Du Bois, Johann Ernst - Hannover
       
1805 Johann Ernst Du Bois wird am 19. Januar 1805 als Sohn des der französisch-reformierten Gemeinde [von Hugenotten und Flüchtlingen aus Frankreich Ende des 17. Jahrhunderts gegründet] angehörenden Stückjunkers [ein junger Mensch von wissenschaftlicher Vorbildung, welcher bei der Artillerie eingetreten ist, um zum Offizier zu avanciren] und späteren Oberfeuerwerkers Johann Heinrich Carl Du Bois (* 28. Januar 1776; † 19. Juli 1825) und dessen am 5. November 1801 geheirateter Ehefrau Eleonore Du Bois, geb. Griese.
   
1826 Zwischen 1826 und 1828 arbeitet er als Geselle und Graveur bei Carl Wegmann in Braunschweig.
   
1830 Am 19. Januar 1830 liefert er als Meisterstück eine Kaffeekanne und einen Sahnegießer einschließlich der dazugehörigen Zeichnungen ab und wird unter dem Amtsvorsteher Johann Gottfried Georg Wilhelm Taberger Meister.
Er legt den Bürgereid ab und erlangt damit das Bürgerrecht der Stadt Hannover.
Seine Werkstätte ist in der Marktstraße 477.
   
  Zeichen des Johann Ernst Du Bois:
                             
   
1832 Johann Ernst Du Bois heiratet am 7. Dezember 1832 die Sophie Friederike Charlotte Haspelmatt (* 29. April 1811).
Das Ehepaar hat u. a. den Sohn Johann Ernst Conrad Du Bois (* 15. September 1844).
Der Betrieb wird in die Seilwinderstraße Nr. 213 verlegt.
   
1833 Johann Ernst Du Bois wird der Titel "Hofzinngießer" verliehen.
   
  Stempel des Johann Ernst Du Bois:
                                     
   
1835 Er nimmt an der ersten Ausstellung inländischer gewerblicher Erzeugnisse in Hannover teil und stellt aus:
"No. 460 Eine zinnerne Terrine. 5 Rthlr. [Reichstaler] 16 Ggr. [Gute Groschen]
No. 461 Ein dito Theekessel. 3 Rthlr.
No. 462 Eine dito Theekanne. 2 Rthlr. 12 Ggr.
No. 463 Ein großer zinnerner Vorlegelöffel. 14 Ggr.
No. 464 Ein dito kleiner. 8 Ggr.
No. 465 Ein dito Eßlöffel. 3 Ggr. 4 Pf. (Pfennige)
No. 466 Ein dito. 2 Ggr. 4 Pf.
No. 467 Ein dito Kinderlöffel. 1 Ggr. 4 Pf.
No. 468 Ein dito Theelöffel. 1 Ggr.
No. 469 Ein dito Eßlöffel. 1 Ggr. 4 Pf.
No. 470 Ein dito. 1 Ggr.
No. 471 Eine zinnerne Spritze. 3 Rthlr.
No. 472 Ein Katheter. 16 Ggr.
* No. 473 Einige Zinnfiguren.
No. 1682 Mehrere Verziehrungen von s. g. zinnernen Brillanten, in einem Glaskasten.
Die mit * versehene Nummer ist nicht verkäuflich."
   
  Der Gewerbe-Verein berichtet:
"Die Zinnwaren des Herrn du Bois in Hannover ... sind, mit Ausnahme einiger Stücke, im Allgemeinen mit Sorgfalt gearbeitet. Die Löffel stehen indessen manchen ausländischen Fabriklöffeln in der Politur nach. Die gewöhnliche Sorte der Löffel dürfte durch ihre Wohlfeilheit geeignet sein, die zum Theil aus Blei bestehende Ware der hausirenden Zinngießer zu verdrängen. Die Zinnfiguren zeichnen sich durch Zähigkeit aus, eine Eigenschaft, welche z. B. den Nürnberger ähnlichen Fabrikaten häufig mangelt."
   
1837 Er nimmt an der zweiten Ausstellung inländischer gewerblicher Erzeugnisse in Hannover teil und stellt aus:
"No. 638 Eine Terrinenform von Messing.
No. 639 Ein roher Guß aus derselben.
No. 640 Eine ganz verfertigte Terrine aus der unter No. 638 bezeichneten Form.
No. 641 Eine Deckelform von Messing zu No. 638.
No. 642 Ein roher Guß aus derselben.
No. 643 Eine Tellerform von Messing.
No. 644 Ein roher Guß aus derselben.
No. 645 Ein ganz verfertigter Teller aus der unter No. 643 bezeichneten Form.
No. 646 Eine Theelöffelform von Messing.
No. 647 Ein roher Guß aus derselben.
No. 648 Ein ganz fertiger Löffel aus der unter No. 646 bezeichneten Form.
No. 649 Eine Maßform ohne Bauch, von Messing.
No. 650 Ein roher Guß aus derselben.
No. 651 Ein ganz fertiges Maß aus der unter No. 649 bezeichneten Form.
No. 652 Eine Henkelform von Zinn.
No. 653 Eine Knopfform von Zinn.
No. 654 Ein roher Guß aus derselben.
*No. 655, 656 Zwei Formen von baierischem Schiefer (Soldaten).
*No. 657, 658 Zwei rohe Güsse daraus.
*No. 659, 660 Zwei ganz fertige Soldaten aus den Formen unter No. 655, 656.
*No. 661 Eine Ringform von Schiefer nebst rohem Guß
No. 662, 663 Zwei große Schreibzeuge. à Stück 28 Rthlr. 8 Ggr.
No. 664 Ein kleines Schreibzeug. 14 Rthlr. 4 Ggr.
No. 665 Eine Altar-Kanne. 10 Rthlr.
No. 666 Ein Schachspiel. 1 Rthlr.
No. 667 Sechshundert Stück verschiedene Zinnfiguren.
Die mit * versehenen Nummern sind nicht verkäuflich."
   
1837  Der Gewerbe-Verein berichtet:
"Bloß ein einziger Einsender, nämlich der Hofzinngießer Herr Du Bois in Hannover, hat Arbeiten dieses Faches geliefert. Darunter verdient zuerst angeführt zu werden eine recht instruktive und zweckmäßig ausgeführte Sammlung messingener und anderer Zinngießer-Formen nebst rohen und fertig gearbeiteten Probegüssen aus denselben. Wenngleich bei einigen dieser Formen die äußerste Genauigkeit im Zusammenpassen der Theile nicht erreicht war, so verdienen dieselben doch im Ganzen wegen des in ihrer Ausarbeitung zu Tage gelegten Fleißes gelobt zu werden. Drei lackirte zinnerne Schreibzeuge, zu welchen der Einsender die ziemlich zahlreichen Formen gleichfalls selbst verfertigte, müssen wegen der gut ausgeführten und geschmackvollen Verzierungen rühmend genannt werden. Viel Interesse erweckte auch eine Zusammenstellung von ungefähr siebenhundert verschiedenen Zinnfiguren (Kinderspielware), welche durch ihre Mannichfaltigkeit, erfinderische Wahl, und meist sehr glückliche Zeichnung alles Lobes werth sind. Dieses Sortiment, welches aus lauter kurrenter Kaufware, und nicht aus besonders für die Ausstellung verfertigten Stücken bestand, zeigte zur Genüge, in welcher bedeutenden Ausdehnung der Herr Einsender diesen Artikel produzirt, wie denn derselbe auch schon nicht unbeträchtliche Mengen seiner Zinnfiguren ins Ausland, namentlich nach Amerika, versendet hat. Herrn Du Bois ist für seine gesammten Leistungen Ehrenvolle Erwähnung zuerkannt."
   
1838 Von 1838 bis 1844 arbeitet Georg Andreas Röders bei Johann Ernst Du Bois.
   
1842 Ernst Friedrich Gottlieb Jlse absolviert von 1842 bis 1846 die Zinngießerlehre bei Johann Ernst Du Bois.
   
1843 Es erfolgt eine Umnummerierung der Seilwinderstraße Nr. 213 in Nr. 15.
   
1844 Johann Heinrich Schrader und Carl Schaper werden nach dem Tod von Elisabeth Conradine Emilie Demong mit den Demong'schen Formen von Johann Ernst Du Bois übernommen.
   
1847 Johann Ernst Du Bois führt seine Werkstätte als "Zinnwarenfabrik".
   
1849    Anzeige im Adressbuch 1849
   
1850 Johann Ernst Du Bois stellt auf der fünften allgemeinen Ausstellung inländischer gewerblicher Erzeugnisse in Hannover aus.
Der Gewerbe-Verein berichtet:
"J. E. du Bois, Hof-Zinngießer in Hannover. - (448 - 459) Verschiedene Kaffeetöpfe nebst Rahmguß, zwei Stück Leuchter, ein Abendmahls-Besteck für Landprediger, aus Britannia-Metall. - Höchst lobenswerth ist die Bemühung, diese für das hannoversche Land neue Waare bei uns einzuführen; den englischen Arbeiten gegenüber läßt die Komposition, besonders hinsichtlich der Härte, feilich noch zu wünschen übrig. Die Farbe ist recht gut, die Politur aber etwas mangelhaft. Dagegen sind die Formen ansprechend und zweckmäßig. Wenn hiernach auch mit Rücksicht auf die Preise die englische Waare zur Zeit noch nicht verdrängt werden kann, so hoffen wir doch, daß es dem regen Streben des Herrn du Bois gelingen wird, immer mehr als ein würdiger Konkurrent des Auslandes aufzutreten. -
(460 - 468) Verschiedene Spritzen. (470 - 473) Verschiedene Leuchter von Komposition. (474 - 479) Verschiedene Bierkrüge. (480, 481) Probe von Zinnknöpfen. (482, 483) Proben von Kompositionsknöpfen. - Billige und gute Waare.
(484) Musterkarten von Zinnfiguren. (485, 486) Kaffee- und Theeservice, Armleuchter und Lichtscheere im Rokoko-Geschmacke. (Zinn-Spielsachen.) - Ganz ausgezeichnet hinsichtlich der Formen und reichen Mannichfaltigkeit der Erfindung. - Große silberne Medaille."
    
1852 Der Graveur H. Wildt arbeitet für Johann Ernst Du Bois bis einschl. 1853.
   
1854 Der aus Goslar gebürtige Georg August Joseph Krebs (* 18. November 1823; † 18. Juli 1905) arbeitet von 1854 bis 1856 bei Johann Ernst Du Bois.
   
  Auf der allgemeinen deutschen Industrie-Ausstellung in München stellt Johann Ernst Du Bois Tafeln mit Zinnfiguren, Altar- und Kaffeekannen, Saucièren u. A. von Brittania-Metall und einen Waschapparat von Zink und Holz aus.
Für "die reiche Auswahl und gute Ausführung von Zinnfiguren" erhält er eine Ehrenmünze.
Im Bericht der "Beurtheilungs-Commission" heißt es: "J. E. Du Bois aus Hannover hatte ein sehr reiches Sortiment von Zinnsoldaten und derartigen Figuren ausgestellt, mit welchen er besonders dadurch vortheilhaft gegen seine Concurrenten abstach, daß er in größerem Umfange seinen Stoff aus der Naturgeschichte und Hauswirthschaft und nicht so ausschließlich aus dem Militär entnahm, wodurch diese Spielzeuge zugleich belehrend für die Jugend werden. Auch die Notabilitäten seines Wohnorts hat J. E. Du Bois in humoristischer Weise als Bürger-Militär verherrlicht. Er erhielt die Ehrenmünze."
   
1855 Johann Ernst Du Bois spendet dem historischen Verein für Niedersachsen eine Silbermedaille des hiesigen Mäßigkeits-Vereins, vier große kupferne Medaillen mit Bildnissen des Kurfürsten Ernst August, 1691, der Kurfürstin Sophie, ohne Jahreszahl, des HerzogsGeorg Wilhelm von Celle, und des Kurprinzen Friedrich von Brandenburg und seiner Gemahlin Sophie Charlotte, Prinzessin von Hannover, gleichfalls ohne Jahreszahl; drei Medaillen von Zinn, ungarischer Kupferkreuzer, 1848, und Nachahmung einer preußischen Cassenanweisung.
   
  Auf der allgemeinen Industrie-Ausstellung zu Paris stellt er Arbeiten von Zinn, Zink und Britannia-Metall (Objets d'étain et de métal anglais; baquet de zinc et frotte-linge à l'usage des blanchisseuses) aus und bekommt für seine Zinnfiguren eine ehrenvolle Erwähnung.
   
1858 Als Werkführer ist Heinrich Wilhelm Adolf Busch von 1858 bis 14. Dezember 1862 bei Johann Ernst Du Bois angestellt.
Ludwig August Rieche arbeitet bis einschl. 1859 als Geselle bei Johann Ernst Du Bois.
   
1860 Johann Ernst Du Bois ist sonstiges Mitglied der IX. Wanderversammlung deutscher Bienenwirte.
   
1862 Auf der Industrie- und Kunst-Ausstellung zu London stellt er einen Dampf-Apparat für pharmazeutischen Gebrauch, enthaltend 162 Pfd. Zinn, 240 Pfd. Kupfer und Messing, 415 Pfd. Eisen zu einem Preis von 500 Thalern und eine Musterkarte, bestehend aus 12 Tafeln und 3 Kästchen mit zusammen etwa 1400 verschiedenen Zinnfiguren für 44 Thaler aus.
Im amtlichen Bericht des Deutschen Zollvereins heißt es:
"Ferner J. E. Du Bois, Hofzinngießer in Hannover (Nr. 418). der einen vortrefflichen Dampfapparat für pharmazeutische Gegenstände und eine sehr reichhaltige Auswahl Zinnfiguren ausgestellt hatte. Der Apparat zeigte so recht die exakte Drechslerarbeit der früheren Zinngießer.
Es kommt nämlich darauf an, daß die runden mit einem Griff versehenen Gefäße so gut in die ausgebohrten Löcher des Dampfheerdes passen, daß solche ohne weitere Dichtung dampfdicht schließen, und war gerade diese Arbeit unseres Ausstellers von so tüchtiger Beschaffenheit, daß ihm die Medaille dafür zugesprochen wurde. Auch die Zinnsoldaten, das anziehende Spielzeug der Jugend, waren klar ausgegossen und die Formen doch so weit von Künstlerhand beschafft, daß man nicht zu fürchten hat, das Auge der Kinder für die ganze Lebenszeit durch falsche Verhältnisse der Figuren oder andere grobe Zeichenfehler zu verderben."
   
1865 Von Ostern ab bis Mitte 1866 arbeitet Ludwig August Rieche wieder bei Johann Ernst Du Bois und wohnt Lange Straße 25 zur Miete.
   
1867 Johann Ernst Du Bois stirbt am 12. Oktober 1867.
   
1868 Johann Ernst Conrad Du Bois übernimmt am 31. Januar 1868 den Betrieb.
Georg Jasper Albrecht Röders
, der Sohn von Georg Andreas Röders, arbeitet kurze Zeit bei Johann Ernst Conrad Du Bois.
Die Seilwinderstraße Nr. 15 wird in Nr. 13 umnummeriert.
   
1870 Es werden 7 Zinngießer und 14 Maler beschäftigt.

Am 24. Mai 1870 heiratet der Fabrikant Johann Ernst Conrad Du Bois die Agnes Marie Reichardt (* 14. Juni 1848 in Pirna).
Das Ehepaar hat die Kinder Friedrich Carl Albert Du Bois (24. März 1871), Johann Ernst Ludwig Du Bois (* 23. Februar 1872), Charlotte Wilhelmine Marie Du Bois (* 22. März 1874) und Agnes Luise Henriette Du Bois (* 10. März 1875).
   
1872 Das Correspondenz-Blatt für die Gelehrten- und Realschulen in Württemberg vermeldet:
"Zum römischen Kriegswesen. [Die Ausrüstung und Bewaffnung des römischen Heeres in der Kaiserzeit] Herr Albert Müller, Director des Gymnasiums in Ploen, hat von Ernst du Bois in Hannover nach seinen Angaben eine Reihe römischer Krieger entwerfen und mit entsprechendem Colorit in Zinn ausführen lassen. Es sind deren im ganzen 14, die in zwei, durch die Farbe des Helmbusches unterschiedene, Parteien zerfallen. Zu der ersten, mit rothem Helmbusch, gehören 1) ein Legionarius; 2) ein Centurio; 3) ein Aquilifer (infestis signis); 4) ein Buccinator; 5) ein Eques; 6) ein Vexillarius; 7) ein Imperator. Die zweite, mit schwarzem Helmbusch, bilden 8) ein Prätorianus; 9) ein Centurio dieser Truppe; 10) ein Signifer; 11) ein Tubicen; 12) ein Eques; 13) ein Vexillarius; 14) ein Imperator. Als Vorbilder dienten die Darstellungen auf der Trajans- und Antoninssäule, auf den Triumphbogen des Septimius Severus und Constantin und auf den Grabsteinen römischer Soldaten. Bei der Kleinheit der Figuren und der Schwierigkeit der Herstellung in Form und Guß konnten indeß nur die wesentlichen Stücke der Bewaffnung gegeben werden. Ein instructiv geschriebener Text macht auf die einzelnen bei jeder Figur besonders zu beachtenden Theile der Ausrüstung sowie auf ein paar bei der Modellierung vorgefallene Versehen aufmerksam; in den Noten finden sich außerdem die nöthigen literarischen Nachweisungen. Modellsammlung und Beschreibung sind für 1 Thlr. 25 Ggr. entweder auf directe Bestellung von du Bois' Zinnfigurenfabrik in Hannover oder durch Vermittlung des Verfassers zu beziehen."
   
1872 Die Witwe Sophie Friederike Charlotte Du Bois wohnt Seelhorst 4/0.
   
1873 Auf der Wiener Weltausstellung ist Johann Ernst Conrad Du Bois mit 36 Tabellen diverser Zinnfiguren sowie drei massiven Figuren vertreten und bekommt ein Anerkennungs-Diplom.
   
1875 Sophie Friederike Charlotte Du Bois ist im Adressbuch nicht mehr verzeichnet.
   
1902 Johann Ernst Conrad Du Bois beendet die Zinnfigurenherstellung und verkauft das Anwesen Seilwinderstraße 13 mit dem gesamten Inventar inclusive der Zinnfiguren-Gußformen an den Kaufmann Carl Sältzer (* 20. November 1860 in Hannover; † 5. April 1930 in Breitenrode/Kreis Oebisfelde), der in der Seilwinderstraße 11 einen Manufakturwarenhandel betreibt.
   
1903 Carl Sältzer baut auf den beiden Grundstücken ein neues Kaufhaus, das am 1. November 1903 eröffnet wird.
   
     Kaufhaus Sältzer, Seilwinderstraße 9 - 11
   
  Carl Sältzer, der für die Gußformen keine Verwendung hat, stiftet sie dem Vaterländischen Museum Hannover [heute Historisches Museum am Hohen Ufer].
        
1921 Johann Ernst Conrad Du Bois ist im Adressbuch letztmalig aufgeführt.
   
1943 Durch Luftangriffe auf Hannover wird das Vaterländische Museum zerstört und die Formen von Du Bois verschüttet.
   
1950 Ein großer Teil der Formen wird bei Aufräumungsarbeiten gefunden und gerettet.
   
  Zinnfiguren:
     Wege             Etikett
   
  Die Signatur "J. E. Du Bois" ist nur auf einer Zinnfigurenserie nachgewiesen!
   
  Figuren zum 30jährigen Krieg, zu den Kriegen Napoleons, zum Krimkrieg, zu den italienischen Volksaufständen unter Führung von Mazzini und Garibaldi von 1848 bis 1870 sowie zu den Kriegen von 1864, 1866 und 1870/71 sowie zehn 20 cm hohe massive Bleisodaten, die königlich deutschen Legion darstellend und mit "J. E. Dubois, Hannover" signiert.
Große hannoveranische Grenadiere in der Uniformierung von 1837, König Ernst August mit Gefolge in flacher Ausführung und
abnehmbaren Reitern, römische Soldaten zu Fuß und zu Pferd, napoleonische Garde und Mamelucken.
   
     Figuren aus einer Kaffeegesellschaft, 1846 graviert von Carl Schaper (5 cm hoch)
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Aus "Die Ausrüstung und Bewaffnung des römischen Heeres in der Kaiserzeit" von Dr. Albert Müller, zur Erklärung von 14, nach den Angaben des Verfassers von [Johann] Ernst [Conrad] Du Bois (1872) entworfenen und gravierten Modellfiguren - Abb. bei Hampe Taf. 26 
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Napoleonische Garde und Mamelucken - Abb. bei Hampe Taf. 27
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Dr. Erhard Schraudolph schreibt u. a.:
"Das Historische Museum Hannover konnte letztlich rund 800 Schieferformen, häufig beidseitig genutzt, aus dem Formenschatz von du Bois erhalten. Formen für Orden, Sargbeschläge, Puppenstubengeschirr und vor allem Zinnfiguren sind vorhanden - allerdings teilweise unvollständig, was Serien betrifft. Eine vergleichsweise große Zahl an Formen für Tierbeine, Geweihe und diverse Waffen findet sich ebenfalls, was darauf hindeutet, daß du Bois auch als Zulieferer für Hersteller von Papiermaché-Figuren fungierte.
...
Der Zustand der heute noch erhaltenen Schieferformen ist sehr unterschiedlich, teilweise fehlt die zweite Formhälfte. Es gibt auch Formen für halb- bzw. vollplastische Figuren, Metallformen fehlen überhaupt sowie alle Formen für Gefäße und dergleichen. Dies lässt sich vielleicht damit erklären, daß du Bois bis in die 1920er Jahre eine Zinnwarenhandlung im dritten Stock des Hauses Stadtstr. 3 betrieb und die Formen für Gefäße und dergleichen behielt."
   
  Quellen:
Adressbücher Hannover online
Mittheilungen des Gewerbe-Vereins für das Königreich Hannover, 7. Lieferung 1835 (Google books)
Verzeichniß der bei der ersten, von dem Gewerbe-Vereine für das Königreich Hannover veranstalteten Ausstellung inlänischer Industrieprodukte aufgestellten Gegenstände, Mai 1835 (Google books)
Erster Nachtrag zum Verzeichnisse der Industrie-Ausstellung in Hannover, Mai 1835 (Google books)
Verzeichniß der bei der zweiten, von dem Gewerbe-Vereine für das Königreich Hannover veranstalteten Ausstellung inländischer Industrieprodukte aufgestellten Gegenstände, August 1837 (Google books)
Mittheilungen des Gewerbe-Vereins für das Königreich Hannover, 16. Lieferung 1838 (Google books)
Mittheilungen des Gewerbe-Vereins für das Königreich Hannover, 60. Lieferung 1850 (Google books)
Neue Münchener Zeitung Nr. 115 vom 14. Mai 1854 (Google books)
Katalopg der allgemeinen deutschen Industrie-Ausstellung zu München im Jahre 1854 (Google books)
Bericht der Beurtheilungs-Commission bei der allgemeinen deutschen Industrie-Ausstellung zu München im Jahr 1854 (Google books)
Bericht der Beurtheilungs-Commission bei der allgemeinen deutschen Industrie-Ausstellung zu München 1854, 10tes Heft (Google books)
Auszeichnungen bei der allgemeinen deutschen Industrie-Ausstellung zu München von der Beurtheilungs-Commission zuerkannt, München 1854 (Google books)
Exposition des produits de l'Industrie de toutes les Nations 1855 - Catalogue Officiel (Google books)
Mittheilungen des Gewerbe-Vereins für das Königreich Hannover, Neue Folge Jahrgang 1855 (Google books)
Amtlicher Bericht über die allgemeine Pariser Ausstellung von Erzeugnissen der Landwirthschaft, des Gewerbfleißes un der schönen Kunst im Jahre 1855, Berlin 1856 (Google books)
Illustrirter Kalender für 1856 (Google books)
Neunzehnte Nachricht über den historischen Verein für Niedersachsen, Hannover 1856 (Google books)
Bienen-Zeitung - Organ des Vereins deutscher Bienenwirthe, 16. Band, Jahrgang 1860, Nördlingen (Google books)
Londoner Ausstellung 1862 - Special-Catalog der gewerblichen Ausstellung des Zollvereins, Berlin 1862 (Google books)
Amtlicher Bericht über die Industrie- und Kunst-Ausstellung zu London im Jahre 1862, Berlin 1864 (Google books)
Philologischer Anzeiger Nr. 8, August 1872 (Google books)
Zeitschrift für die österreichischen Gymnasien, 23. Jahrgang 1872 (Google books)
Correspondenz-Blatt für die Gelehrten- und Realschulen in Württemberg, 19. Jahrgang 1872 (Google books)
Wiener Weltausstellung - Amtlicher Katalog der Ausstellung des deutschen Reiches, Berlin 1873 (Google books)
Welt-Ausstellung 1873 in Wien - Officieller General-Catalog (Google books)
Weltausstellung 1873 in Wien - Amtliches Verzeichniss der Aussteller, welchen von der internationalen Jury Ehrenpreise zuerkannt worden sind (Google books)
Theodor Hampe: Der Zinnsoldat - ein deutsches Spielzeug, Verlag Herbert Stubenrauch, Berlin 1924
Walter Achilles: Zinnfiguren als kulturhistorische Quelle, Arbeitsberichte des Städtischen Museums Braunschweig Nr. 12, 1968
Paul Ernst Rattelmüller: Zinnfiguren - Die Welt in der Spanschachtel, Süddeutscher Verlag. 1971
Erwin Ortmann: Zinnfiguren einst und jetzt, Edition Leipzig 1973
Walter Achilles: Die ältesten niedersächsischen Zinnfiguren des Meisters AN, Hildesheimer Miniaturen, Bernward Verlag Hildesheim, 1976
Curt F- Kollbrunner: Zinnfiguren - Zinnsoldaten - Zinngeschichte, Hirmer-Verlag München 1979
Ulf Leinweber: Die kleine Figur - Geschichte in Masse und Zinn, Staatliche Kunstsammlungen Kassel, 1985
Heinz Schenzle: Sigel-Bestimmungsbuch, Freunde der Plassenburg e. V. Kulmbach, 1987
Alheidis von Rohr: Zinn und Zinnfiguren aus Hannover, Schriftenreihe Historisches Museum Hannover, 1996
Dirk Böttcher u. a.: Hannoversches biographisches Lexikon: von den Anfängen bis in die Gegenwart, Schlütersche GmbH & Co. KG, Hannover 2002
Erhard Schraudolph: "Zopfzeit, Befreiungskriege und Gesellschaftsgarten - Zinnfiguren zwischen Aufklärung und Restauration" in 75 Jahre Deutsches Zinnfigurenmuseum - Geschichte der Zinnfigur - Geschichte mit Zinnfiguren, Freunde der Plassenburg e. V. 2004
Dr. Erhard Schraudolph: "Herrscherstolz und Bürgerfleiss - Zinngießer in Hannover und Celle" in Dem König gehört alles, auch dein Spielzeug - Zinnfiguren aus dem Königreich Hannover, Edition Krannich, 2008
Florian Wilke: "Steine schreiben Geschichte - Ein Blick in zwei Werkstätten" in "Dem König gehört alles, auch dein Spielzeug - Zinnfiguren aus dem Königreich Hannover", Edition Krannich Halle (Saale), 2008
   
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