Høy, Hans Christensen - Kopenhagen
   
1805 Hans Christensen Høy wird als drittes Kind des Christen Høy und dessen Ehefrau Malena Maria, geb. Hansdatter (∞ 28. Februar 1799) auf Bornholm geboren und dort am 30. Juni 1805 in der Rønne-Kirche getauft.
   
1834 Er hat das Kannengießer-Handwerk erlernt und beginnt am 24. Juni 1834 sein Meisterstück einer runden Terrine, deren Form halb aus Messing und halb aus Stein besteht.
   
 
   
  Er bekommt am 18. Oktober 1834 das Bürgerrecht als Kannen- bzw. Zinngießermeister in der Gilde und ist bei der bürgerlichen Artillerie beschäftigt.
   
     Meisterzeichen des Hans Christensen Høy
   
1838 Hans Christensen Høy heiratet am 30. März 1838 in Kopenhagen in der Helligånds-Kirche die Auguste Wilhelmine Möller (≈ 14. Oktober 1819; † 10. April 1860), Tochter des Peter Albrecht Möller .
  Das Ehepaar hat die Kinder:
Augusta Magdalena Høy (≈ 7. Januar 1840),
Aline Charlotte Høy (≈ 16. November 1841),
Hans August Høy (≈ 27. Mai 1843; † 7. Juli 1909),
Anna Christine Høy (≈ 21. Juli 1847),
Arendal Christen Høy (≈ 21. März 1850),
Hansine Louise Høy (≈ 13. Februar 1852; † 13 November 1870) und
Louis Frederic Høy (≈ 23. Juni 1855).
   
1851 Auf der Great Exhibition of the Works of Industry of all Nations in London ist er mit Formen für Stearin-Kerzen vertreten.
   
1855 Hans Christensen Høy stellt auf der Allgemeinen Pariser Ausstellung "schöne große Zinngefäße und Zinnservice aus, die einzelnen Stücke theils roh aus dem Gusse kommend, theils vollendet, wobei er wirklich sowohl in Technik als in der Auswahl der Formen und in der Qualität des Materiales Ausgezeichnetes darbot." Er bekommt eine Bronze-Medaille.
   
1862 Er stellt auf der International Exhibition in London Zinn-Utensilien aus und bekommt eine lobende Erwähnung für gute Verarbeitung seiner Zinn-Artikel.
   
1876 Hans Christensen Høy stirbt am 1. Oktober 1876 als Hof-Kandestöber (Hofzinngießer).
   
   
  Zinnfiguren:
  Kollbrunner benennt als Offizin "Royal Founder Olderman".
   
  Schenzle führt Høy wie folgt auf. Das rot umrandete Sigel und die rot umrandeten Wege haben mit Hans Christensen Høy nichts zu tun.
Über "Royal Founder Olderman", das er von Kollbrunner übernimmt.
  "Royal Founder Olderman" besagt, dass Hans Christensen Høy Königlicher Gießer und Ältester der Gilde war.
   
 
  Garratt schreibt in seiner Encyclopedia: "Høy, Copenhagen (1848-50 [sic!]): Anscheinend der einzige namentlich genannte Hersteller von dänischen 7cm-Flachfiguren. Nur eine Handvoll Modelle sind bekannt: ein Ritter aus dem 15. Jahrhundert, zwei verschiedene Gardereiter und ein Frederick VII. zu Pferd. Diese wurden in limitierter Auflage vom Kopenhagener Technischen Museum neu aufgelegt."
Toiati übernimmt diese Angabe und ergänzt sie: "... und ein Frederick VII. zu Pferd aus dem Jahr 1850, derzeit im Dansk Folkemuseum. Vor einigen Jahrzehnten produzierte das Kopenhagener Technische Museum noch Nachgüsse in limitierter Auflage (zwanzig Abgüsse pro Sammler) dieser Firma."
   
 
  Frederik VII. Originalfigur ca. 1860 (Foto und Sammlung Sulzer)
   
 
  Frederik VII. Neuguß (Foto und Sammlung Sulzer)
   
 
  Frederik VII. Original ca. 1860 (Foto und Sammlung Nationalmuseum Kopenhagen)
"Höhe 13 cm, Pferdelänge von Kopf bis Schweif 12 cm, der König reitet auf dem weißen Pferd "Perle" und trägt die Uniform der berittenen alten Garde (Helm und Harnisch, gelber Rock und blaue Hose), rote Schabracke"
   
 
  Original und Neuguß (Foto und Sammlung Sulzer)
   
 
  Originalfiguren - sehr wahrscheinlich Høy (Foto und Sammlung Sulzer)
   
 
  Dänische Infanterie in Parade um 1860, Neugüsse, Bemalung H. D. Weiland † (Foto und Sammlung Sulzer)
   
  Martin Schabenstiel hat sich mit der Figur Frederik VII. befasst:
"Der Löwe auf dem Helm wird als "Löwe von Idstedt" gedeutet, wie ihn der dänische Bildhauer Herman Wilhelm Bissen im Jahre 1862 als Denkmal für den Sieg der königlich-dänischen Truppen über die deutschen Schleswig-Holsteiner in der Schlacht bei Idstedt (25. Juli 1850) geschaffen hat. Tatsächlich weist der in der Kgl. Sammlung Rosenborg erhaltene, um 1859 von Jørgen Balthasar Dalhoff geschaffene Aluminium-Helm Frederik VII. noch einen auf der Helmglocke liegenden, gekrönten Löwen auf, wie er für den damaligen dänischen Generalshelm ordonnanzmäßig war. Auf dem 1869 aufgestellten Reiterdenkmal Frederik VII. vor Schloss Christiansborg in Kopenhagen entspricht der Helmlöwe mit erhobenem, ungekröntem Haupt dagegen dem Idstedt-Löwen von 1862. Es ist also anzunehmen, dass der Helm des Königs damals als Besonderheit den "Löwen von Idstedt" erhielt. Diesen zeigt auch die vorliegende Zinnfigur, die deshalb wohl relativ kurz vor dem plötzlichen Tod des Königs am 15. November 1863 graviert wurde."

Zur uniformkundlichen Problematik meint er:
"Für die Deutung und Bemalung der Figur kommen zunächst zwei verschiedene Uniformen in Betracht, die hier mit ihrer Charakteristika nur grob beschrieben sein sollen:

Dänische Generalsuniform um 1860:
Silberner Helm mit goldenen Beschlägen und goldenem plastischem Löwen, der beim König als Besonderheit die Form des Idstedt-Löwen aufweist
Dunkelblauer Waffenrock mit roten Abezeichen und goldenen Knöpfen, am Kragen Goldstickerei, goldene Epauletten, kein Kürass
Weiße Handschuhe, hellblaue lange Hose mit goldener Tresse an der Seite
Dunkelblaue Schabracke mit goldener Randtresse
Pferdefarbe freigestellt, der König ritt seinen Schimmel "Perle"

Uniform der Leibgarde zu Pferde ("Hestgarden" - 1868 aufgelöst):
Goldener Helm mit silbernen Beschlägen und einem schwarzen Haarbusch . Offiziere im Generalsrang trugen möglicherweise einen weißen Federbusch.
Weißgelber Rock mit roten Abzeichen, auf dem Kragen silberne Litzenstickerei, weiße Stulphandschuhe, goldener Kürass
Weiße Reithosen in hohen schwarzen Kürassierstiefeln
Rote Schabracke mit silberner Randtresse
Pferdefarbe dunkelbraun

Die Leibgarde zu Pferde verfügte zusätzlich über eine "Kleine Uniform", zu der ein einreihiger dunkelblauer Waffenrock und eine hellblaue lange Hose mit silbernem Seitenstreifen gehörte. Der Kürass konnte offenbar ebenso wie die Stulphandschuhe auch zur "Kleinen Uniform" getragen werden.

Die Problematik besteht darin, dass die Figur von Høy Elemente aller drei Uniformen enthält:
Helm der Generalsuniform mit dem für den König reservierten "Idstedt-Löwen"
Weißgelber (hier sehr gelb ausgefallener) Rock der Leibgarde zu Pferd mit dem vorschriftsmäßig goldenen Kürass der Leibgarde zu Pferd
Lange hellblaue Hose der Generalsuniform (mit goldener Tresse) oder der "Kleinen Uniform" der Leibgarde zu Pferd (mit silbernerTresse)
Stulphanschuhe der Leibgarde zu Pferd

Wie plausibel ist diese Kombination?
Die Zusammenstellung von Generalshelm und Uniform der Leibgarde zu Pferd mit Kürass und Stulphandschuhen scheint historisch richtig zu sein, wie Reiterstandbilder belegen.
Unmöglich ist dagegen die Kombination des weißgelben Rocks mit der langen hellblauen Hose. Zum weißgelben Rock müßte eine weiße Reithose in hohen schwarzen Stiefeln getragen werden. ..."
   
  Zu "Perle", dem Leibroß des Königs führt Martin Schabenstiel aus:
"Es handelt sich um ein "kreideweißes"/reinweißes Frederiksborg-Pferd. Es wurde wegen seiner Anhänglichkeit zum König, seiner Zuverlässigkeit, seines Mutes und Ausdauer legendär. Der König ritt es zu allen Anlässen, auch während des gesamten Ersten schleswigschen Krieges, zuletzt während der Besichtigung der Befestigungsanlagen von Düppel 1863.
Im Trauerzug von Frederik VII. wurde es hinter dem Sarg des Königs geführt. Kurz darauf starb es. Es wurde präpariert und an verschiedenen Orten der königlichen Schlösser aufbewahrt, geriet jedoch lange Zeit in Vergessenheit. Erst 2016 wurde es im Zusammenhang mit einer Ausstellung in den Königlichen Ställen in Christiansborg restauriert. es befindet sich heute im Magazin der zoologischen Museen in Kopenhagen."
   
  Quellen:
Dieter Nadolski: Altes Gebrauchs-Zinn, Edition Leipzig, 1983 (Meistermarke)
Bürgerschaftsprotokoll vom 18. Oktober 1834
Zinngießergildeprotokoll "03. Indskrivninger af mestre" 1700-1844
Arkivalieronline - Kirkebøger fra hele landet (online): Bornholms Amt - Rønne Sogn; København Staden -  Helligånds Sogn und Holmens Sogn
Great Exhibition of the Works of Industry of all Nations 1851 - Official Descriptive and Illustrated Cataloque, Vol. III (Google)
Georg Viebahn: Amtlicher Bericht über die Allgemeine Pariser Ausstellung im Jahre 1855, Berlin 1856 (Google)
Dr. Eberhard A. Jonák: Bericht über die allgemeine Agricultur- und Industrie-Ausstellung zu Paris im Jahre 1855, Wien 1857(58 (Google)
International Exhibition 1862 - Official Catalogue Industrial Department (Google)
The International Exhibition of 1862 - The Illustrated Cataloque of the Industrial Department, Vol. III (Google)
International Exhibition 1862 - Medals and Honourable Mentions awardet by the International Juries, London 1862 (Google)
Walter Onken: Zinnfiguren, Mosaik-Verlag München 1976
Curt F. Kollbrunner: Zinnfiguren-Zinnsoldaten-Zinngeschichte, Hirmer-Verlag München 1979
John G. Garratt: The World Encyclopedia Of Model Soldiers, The Overlook Press, New York 1981
Heinz Schenzle: Sigel-Bestimmungsbuch, Freunde der Plassenburg e.V. Kulmbach, 1987
Luigi Toiati: The History of Toy Soldiers, 2019
Ich danke Johannes Hermann Palbøl, Studentermedhjælper Københavns Stadsarkiv, sehr herzliche für Recherche und hilfreiche Hinweise!
Vielen Dank an Alfred R. Sulzer für die Fotos und hilfreiche Hinweise!
Herzlichen Dank an Museumsinspektør Anne-Mette Marchen Andersen vom Naionalmuseum Kopenhagen für das Foto!
Vielen Dank an Martin Schabenstiel für seine Ausführungen zu Uniform und Pferd Ferderik VII.!
   
  Zurück zur Gesamtnamensliste
   
  Zurück zur Startseite