Beck, Martin - Aarau
Gottschalk, Johann Wilhelm - Aarau
   
1729 Martin Beck wird geboren.
   
1766 Seine Tochter Marie Beck wird geboren.
   
     Meisterzeichen des Martin Beck
   
1768 Johann Wilhelm Gottschalk wird in Tilsit oder Königsberg am 20. Juni 1768 geboren.
   
     Bodenrosette des Martin Beck (auf der u. a. Schnabelstitze)
   
     Schnabelstitze mit Deckelknopf (1784) - Höhe 28,8 cm, Boden-Ø 13,8 cm
   
1795

Nach Lehre und anschließender Arbeit als Zinngießergeselle in Nürnberg und Fürth verdingt sich Wilhelm Gottschalk bei dem Zinngießermeister Martin Beck in Aarau.

Er graviert auch Formen für Zinnfiguren und macht damit die Werktatt von Martin Beck zur ersten bekannten

Zinnfigurengießerei in der Schweiz.

   
1800

Er heiratet am 23. Dezember 1800 Anna Maria Beck und wird selbstständiger Meister. Weil er aus Nürnberg kommt, nennt man ihn "der Bayer".

   
               Meisterzeichen des Johann Wilhelm Gottschalk              
   
             Meisterzeichen des Johann Wilhelm Gottschalk (auch in der Version mit "I WG")                                                         
   
     Bodenrosette des Johann Wilhelm Gottschalk
   
1805 Martin Beck stirbt. Wilhelm Gottschalk übernimmt die Werkstätte.
   
1810

Er erwirbt am 28. März 1810 in der Laurenzen-Vorstadt in Aarau ein noch unausgebautes Haus mit acht ungeglasten und

unbeschlagenen Lichter-Rahmen [Fenster] für 5.400 Schweizerfranken. "Er verpflichtet sich, dieses Frühjahr einen Teil des

Hauses bewohnbar zu machen." (Haus Nr. 69) Mit dem Kauf ist das Bürgerrecht verbunden.

   
1814 Johann Rudolf Wehrli geht bei ihm in die Lehre.
   
1815

Wilhelm Gottschalk kauft am 26./27. Dezember1815/3. Juli 1816 den neben seinem 1810 erworbenen Haus gelegenen Bauplatz zu einem Preis von 13.000 Schweizerfranken.

   
1827

Am 29. Oktober/1. November 1827 verkauft er diesen Platz mit dem zwischenzeitlich darauf gebauten Haus (Haus Nr. 71) an

den Juwelier Mark Anton Wilhelm Oboussier von Lausanne.

Marie Gottschalk, geb. Beck ist verstorben.

   
1828 Wilhelm Gottschalk heiratet als Witwer die Regina Elisabeth Mang aus Nördlingen.
   
1830

Am 26. März 1830 verkauft er das 1810 erworbene Haus in der Laurenzen-Vorstadt an Gottlieb Hotze, Fabrikant von

Wädenswil.

   
1843  Wilhelm Gottschalk stirbt am 18. Februar 1843. Die Formen werden von Johann Rudolf Wehrli übernommen.
   
1844 Im "Grosses Adressbuch der Kaufleute, Fabrikanten und handelnden Gewerbsleute von Europa und den Hauptpläzen der fremden Welttheile - No. 10 - Die Schweitz" von 1844 ist Wilhelm Gottschalk immer noch als Hersteller von Spielzeug, besonders Bleiguß, verzeichnet.
   
  Fußbrettchen (Weg):
   
      


Sigel "GB" steht für Gottschalk/Beck, "F.E." und auch "F. Eggimann" für den Graveur Eggimann 
   
 

Zinnfiguren und Zinnspielzeug:

 

Dr. Gustav Bossard schreibt u. a.:

"Die frühesten Modelle tragen den deutlichen Stempel der Frederizianischen und Napoleonischen Zeit. Die Uniformen sind bis ins Detail korrekt. Neben den kriegerischen Gestalten finden wir aber auch alle möglichen Typen aus dem bürgerlichen Leben. Der Einfluß der Maler Reinhard und König ist ein prägnanter bei der Darstellung von Bauern, Biedermeier-Herren und Damen. Ausser den Menschen wurden aber auch Tiere aller Art reproduciert, Jagden, Menagerien, Promenaden und Theater, u.s.w. Von eigenem Reiz ist die Darstellung des Paradises, voll komischer Bilder die Soldaten-Fassnacht.

Die Modelle zu den Figuren stammen kaum von den Zinngiessern selbst. Der Einfluß des in Aarau wohnenden Kunstmalers J. Reinhard ist deutlich. Auch ist die Mitarbeit des Zeichners und Plastikers F. Eggiman bei Gottschalk nachgewiesen. In Wehrlis Werkstatt hat Gottlieb Käser, J. Stirnimann und zeitweise ein Bruder Wehrlis die künstlerische Arbeit ausgeübt."

Außerdem: Gartenfest im Biedermeier, Schweizer Truppen, Zoo, Türken, Volksleben, Turnfeste, persische und türkische Reiter, Stadtansichten, Zirkus, bayerische Chevaulegers.

 

Das Schweizer Landesmuseum Zürich übernimmt aus der ehemaligen Sammlung des Pfarrers Denier in Attinghausen eine große Anzahl von Formen; im Jahresbericht des Museums von 1908 wird aufgeführt, dass aus dieses Formen 1963 Blankgüsse angefertigt wurden, die noch ihrer Kolorierung harren.

Abbildungen sind bei Kollbrunner und auf der Homepage des Landesmuseums zu finden!

   
 

Quellen:

Grosses Adressbuch der Kaufleute, Fabrikanten und handelnden Gewerbsleute von Europa und den Hauptpläzen der fremden Welttheile - No. 10 - Die Schweitz, Nürnberg 1844

Über die dritte schweiz. Industrie-Ausstellung in Bern 1857, Bern 1858 (Google books)

L. Meyer-Zschokke: Die Schweizer Zinnfiguren-Industrie in Wegleitung des Kunstgewerbemuseums der Stadt Zürich Nr. 13 - Ausstellung "Die Lithographie" 10. Juni bis 23. Juli 1916

Erwin Hintze: Die Deutschen Zinngießer und ihre Marken Band VII (Süddeutsche Zinngießer - Anhang), Leipzig, K. W. Hiersemann, 1921 - 1931

Ernst Zschokke: Die Laurenzen-Vorstadt in Aarau, Aarauer Neujahrsblätter 1932/1933

Dr. Gustav Bossard: Die Zinngießer der Schweiz und ihr Werk, Band I - Zug 1920 und Band II - Zug 1934

Theodor Hampe: Der Zinnsoldat - ein deutsches Spielzeug, Verlag Herbert Stubenrauch, Berlin 1924

John A Brown: Das Zinngießerhandwerk der Schweiz, Baden (Schweiz) 1930

Paul Ernst Rattelmüller: Zinnfiguren - Die Welt in der Spanschachtel, Süddeutscher Verlag München, 1971

Curt F. Kollbrunner: Zinnfiguren - Zinnsoldaten - Zinngeschichte, Hirmer-Verlag München, 1979

Ulf Leinweber: Die kleine Figur - Geschichte in Masse und Zinn, Staatliche Kunstsammlungen Kassel, 1985

Heinz Schenzle: Sigel-Bestimmungsbuch, Freunde der Plassenburg e. V. Kulmbach, 1987

Josef Reinhard 1749 - 1824 - Trachten, Porträts, Menschenbilder, Kunstmuseum Luzern, Benteli 2005

Internet - Wikipedia: Neue Häuser

   
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