Catel, Pierre Frédéric (Peter Friedrich) - Berlin
   
  Die nach Berlin gekommenen Familien Catel gehören zu den hugenottischen [protestantischen] Glaubensflüchtlingen aus Frankreich, den in Preußen sogenannten Réfugiés. 
   
1649 Pierre Catel wird am 30. Juni 1649 als Sohn des Pierre Catel und dessen Ehefrau Jeanne Desban in Sedan, Ardennes, Champagne-Ardenne, Frankreich, geboren.
   
1653

Sein Bruder Daniel Catel wird am 7. Mai 1653 geboren.

   
1671 Pierre Catel hat das Zinngießerhandwerk erlernt, [ist "potier d'etain", wörtlich Zinn-Töpfer = Zinngießer]  und heiratet am 17. Mai 1671 in Sedan die Anne Siga (* 13. April 1654 in Sedan; † 10. April 1724 in Berlin), Tochter des Nicolas Siga und dessen Ehefrau Zoé, geb. Mozet.

Das Ehepaar hat die in Sedan geborenen Kinder:
Jeanne Catel (≈ 2. Februar 1672; † 29. März 1677),
Pierre Catel (≈ 22. Februar 1673; † 1. August 1675),
Judith Catel (≈ 12. März 1675; † 21. März 1675),
Pierre Catel (≈ 28. Mai 1676; † 31. Juli 1676),
Eve Catel (≈ 17. Juli 1677),
Jeanne Catel (≈ 24. August 1679),
Marie Catel (≈ 10. November 1680; † 23. November 1680) und
Jean Catel (≈ 28. Januar 1682; † 17. Juni 1691).
   
  Zu den evtl. zwischen 1683 und 1689 in Maastricht geborenen Kindern sind derzeit Kirchenbücher oder andere Dokumente nicht verfügbar.
   
  Das Ehepaar hat die in Berlin geborenen Kinder:
Abraham Catel (* 22. September 1689),
Catherine Rachel Catel (* 30. Januar 1692; † 14. Dezember 1693),
Jsaac Catel (≈ 21. Mai 1693; † 29. Juni 1696),
Gabrielle Jeanne Catel (≈ 8. Februar 1695; † 14. Januar 1772 unverheiratet) und
Madelaine Suzanne Catel (* 12. Dezember 1697; † 29. Juli 1698).
   
1673 Pierre Catel wird am 28. Oktober 1673 Meister.
   
1674 Daniel Catel, der das Zinngießerhandwerk erlernt hat und Meister ist, heiratet in Sedan am 15. Juli 1674 die Jeanne Collas (* 27. Oktober 1655 in Sedan), Tochter des Pierre Collas und dessen Ehefrau Anne, geb. Catel.

Das Ehepaar hat die in Sedan geborenen Kinder:
Pierre Catel (≈ 2. November 1675),
François Catel (≈ 1. August 1677),
Rachel Catel (≈ 8. März 1679),
Henri Catel (≈ 9. Februar 1681)
   
  Das Ehepaar hat die in Maastricht geborenen Kinder:
Abel Catel (≈ 11. Oktober 1682; † 28. Mai 1697 in Berlin),
Germaine Catel (≈ 7. August 1684),
Jaques Catel (≈ 7. Oktober 1685),
Marie Anne Catel (≈ 4. Februar 1687; † 8. Dezember 1698 in Berlin) und
Daniel Catel (* 1689; † 4. Juli 1697 in Berlin).
   
  Das Ehepaar hat die in Berlin geborenen Kinder:
Charles Catel (≈ 6. März 1692; † 20. Mai 1697),
Rachel Catel (≈ 2. Juli 1693),
Susanna Jeanne Catel (≈ 3. Dezember 1694; † 8. September 1695),
Anne Jeanne Catel (≈ 31. Juli 1696; heiratet am 3. Juni 1717 Jean Charles Brodier (1696 - 1770); stirbt 1724 in Stargard [heute Szczecinski/Polen]) und
Suzanne Catel (* 12. Januar 1698).
   
1680 Daniel Catel, der in Sedan in der Rue Maqua ansässig ist, verläßt die Stadt über Maastricht nach Berlin.
   
1682 Pierre Catel verläßt Sedan nach Maastricht.
   
1689 Pierre (Peter) Catel ist nunmehr in Berlin.
   
1690 Daniel Catel hat sein Geschäftslokal in Berlin auf dem Mühlendamm und wird 1690 zum Hofzinngießer ernannt.
   
1699 Im Berliner Meisterbuch sind die Zinngießer Peter Catel und Daniel Catel erstmals verzeichnet.
   
1700 Jeanne Catel, geb. Collas, stirbt am 29. April 1700 mit 44 Jahren.
   
  Der Witwer Daniel Catel heiratet am 17. August 1700 die Sara Jolimay (* ca. 1673 in La Haye), Tochter des Superintendenten der Herzogin von Ostfriesland Moïse Jolimay und dessen Ehefrau Adrienne Michelet.
   
  Das Ehepaar hat die Kinder:
Anne Rachel Catel (≈ 28. Juli 1702; † 23. Mai 1704),
Louise Susanne Catel (* 4. September 1704; † 31. Januar 1705),
Pierre Daniel Catel (* 28. Mai 1706; † 18. Dezember 1706),
Marte Catel (* 10. Mai 1707),
Daniel François Catel (≈ 8. Oktober 1708; † 5. März 1709),
Sara Anne Catel (* 15. September 1710),
Louis Catel (* 24. Dezember 1711),
Daniel Louis Catel (* 30. Mai 1712; † 30. Mai 1712) und
Marie Magdelaine Catel (* 14. Juni 1713; † 27. Dezember 1715).
   
1703 Johann Reichard absolviert vier Jahre lang seine Zinngießerlehre bei Peter Catel.
Im Meisterbuch ist der Name Pierre Catel bis 1733 mehrfach verzeichnet.
   
1704

François (Franz) Catel (* 1677 in Sedan; † in Stargard/Pommern) 1704 die Tochter des Pastors von Stargard Marie Esther Rocard (* 1685 in Lixheim/Elsass; † in Stargard).

 

Von den drei Kindern, die dieses Ehepaar hat, heiratet Ernest Louis (Ernst Ludwig) Catel (* 1715; † 14. Dezember 1796) in Stargard die Marie Anne Gery (* 1708; † 9. Juli 1771) und zieht später nach Berlin.

Das Ehepaar hat drei Kinder. Eines davon ist Pierre Frédéric (Peter Friedrich) Catel, der 1747 noch in Stargard geboren wird.

   
1718 Daniel Catel stirbt am 3. März 1718.
   
1722 Abraham Catel, 1689 geborener Sohn des Zinngießers Peter Catel und dessen Ehefrau Anne, geb. Siga, hat das Zinngießerhandwerk erlernt und heiratet am 29. Juni 1722 die 1707 geborene Marte (Marthe) Catel, Tochter des Zinngießers Daniel Catel und dessen Ehefrau Sara, geb. Jolimay.
   
  Das Ehepaar hat die Kinder:
Pierre Catel (≈ 10. September 1723; † 3. Dezember 1724),
Pierre Abraham Catel (≈ 24. September 1724; † 6. August 1736),
Jean George Catel (* 1. Januar 1726; † 6. Oktober 1728) und
Simeon Catel (≈ 12. Januar 1728; † 30. April 1729).
   
  Bis 1733 ist Abraham Catel im Meisterbuch mehrfach verzeichnet.
   
1726 Sara Catel, geb. Jolimay stirbt am 14. Mai 1726.
   
1728 Peter Catel stirbt am 14. Juni 1728.
   
1735 Abraham Catel stirbt am 1. Juli 1735.
   
1736 Marthe Catel stirbt am 19. Februar 1736.
   
1772

Peter Friedrich Catel wohnt in Berlin in der Mittelstraße im Friotschen Haus und ist Assessor am Französischen Untergericht.

   
1774

Am 30. Oktober 1774 heiratet er in Berlin die 17jährige Elisabeth Wilhelmine Rousset (* 27. Februar 1757), Tochter des Berliner Kaufmanns François (Franz) Rousset und der Marie Elisabeth Gervaisot.

 

Das Ehepaar hat dieKinder:

Louis Frédéric (Ludwig Friedrich) Catel (* 20. Juni 1776; heiratet am 10. Juni 1802 die Fréderique Henriette Schiller, Tochter des David Henri Schiller und dessen Ehefrau Caroline, geb. Müllern; stirbt am 19. November 1819), der später als Architekt berühmt wird,

François Louis (Franz Ludwig) Catel (* 22. Februar 1778; heiratet am 28. Januar 1801 die Sophie Fréderique Kolbe, Tochter des Fréderic Kolbe und dessen Ehefrau Sophie Caroline Kolbe, stirbt am 19. Dezember 1856 in Rom), der als Maler und Stecher berühmt wird und

Françoise (Franziska) Henriette Catel (* 28. Februar 1781; † 18. Juli 1781).   

   
1779 Peter Friedrich Catel beschäftigt sich in seiner Freizeit mit feinmechanischen Konstruktionen wie Planetarien, Globen, Thermometer und ähnlichem.
Ferdinand Schade († 1857) schreibt in seinem Uhrmacher-Lexikon von 1855 u. a.: "So erfand Catel in Berlin um 1779 eine sich selbst bewegende Erdkugel, welche Monate, Tage und Stunden anzeigt, sich alle 24 Stunden um ihre Axe dreht und zugleich durch eine doppelte Bewegung ihrer Pole nach Norden und Süden um 23 1/2 Grad declinirt, nach dem Verhältniß, wie die Sonne sich dem Aequator nähert oder sich von ihm entfernt; sie zeigt die Zeit eines jeden Orts und die Mittagslinien auf dem Erdboden an und braucht nur alle acht Tage aufgezogen werden."
   
  Christoph Friedrich Nicolai (* 1733; † 1811) schreibt in seiner Beschreibung einer Reise durch Deutschland und die Schweiz im Jahre 1781 u. a.: "Ich fand bey einem Uhrmacher in Berlin einen fertigen Wegmesser, aber so unvollkommen, daß er zerbrechen mußte, sobald der Wagen zurückgezupft ward. Ich zog nun Herrn Catel zu Rathe, einen Kaufmann, der eine trefliche mechanische Erfindungskraft hat. Ich berufe mich deßhalb nur auf die von ihm verfertigte bewegliche Erdkugel, welche die tägliche und jährliche Bewegung der Erde anzeigt, und die Herr Castillon der Vater in den Mémoires de l'Academie de Berlin vom Jahre 1779. S. 305. u. ff. beschrieben hat. Herr Catel hatte die Gefälligkeit, für mich ein neues Instrument dieser Art zu erfinden, und ließ es von Herrn Peter Friedrich Blasius Droz machen, der in der hiesigen Königl. Uhrfabrik arbeitet. Er ist ein Neffe und Lehrling Hrn. Peter Jaquet Droz zu Chaux la Fond, des Vaters der beiden Herren Jaquet Droz, deren künstliche Automaten im Göttingischen Taschenbuche vom Jahre 1780 beschrieben sind. Dieses Instrument hat seinem Endzwecke sehr genau entsprochen."
   
     Beschreibung des Catelschen an einen Wagen angebrachten Wegmessers
   
  Weiter schreibt Christoph Friedrich Nicolai noch: "Auch ließ mir Herr Catel einen von ihm erfundenen und selbst verfertigten Schrittzähler ab. Er hat nicht, wie der Hohlfeldische fünf Scheiben und Weiser, sondern nur eine Scheibe, und auf derselben drey Zeiger. Der erste zeigt bis 100 Schritt, der zweyte bis 1000 Schritt, und der dritte bis 20.000. Das Instrument wird mit einem Haken rechts an dem Bunde der Beinkleider befestigt, und es gehet von demselben eine seidne Schnur längs dem Schenkel, welche in der Gegend des Knies an die Beinkleider mit einer gebogenen stählernen Spitze befestigt ist. Bey jedem Schritt zeigt der erst Zeiger zwey, weil der Schritt, den der linke Fuß macht, sonst nicht angemerkt würde. Dieses Instrument hat uns besonders auf einer Reise zu Fuß, durch einige Gegenden der Schweiz nützliche Dienste gethan."
   
1780

Er übernimmt den Nürnberger-Waren-Laden des Kaufmanns Bardin in der Brüderstraße No. 2. [Bardin hat bisher mit "Nürnberger Waaren in Meßing, Elfenbein, Zahlpfennige u. d. gl." sowie "Nürnberger Asozenwaaren, als Spielzeug, Schach-Tresettspiele, Taschenspiele, Zahlpfennige u. s. w." gehandelt]

Das Anwesen gehört dem Kaufmann Sasse.

   
1784

Er stellt das erste mal sein Weihnachtsangebot auf dem Berliner Weihnachtsmarkt "mit Wasserkunst und alten Gebäuden, welche durch die neue Panserlampe erleuchtet werden wird" aus.

   
1785
   
 

Im "Verzeichniß von sämmtlichen Waaren, so bey dem Kaufmann Peter Friedrich Catel, wohnhaft in der Brüderstrasse im Nürnberger Laden, zu jederzeit um sehr billige Preise zu haben sind" werden folgende Zinnspielwaren angeboten:

 

"Spielzeug für Mädchen.

Schüsseln von Zinn, nebst andern Hausrath von Zinn.

Waschfässer. 8 gr.

Buchthienen. 8 gr.

Waschwannen. 3 gr.

Waschkörbe. 6 und 8 gr.

Pletttische. 6 gr.

Pletteisen. 4 gr.

Hackmesser. 2 gr.

 

Spielzeug für Knaben.

Schachtel mit zinnerne Soldaten und Spielsachen. 6 und 12 gr.

Zinnerne Uhren. 2 bis 4 gr."

   
1786
   
 

Im "Verzeichniß von sämmtlichen Waaren, welche bey dem Kaufmann Peter Friedrich Catel, wohnhaft in der Brüderstrasse im Nürnberger Laden, zu jederzeit um sehr billige Preise zu haben sind" werden folgende Zinnspielwaren angeboten:

  

"Spielzeug für Mädchen.

Schüßeln von Zinn, nebst anderem Hausrath von Zinn.

Waschfäßer, 8 gr.

Beichthienen, 8 gr.

Waschwannen, 3 gr.

Waschkörbe, 6 und 8 gr.

Plettische, 6 gr.

Plätteisen, 4 gr.

Hackemesser, 2 gr.

Auch noch verschiedene andere mehr, welche theils noch nicht haben angeführet werden können, theils auch schon bekannt sind.

 

Spielzeug für Knaben.

Schachteln mit zinnernen Soldaten; Schäfereyen, Jägereyen und andere mehr, 6 und 12 gr.

Zinnerne Uhren, 2 bis 4 gr."

   
1788
   
 

Im "Verzeichniß von sämmtlichen Waaren, welche bey dem Kaufmann Peter Friedrich Catel, wohnhaft in der Brüderstrasse im Nürnberger Laden, zu jederzeit um sehr billige Preise zu haben sind" werden folgende Zinnspielwaren angeboten:

 

"Spielzeug für Mädchen.

Schüßeln von Zinn, nebst anderem Hausrath von Zinn.

Waschfäßer, 8 gr.

Beichthienen, 8 gr.

Waschwannen, 3 gr.

Waschkörbe, 6 und 8 gr.

Plettische, 6 gr.

Pletteisen, 4 gr.

Hackemesser, 2 gr.

Bratenwender, die eine halbe Stunde gehen, 2 thl. 

Auch noch verschiedene andere mehr, welche theils noch nicht haben angeführet werden können, theils auch schon bekannt sind.

 

Spielzeug für Knaben.

Schachteln mit zinnernen Soldaten; Schäfereyen, Jägereyen und andere mehr, 6 und 12 gr.

Zinnerne Uhren, 2 bis 4 gr."

   
1790 Peter Friedrich Catel gibt ein "Mathematisches und physikalisches Kunst-Cabinet, dem Unterrichte und der Belustigung der Jugend gewidmet" heraus.
   
 
   
 
   
 

Im "Verzeichniß von sämmtlichen Waaren, welche bey dem Kaufmann Peter Friedrich Catel, wohnhaft in der Brüderstrasse im Nürnberger Laden, jederzeit um sehr billige Preise zu haben sind" werden folgende Zinnspielwaren angeboten:

 

"Spielzeug für Mädchen.

Schüssel von Zinn, nebst anderm Hausrath von Zinn.

Waschfässer, 8 gr.

Beichthienen, 8 gr.

Waschwannen, 3 gr.

Waschkörbe, 6 und 8 gr.

Plettische, 6 gr.

Pletteisen, 4 gr.

Hackemesser, 2 gr.

Bratenwender, die eine halbe Stunde gehen, 2 thl.

 

Spielzeug für Knaben.

Schachteln mit zinnernen Soldaten; Schäfereyen, Jägereyen und andere mehr, 6 und 12 gr.

Zinnerne Uhren, 2 bis 4 gr."

 

In dem Bändchen "1. Mathematisches und physikalisches Kunst-Cabinet, dem Unterrichte und der Belustigung der Jugend gewidmet" bietet Peter Friedrich Catel unter Spielsachen für Knaben u. a. "Zinnwaaren, sind in Schachteln von ½ Pf. und ¼ Pf.; sie enthalten Schäfereyen, Jägereyen, Soldaten, Musquetiere, Fusilirer, Reuter, und andere Sachen, als Gärten, Vögel, Thiere. Die von ½ Pf. kosten 12 Gr., die anderen 6 Gr.

Zinnerne Uhren, sind bekannt; kosten 2 bis 4 Gr."

   
1791 Peter Friedrich Catel veröffentlicht ein historisch-chronologisches Spiel mit 480 kurzen Biographien aus der alten und neuen Geschichte.
   
 
   
  Peter Friedrich Catel stirbt am 9. Januar 1791 an Auszehrung. Die Witwe Elisabeth Wilhelmine Catel, geb. Rousset führt den Laden "unter Aufsicht und Direction eines eben so geschickten Genies, des Hrn. Heitmann [einem langjährigen Mitarbeiter] weiter.
   
1792
   
 

Im "Verzeichniß von sämmtlichen Waaren, welche bey des Kaufmann Peter Friedrich Catel seel. Wittwe, wohnhaft in der Brüderstrasse im Nürnberger Laden, jederzeit um sehr billige Preise zu haben sind" werden folgende Zinnspielwaren angeboten:

 

"Spielzeug für Mädchen.

Schüsseln von Zinn, nebst anderm Hausrath von Zinn.

Waschfässer, 8 gr.

Beichthienen, 8 gr.

Waschwannen, 3 gr.

Waschkörbe, 6 und 8 gr.

Pletttische, 6 gr.

Plettteisen, 4 gr.

Hackemesser, 2 gr.

Bratenwender, die eine halbe Stunde gehen, 2 thl.

 

Spielzeug für Knaben.

Schachteln mit zinnernen Soldaten; Schäfereyen, Jägereyen und andere mehr, 6 und 12 gr.

Zinnerne Uhren, 2 bis 4 gr."

   
1798

Die Firma Peter Friedrich Catel bringt einen "besonderen Catalogus mit Kupfer-Abbildungen" über "Spielsachen aller Art, zum Unterricht und Vergnügen der Jugend, nicht nach Art der gemeinen Drechsler-Waaren, sondern mit Fleiß und Geschmack gearbeitet, fabricirt in Berlin" heraus.

   
1801

Eigentümer des Hauses Brüderstraße 2 ist jetzt der "Commerzien-Rhat" Baudouin, der es noch in diesem Jahr an die Witwe Platzmann verkauft.

   
1803 Die Firma Peter Friedrich Catel wird letztmalig von Johann Daniel Friedrich Rumpf in dessen zweiten Bändchen "Berlin und Potsdam - eine vollständige Darstellung der merkwürdigsten Gegenständ" verzeichnet. Unter Teil III - Kunst-, Manufaktur- und Fabrikprodukte wird Catel für "Jngenieurbesteche; Planetensysteme; Luftpumpen; Electrisirmaschinen; Spielsachen aller Art, zum Unterricht und Vergnügen der Jugend beiderlei Geschlechts und Camera obscura" als Bezugsquelle genannt.
   
 

Der Nürnberger Laden mit der Kunst- und Spielwarenhandlung ist von der Firma Girard & Haugk übernommen, die ein "Verzeichniß sämmtlicher Waaren, welche bei Girard & Haugk in der Brüderstraße, im Nürnberger Laden, jederzeit um beigesetzte Preise zu erhalten sind" herausgeben.

   
 
   
1805

David Girard, der in der Spandauerstraße 81 wohnt, ist einer von vier französischen Gilde-Ältesten der Kaufmannschaft der Tuch- und Seidenhandlung und außerdem an der Firma Girard & Haugk beteiligt.

   
1806 Die Firma heißt nun Peter Girard & Compagnie
   
     Brüderstraße um 1808 (berlin.wikia.com online)
   
1809

Elisabeth Wilhelmine Catel, geb. Rousett stirbt am 26. November 1809.

   
1812

Nach dem Berliner Adressbuch von 1812 hat zwischenzeitlich der Schwiegervater des Peter Friedrich Catel, der Kaufmann Rousset, das Anwesen Brüderstraße 2 gekauft.

Die Firma Girard & Compagnie ist immer noch Mieter des dortigen Nürnberger Ladens.

1818

Der Laden in der Brüderstraße 2 ist aufgegeben.

Im Adressbuch existiert eine Firma David Girard & Sohn in der Schloßfreiheit Nr. 7.

David Girard wohnt in der Oranienburger Straße Nr. 90.

   
1820 David Girard, Kaufmann und Rentier, wohnt An der Schleuse 8.
   
1823 David Girard, jetzt als Particuleur [Privatmann] bezeichnet, wohnt jetzt Mondyouplatz 10.
   
1824

Peter E. Girard, ehemaliger Kaufmann, wohnt Oranienburgerstraße 37, der Particuleur David Girard immer noch

Mondyouplatz 10.

   
  nicht weiter eruiert!
   
 

Beichthiene = eine Art von Wasch-Gefäß, in dem man Wäsche, Leinwand oder Garn, welches gebleicht wird, beichet, oder mit warmer Lauge durchziehen und diese dann durch das im Boden vorhandene Loch ablaufen läßt und dann wieder neue Lauge darauf gießt.

"Buchthiene" dürfte ein Druckfehler sein.

 

Zinnfiguren und Zinnspielzeug:

nicht bekannt; es dürfte sich aber um Nürnberger Erzeugnisse handeln, da Catel auch Nürnberger Lebkuchen in seinem Angebot hatte und somit geschäftliche Kontakte zu Nürnberg pflegte.

   
  Dr. Czeguhn und Dr. Schraudolph meinen, der 1778 geborene François Louis Catel hätte für die Firma seines Vaters Zinnfigurenformen hergestellt. Bonk führt diese Meinung ad absurdum mit dem Hinweis, dass François Louis Catel bei Gründung der Firma zwei Jahre und im Todesjahr des Vaters knapp dreizehn Jahre alt war.
  U. a. wird von Dr. Czeguhn und Dr. Schraudolph angegeben, ein aus Ravensburg stammender Ludwig Theodor Kuhn hätte am 7. Juli 1773 in Berlin eine Eleonore Catel (* 1746; † 1801) geheiratet. Es ist bei den Catels in der Französischen Gemeinde weder eine Eleonore Catel, noch in den Kirchenbüchern die Heirat zu finden.
  Weiter wird gemutmaßt, Peter Friedrich Catel hätte 1780 die ehemalige Zinngießerei Johann Georg Gebhard von J. C. Catel (?) übernommen.
Johann Georg Gebhard starb bereits 1769 - wer ist J. C. Catel?
   
  Lesenswert:
Thomas Stauss (Autor) - Frühe Spielwelten. Zur Belehrung und Unterhaltung: Die Spielwarenkataloge von Peter Friedrich Catel (1747 - 1791) und Georg Hieronimus Bestelmeier (1764 - 1829), Librum Publishers & Editors LLC, Hochwald/Schweiz 2015, ISBN 978-3-9524038-9-1
   
 

Quellen:

Adresskalender Berlin (Google books) 

Friedrich Nicolai: Beschreibung der Königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam, Berlin 1769 (Google books)

Fréderic Nicolai: Description des villes de Berlin et de Potsdam, 1769 (Google books)

Friedrich Nicolai: Beschreibung der Königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam, 1. Band, Berlin 1779 (ULB Sachsen-Anhalt online)

Friedrich Nicolai: Beschreibung der Königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam, 2. Band, Berlin 1786 (Google books)

Reimar F. Lacher: Ludwig Friedrich (gen. Louis) Catel, (www.berliner-klassik.de)

Ronny Barthold: Studienarbeit "Das Leipziger Marktwesen - Die Situation um 1880 bis zum Bau der Großmarkthalle auf dem Rossplatz, in den

Quellenangaben das Verzeichniß von Girard & Haugk

Grosses Universal-Lexicon Aller Wissenschaften und Künste, Welche bishero durch menschlichen Verstand und Witz erfunden worden, Dritter Band, Verlegts Johann Heinrich Zedler, Halle und Leipzig anno 1733 (UB Augsburg)

Friedrich Nicolai: Beschreibung einer Reise durch Deutschland und die Schweiz, im Jahre 1781, Berlin und Stettin 1783 (Google books)

Intelligenz-Blatt des Journals des Luxus und der Moden, Nr. 6 Junius 1788 (UB Augsburg)

Verzeichnis von Waaren, welche bey Herrn Peter Friedrich Catel in Berlin zu haben sind, Gnädigst privilegirtes Leipziger Intelligenz-Blatt No. 34 und 35, 1788

Verzeichniß von sämmtlichen Waaren, welche bey dem Kaufmann Peter Friedrich Catel, wohnhaft in der Brüderstrasse im Nürnberger Laden, zu jederzeit um sehr billige Preise zu haben sind, 1785, 1786, 1788, 1790, 1792, SLUB Dresden online

Friedrich Justin Bertuch: Über Herr Catels zu Berlin Unternehmung bessere und instructivere Spielsachen für Kinder zu liefern, Journal des Luxus und der Moden, August 1790 (Uni Jena)

Mathematisches und physikalisches Kunst-Cabinet, dem Unterrichte und der Belustigung der Jugend gewidmet. Mit 216 Figuren auf 9 Kupertafeln. Nebst einer zweckmäßigen Beschreibung der Stücke, und Anzeige der Preise, für welche sie beym Verfasser dieses Werks P. F. Catel in Berlin zu bekommen sind. Berlin und Lebau bey Lagarde und Friedrich, 1790 (Google books)

Anweisung zu einem von Peter Friedrich Catel neuerfundenen historisch-chronologischen Spiele nebst 480 dazu gehörigen kurzen Biographien aus der alten und neuen Geschichte. Berlin 1791 beym Verfasser (Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt online)

Fabriken- und Manufacturen-Addreß-Lexicon von Teutschland, Weimar 1798 (Google books)

Berlin und Potsdam - eine vollständige Darstellung der merkwürdigsten Gegenständ von I.D.F. Rumpf, 2. Bändchen, Berlin 1803 (Google books)

Verzeichniß sämmtlicher Waaren welche bei Girard & Haugk, in der Brüderstraße, im Nürnberger Laden, jederzeit um beigesetzte Preise zu haben sind. Berlin 1803

Lexicon von Berlin und der umliegenden Gegend, Berlin 1806 (Google books)

Ferdinand Schade: Uhrmacher-Lexikon, Weimar 1855 (Google books)

Erläuterungen zur Spielzeug-Ausstellung im Märkischen Museum, Berlin, 18. Dezember 1927 bis 31. Januar 1928, verlängert bis 29. Februar 1928 

Gerhard Hellwig: Vierzig Jahre Berliner Zinnfiguren Werner Scholtz 1934 - 1974

Christa Lorenz: Berliner Weihnachtsmarkt - Bilder und Geschichten aus 5 Jahrhunderten, Berlin: Berlin-Information, 1987

L'Estampille L'Objet d'Art No. 317, Oktober 1997

Erhard Schraudolph: "Zopfzeit, Befreiungskriege und Gesellschaftsgarten - Zinnfiguren zwischen Aufklärung und Restauration" in 75 JahreDeutsches Zinnfigurenmuseum - Geschichte der Zinnfigur - Geschichte mit Zinnfiguren, Freunde der Plassenburg e. V. 2004

Erhard Schraudolph: Eisvogel trifft Klapperschlange, Verlag des Germanischen Nationalmuseums 1006

Ignacio Czeguhn und Erhard Schraudolph: Kuhn und Catel - ungelöste Rätsel oder Berlin, eine Wiege der Zinnfigur? in Figurina Helvetica 2009/2010

Wolf Rüdiger Bonk: Zinnfiguren aus Berlin und Umgebung, Zeughaus-Verlag GmbH., Berlin 2012

Ludwig Catel - Wikipedia

ancestry (Kirchenbücher der Französischen Gemeinde Berlin)

geneanet (Stammbaum Koning) und Verzeichnisse Sedan

 

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