Busch, Heinrich Wilhelm Adolf - Hannover
   
1849 Von 1849 bis 1854 erlernt Heinrich Wilhelm Adolf Busch das Zinngießerhandwerk bei Georg Friedrich Harnisch in Hannover.
   
1860 Am 16. Juni 1860 bittet der Zinngießergehilfe Adolf Busch auf dem Rathause Hannover "unter Überreichung der Anlagen um Ertheilung eines Trauscheins mit dem Bemerken, daß er ordentlich 5 Th. verdiene und sich frei geloest habe."

Er legt folgendes Zeugnis vor:
"Auf Ersuchen meines Gehülfen A. Busch welcher die Leitung meines Geschäfts zu meiner größten Zufriedenheit bisher geführt hat, entledige ich mich der angenehmen Pflicht, demselben das beste Zeugniß zu geben, sowohl in Fleiß und Ordnungsliebe, als auch in Hinsicht seiner strengen Rechtlichkeit, und richte ich die Bitte an Herrn Stadt-Director, da mein Gehülfe Busch den Wunsch hat, sich zu verheirathen nicht entgegen zu sein, indem ich die Verpflichtung übernehme, denselben dauernd zu beschäftigen.
Auch ist sein Verdingt der Art, daß derselbe wohl eine Frau ernähren kann.
Hannover, den 12. Juni 1860
J. E. [Johann Ernst] du Bois - Hofzinngießer"

Es ergeht am 19. Juni 1860 die Anweisung, den Trauschein zu erteilen, was am 20. Juni 1860 erfolgt.
   
1862 Adolf Busch ersucht am 30. September 1862 ergebenst "den hochlöblichen Magistrat der königlichen Residenzstadt Hannover" um seine Zulassung zur Gewinnung des Bürgerrechts "zufolge der als  Anlage
A.
  gehorsamst beigefügten Taufscheines als ehelicher Sohn des hiesigen Braugehülfen Friedrich Busch am 12. October 1834 geboren, also jetzt fast 28 Jahre alt, habe ich Zuhalts des angelegten Lehrbriefes, Anlage
B.
das Zinngießergewerbe in der hiesigen Zunft erlernt und bin im Jahre 1854 zum Gesellen erklärt. Wie mein als Anlage
C.
gehorsamst überreichtes Wanderbuch ergiebt, habe ich fast 4 Jahre in der Fremde zugebracht und nach Zuhalt der Anlage
D.
stehe ich jetzt - und genau seit meiner Rückkunft nach Hannover - bei Herrn Hofzinngießer J. E. du Bois (als Werkführer) in Arbeit. Seit Juli 1860 verheirathet und Vater eines Kindes, wünsche ich das hiesige Bürgerrecht zu erwerben, und bitte den hochlöblichen Magistrat ganz ergebenst: mich zu dieser Gewinnung geneigtest zulassen zu wollen.
Ich darf mich der Hoffnung hingeben, daß mein Gesuch gütige Gewährung finde, da ich, mit meiner Familie hier wohberechtigt, durch die beigefügten Documente meine bisherige Unbescholtenheit dargethan habe.
Als Anlage
E.
noch den Taufschein meiner Ehefrau Maria Wilhelmine geb. Meyer vorlegend, bitte ich schließlich ganz ergebenst um baldgefällige Resolution und um gütige Rückgabe der Anlagen.
Hannover, den 29. Septbr. 1862
Adolph Busch
   
  Der Magistrat der königlichen Residenzstadt Hannover befindet am 8. Oktober 1862:
"Der Zinngießergeselle Heinrich Wilhelm Adolf Busch von hier wird hierdurch, unter Zustimmung der Bürger-Vorsteher, zur Gewinnung des hiesigen Bürgerrechts zugelassen und angewiesen, wegen Zahlung des Bürgergewinngeldes sich unter Vorzeigung dieser Resolution auf der hiesigen Stadt-Casse zu melden, auch demnächst zu seiner Beeidigung bei dem Magistrate sich einzufinden.
Die Anlagen des Gesuchs werden hierneben zurückgegeben.!
   
  Am 14. Dezember 1862 hat Adolf Busch das Harnisch'sche Geschäft des verstorbenen Zinngießers Georg Friedrich Harnisch in der Schmiedestraße 20 übernommen und ist nachträglich Meister geworden.
   
1866 Er wohnt und arbeitet in der Schuhstraße 14.
   
1868 Jetzt betreibt er die Zinngießerei und ein Putzgeschäft in der Schuhstraße 12.
   
1872 Im Adressbuch ist als Inhaberin des Putzgeschäftes in der Schuhstraße 12 die Ehefrau Minna Busch aufgeführt.
   
1875 Die Putzhandlung von Adolf Busch ist jetzt in der Schmiedestraße 25.
   
1888 Der Zinngießer Adolf Busch wohnt in der Ernst-August-Straße 4/II, das Putzgeschäft ist im Erdgeschoß.
   
1889 Er ist verstorben.
   
  Zinnfiguren:
Es sind von Adolf Busch signierte Schieferformen mit hauptsächlich zeitgenössischen Soldaten aus dem Formenschatz des Zinngießers Heinrich Heine in Celle bekannt; er hat dort offensichtlich während seiner vier Jahre dauernden Wanderschaft gearbeitet.
Georg V. von Hannover bzw. Herr zu Pferde (Gußform), A. Busch, Hannover, datiert 1853  [also während der Lehrzeit gefertigt] - Hannover, Historisches Museum am Hohen Ufer 
   
  Quellen:
Stadtarchiv Hannover: Bürgerrechts-Akten
Theodor Hampe: Der Zinnsoldat - ein deutsches Spielzeug, Verlag Herbert Stubenrauch, Berlin 1924
Der standhafte Zinnsoldat - Aus der Spielzeugkiste ins Museum, eine Ausstellung des Museums für Kunst und Kulturgeschichte der Hansestadt Lübeck, St.-Annen-Museum, 28. November 1976 - 9. Januar 1977
Curt F. Kollbrunner: Zinnfiguren - Zinnsoldaten - Zinngeschichte, Hirmer-Verlag München 1979
Ulf Leinweber: Die kleine Figur - Geschichte in Masse und Zinn,Staatliche Kunstsammlungen Kassel, 1985
Heinz Schenzle: Sigel-Bestimmungsbuch, Freunde der Plassenburg e. V. Kulmbach, 1987
Dr. Erhard Schraudolph: "Herrscherstolz und Bürgerfleiß - Zinngießer in Hannover und Celle" in "Dem König gehört alles, auch dein Spielzeug" - Zinnfiguren aus dem Königreich Hannover, Edition Krannich Halle (Saale), 2008
Adressbücher Hannover online
   
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