Heinrich, Gebrüder - Fürth
Heinrich, Johann Georg - Fürth
   
1854

Der Bäckermeister Johann Georg Lorenz Heinrich erhält am 3. Februar 1854 eine Lizenz zum Handel mit Glasabfällen.

   
1859

Er handelt im Haus Nr. 162 (am Helmplatz) der Rothgerbermeisterswitwe und Lederhändlerin Marie Tochtermann mit Glasabfällen und unterhält ein Lager von Daguerrotypgläsern.

Zusammen mit Johann Caspar Friedrich Engert betreibt er eine Zinn-Compositionsfigurenfabrikation, die sich im Haus 188b Liliengasse befindet.

   
1862

Nach dem Tode von Johann Georg Lorenz Heinrich am 5. Dezember 1862 führt dessen Witwe Anna Margarethe Heinrich (*31. August 1815; † 14. März 1874), Tochter des Fürther Bronzefarbenfabrikanten Erhard Segitz (Inhaber der Firma Paul Segitz sel. Wwe. in der Alexanderstraße 315a; später unter eigenem Namen am Hallplatz 3), die nun vier Kinder zu ernähren hat, das Geschäft mit Engert weiter.

   
1864

Engert scheidet aus dem gemeinsamen Betrieb aus und gründet eine eigene Firma.

Johann Conrad Heinrich (*9. Dezember 1844), der in der Zeit vom 17. Oktober 1856 und dem 15. April 1859 - nach der Volksschule - zwei Kurse in der Gewerbeabteilung der Fürther Handels- und Gewerbeschule besucht, danach Bäcker gelernt und als Bäckergeselle gearbeitet hat, erhält am 1. März 1864 die Lizenz zum Fertigen von Compositions- und Spielwaren.

 

Er schreibt in seinem Gesuch auf Erteilung dieser Lizenz u. a.:

"Nachdem nun Engert freiwillig aus diesem Geschäfte getreten ist, so wäre es von nicht unbedeutendem Nachtheile, wenn dasselbe von unserer Seite nicht fortbetrieben werden könnte, und beabsichtige ich deshalb mit meinem jüngeren Bruder und meiner Mutter das Geschäft selbständig fortzuführen, wozu ich die vollkommene Befähigung besitze. Diesem Vorhaben

dürfte in der Erwägung geneigtest stattzugeben sein, dass meine Mutter an Fabrikeinrichtungsgegenständen und Rohmaterialien ein bedeutendes Kapital in diesem Geschäfte verwendet hat ..." 

   
1866

Anläßlich der sogenannten "Königstage" erhält der Zinnfigurenfabrikant Heinrich, welcher dem König eine Schachtel Bleisoldaten (eine komplette Schützen-Kompagnie des 14. Inf. Reg.) zusandte, eine Brillantnadel und ein goldenes Hemdknöpfchen.

   
1867

Nachdem auch Johann Georg Heinrich (* 14. Mai 1847) am 7. Mai 1867 die Lizenz für die Verfertigung von Spielwaren bekommt, betätigen sich die Brüder ab dem 1. Januar 1867 als Zinnfigurenfabrikanten.

Dazu wird im Bayerischen Anzeiger für Handelsgerichte und Handelsinteressen am 22. und 29. Januar 1870 veröffentlicht:

"Bekanntmachung. Die Zinnfiguren-Fabrikanten Johann Conrad Heinrich und Johann Georg Heinrich in Fürth betreiben seit dem 1. Januar 1867 unter der Firma "Gebrüder Heinrich" ein Zinnfigurengeschäft in offener Handelsgesellschaft mit dem Sitze in Fürth."

   
  Am Sonntag, dem 22. Dezember 1867 werden im Lesezimmer des Gewerbevereins u. a. Zinnfiguren von den Gebrüdern Heinrich ausgestellt.
   
 
  Etikett für den Export nach Frankreich vor 1869 (Foto Earl Jorgensen)
"Die zeitgenössischen chinesischen Soldaten"
Firmenzeichen
   
1869

Das Fürther Tagblatt vom Sonntag, dem 25. Juli 1869 schreibt:

"Auf der „allgemeinen Kunst-, Gewerbe- und Industrie-Ausstellung zu Wittenberg“ ist auch die Fürther Industrie nicht unvertreten, namentlich wird der Erzeugnisse der Zinnfiguren-Fabrik der Herren Gebr. Heinrich in allen Berichten rühmend gedacht."

Die Zeitzer Zeitung meint:

„Wenden wir den Blick von diesen letzten Bedürfnissen (Metallsärgen) zu der fröhlichen Kindheit ersten Freuden. Von diesem Standpunkte aus schlägt unser Herz hoch in Betrachtung der reizenden, unübertrefflichen Zinnsoldaten, nicht glatt gepreßt, sondern körperlich voll (für welche schon Göthe als Knabe schwärmte), von Gebr. Heinrich in Fürth. Die Fabrik ist in dieser Spezialität längst berühmt und verdient entschieden einer der ersten Preise;“ und in dem „Boten für das Saalthal“ begegnen wir folgender Notiz: „Zum Schlusse unseres letzten Artikels sorgten wir für die Damen; heute sollen die Kinder an die Reihe kommen. Da strecken sich die kleinen und großen Hände gewiß zunächst nach den wundervollen Zinnfiguren von Gebr. Heinrich in Fürth aus, die nicht platt, sondern körperlich rund gearbeitet sind. Genannte Fabrik hat in diesem Genre bereits Vorzügliches geleistet und ist unseres Wissens nicht übertroffen worden.“ 

 

Im Fürther Tagblatt vom Samstag, dem 4. September 1869 ist folgende Bekanntmachung veröffentlicht:

"Fürth, 3. September. Den Herren Gebrüder Heinrich dahier wurde von der Jury der allgemeinen deutschen Gewerbe- und Industrie-Ausstellung in Wittenberg für ihre im Gebiete der Fabrikation von Zinnfiguren als außerordentlich anerkannten Leistungen die goldene Medaille zuerkannt und unter'm Heutigen zugestellt."

   
1870

Die Brüder und Zinnfigurenfabrikanten Johann Conrad Heinrich und Johann Georg Heinrich lassen per 22. Januar 1870 die Firma "Gebrüder Heinrich" in das Gesellschaftsregister des Amtsgerichts Fürth eintragen. Die Fabrik befindet sich in der Bahnhofstraße 24.

Margarethe Heinrich, Glashändlerswitwe, kauft von Friedrich Gottfried Christian Spanner, [Zinnfiguren- und] Spielwarenfabrikant, lt. Urkunde des k. Notars Dr. Ortenau in Fürth vom 11. Februar 1870 zu einem Kaufpreis von 22.300 fl. das Haus Nr. 63 Königsstraße. Formen und Werkstatteinrichtung werden übernommen.

   
1871

Johann Conrad Heinrich verehelicht sich am 18. März 1871 mit Dorothea Katharina Bloedel (* 5. Januar 1851), der Tochter des Müllermeisters und Mühleneigentümers Johann Kaspar Bloedel aus Langenzenn.

Aus dieser Ehe gehen fünf Kinder hervor: Johann Kaspar Wilhelm Heinrich (* 22. April 1872), Christian Friedrich Heinrich (* 8. Mai 1874; † 28. September 1874), Anna Kunigunde Augusta Heinrich (* 8. Mai 1874), Johann Georg Heinrich

(* 7. Juni 1883; † 20. Januar  1887) und Johann Friedrich Heinrich (* 5. Mai 1889).

 

Margarethe Heinrich, Witwe, übergibt lt. Urkunde des Notars Dr. Ortenau in Fürth am 4. Mai 1871 an Johann Georg Heinrich und Johann Conrad Heinrich mit Ehefrau Dorothea Heinrich Haus Nr. 63 Königsstraße für 23.000,00 fl..

   
1872

Johann Conrad Heinrich läßt sich am 27. Februar 1872 als Gewerbsberechtigter in das "Kataster über die persönlichen Gewerbe in der königl. bairischen Stadt Fürth" unter Zinnfiguren-Fabrik eintragen.

   
1873

Die Fabrik von Zinn- und Compositionsfiguren beteiligt sich an der Wiener Weltausstellung und erhält eine Verdienstmedaille.

Es werden zu der Zeit vier männliche, vierzig weibliche und etwa fünfzig Cartonage-Arbeiterinnen und Malerinnen beschäftigt.

   
      Anzeige 1873
   
1874

Johann Gottfried Heinrich übergibt lt. Stadtgericht am 7. März 1874 Haus Nr. 9 Gustavstraße an Margarethe Heinrich, Witwe, um 8.000 fl.

   
1875

Die Firma Gebrüder Heinrich wird mit der Verdienstmedaille des Gewerbemuseums Nürnberg "Dem Verdienste im Gewerbe" geehrt.

   
1877

Johann Georg Heinrich heiratet am 6. Februar 1877 Maria Margarethe Meier (* 18. Juni 1856), die Tochter des Metallschlägermeisters und Bronzefabrikanten Johann Caspar Meier (Inhaber einer Bronce- und Metallfabrik in der Schwabacherstrasse 39) und dessen Ehefrau Anna Kunigunda, geborene Fuchs.

Während dieser Beziehung und Ehe werden vier Kinder geboren:

Johanna Magdalena Heinrich (* 17. Januar 1874; † 20. August 1892 in Plauen), Anna Kunigunda Luise Heinrich 

(* 7. September 1877), Dorothea Henrietta Heinrich (* 17. März 1881; † 1. November 1909) und Karl Heinrich

(* 4. März 1883).

   
1882

Auf der Bayer. Landes-Industrie-, Gewerbe- und Kunst-Ausstellung in Nürnberg erhalten die Gebrüder Heinrich für vorzügliche technische Leistungen eine Silberne Medaille.

Die Firma Heinrichsen in Nürnberg bietet neben den eigenen Flachfiguren die vollplastischen Bleifiguren der Firma Gebrüder Heinrich an.

   
1883

Sie beteiligen sich an der Internationalen Ausstellung für Colonieen und Export in Amsterdam innerhalb der Bayerischen Collectiv-Ausstellung mit Zinnfiguren und bekommen eine Goldmedaille.

   
1886     Anzeige Adressbuch Fürth 1886
   
     Beispiele Packungen, Etiketten und Figuren zwischen 1883 und 1900
   
1889

Spezialität: Feinste massive Zinnfiguren und Massenartikel.

Die Königsstraße 63 wird in Königsstraße 130 umnummeriert.

   
1893 Die Firma stellt auf der Columbischen Weltausstellung in Chicago Zinnfiguren aus.
   
 

Werbung in "List of exhibitors from Nuremberg and Fürth (Bavaria) at the Columbian World's exhibition", Chicago 1893

   
     Anzeige Adressbuch Fürth 1889, 1891 und 1893
   
1895    Die Schutzmarke wird auch in England eingetragen (Foto Earl Jorgensen)
   
     Anzeige Adressbuch Fürth 1895
   
1896

Unterm 28. Januar 1896 ist der Gesellschafter Johann Georg Heinrich aus der Gesellschaft ausgeschieden, dafür als neuer Gesellschafter der Fabrikant und Kaufmann Johann Kaspar Wilhelm Heinrich in Fürth in die Gesellschaft eingetreten.

 

Johann Georg Heinrich beginnt eine eigene Fabrikation in der Karolinenstraße 16.

   
     Schutzmarke Johann Georg Heinrich (Foto Earl Jorgensen)
   
     Beispiele von Etiketten und Figuren der Firma Johann Georg Heinrich
   
1897    Patent der Gebrüder Heinrich in Großbritannien für bewegliche Spielzeugsoldaten, Turner und dergleichen (Antrag vom 8. Mai 1897, gültig ab 3. Juli 1897)
     
1899    Anzeige Adressbuch Fürth 1899
   
1900

Die Zinnfigurenfabrik Gebrüder Heinrich beteiligt sich innerhalb der Sammelausstellung der Nürnberger Spielwarenindustrie an der Weltausstellung in Paris mit "Bleisoldaten, Nippes, Bäderartikel, Thiere (Komposition und Britannia)" und erhält eine Medaille.

   
     Packungsbeispiele Marke Noris
   
1901 Johann Georg Heinrich beschäftigt zwölf Arbeiterinnen und Arbeiter in seinem Betrieb.
   
     Werbung 1901
   
 
Inserat in der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 19 vom 26.6.1901, Nr. 20 vom 3.7.1901, Nr. 21 vom 10.7.1901, Nr. 22 vom 17.7.1901, Nr. 23 vom 24.7.1901, Nr. 24 vom 31.7.1901, Nr. 25 vom 7.8.1901, Nr. 26 vom 14.8.1901, Nr. 27 vom 21.8.1901, Nr. 29 vom 4.9.1901, Nr. 31 vom 18.9.1901, Nr. 32 vom 25.9.1901, Nr. 33 vom 2.10.1901, Nr. 34 vom 9.10.1901, Nr. 35 vom 16.10.1901, Nr. 36 vom 23.10.1901, Nr. 37 vom 30.10.1901, Nr. 38 vom 6.11.1901, Nr. 39 vom 13.11.1901, Nr. 40 vom 20.11.1901, Nr. 41 vom 27.11.1901, Nr. 42 vom 4.12.1901, Nr. 43 vom 11.12.1901 und Nr. 44 vom 18.12.1901
   
   
Artikel aus der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 42 vom 4. Dezember 1901
   
     Artikel aus der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 33 vom 2. Oktober 1901 über das Spiel "Buhurt"
   
1902
Inserat in der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 1 vom 2.1.1902
   
 
Inserat in der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 2 vom 9.1.1902, Nr. 3 vom 15.1.1902, Nr. 4 vom 22.1.1902, Nr. 5 vom 29.1.1902, Nr. 6 vom 5.2.1902, Nr. 9 vom 26.2.1902, Nr. 10 vom 5.3.1902, Nr. 11 vom 12.3.1902, Nr. 12 vom 19.3.1902, Nr. 13 vom 26.3.1902, Nr. 14 vom 2.4.1902, Nr. 15 vom 9.4.1902, Nr. 16 vom 16.4.1902, Nr. 17 vom 23.4.1902, Nr. 18 vom 30.4.1902, Nr. 19 vom 7.5.1902, Nr. 20 vom 14.5.1902, Nr. 21 com 21.5.1902, Nr. 22 vom 28.5.1902, Nr. 23 vom 4.6.1902, Nr. 24 vok 11.6.1902, Nr. 25 vom 18.6.1902, Nr. 26 vom 25.6.1902, Nr. 27 vom 2.7.1902, Nr. 28 vom 9.7.1902, Nr. 29 vom 16.7.1902, Nr. 30 vom 23.7.1902, Nr. 31 vom 30.7.1902, Nr. 32 vom 6.8.1902, Nr. 34 vom 21.8.1902, Nr. 35 vom 28.8.1902, Nr. 36 vom 4.9.1902, Nr. 37 vom 11.9.1902, Nr. 38 vom 19.9.1902, Nr. 39 vom 25.9.1902, Nr. 40 vom 2.10.1902, Nr. 41 vom 8.10.1902, Nr. 42 vom 15.10.1902, Nr. 43 vom 22.10.1902, Nr. 44 vom 29.10.1902, Nr. 45 vom 5.11.1902, Nr. 46 vom 12.11.1902, Nr. 47 vom 20.11.1902, Nr. 48 vom 26.11.1902, Nr. 49 vom 3.12.1902, Nr. 50 vom 11.12.1902 und Nr. 51 vom 18.12.1902
   
1903

Es arbeiten nun etwa fünfzig bis sechzig Personen in der Firma Gebrüder Heinrich sowie dreißig Heimarbeiterinnen, die hauptsächlich mit dem Bemalen der Figuren beschäftigt sind.

Eine eigene Kartonagenfertigung, eine Modellier- und Gravierabteilung und eine Klempnerei sind in die Fabrik integriert.

   
  Prinzregent Luitpold von Bayern verleiht Johann Konrad Heinrich als Geschäftsführer der Firma Gebrüder Heinrich am 11. März 1903 den Titel "Königlich Bayerischer Hoflieferant".
   
     Werbung 1903
   
 
Inserat in der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 1 vom 2.1.1903, Nr. 2 vom 7.1.1903, Nr. 3 vom 14.1.1903, Nr. 4 vom 28.1.1903, Nr. 5 vom 5.2.1903, Nr. 6 vom 12.2.1903, Nr. 7 vom 19.2.1903, Nr. 8 vom 25.2.1903, Nr. 9 vom 4.3.1903, Nr. 10 vom 12.3.1903 und Nr. 11 vom 19.3.1903
   
 
Inserat in der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 12 vom 24.3.1903, Nr. 13 vom 31.3.1903, Nr. 14 vom 8.4.1903, Nr. 15 vom 15.4.1903, Nr. 16 vom 22.4.1903, Nr. 17 vom 29.4.1903, Nr. 18 vom 6.5.1903, Nr. 19 vom 13.5.1903, Nr. 20 vom 20.5.1903, Nr. 21 vom 27.5.1903, Nr. 23 vom 4.6.1903, Nr. 24 vom 18.6.1903, Nr. 25 vom 25.6.1903, Nr. 26 vom 1.7.1903, Nr. 27 vom 8.7.1903, Nr. 28 vom 15.7.1903, Nr. 29 vom 22.7.1903, Nr. 30 vom 29.7.1903, Nr. 31 vom 5.8.1903, Nr. 32 vom 12.8.1903, Nr. 33 vom 19.8.1903, Nr. 34 vom 26.8.1903, Nr. 35 vom 2.9.1903, Nr. 36 vom 9.9.1903, Nr. 37 vom 16.9.1903, Nr. 38 vom 23.9.1903, Nr. 39 vom 30.9.1903, Nr. 42 vom 21.10.1903, Nr. 43 vom 28.10.1903, Nr. 44 vom 4.11.1903, Nr. 45 vom 11.11.1903, Nr. 46 vom 18.11.1903, Nr. 47 vom 25.11.1903, Nr. 49 vom 9.12.1903, Nr. 50 vom 16.12.1903, Nr. 51 vom 23.12.1903 und Nr. 52 vom 30.12.1903
   
1904

Die Firma wirbt noch während des russisch-japanischen Krieges mit den Neuheiten "Japaner und Russen, Truppen, Land- und Seeschlachten".

   
 
Inserat in der Deutschen Zinngießer-Zeitung Nr. 1 vom 6.1.1904, Nr. 2 vom 14.1.1904, Nr. 3 vom 20.1.1904, Nr. 4 vom 27.1.1904, Nr. 5 vom 4.2.1904, Nr. 6 vom 11.2.1904, Nr. 7 vom 20.2.1904, Nr. 8 vom 27.2.1904, Nr. 9 vom 5.3.1904, Nr. 10 vom 12.3.1904, Nr. 11 vom 19.3.1904, Nr. 12 vom 26.3.1904, Nr. 13 vom 2.4.1904, Nr. 14 vom 9.4.1904, Nr. 15 vom 23.4.1904, Nr. 16 vom 30.4.1904, Nr. 17 vom 7.5.1904 und Nr. 18 vom 14.5.1904
   
     Werbung 1905
   
1905

Es wird Infanterie und Kavallerie in allen Größen und Zusammenstellungen, Infanteriemusik im Marsch und stehend mit Notenpulten sowie Kavalleriemusik im Schritt angeboten. Revuen und verschiedene Artillerie-Serien sowie Matrosen-Artillerie bilden effektvolle Sujets. Originell sind die Elephantenbatterien mit vorzüglich modellierten Elephanten. Reichhaltig ist die Auswahl von Türken, Russen, Chinesen, Marokkanern, Indern usw. Prächtige Römer und Ritterserien incl. Turnier ergänzen das Angebot. Für die interessierte Jugend sind Kartons mit Feldtelegraphenabteilung, Maschinengewehrabteilung, Feldbäckerei, Armeepark mit Feldlazarett, Luftschifferabteilung mit Spiegeltelegraph usw. Buffalo Bill, Ochsenreiter, Marinegefechte, Manöver, Lager, Kamelkorps, Kolonialexpedition, Viehweiden, Negerschlachten usw. ergänzen das Angebot.

   
 
 

Etikett nach 1906 mit allen verliehenen Medaillen (Foto Earl Jorgensen)

Medaillen oben von links: Verdienstmedaille des Gewerbemuseums Nürnberg "Dem Verdienste im Gewerbe" 1875, Gold-Medaille Bayerische Landes-Gewerbe-, Industrie- und Kunstausstellung Nürnberg 1906, Verdienstmedaille Weltausstellung Paris 1900, Silberne Medaille Bayerische Landes-Gewerbe-, Industrie- und Kunstausstellung Nürnberg 1882; unten von links: Goldmedaille Deutsche Gewerbe- und Industrie-Ausstellung Wittenberg 1869, Goldmedaille Kolonial-Ausstellung Amsterdam 1883 und Verdienstmedaille Wiener Weltausstellung 1873

   
1907 Die Gebrüder Heinrich melden am 21. Mai 1907 das Patent "Plombe aus zwei Flachringen mit Verbindungsstegen" an.
   
  Johann Georg Heinrich stirbt am 14. September 1907 in Bayreuth.
   
1908 Am 30. Januar 1908 wird das Gebrauchsmuster 332982 - "Pappschiebeschachtelpackung für Blei- und Spielsoldaten als Ersatz der Spanschachtelpackung" für die Gebrüder Heinrich eingetragen.
   
1909

Der Gesellschafter Johann Konrad Heinrich ist am 2. Februar 1909 gestorben.

Die offene Handelsgesellschaft wird in eine Einzelfirma umgewandelt. Alleiniger Inhaber der Zinnfigurenfabrik und Firma "Gebrüder Heinrich" ist nun Wilhelm Heinrich, Zinnfigurenfabrikant in Fürth.

 

Zur Herbstmesse in Leipzig werden erstmals die sog. Metoplast-Figuren vorgestellt.

Die Deutsche Spielwarenzeitung schreibt u. a.:

"Diese Figuren haben die Feinheiten der echten Zinnfiguren und verbinden damit die Vorteile der bisherigen Imitationen, insbesondere große Leichtigkeit. Bei der Herstellung der Metoplastfiguren wird aus der üblichen Zinn- oder Metallkomposition ein Gerüst gefertigt, mit welchem alle feinen Teile, wie Gewehre, Helmspitzen, Pferdefüße, Bodenbrettchen und dergl. unlösbar verbunden und gleich dem Gerüst im Ganzen hergestellt sind. Alle an den Zinnfiguren

massiv erscheinenden Teile sind bei den Metoplastfiguren aus einer den üblichen Imitationen ähnlichen Masse hergestellt. Die Metoplastfiguren haben ebenso gefälliges Aussehen wie die hübschesten Zinnfiguren und dürften sich wohl in der Hauptsache ebenso haltbar erweisen als diese."

 

Die Firma Johann Georg Heinrich wird aufgelöst; der Formenbestand wird von der Firma Gebrüder Heinrich übernommen.

   
1910

Es wird am 15. Februar 1910 die Nürnberger Zinnfigurenfabrik C. Ammon, Inhaber Gebrüder Rotbart, mit allen Formen übernommen, die Fabrik nach Fürth verlegt und unter der bisherigen Firma weitergeführt.

   
     Werbemarke
   
1911

 Nach dem Tod des englischen Königs im Jahre 1910 bringt die Firma die Figurenpackung "Das Leichenbegängnis des Königs Eduard VII. von England" auf den Markt.

   
     Werbung 1911
   
1912

Als Neuheit gibt die Firma zum 200. Geburtstag Friedrich des Großen mehrere Serien heraus, etwa die Parade vor dem Alten Fritz mit Portraitfiguren wie Seydlitz oder Ziethen.

Auch eine Serie "Tripolis-Schlacht", die sich auf den italienisch-libyschen Krieg bezieht, wird produziert.

   
1913

 In der Deutschen Spielwarenzeitung erscheint folgender Artikel:

"Ein geschlossenes Bild der Ereignisse von 1813 entrollte sich vor dem Auge des Beschauers der Schlachtenserie, welche die Firma Gebrüder Heinrich, Bleisoldatenfabrik, Marke "Noris", Fürth/Bayern, zur Messe brachte.

Allüberall in deutschen Landen finden im laufenden Jahre Gedächtnisfeiern an die großen Tage, an das heiße Ringen und Streiten, um die Freiheit statt, kein Wunder also, wenn diese Schlachten im Vordergrund des Interesses standen; sie sind aber auch in allen Einzelheiten nach geschichtlichen Unterlagen bearbeitet.

Die Größe der Fußsoldaten ist 52 mm, die der Reiter etc. in entsprechenden richtigen Verhältnissen.

Die Ausführung der Schlachten ist in zwei Verkaufspreislagen, und zwar zu Mk. 3.-- und Mk. 5.--sortiert, und umfaßt das Sortiment bislang eine Serie von neun verschiedenen Mustern, alle in korrespondierenden Karton-Größen und sich gegenseitig ergänzend.

Die Erstürmung von Lüneburg vom 2. April 1813 hat als Mittelstück den Moment, wo Johanna Stegen, das Heldenmädchen von Lüneburg, ihren Leuten neue Munition in die Feuerlinie bringt.

Reicher an Denkwürdigkeiten noch ist die Schlacht bei Großgörschen und ist hier sowohl eine Gruppe die den Prinzen Wilhelm, dessen Pferd unter ihm erschossen wurde, wie auch eine weitere, wie der verwundete General v. Scharnhorst am Abend des 2. Mai aus dem Gefechte getragen wird, verwendet.

Alle Einzelheiten aufzuführen würde wohl zu weit führen und seien hier nur die einzelnen Schlachten noch benannt, ohne näher auf sie einzugehen:

An der Katzbach, 26. August 1813

Bei Kulm, 30. August 1813

Bei Denneritz, 6. September 1813

An der Göhrde, 16. September 1813

Diese Schlachten sind als eine komplette Serie des Jahres 1813 mit der Schlacht von Hanau vom 30. Oktober 1813 schließend, eine jede einzeln ein in sich geschlossenes Ganzes bildend, wohl für dieses Jahr eine besondere Attraktion für die ganze deutsche Jugend."

   
                     
   
  Die Produktion wird in die Fabrikstraße 14/III verlegt.
   
1914

Nach den "siegreichen Schlachten" des 1. Weltkrieges im August 1914 bei Lüttich, Longwy, Lothringen und Tannenberg werden sofort aktuelle Packungen dazu herausgegeben.

   
1919 Die Firma produziert wieder in der Königsstraße 130.
   
1922

Die Firma ist per 20. September 1922 infolge Geschäftsaufgabe erloschen.

Der Kunstmaler Walter Timm in Nürnberg erwirbt einen Teil der Formen und benützt die Rückseite der Schiefersteine in den 20iger und 30iger Jahren für Neugravuren von 30-mm-Flachfiguren.

Schraudolph schreibt: "Die etwa 400 Formsteinpaare von Timm sind heute im Eigentum von Werner Fechner, Obermichelbach." Auf Anfrage (16.10.2014) teilt Werner Fechner mit, dass dies nicht der Fall ist!

   
 

Figuren bzw. Herstellungsprogramm:

Johann Georg Heinrich und Johann Conrad Heinrich waren beide Gießer und Graveure. Johann Georg Heinrich signierte einen Teil der Formen mit "G. H.". Es wurden halb- und vollplastische Figuren in den Größen 32, 42, 46, 52, 55, 58, 60, 65, 76 und 80 mm hergestellt. Um 1890 wurden auch massive Großfiguren hergestellt; ein Infanterist - 132 mm hoch - wog 160 Gramm, ein Reiter mit 182 mm Größe hatte ein Gewicht von 850 Gramm.

Soldaten auf Rollen, welche marschierten und dabei die Beine bewegten und Soldaten die durch Antippen ein Bleikügelchen auf eine Schießscheibe abschossen, waren eine Besonderheit. 

Es wurden auch kunstgewerbliche Nippessachen, Bäderzubehör, Figuren für Spiele und Gußartikel hergestellt.

Exportländer waren Frankreich, Niederlande, Belgien, Italien, Österreich, Skandinavien, Russland, England und USA.

   
 

Quellen:

Gesellschafts- und Firmenregister Amtsgericht und Registergericht Fürth (Heinrich und Ammon)

Stadtarchiv Fürth

Adressbücher der Stadt Fürth

Nürnberg-Fürther Industrie-Almanach 1870 (Google books) 

Deutsche Spielwarenzeitung

Deutsche Zinngießer-Zeitung (www.ub.uni-koeln.de)

Bayerischer Anzeiger für Handelsgerichte und Handelsinteressen (Google books)

Hoflieferanten in Franken - Franken-Wiki online

Amts-Blatt für die königl. Bezirksämter Ebermannstadt und Forchheim 1866 (Google books)

Der Fortschritt - Fürther Abendzeitung Nro. 327 vom 23. Dezember 1867 (Google books)

Fürther Tagblatt No. 177 Sonntag 25. Juli 1869 und No. 212 Samstag 4. September 1869 (Google books)

Wiener Weltausstellung. Amtlicher Katalog der Ausstellung des Deutschen Reiches, Berlin 1873

Handbuch der Leistungsfähigkeit der gesammten Industrie Deutschlands, Oesterreichs, Elsass-Lothringens und der Schweiz - I. Band, Leipzig 1873 (Google books)

Internationale Ausstellung für Colonieen und Export zu Amsterdam 1883. Spezial-Katalog der Deutschen Abteilung, Werner Lange, 1883

Wegweiser für die Spielwaarenindustrie und verwandte Branchen, Berlin 1886 - 1893

Wegweiser für die keramische, Bronce-, Spiel-, Kurz-, Galanterie- und Papierwaarenindustrie und verwandte Branchen, Berlin 1893 - 1905

Columbische Weltausstellung in Chicago. Amtlicher Katalog der Ausstellung des Deutschen Reiches, 1893

List of exhibitors from Nuremberg and Fürth (Bavaria) at the Columbian World's exhibition, Chicago 1893, Verlag G. P. Bieling-Dietz, Nürnberg 1893 

Weltausstellung in Paris 1900. Amtlicher Katalog der Ausstellung des Deutschen Reichs, 1900 (Universitätsbibliothek Heidelberg online)

Petentblatt 1907, Band 31, Teil 2, Seite 33 (Google books)

Wegweiser für die Spiel- und Kurzwaren-Industrie und verwandte Branchen, Berlin 1905 - 1907 

Wegweiser für die Spiel-, Galanterie- und Kurzwaren-Industrie und verwandte Branchen, 1907 - 1923

Erhard Schraudolph: Gebrüder Heinrich, königlich bayerischer Hoflieferant in Fürth in Fürther Heimatblätter 1992

Erhard Schraudolph: Fürther Bleisoldaten, Marke Noris in Figurina Helvetica 1993

Erhard Schraudolph: Zinnspielwarenhersteller in Nürnberg und Fürth in Paradestücke, W. Tümmels, Nürnberg 2000

Ich danke Stefan Thien sehr herzlich für die Fotos des Spieles "Buhurt"!

Ich danke Gisbert Freber sehr herzlich für zahlreiche Hinweise!

   
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Registergericht Fürth DM 20,00
Stadtarchiv Fürth (Register der Fabriken; Verzeichnis des königl. Rentamts Fürth über die in der Stadt Fürth vorgekommenen Veränderungen am Häuserbesitz EUR 10,45 (Anteil)
   
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