Engert, Johann Caspar Friedrich - Fürth
Engert, Ursula Barbara Susanna - Fürth
A. Engert's Witwe - Fürth
   
1831

Johann Caspar Friedrich Engert wird am 26. September 1831 als Sohn des Schneidermeisters Johann Simon Engert in Fürth geboren.

   
1845

Vom 26. Mai 1845 bis 15. April 1848 geht er nach Ablauf der Schulzeit in der Fürther Gewerbeschule bei dem Zinngießermeister Andreas Weigmann (* 6. Februar 1816) in die Lehre.

   
1854

Er ist anschließend fünf Jahre auf Wanderschaft und legt am 1. Februar 1854 die Prüfung zum Zinngießermeister ab.

   
1855

Caspar Engert weist 150 fl. an Erspartem sowie Werkzeuge im Wert von 200 fl. nach und erhält am 3. Oktober 1855 die Konzession für das Zinngießergewerbe in Fürth.

   
1856

Er heiratet Kunigunde Helene Friederike Schulte (* 9. Februar 1826, † 3. Juni 1864), Tochter eines Spiegelfabrikanten.

 

Im Fürther Tagblatt vom Dienstag, dem 8. April 1856 erscheint das Inserat:

"Offerte. Frauenzimmer, welche im Gießen von Zinnfiguren bewandert sind, können Beschäftigung erhalten. Auch kann ein junger Mensch, welcher im Zeichnen tüchtig ist, unter annehmbaren Bedingungen bei mir in die Lehre treten.

C. Engert, Zinngießermeister" 

  

Im Fürther Tagblatt vom Donnerstag, dem 10. April 1856 werden zwei weitere Inserate veröffentlicht:

"Lehrlingsgesuch. Ein junger Mensch, der im Zeichnen tüchtig ist, kann bei mir in die Lehre treten.

C. Engert, Zinngießermeister"

 

"Offerte. Mädchen, welche im Gießen von Zinnfiguren bewandert sind, können Beschäftigung erhalten. Auch werden Malerinnen, sowohl auf feine, wie mittelfeine und ordinäre Arbeit gesucht.

C. Engert" 

  

Seine Werkstätte und Wohnung mietet er im Haus des A. L. Ochs in der Liliengasse 188. 

  

Im Fränkischen Kurier vom 30. Mai 1856 wird inseriert:

"Zinnfiguren in allen Qualitäten, stets das Neueste bietend, zu den billigsten Preisen empfiehlt zu gefälliger Abnahme

J. C. Engert, Zinngießermeister in Fürth Liliengasse No. 188"

   
1859

Caspar Engert betreibt nun zusammen mit dem gelernten Bäckermeister und jetzigem Händler mit Glasabfällen Johann Georg Lorenz Heinrich eine Zinn-Compositionsfigurenfabrik.

Der Umsatz beträgt jährlich 18.000 fl. bis 20.000 fl.

   
1862

Nach dem Tode von Johann Georg Lorenz Heinrich am 5. Dezember 1862 führt dessen Witwe Anna Margarethe Heinrich (*31. August 1815; † 14. März 1874), Tochter des Fürther Bronzefarbenfabrikanten Erhard Segitz (Inhaber der Firma Paul Segitz sel. Wwe. in der Alexanderstraße 315a; später unter eigenem Namen am Hallplatz 3), die nun vier Kinder zu ernähren hat, das Geschäft mit Caspar Engert weiter.

   
1864

Caspar Engert scheidet aus dem gemeinsamen Betrieb aus und gründet eine eigene Firma.

 

Er inseriert im Fürther Tagblatt vom 4. März 1864:

"Gesuch. Einige Mädchen zum Gießen von Zinnfiguren, sowie zu leichter Stubenarbeit sucht

Casp. Engert Mathildenstraße No. 18" 

   
1865

 In zweiter Ehe verheiratet er sich mit der Witwe eines Feingoldschlägers, Ursula Barbara Susanna Kißkalt (* 6. Januar 1842). Aus beiden Ehen hat er fünf Kinder.

   
1867 Caspar Engert erwirbt eine Lizenz für die Spielwarenherstellung.
   
1868 Neue Anschrift ab dem 16. Februar 1868 ist Alexanderstraße Nr. 16.
In den Werkstattsträumen der Mathildenstraße 18 beginnt Johann Gottlieb eine Zinnfigurenproduktion.
   
1870

Am 29. Oktober 1870 wird die Nachlaßmasse des Caspar Engert an Georg Adam Engert, Wirt in der Wassergasse für 10.000 fl. übertragen.

   
1877

Am 21. April 1877 stirbt Caspar Engert. Seine Witwe Ursula Barbara Susanna Engert betreibt die Herstellung von Zinnfiguren und Zinnspielwaren weiter und verlegt die Fabrikation ihn in die Königsstraße 86.

   
1886 Neue Adresse ist Königsstraße 69.
   
1889 Neben dem Zinnfigurengeschäft ist sie jetzt auch Kartonagewarenverfertigerin.
   
1890 Die Firma zieht um in die Nürnberger Straße 2/I.
   
1893 Die Tätigkeit als Kartonagewarenverfertigerin hat sie aufgegeben.
   
1902

Ursula Barbara Susanna Engert betreibt ihr Zinnfigurengeschäft ist jetzt in der Nürnberger Straße 1/I.

   
1913 Neue Anschrift ist Königsstraße 107/II.
   
1914

Georg Adam Engert ist zwischenzeitlich verstorben.

Die Witwe des Georg Adam Engert übernimmt den Betrieb und firmiert unter A. Engert's Witwe.

   
1926 Die Firma ist aufgelöst.
   
  Figuren und Packungen:
nicht bekannt
   
  Anschriften:
1856 - 1864
1864 - 1868
1868 - 1877
1877 - 1886
1886 - 1890
1890 - 1902
1902 - 1913
1913 - 1926
Liliengasse 188b
Mathildenstraße 18
Alexanderstraße 16
Königsstraße 86
Königsstraße 69
Nürnberger Straße 2
Nürnberger Straße 1
Königsstraße 107
     
 

Quellen:

Adressbücher Fürth

Adressbücher Fürth mit einverleibten Orten

Allgemeine Adressbücher Nürnberg, Fürth, Erlangen, Schwabach

Nürnberg-Fürther Industrie-Almanach 1870 (Google books) 

Stadtarchiv Fürth (Register der Fabriken; Verzeichnis des königl. Rentamts Fürth über die in der Stadt Fürth vorgekommenen Veränderungen am Häuserbesitz)

Fürther Tagblatt No. 85 - Dienstag, den 8. April 1856 (Google books)

Fürther Tagblatt No. 87 - Donnerstag, den 10. April 1856 (Google books)

Fränkischer Kurier (Mittelfränkische Zeitung) Nr. 150, Nürnberg 30. Mai 1856 (Google books)

Fürther Tagblatt No. 55 Freitag, 4. März 1864 (Google books)

Nürnberger Anzeiger Nr. 52 - Freitag, 21. Februar 1868 (Google books)

Hans Henning Roer: Alte deutsche Spielfiguren in Blei, Palagonia Verlag Rommersheim 1993

Dr. Erhard Schraudolph: Fürther Bleisoldaten, Marke Noris in Figurina Helvetica, 1993

Dr. Erhard Schraudolph: Zinnspielwarenhersteller in Nürnberg und Fürth in Paradestücke, W. Tümmels, Nürnberg 2000

   
  Kosten dieser Seite:
Stadtarchiv Fürth € 10,45 (Anteil)
   
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