Niedner bemerkt am 9. Oktober 1877 zu dieser Angelegenheit:

Ich habe am gestrigen Tage eine [?]  der Heyde'schen Arbeitslocalitäten vorgenommen und mich hierbei überzeugt daß die betreffenden Kinder lediglich in einem Zimmer mit dem Anmalen der Bleisoldaten beschäftigt waren und daß deren

Thätigkeit daselbst völlig unbedenklich erscheint.

   
  Die Königliche Kreishauptmannschaft teilt dem Stadtrath zu Dresden am 18. August 1877 mit, daß "das Straferlaßgesuch des Zinngießers Georg Karl Adolf Heyde zu Dresden abgeschlagen worden ist"; dies wird ihm am 23. August 1877 "resolutionsgemäß beschieden".
   
 

Georg Heyde richtet am 28. August 1877 ein weiteres Gesuch an die Kgl. Kreisamtshauptmannschaft zu Dresden:

Der regl. Unterzeichnete erlaubt sich einer königl. Kreisamthauptmannschaft das nachstehende Gesuch unterthänigst zu unterbreiten.

Zur Herstellung der von mir zu fabrizierenden Artikel (Zinnsoldaten u. dergl. Figuren) verwendete ich bisher theilweise Knaben im Alter von 12 - 14 Jahren, die das Colorieren dieser Sachen besorgten. Es war dies für mich der einzige Ausweg die Preise meiner Fabrikate denen einer nürnberger Concurrenz gleichstellen zu können, da die übrigen Produktions-Kosten dieser Artikel ziemlich kostspielig sind und in keinem Verhältnisse mit dem Gesamt-Verkaufs-Preise derselben stehen.

Die Fabriken Nürnbergs haben Ihre Leistungsfähigkeit u. den daraus hervorgehenden Stand an der Spitze dieses Industriezweiges lediglich der Arbeit von Kinderhänden zu verdanken, die in Anbetracht der Leichtigkeit u. des Angenehmen derselben immerhin noch gut bezahlt wird .

Dies war das Geheimniß der Nürnberger, welches ein Begegnen oder Werfen dieser Concurrenz anderen, während der Zeit auftauchenden Spielwaaren-Fabriken bisher unmöglich machte.

Vor 4 Jahren machte ich hier zuerst den Versuch mit gleichen Kräften zu arbeiten u. kann ich wohl sagen, daß mir die günstigsten Erfolge zur Seite gestanden haben. Von dem Puplikum unterstützt, wurden mir die Söhne sehr achtbarer Familien anvertraut, da die Arbeit wie gesagt eine angenehme Unterhaltung u. für die Kinder immerhin noch eine Spielerei blieb, welche nebenbei noch einige Mark pr. Woche abwarf.

Seit Einführung der sogenannten Arbeits-Bücher mußte ich nun leider die Bemerkung machen, daß die Besten der mir anvertrauten Kinder ihre Arbeit einstellten, u. um ihre Entlassung baten.

„Arbeit schändet nicht“ wohl wahr, aber die Eltern hielten es, u. vielleicht nicht mit Unrecht, für unpassent die jungen Arbeitskräfte ihrer Kinder bereits so früh zu verdingen u. sich dazu gar erst eine obrigkeitlich Erlaubniß einzuholen.

Ich warf mich nun als Mittler dieser von einer anderen Seite beleuchteten, nicht zu unterschätzenden Einrichtung auf, u. erbot mich freiwillig zur Besorgung dieser „Arbeitsbücher“, welchen Weg ich bald als den richtigen erkannte.

Wie einer königl. Kreisamtshauptmannschaft nicht unbekannt sein wird, gehört jedoch zur Besorgung eines solchen die Herbeischaffung eines Geburtsscheines etc., was bei der theilweise sehr beschränkten freien Zeit der Eltern, die in der Hauptsache doch immer der arbeitenden Classe angehören, gewöhnlich einige Tage Zeit erfordert.

Da der Reiz des Neuen, bei vielen der bei mir eingestellten Kinder sich oftmals rasch verliert, so kommt ein Wechsel derselben ziemlich oft vor, so daß ich fast wöchentlich 1 - 2 neue Kinder in Arbeit nehme.

Wie erwähnt, ist es nun nicht immer möglich, binnen 24 Stunden die Geburtsscheine etc. u. somit die benöthigten Arbeitsbücher zu besorgen u. geht meine Bitte an eine königl. Kreisamtshauptmannschaft nun dahin, mich, falls Kinder, welche nachweislich nicht länger als vier Tage bei mir beschäftigt sind, ohne Arbeitsbücher betroffen werden, nicht zu bestrafen, sondern mir eine viertägige Frist zur Besorgung dieser Arbeitsbücher doch gefl. gewähren zu wollen.

Einem günstigen Bescheide entgegen sehend zeichne ich mit aller Hochachtung u. Ergebenheit

Georg Heyde Steinstrasse No. 12

   
  Am 5. September 1877 wurde Georg Heyde "resolutionsgemäß beschieden und behielt sich Weiteres vor".
   
 

Am 17. September 1877 erscheint der Mechanikus Karl Heinrich Moritz Ganz im Rathaus Dresden und zeigt an, "daß sich in der von ihm in Nr. 12 der Steinstraße, Hinterhaus parterre ermietheten Werkstatt der Schwamm dermaßen ausgebreitet habe, daß der Aufenthalt in den fraglichen Räumen der Gesundheit höchst zuwider sei und er bitte deshalb um eine Localbesichtigung und Abhülfe".

"Besitzer des Grundstücks ist der Bauunternehmer Herr Hermann Krebs".

Karl Ganz gibt noch an, "daß er die fragliche Werkstatt am 1. Oktober 1877 verlassen werde; von dieser Zeit ab habe der im Parterre von Nr. 12 der Steinstraße wohnende Zinnspielwaarenfabrikant G. Heyde die von ihm derzeit zu Werkstattzwecken benutzten Räume zu gleichen Zwecken ermiethet und wolle darin Kinder, die er bei seiner Fabrikation beschäftigt, unterbringen".

"Gleichzeitig zeigt der Herr Komparent [Karl Ganz] an, daß die Schmelzkessel für Blei von Herrn Heyde ohne die für die Gesundheit der Arbeiter durchaus erforderlichen Abzüge für die giftigen Bleidämpfe aufgestellt seien, die von Heyde beschäftigten Kinder aber von 1 - 8 bez. auch 8 ½ Uhr, also länger als die gesetzlich für schulpflichtige Kinder zulässige Arbeitszeit bei Heyde arbeiten".

   
 

Der Stadtbezirksarzt Dr. W. Niedner wird am 19. Oktober 1877 beauftragt, die zur Anzeige gebrachten "Thatsachen" zu begutachten und schreibt am 7. November 1877:

Ich habe vor einiger Zeit die Fabriklocalitäten des Herrn Heyde in Augenschein genommen und hierbei gefunden daß überhaupt nur die Metallgießerei in sanitärer Beziehung Bedenken veranlaßen kann.

Dieselbe befindet sich im Souterrain des Gebäudes und besteht zur Zeit nur einem kleinen Ofen, ähnlich wie ihn die Klempner benutzen, auf welchem ein eisernes Gefäß angebracht ist, in dem das Blei oder das Zinn, welches zum Gießen der Spielwaaren benutzt wird, zur Schmelzung gelangt.

Die hierbei möglicher Weise entstehenden Bleidämpfe strömen in Ermangelung eines Abzugrohres einfach in die Luft aus und können insofern allerdings bedenklich fallen.

Da aber die geringe Anlage zur Zeit nicht nur sehr klein, sondern auch nur eine interimistische ist, indem eine bessere in kurzer Zeit in einem anderen Locale eingerichtet werden soll, so halte ich ein offizielles Einschreiten für jetzt nicht geboten, empfehle aber Herrn Heyde zu veranlaßen, bei der demnächst einzurichtenden Gießerei für einen paßenden Abzug der Metalldämpfe besorgt zu sein.

   
  Georg Heyde wird unter Vorlegung des vorstehenden Gutachtens befragt, ob und wann von ihm die Einrichtung einer anderweitigen Werkstätte beabsichtigt sei. Er wird am 26. November 1877 resolutionsgemäß beschieden und erklärt, daß die Verlegung der bezeichneten Werkstätte bereits erfolgt sei.
   
 

Der Bezirksinspektor August Frenzel gibt am 30. November 1877 an den Kgl. Rath zu Dresden folgende Erklärung ab: 

Der Zinnspielwaarenfabrikant Herr Georg Heyde hat den angestellten Erörterungen nach, die vormals in einem Souterrainraume des Vordergebäudes untergebrachte Gießerei derzeit in einen Parterreraum des Hintergebäudes, welcher früher zu der Werkstatt des Herrn Mechanikus Ganz gehörte und noch früher als Küche diente untergebracht.

Gedachter Raum hält ung. 7,70 qm. Flächenraum ist 3,1 m hoch, mit Cementfußboden und einem großen Fenster, durch welches genügend Luft und Licht in selbigen zugeführt wird versehen u. es befinden sich zwei kleine Schmelzöfen, ähnlich kleinen Herden, in welchen kleine Kessel zum Schmelzen des Metalls eingemauert sind, aufgestellt, von denen der eine nahe am Fenster und der andere nahe der dem Fenster gegenüberliegenden Wand steht.

Der dem Fenster zunächst stehende Ofen ist mit einem Abzugsrohr, welches durch das Fenster in das Freie geleitet ist, versehen, während der andere einer solchen Vorrichtung entbehrt.

Das gedachte Abzugsrohr dient aber nach Angabe des G. Heyde nicht zur Ableitung von Bleidämpfen, da sich angeblich bei der geringen Erhitzung bis zum Schmelzen des von ihm zu verarbeitenden Metalls gar keine solchen entwickeln, sondern zur Ableitung der von dem flüssigen Metall fortwährend ausströmenden Wärme und hat den Zweck, die Temparatur in diesem Locale nicht auf einen zu hohen Grad kommen zu lassen.

Obgleich der fragliche Gießraum nur klein und beschränkt ist, so glaubt man doch hierseits daß derselbe zum längeren Aufenthalt für Menschen nicht als ungeeignet bezeichnet werden kann, umsomehr, da sich in demselben nur 2, höchstens 3 erwachsene Arbeiter, die das Gießen der Zinnspielwaaren besorgen, aufhalten.

Der neben dem nacherwähnten Gießraume befindliche größere mit 2 Fenstern und Holzfußboden versehene Raum wird von dem G. Heyde als Comptoir und zugleich als Lagerraum benützt und befinden sich die übrigen eigentlichen Arbeitsräume in der ersten Etage des bezeichneten Hintergebäudes und sind selbige, dieselben, die G. Heyde seither schon immer gehabt hat.

   
1878

Georg Heyde bezieht mit seiner Ehefrau eine Wohnung  im Haus des Schwiegervaters in der Blasewitzerstraße 14d II., das Geschäftslokal ist nach wie vor in der Steinstraße 12 I. HH.

Die Tochter Katharina Heyde wird geboren.

 

Julius Wilhelm Adolph Heyde ist in Leipzig verstorben [Er muß ein zweites Mal geheiratet haben, denn seine Witwe ist im Adressbuch von Leipzig als Johanne Christine Aline Heyde verzeichnet].

   
1879

Georg Heyde beteiligt sich wieder an der "Sächsischen Ausstellung von für die Jugend bestimmten Erzeugnissen der Kunst, Wissenschaft und Industrie in Dresden" und bekommt diesmal einen 1. Preis.

Am 8. Januar 1879 bezahlt Georg Heyde die Strafe in Höhe von 15 Mark aus der Strafverfügung vom 5. Juli 1877.

   
1880

Die Tochter Lizzie Heyde wird geboren.

Wohnung und Werkstatt sind nun in der Striesenerstraße 23.

 

Nachdem der Bezirksinspektor August Frenzel am 9. Juli 1880 bei einer Kontrolle wiederum feststellt, daß angetroffene Arbeiterinnen und Arbeiter weder Arbeitsbücher noch Arbeitskarten vorweisen können bzw. in einem Dienstbuch der Dienstantritt nicht verzeichnet ist sowie auf dem selbstgeschriebenen aushängenden Namensverzeichnis zwei Beschäftigte von 14 und 16 Jahren nicht verzeichnet sind und die Arbeitszeit und Pausen nicht aufgeführt sind, wird gegen Georg Heyde wieder eine Geldstrafe von 15 Mark, ersatzweise 3 Tage Haft, verhängt.

   
 

Er schreibt am 30. August 1880

An den Rath der Stadt Dresden

Im Besitze dieser Strafverfügung erlaube ich mir hiermit, aus folgenden Gründen Sie höflichst um Erlaß der Strafe zu bitten.

Bezüglich der gefehlten Arbeitsbücher habe ich die betreffenden Personen erst dann in Arbeit genommen, als denselben wiederholt an zuständiger Stelle versichert wurde, ich könne die Personen ruhig in Arbeit nehmen, da sie doch bez. Erlangung eines Arbeitsbuches angemeldet seien, und sie doch in der Zeit, welche die Ausfertigung der Bücher bez. Anfragen an frühere Behörden oder Vormundschaften beansprucht, auch existieren bez. andienen müßten.

Ich berufe mich hierbei auf das Zeugniß der betreffenden Personen selbst, zumal auf das des Stiefvaters der Auguste Tobianke, Herrn Tanzlehrer Fleischer, hier Canalgasse 18 I.

Das Verzeichniß der jugendlichen Arbeiter hat wohl in meinem Lokal gehangen, freilich nur geschrieben und nicht auf dem vorgeschriebenen Formularen, und hat nur darauf die Angabe der Pausen gefehlt, welchem Übelstande sofort abgeholfen wurde.

Indem ich Sie noch mals höflichst um Redivierung bez. Erlaß der Strafe bitte, zeichne ich hochachtungsvoll

Georg Heyde

 

Stadtrat und Kgl. Kreishauptmannschaft lehnen das Gesuch ab und Georg Heyde bezahlt die 15 Mark Strafe am 9. Oktober 1880. 

 

Am 23. Oktober 1880 bekommt Georg Heyde das Bürgerrecht der Stadt Dresden.

   
1881

Eine weitere Medaille bekommt Georg Heyde auf der "Gewerbe- und Industrie-Ausstellung zu Halle/Saale, Ausstellungsgebiet Königreich und Provinz Sachsen-Anhalt und Thüringische Staaten".

Die Zinn- und Blechspielwarenfabrik ist in der Striesenerstraße 23 Paterre und I. Stock.

   
1883

Georg Heyde läßt seine Firma "Georg Heyde" am 26. April 1883 zum 1. Mai 1883 in das Firmenregister eintragen; er ist alleiniger Firmeninhaber.

Wohnung und Werkstätte des Zinn- und Blechspielwarenfabrikanten sind jetzt in der Alaunstraße 91/ I  in Dresden-Neustadt.

   
1884

Die Ehefrau Elisabeth Heyde, geb. Böhmer stirbt.

Bei einer durch den Bezirks-Inspector Ernst Löfle am 11. September 1884 durchgeführten Revision des "Fabriketablissements" werden sämtliche Arbeiter mit Arbeitsbüchern bzw. Karten angetroffen, ein Verzeichnis der beschäftigten jugendlichen Arbeiter und ein Auszug aus den Bestimmungen der Gewerbeordnung hängt aus. 

   
1886

Georg Heyde heiratet Johanna Littmann (* 25. März 1864) am 24. Januar 1886.

Das Ehepaar bekommt noch die Kinder Walther Georg Heyde (* 8. November 1886) und Dora Heyde.

  

Der Werksleiter der Firma Georg Heyde & Co., Carl Gottlob Heinze, wird am 22. März 1886 zum Meister gesprochen. Er ist Schriftführer der Dresdener Zinngießerinnung.  

  

August Albin Schultze, Kaufmann in Dresden, ist ab 8. April 1886 Mitinhaber der Firma "Georg Heyde & Co."

   
     Etikett ab 1886
   
1887 In der Alaunstraße 16 wird ein vierstöckiges Geschäftshaus gebaut und bezogen.
   
1890   Anzeige im Wegweiser 1890
   
    
Packung "Kunstreiterin" (D.R.P. 41872) Foto Markus Grein
   
   Patent Nr. 41872
   
1891

Zu dem Gebäude Alaunstraße 16 wird ein dreistöckiges Hinterhaus errichtet.

Gießerei und Werkstatträume befinden sich im Erdgeschoß, I. und II. Stockwerk des Hauptgebäudes sowie im Erdgeschoß und I. Stockwerk des Hinterhauses. Die übrigen Stockwerke sind vermietet. 

Das vierstöckige Nachbargebäude Alaunstraße 14 mit zweistöckigem Hinterhaus ist nun auch Privateigentum von Georg Heyde und wird vermietet.

Der Werkmeister Carl Gottlob Heinze wohnt über den Werkstatträumen im Hinterhaus der Alaunstraße 16.

   
1894 Georg Heyde zieht mit seiner Familie von der Alaunstraße in eine Villa in der Radeberger Straße 23 um.
   
1897 Die Villa in der Radeberger Straße 23 wird gekauft.
   
1902 Der "Verband der Sächsischen Industriellen" wird gegründet. Georg Heyde ist Mitbegründer und Vorstandsmitglied.
   
     Reklamemarke
   
 
Exerzier-Vorrichtung (D.R.G.M. S No, 90877), Angebot aus dem Katalog von 1902 von A. W. Gamage Ltd., London/Holborn
   
1904 Walther Heyde dient als Einjährig-Freiwilliger beim 4. Kgl. Sächsischen Feldartillerie-Regiment Nr. 48 in Dresden-Neustadt.
   
1913 Georg Heyde ist Inhaber des Albrechtsordens Ritterkreuz 1. Klasse und des Preußischen Roten Adler-Ordens 4. Klasse.
   
1914 Als Leutnant der Artillerie nimmt Walther Heyde am I. Weltkrieg teil.
   
      Etikett
   
1916 Georg Heyde hat nun den Preußischen Roten Adler-Orden 1. Klasse.
   
1918 Ihm wird der Titel "Königlich Sächsischer Kommerzienrat" verliehen.
   
1920 Zu den bereits verliehenen beiden Orden kommt noch das Kriegsverdienstkreuz.
   
1926 Die Gesellschaft Georg Heyde & Co. ist ab 30. Januar 1926 nach dem Ableben von August Albin Schultze aufgelöst; Georg Heyde führt das Handelsgeschäft und die Firma als Alleininhaber weiter.
1927 Zum 21. Dezember 1927 wird dem Kaufmann Benno Georg Menzer in Dresden Prokura erteilt.
   
1928

Georg Heyde ist durch Tod († 19. Mai 1928) ausgeschieden. Er wird in der Familiengruft auf dem Trinitatisfriedhof in Dresden beigesetzt.

Das Handelsgeschäft und die Firma haben erworben:

a) die Kommerziensrats- und Fabrikbesitzerwitwe Johanna Heyde, geb. Littmann in Dresden

b) die Kaufmannsehefrau Katharina Bernhardt, geb. Heyde in Dresden

c) die Arztehefrau Lizzie Baumann, geb. Heyde in Coswig (Bez. Dresden)

d) der Kaufmann Walther Heyde in Dresden

e) die Kunstmalersehefrau Dora Hänel, geb. Heyde

Die zwischen ihnen begründete offene Handelsgesellschaft hat am 19. Mai 1928 begonnen. Die unter b, c und e genannten sind von der Vertretung der Gesellschaft ausgeschlossen (im Firmenregister eingetragen per 4. August 1928).

 

In "Die Zinnfigur - Monatsschrift für Freunde und Liebhaber von Zinnfiguren, Trachten, Geschichte und Völkerkunde, Jahrgang 1928, Heft 8" erscheint folgender Nachruf:

"Mitten aus einem arbeitsreichen Leben rief der unerbittliche Tod den Inhaber der Bleisoldatenfabrik, Herrn Commerzienrat Heyde, zu sich. In kurzer Zeit hätte er seinen 80. Geburtstag feiern können. Er war der Sohn eines angesehenen Leipziger Zinngießermeisters und gründete in Dresden im Jahre 1872, zunächst im kleinen Rahmen, eine Fabrik für Metallspielwaren, besonders Bleisoldaten und zwar als Spezialität die plastischen 5 cm hohen Figuren. Eiserner Fleiß, zäher Arbeitswille, gepaart mit hervorragender fachlicher und handwerklicher Tüchtigkeit halfen ihm bald, sich mit seinen Fabrikaten Geltung zu verschaffen, denn es wollte den damaligen Abnehmern noch gar nicht so recht in den Sinn, daß man Zinnsoldaten auch wo anders kaufen sollte als in Nürnberg. Am 30. April 1922 konnte Herr Georg Heyde unter zahlreichen Ehrungen sein 50jähriges Geschäftsjubiläum feiern. Im Jahre 1918 erfolgte seine Ernennung zum Königlich Sächsischen Commerzienrat.

Die Firma wird von den Erben im Sinne des Gründers weitergeführt und weiter ausgebaut. Bekanntlich gibt es unter den Sammlern von Zinnfiguren auch Liebhaber der plastischen Figuren."

   
1930 Dora Hänel, geb. Heyde, ist zum 24. April 1930 aus der Firma ausgeschieden.
   
     Anzeige (Der Standhafte Zinnsoldat 1930)
   
1932 In der Alaunstraße 16 werden im Vordergebäude das Erdgeschoß, das 1. und 2. Stockwerk und im Hintergebäude das Erdgeschoß und das 1. Stockwerk als Fabrikräume genutzt. Die Gießerei befindet sich im Keller des Hintergebäudes.
   
1933

Die Gesellschaft ist zum 27. Juni 1933 aufgelöst.

Johanna verww. Heyde, geb. Littmann, Katharina verehel. Bernhardt, geb. Heyde und Lizzie verehel. Baumann, geb. Heyde sind ausgeschieden.

Walther Heyde führt das Handelsgeschäft und die Firma als Alleininhaber fort.

   
1935 (ca.) Das Erdgeschoß in der Alaunstraße 16 wird an die 1917 gegründete Schokoladenfabrik Bruno Clauß als Verkaufsniederlassung vermietet. Jeweils das I. und II. Stockwerk des Vorder- und Hinterhauses werden als Werkstatträume genutzt.
   
1941-1945 In der Alaunstraße 16 werden im Vordergebäude das 1. und 2. Stockwerk und im Hintergebäude das 1. und 2. Stockwerk als Fabrikräume genutzt. Im 3. Stockwerk des Vordergebäudes wird ein Raum als Archiv genutzt. Die Gießerei befindet sich im Keller des Hintergebäudes.
   
1945

Am 13./14. Februar 1945 brennt das Hintergebäude der Alaunstraße 16 durch den Bombenangriff auf Dresden vollständig aus und ist bis auf die Kellerräume (mit der Gießerei und dem Formenbestand) total zerstört.

Eigentümer der Häuser Alaunstraße 14 und 16 einschließlich der beiden Hinterhäuser sind zu diesem Zeitpunkt Johanna verww. Heyde, Clara verww. Schultze und Elsa verww. Seifert.

   
1951 Zum 21. Juni 1951 ist die Prokura des Benno Georg Menzer erloschen.
   
1973

Walther Heyde stirbt am 23. Januar 1973, seine Frau Maria Heyde, geb. Sturm (* 1892) am 13. März 1973.

Privatbesitz und Firmeninventar werden vom Staat übernommen, nachdem weder Nachkommen noch ein Testament vorhanden sind.

   
1999 Die Firma ist am 7. Oktober 1999 offiziell erloschen.
   
  Hervorragende Abbildungen von Figuren und Originalkästen finden sich u. a. in den Veröffentlichungen "Markus Grein: Mit Heyde-Figuren um die Welt, Edition Krannich, 2003", "Henry I. Kurtz und Burtt R. Ehrlich: Spielzeugsoldaten, Motorbuch-Verlag Stuttgart, 1989", "Hans H. Roer: Bleisoldaten, Verlag Callwey München, 1981" und "Hans H. Roer: Alte Deutsche Spielfiguren in Blei, Palagonia Verlag Rommersheim, 1993".
   
 

Nach telef. Auskunft (2001) eines ehemaligen Mieters, der im Vordergebäude Alaunstraße 16 wohnte, befanden sich noch vor der Auflösung der DDR Formen, Ausstellungsvitrinen mit Mustern der ehemaligen Produktion, zentnerweise blanke und teilweise bemalte Abgüsse und sonstige Werkstatteinrichtungen in dem Gebäude und wurden von Angehörigen der NVA tagelang abtransportiert und teilweise in das Armeemuseum der DDR, heute Militärhistorisches Museum der Bundeswehr in Dresden, verbracht. Auf Anfrage bestätigt der Leiter der Abteilung SG Orden/Varia des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr, Herr Rainer Kunz, im April 2010, dass Objekte der ehemaligen Fabrik Georg Heyde in das Museum gelangten. "Da die Bestände noch nicht erschlossen sind und das Museum derzeit fundamental umgebaut wird, ist es frühestens in zwei Jahren möglich, diese Bestände zu katalogisieren."

Dies ist bis heute (21. Februar 2015) immer noch nicht geschehen!

   
 

Quellen:

Handelsregister des Amtsgerichts Dresden

Kataloge Georg Heyde & Co., Dresden-Neustadt

Landeshauptstadt Dresden - Stadtarchiv: Gewerbeakte Georg Heyde

Landeshauptstadt Dresden - Stadtarchiv: Unterlagen Kriegsschädenamt, Anträge vom März und August 1945

Adressbücher Leipzig und Dresden online (Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden

Adressbücher Braunschweig online (Digitale Bibliothek Braunschweig)

Wegweiser für die Keramische, Bronze-, Spiel-, Kurz-; Galanterie- etc. Waaren-Industrie 1890

Erwin Hintze: Die Deutschen Zinngießer und ihre Marken Band I (Sächsische Zinngießer), Leipzig, K. W. Hiersemann, 1921 - 1931 

Der standhafte Zinnsoldat - Nachrichten für Liebhaber der Zinnfigur, Joachim Ritter, Merkkleeberg b. Leipzig, 3. Jahrgang 1930 und 5. Jahrgang 1932

Hans H. Roer: Bleisoldaten, Verlag Callwey München, 1981

Mr. Gamage's Great Toy Bazaar 1902-1906, Denys Ingram Publishers, London - Hastings House Publishers Inc., New York, 1982

Reinhold Müller/Manfred Lachmann: Militärhistorische Miniaturen, Militärverlag der DDR, Berlin 1983

Ulf Leinweber: Die kleine Figur - Geschichte in Masse & Zinn, Schriften zur Volkskunde 3, Staatl. Kunstsammlungen Kassel, 1985

Henry I. Kurtz und Burtt R. Ehrlich: Spielzeugsoldaten, Motorbuch-Verlag Stuttgart, 1989

Hans H. Roer: Alte Deutsche Spielfiguren in Blei, Palagonia Verlag Rommersheim, 1993

Kranich/Vogel: Sächsische Zinnminiaturen, Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig/Stuttgart 1994

Markus Grein: Mit Heyde-Figuren um die Welt, Edition Krannich, 2003

Freundliche Mitteilung des Herrn Rainer Kunz, Militärhistorisches Museum der Bundeswehr, Dresden (2010)

Stadtarchiv Braunschweig: Taufregister St. Magni, G III 2: 116 S. 208 - herzlichen Dank an Herrn Valentin Feist!

Herzlichen Dank an Markus Grein für den Hinweis auf die Anzeige 1890 und die Abbildung der Kunstreiterin-Packung!

   
  Kosten dieser Seite:
Stadtarchiv Dresden EUR 81,70
Sächsisches Hauptstaatsarchiv DM 9,00
Amtsgericht Dresden DM 10,00
   
  Zurück zur Gesamtnamensliste
   
  Zurück zur Startseite