Nürnberger Metallwaarenfabrik Gebrüder Bing, Nürnberg

Nürnberger Metall- und Lackierwarenfabrik, vorm. Gebrüder Bing, AG, Nürnberg

Bing Werke AG, Nürnberg

"Nowag" Noris-Werke AG, Nürnberg

Continentale Vertriebszentrale GmbH. (Concentra), Nürnberg

Bing-Emaillier-Werke AG und GmbH., Grünhain/Sachsen

C. T. Petzold Stanz- und Emaillierwerke AG, Grünhain/Sachsen

   
1840

Ignaz Bing wird in Memmelsdorf im Itzgrund bei Ebern/Oberfranken am 29. Januar 1840 als zweiter Sohn des Färbermeisters Salomon Bernhard Bing (* 24. Januar 1816 in Scheinfeld; † 12. September 1878 in Nürnberg) und der Bela Babette Bing, geb. Tuchmann (* 4. Dezember 1814 in Ülhlfeld, Neustadt an der Aisch/Bad Windsheim; † 21. Juni 1847 in Memmelsdorf bei Bamberg) geboren.

   
1842 Sein Bruder Adolf Bing kommt am 28. Februar 1842 zur Welt.
   
1853

Salomon Bing siedelt nach Gunzenhausen über, bekommt dort das Bürgerrecht und betreibt nun einen Hopfenhandel.

   
1854

Ignaz Bing kommt nach Ansbach in ein Handelslehrinstitut. Diesem Institut ist ein kleines Handelsgeschäft für Weisswaren angegliedert, so daß er sich dort auch praktische kaufmännische Kenntnisse aneignet.

   
1855

Er verläßt das Institut nach öffentlicher Prüfung als Commis mit einem Zeugnis des Ansbacher Magistrats und fängt als Volontair bei der Bank J. Em. Wertheimber in Fürth an.

   
1856

Weitere Stationen sind die Firma B. Berneis "Mercerie" in der Helmgasse in Fürth (vom August 1856 bis August 1858), ähnliche Firmen in Aschaffenburg, Wallerstein i/Ries und noch einmal in Fürth.

   
1862

Ignaz Bing eröffnet in Gunzenhausen ein Engrosgeschäft für Garn-, Band- und Kurzwaren; Eigentümer ist der Vater Salomon Bing.

   
1864

Ignaz und Adolf Bing lösen die Geschäftsanteile des Vaters in Höhe von 18.000 Gulden ab; die Firma heißt nun "Gebrüder Bing".

   
1865

Die Brüder siedeln nach Nürnberg um und mieten einen kleinen Laden in der Karolinenstraße 14 für 450 Gulden auf fünf Jahre.

   
1866

Die Gebrüder Bing melden am 12. Juni 1866 in Nürnberg ein Engrosgeschäft in Kurz- und Galanteriewaren als Gewerbe an.

Es werden jetzt auch Metall- und Galanteriewaren verkauft.

Die Band-, Garn- und Kurzwaarenhandlung befindet sich im Haus Karolinenstraße L. 291c.

   
1868

Es wird ein größerer Laden in der Waizenstraße 7 (im Hause Philipp Rosenbaum) angemietet.

Das Großhandels-Sortiment umfaßt Kurzwaren, Blech- und Metallwaren und Portefeuilles.

   
1869

Ignaz Bing heiratet am 11. Mai 1869 Ida, geb. Ottenstein (* 1844; † 1919).

Kinder aus dieser Ehe sind Fritz Bing (* 17. Juni 1870; † 18. Oktober 1876), Max Bing (* 11. April 1872; † 29. August 1872), Bertha Bing (* 7. November 1873), Frieda Bing (* 10. September 1875; † ca. 1942 nach Deportation in Minsk ), Anna Bing (* 26. Januar 1877; † 13. Mai 1925), Siegmund Bing (* 18. August 1879), Stefan Bing (* 28. November 1880) und Marie Bing (* 2. Oktober 1886).

   
1870

Am 30. Dezember 1870 wird die "Nürnberger Metallwaarenfabrik Gebrüder Bing", eine Fabrik für Haus- und Küchengeräte, gegründet.

Die Fabrikationsstätte befindet sich in der Köhnstraße 34.

Die Vereinheitlichung von Maßen und Gewichten wird gesetzlich neu geregelt. Haushalte und Gewerbeunternehmen sind praktisch gezwungen, sich die neuen Maßstäbe und Gewichte anzuschaffen. Durch Aufbau einer speziellen Hausindustrie für diesen Geschäftszweig erfährt die Firma einen ungeahnten Aufschwung.

Im Deutschen Haus in der Pfannenschmiedsgasse werden größere Lokalitäten für den Verkauf angemietet und ca. acht Jahre genutzt.

   
     Fabrikmarke bis 1901
   
1873 In diesem Jahr beträgt der Reingewinn bereits 24.000 Gulden.
   
1878

Das Haus Marienstraße 15 wird gekauft. Ein Lagerhaus und eine eigene Ausstellung wird in der Blumenstraße errichtet.

Nun werden auch Blechspielwaren vertrieben.

Die Firma heißt nun "Nürnberger Metallwaarenfabrik Gebrüder Bing".

   
1880 Es wird die erste Million Umsatz erreicht.
   
1881

Es erfolgt am 12. März 1881 die Anmeldung einer weiteren Metallwarenfabrik in einem neu errichteten Gebäude in der Scheuerlstraße.

   
1882

Es werden bereits 300 Arbeiter beschäftigt.

Auf der Bayerischen Landes-Industrie-, Gewerbe- und Kunst-Ausstellung in Nürnberg ist die Firma erstmals mit einer Reihe von Kollektionen sehr gut ausgeführter und äußerlich sehr schön gestalteter Blech- und Lackierwaren vertreten und bekommt eine goldene Medaille "für Einführung eines neuen Industriezweiges, vorzüglichen Leistungen in technischer Beziehung und Fortschritte in der Fabrikation".

   
     Goldene Medaille Nürnberg 1882
   
     Postkarte 1882
   
     Zeitungsanzeige 1882
   
1883 Ignaz Bing übernimmt uneingeschränkt die gesamtverantwortliche Leitung des Geschäftes.
   
1885 Es sind 500 Mitarbeiter beschäftigt
   
     Anzeige 1886
   
     Rechnung 1886
   
1888 Auf der Exposicion Universal in Barcelona wird der Firma die höchste Auszeichnung verliehen.
   
     Höchste Auszeichnung Barcelona 1888  
   
     Rechnung 1888
   
    Anzeige 1890 (aus Wegweiser No 83 vom 5. September 1890, Seite 979)
   
1891

Ignaz Bing wird Kommerzienrat, erhält die Silberne Bürgermedaille der Stadt Nürnberg und wird Ehrenbürger von Streitberg und Grünhain.

Es sind 800 Mitarbeiter beschäftigt.

   
    Anzeige 1891
   
1892

An die Kunden wird eine Broschüre "Unter den herzlichsten Glückwünschen zum Neuen Jahre 1892 ihren geehrten Geschäftsfreunden gewidmet von der Nürnberger Metallwaaren-Fabrik Gebrüder Bing Nürnberg" verteilt.

"Die in dieser Darlegung enthaltenen Abbildungen sind nach photographischen Momentaufnahmen hergestellt, so dass in dieser Hinsicht ein getreues Bild, allerdings eines bescheidenen Teiles des Fabrik- und Geschäftsbetriebes, geboten wird"

Die Fabrik für Haus- und Küchengeräte befindet sich nun in der Köhnstr. 37, das Lagerhaus für Lackierwaren in der Köhnstr. 26, die Filialfabrik für Bade- und Toiletteartikel in der Unteren Baustr. 16, das Lagerhaus für Spielwaren in der Blumenstr. 16 und das Bureaux und die Centralleitung in der Marienstr. 15.

   
     zu den photographischen Momentaufnahmen
   
 

Die Gebrüder Bing beteiligen sich zehn Jahre lang als Mitinhaber an einer Spielwarenfabrik mit eigener Schleiferei für optische Gläser in der Kobergerstraße, die vom Mitinhaber Georges Carette geleitet wird Es werden hauptsächlich optische und mechanische Spielwaren gefertigt.

Es werden dort ca. 200 Arbeiter beschäftigt.

In den verschiedenen Fabriken der Firma sind einschließlich der Vorarbeiter, der Meister und dem Verwaltungspersonal an die 800 Personen beschäftigt. Hinzu kommen die Arbeiter der zahlreichen Zulieferer, die ausschließlich für die Gebrüder Bing Waren fertigen.

Es sind 10 Reisende das ganze Jahr über unterwegs, um den großen Kundenkreis in Deutschland, Österreich, Ungarn, Schweiz, Holland, Belgien, Schweden, Norwegen und Italien zu betreuen. Agenturen in England, Frankreich, Spanien, Portugal, Rumänien, Ägypten, Nordamerika usw. werden von der Nürnberger Zentrale in der Marienstraße 15 aus geleitet.

In den Büros, Magazinen, Packräumen etc. sind über 130 Personen beschäftigt.

Dem kaufmännischen Betrieb sind ein eigenes Büro für Auskunftswesen, ein Büro für Buch- und Steindruckarbeiten und eine xylographische Anstalt angeschlossen.

   
1893

Auf der Columbischen Weltausstellung in Chicago wird die gesamt Kollektion ("Haus- und Küchengeräte aus Weißblech, blank, fein lackirt; Nickelwaaren etc. Feine Metallspielwaaren aller Art. Große Auswahl der Artikel - über beide Spezialitäten übersichtliche Preislisten für Wiederverkäufer, Importeure und Exporteure gratis.") ausgestellt.

Den Gebrüdern Bing werden für ihre Erzeugnisse zwei Medaillen verliehen.

   
     Medaille Chicago 1893
   
1895

Der König von Bayern verleiht Ignaz Bing den Titel eines Königlich Bayerischen Kommerzienrates sowie den Orden des Hl. Michael.

   
     Ignaz Bing
   
1895

Am 22. Februar 1895 wird die Firma "Nürnberger Metall- und Lackierwarenfabrik, vorm. Gebrüder Bing, Aktiengesellschaft in Nürnberg", in das Gesellschaftsregister eingetragen.

Die Gesellschaft ist eine Aktiengesellschaft von nicht beschränkter Dauer, der Gesellschaftsvertrag datiert vom 30. Januar 1895.

Zweck der Gesellschaft ist die Fabrikation und der Großhandel mit Metallwaren, speziell Haus- und Küchengeräten aus Metall und Holz, sowie Spielwaren aller Art.

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt eine Million sechsmal hunderttausend Mark - 1.600.000 Mk. - und ist eingeteilt in 1.600 auf den Inhaber lautende Aktien zu je 1.000 Mk.

Die Gründer der Gesellschaft sind die Firma Gebrüder Bing dahier und die Kaufleute Ferdinand Kohn, Heinrich Hirschmann (der Schwiegersohn von Ignaz Bing), Fritz Märtin und Bruno Strubell, sämtliche dahier.

Die sämtlichen Aktien sind von den Gründern übernommen und zwar 1.435 Stücke von der Firma Gebrüder Bing, welche dafür ihren gesamten beweglichen und unbeweglichen Geschäftsbesitz, wie solcher in ihrer Bilanz per 31. Dezember 1894 beschrieben ist, eingelegt hat; der Rest von 165.000 Mk., welcher auf die von den übrigen Gründern übernommenen Aktien trifft, ist bar einbezahlt.

Der Gründungsaufwand beschränkt sich auf die Kosten des Gesellschaftsvertrages und der Revision, sowie der

überschreibung der Immobilien; die übrigen Kosten der Gründung tragen die Gründer.

Der Vorstand der Gesellschaft - Direktion - besteht aus einem oder mehreren vom Aufsichtsrat zu ernennenden Mitgliedern; der Aufsichtsrat kann auch stellvertretende Direktoren ernennen und durch eine Geschäftsanweisung den Tätigkeitskreis der Vorstandsmitglieder abgrenzen.

Alle Erklärungen, welche die Gesellschaft verpflichten und für dieselbe verbindlich sein sollen, müssen von einem Vorstandsmitgliede oder von einem Prokuristen abgegeben werden. Die Zeichnung der Firma geschieht in der Weise, daß der Zeichnende zu der Gesellschaft seine Unterschrift hinzufügt.

Alle von der Gesellschaft ausgehenden Bekanntmachungen erfolgen durch den "Deutschen Reichsanzeiger"; es steht dem Aufsichtsrat frei, Bekanntmachungen auch durch andere Blätter zu veröffentlichen; doch ist auch in diesem Fall die Gültigkeit der Bekanntmachungen nur von der gehörigen Publikation im "Deutschen Reichsanzeiger" abhängig.

Der Aufsichtsrat besteht aus mindestens drei, höchstens fünf von der Generalversammlung zu wählenden Personen, der 1. Aufsichtsrat fungiert vom Tag seiner Wahl d. i. vom 30. Januar ds. Jahres bis zum Schluß der Generalversammlung, in welcher die Bilanz über das erste Geschäftsjahr der Gesellschaft zur Vorlage kommt. 

Alle schriftlichen Erklärungen des Aufsichtsrats sind mit den Worten "der Aufsichtsrat" unter Beifügung der Namensunterschrift des Vorsitzenden oder seines Stellvertreters zu unterzeichnen.

Die Berufung der Generalversammlungen, welche in Nürnberg abgehalten werden, geschieht in der Regel durch den Vorstand und muß mindestens drei Wochen vorher erfolgen - den Tag der Berufung und der Versammlung nicht mitgerechnet - und zwar durch einmalige Bekanntmachung in den Gesellschaftsblättern. Für die Gültigkeit der Berufung ist jedoch nur entscheidend, daß die Frist in der Bekanntmachung des "Deutschen Reichsanzeigers" gemacht ist.

Über die Auflösung der Gesellschaft, sowie Vereinigung mit einer anderen Gesellschaft und Abänderung des Zweckes der Gesellschaft kann nur in einer hiezu besonders berufenen und im Fall ungenügender Vertretung in einer zweiten außerordentlichen Generalversammlung mit einer Mehrheit von wenigstens ¾ der in der Versammlung vertretenen Stimmen Beschluß gefaßt werden.

Als Revision für den Hergang der Gründung waren vom hiesigen Handelsvorstand bestellt und tätig die ff. Gottfried Ammon, Karl Lehner und Valentin Meixner.

Vollständige beglaubigte Abschrift des Gesellschaftsvertrages mit Statut und Bilanz per 31. Dezember 1894 befinden sich bei den Spezialakten.

Der Aufsichtsrat besteht aus mindestens drei und höchstens fünf Personen, die Mitglieder des ersten Aufsichtsrats sind Kommerzienrat Ignaz Bing, Vorsitzender; Kaufmann Adolph Bing, Stellvertreter des Vorstandes; Karl Boeck, Direktor der Nürnberger Drahtstiftenfabrik; Emil Josephsthal, Rechtsanwalt; sämtliche dahier.

Als Mitglieder des Vorstandes sind bestellt: Kaufmann Ferdinand Kohn und Kaufmann Heinrich Hirschmann, beide dahier.

Prokuristen sind die Kaufleute Fritz Märtin und Bruno Strubell, beide dahier.

 

Es wird ein Umsatz von 2,4 Mill. Mark erreicht.

   
    
Anzeige in der Jllustrierten Zeitung für Blechindustrie 1895
   

1896

Am 7. April 1896 wird die Zweigniederlassung in Grünhain i. S. angemeldet.

Die Zweigniederlassung führt die Firma der Hauptniederlassung mit dem Zusatze "Fabrikfiliale Grünhain i. S.".

Daneben wird in Nürnberg eine Spezialfabrik für mechanische, elektrische und Filzspielwaren aller Art eröffnet. 

   
        Emaillier- und Stanzwerk Grünhain i. S.
   
 

Auf der Bayerischen Landes-Industrie-, Gewerbe- u. Kunstausstellung in Nürnberg wird der Firma eine Goldene Medaille "für aussergewöhnliche Leistungen in der Metallwaren-Fabrikation, in Haushaltsgegenständen und Spielwaren, insbesondere für deren grossartigen Export" verliehen.

Der Lackierermeister Albert Peetz bekommt ein Anerkennungs-Diplom.

   
     Goldene Staats-Medaille Nürnberg 1896
   
1897

Es entsteht ein Modell bzw. Prototyp zu einem Filmapparat, der die veraltete Laternamagica ablöst, d. h. an die Stelle des stehenden Bildes den abrollenden Film setzt. Es ist der erste Spielzeugfilmapparat in Deutschland der allerdings erst 1902 auf den Markt kommt.

   
     Kinomatograph
   
1898

Die Generalversammlung vom 9. Juli 1898 beschließt die Erhöhung des Grundkapitals von 1.600.000 M auf 2.100.000 M durch Ausgabe von 500 neuen, auf den Inhaber lautende Aktien á 1.000 M. Der Mindestkurs der neu auszugebenen Aktien ist auf 1.700 M für das Stück festgesetzt. 

Die Erhöhung ist durch Zeichnung der 500 neuen Aktien und Einzahlung von 25 % des Nominalbetrages dieser Aktien und des gesamten den Nominalbetrag übersteigenden Mehrbetrags durchgeführt.

Das Grundkapital beträgt 2.100.000 M und wird in 2.100 Aktien von je 1.000 M zerlegt.

Die Zeichnung der Firma geschieht in der Weise, daß der Zeichnende zu der Firma der Gesellschaft seinen Namen, der Prokurist noch den das Prokuraverhältnis angebenden Zusatz beifügt.

Der Aufsichtsrat bezieht als Vergütung für seine Tätigkeit die Tantiemen, wie solche in § 28 der Statuten festgesetzt ist. Außerdem wurden die §§ 27 und 28 betr. die Berechnung und Verwendung des Reingewinns abgeändert.

Zum 21. Juli 1898 wird als weiteres Vorstandsmitglied der Kaufmann Ludwig Brüll in Nürnberg und als Prokurist der Kaufmann Sigo Kuhn in Nürnberg bestellt.

   
     "Special-Catalog über hochfein emaillirte Kinderspielwaaren" 1898
   
     Rechnung 1898
   
1899

Die Generalversammlung vom 22. Dezember 1899 hat die Änderungen zu den §§ 5, 7, 17e, 19, 21, 22, 23, 26, 28 und 30 der Statuten beschlossen.

   
1900

Die Generalversammlung vom 22. Februar 1900 hat die Erhöhung des Grundkapitals um fünfhunderttausend Mark - 500.000 M - sohin auf M 2.600.000 beschlossen durch Ausgabe von 500 Stück neuen, auf den Inhaber lautenden Aktien zum Nominalwert von 1.000 M. Die Erhöhung ist durchgeführt. § 5 Abs. 1 Satz 1 der Statuten lautet nunmehr: Das Grundkapital beträgt zwei Millionen sechshunderttausend Mark und wird in 2.600 Aktien von 1.000 M zerlegt.

Per 27. Oktober 1900 ist die Firma wie folgt im Registergericht eingetragen: Nürnberger Metall- und Lackierwaarenfabrik vorm. Gebrüder Bing, Aktiengesellschaft, Nürnberg. Zweigniederlassung Grünhain i. S.

Vorstandsmitglieder sind die Fabrikdirektoren: Ferdinand Kohn, Heinrich Hirschmann und Ludwig Brüll, alle in Nürnberg.

Prokura ist erteilt den Kaufleuten Fritz Märtin, Bruno Strubell, Sigo Kuhn, alle in Nürnberg.

Die Gesellschaft ist eine Aktiengesellschaft von unbeschränkter Dauer; errichtet mit Gesellschaftsvertrag vom 30. Januar 1895.

Zweck der Gesellschaft ist die Fabrikation und der Großhandel mit Metallwaren, speziell Haus- und Küchengeräten aus Metall und Holz, sowie Spielwaren aller Art.

Alle Erklärungen, welche die Gesellschaft verpflichten und für dieselbe verbindlich sein sollen, müssen von einem Vorstandsmitgliede oder von einem Prokuristen abgegeben werden.

Abänderungen des Gesellschaftsvertrags wurden beschlossen am 9. Juli 1898, 22. Dezember 1899 und 28. Februar 1900.

Die Zweigniederlassung führt die Firma mit dem Zusatze "Fabrikfiliale Grünhain i. S."

 

Die Firma stellt im Verein mit anderen Nürnberger Spielwarenfabrikanten in der "Sammelausstellung der Nürnberger Spielwaarenindustrie" auf den Weltausstellung in Paris aus ("1500 Arbeiter. Hochfein vernickelte Tafelgeräthe. Lackirwaaren in moderner Ausstattung. Draht- und Siebwaaren, Bade- und Toilette-Artikel. Feine Spielwaaren in großer Auswahl. Modelldampfmaschinen, Laterna magica, Kinematographen, Eisenbahnen mit Uhrwerk, Eisenbahntheile, als: Bahnhöfe, Brücken, Signale usw., Kinderkochherde, Emailservice in Kartons. Umfangreiche illustrirte Spezialkataloge.") und erringt eine Goldene Medaille.

 

Es wird ein Umsatz von 3,8 Mill. Mark erreicht.

   
     Goldene Medaille Paris 1900
   
     Rechnung 1900
   
1901

Per 26. Februar 1901 ist weiteres Vorstandsmitglied Fabrikdirektor Sigo Kuhn in Nürnberg. Die Prokura des Sigo Kuhn ist erloschen.

Zum 3. April 1901 ist die Prokura des Bruno Strubell erloschen.

Am 20. März 1901 wurden die §§ 26 und 28 des Gesellschaftsvertrags, betr. die Tantiemen des Vorstands, geändert.

   
    
typisches Kinderspielzeug: Puppenküche
   
1902

Zum 1. März 1902 wird das Werk in Grünhain als Zweigniederlassung aufgegeben und als eigenständige Firma Bing-Emaillier-Werke GmbH. weitergeführt.

   
  Fabrikmarke ab 1902                       GBN-Zeichen auf Blechspielzeug ab 1902
   
 

Im Katalog von 1902 werden erstmalig halbplastische Bleifiguren (Compositionsguss) der Firma Georg Spenkuch angeboten:

   
 
   
 
   
1903 Die bestehenden Fabrikgebäude präsentieren sich wie folgt.
   
                                           
   
                                        
   
1903

Durch die Generalversammlung vom 27. April 1903 wurde die Erhöhung des Grundkapitals um siebenhunderttausen Mark - 700.000 M -, sohin auf drei Millionen dreihunderttausend Mark - 3.300.000 M - beschlossen durch Ausgabe von 700 Stück neuen auf den Inhaber lautende Aktien zum Nominalwert von 1.000 M.

Die Erhöhung ist erfolgt.

§ 5 Abs. 1 Satz 1 des Statuts lautet nunmehr: Das Grundkapital beträgt drei Millionen dreihunderttausend Mark - 3.300.000 M - und wird in dreitausenddreihundert - 3.300 - Aktien von je tausend Mark zerlegt.

Es werden 2000 Personen beschäftigt.

Unter dem als Muster geschützten Warenzeichen BINGIT wird die Fabrikation von künstlerischen Zinngußartikeln aufgenommen. 

   
     Zeitungsinserat 1904
   
1905

Per 14. Februar 1905 ist Gesamtprokura erteilt den Abteilungsvorständen: Hans Schmidt, Arnold Bacharach, Friedr. Herm. Huber, Justin Schwarz und Stephan Bing, sämtliche Kaufleute in Nürnberg. Je zwei derselben zeichnen zusammen.

 

Es wird ein Umsatz von 7,2 Mill. Mark erreicht.

   
   
     Karte zur Gelderhebung (Quittung)
   
1906

Ab 16. Januar 1906 wird dem Kaufmann Willy Bing in Nürnberg Gesamtprokura mit einem weiteren Prokuristen erteilt.

Durch Beschluß der Generalversammlung vom 27. Februar 1906 wird die Erhöhung des Grundkapitals um eine Million zweihunderttausend Mark (M 1.200.000) und die entsprechende Änderung des Gesellschaftsvertrages beschlossen.

Die Erhöhung ist durchgeführt.

§ 5 Abs. 1 des Gesellschaftsvertrages lautet nunmehr: Das Grundkapital beträgt vier Millionen fünfhunderttausend Mark

(M 4.500.000) und wird in 4.500 Aktien von je 1.000 M zerlegt.

Am 28. September 1906 wird den Kaufleuten Bernhard Hirsch, Friedrich Dangel und Moritz Seelig in Nürnberg Gesamtprokura in der Weise erteilt, daß Friedrich Dangel oder Moritz Seelig in Gemeinschaft mit Bernhard Hirsch zur Vertretung der Gesellschaft berechtigt sind.

Zum 5. Oktober 1906 wird der bisherige Prokurist Stephan Bing, Kaufmann in Nürnberg, als weiteres Vorstandsmitglied bestellt. Die Prokura des Stephan Bing ist erloschen.

 

Auf der Bayerischen Jubiläums-Landesausstellung in Nürnberg wird der Firma die Goldene Staatsmedaille verliehen.

   
    
Ausstellungsstand auf der Jubiläums-Landesausstellung 1906 in Nürnberg
   
     Goldene Staats-Medaille Nürnberg 1906
   
 

Auch auf der Expozitiunea Generala Romana in Bukarest erhält sie eine Goldene Medaille für die Qualität ihrer Erzeugnisse. 

 

   Goldene Medaille Bukarest 1906

   
  Es sind 3000 Mitarbeiter beschäftigt.
   
1908

In der Generalversammlung vom 7. März 1908 wird die Erhöhung des Grundkapitals um neunhunderttausend Mark (M 900.000) und die entsprechende Änderung des Gesellschaftsvertrages beschlossen.

Die Erhöhung ist durchgeführt.

§ 5 Abs. 1 des Gesellschaftsvertrages lautet nunmehr: Das Grundkapital beträgt fünf Millionen vierhunderttausend Mark (5.400.000 M) und wird in 5.400 Aktien von je 1.000 M zerlegt.

Vom 18. Juli 1908 an ist dem Kaufmann Richard Bauer in Nürnberg Gesamtprokura erteilt dergestalt, daß er in Gemeinschaft mit einem weiteren Prokuristen zur Vertretung der Gesellschaft berechtigt ist.

   
     Im Katalog Ausgabe 1908 sind vier Seiten mit flachen, halbmassiven und massiven Zinnfiguren sowie ein Abschnitt mit Zinntieren auf
           Rädern aufgeführt; eine Zuordnung zu bestimmten Herstellern ist nicht möglich.
   
     Originalkästen mit Bleifiguren und eigenem Etikett der Firma Bing; die Figuren des ersten Kastens können evtl. von der Firma
          
Gg. Rupprecht sein, die des zweiten Kastens von Dörfler oder Schildknecht.
   
     Katalog 1908
   
    
Neü Fabrikanlage Nürnberg-Glaishammer /Stephanstraße, Vordere Cramersgasse, Burger-Straße, Kupfer-Straße
   
     Lageplan Fabrikanlage Glaishammer
   
     Rechnung 1909
   
     Drucksache (Postkarte) 1909
   
 
  Schiffsfiguren im Katalog 1909 Eisenbahnfiguren im Katalog 1909
   
1910

Anläßlich seines Geburtstages (29. Januar) erhält Ignaz Bing den Titel "Geheimer Kommerzienrat"

   
     typisches Erzeugnis: Bowle aus Kupfer und Messing  
   
    
Anzeige 1910 (Deutsche Spielwarenzeitung 1910, Heft 10 vom 15. Mai 1910, Seite 232
   
1911

Per 14. Januar 1911 ist dem Kaufmann Martin Selbing in Nürnberg Prokura derart erteilt daß er zur Vertretung der Gesellschaft gemeinsam mit einem weiteren Prokuristen oder einem Vorstandsmitglied berechtigt ist.

Die Firma hat 3700 Beschäftigte.

   
     Kuvert
   
1912 Zum 8. Mai 1912 ist Sigo Kuhn aus dem Vorstand ausgeschieden.
   
  Fabrikmarke ab 1912
   
     Eisenbahnfiguren im Katalog 1912
   
1913

In der Generalversammlung vom 10. März 1913 wird die Erhöhung des Grundkapitals um eine Million dreihunderttausend Mark (1.300.000 M) und die entsprechende Änderung des Gesellschaftsvertrages beschlossen.

Die Erhöhung ist durchgeführt.

§ 5 Abs. 1 des Gesellschaftsvertrages lautet nunmehr: Das Grundkapital beträgt sechs Millionen siebenhunderttausend Mark (6.700.000 M) und ist eingeteilt in 6.700 Aktien von je eintausend Mark (1.000 M).

Am 16. April 1913 ist die Prokura des Fritz Märtin erloschen. Gesamtprokura mit je einem weiteren Prokuristen ist erteilt: den Kaufleuten Karl Barthelmäs und Eugen Nagel und dem Oberingenieur Louis Rosenthal, sämtliche in Nürnberg.

   
    
Anzeige 1913 (Deutsche Spielwaren-Zeitung 1913, Heft 2 vom 15. Januar 1913, Seite 14)
   
1914

Zum 9. Januar 1914 ist dem bisherigen Gesamtprokuristen Justin Schwarz, Kaufmann in Nürnberg, Einzelprokura erteilt.

Per 17. Januar 1914 ist eine Zweigniederlassung in Wien errichtet.

In der Generalversammlung vom 21. März 1914 wird eine Änderung des § 13 des Gesellschaftsvertrages (Zahl der Mitglieder des Aufsichtsrates betr.) beschlossen. 

Per 18. Dezember 1914 scheidet Ludwig Brüll aus dem Vorstande aus.

   
     Rechnung 1914
   
1915

Adolph Bing stirbt am 1. Januar 1915 in Nürnberg.

Zum 19. Oktober 1915 ist die Prokura des Friedrich Dangel erloschen.

Es werden in Tag- und Nachtschichten hauptsächlich Helme, Wurfgranaten, Feldflaschen, Zünder, Pistolenmagazine, Militärkochgeschirre und Tornister hergestellt.

   
1916

Ab 16. Juli 1916 ist dem Kaufmann Sally Müller in Nürnberg Gesamtprokura derart erteilt, daß er berechtigt ist, die Gesellschaft mit einem anderen Prokuristen zu vertreten.

   
1917

In der Generalversammlung vom 22. März 1917 wird eine Änderung der §§ 17 und 28 des Gesellschaftsvertrages (Befugnisse des Aufsichtsrats und Gewinnverteilung betr.) beschlossen.

In der Generalversammlung vom 14. August 1917 wird die Erhöhung des Grundkapitals um drei Millionen dreihundertfünfzigtausend Mark (3.350.000 M) sowie die entsprechende Änderung des Gesellschaftsvertrages beschlossen. Die Erhöhung ist erfolgt.

§ 5 Abs. 1 des Gesellschaftsvertrages lautet nunmehr: Das Grundkapital beträgt: zehn Millionen fünfzigtausend Mark und wird in 10.050 Stück - zehntausendfünfzig - Aktien zu je eintausend Mark - 1.000 M - zerlegt.

 

Die "Continentale Vertriebszentrale GmbH. (Concentra)" wird in Nürnberg gegründet.

Das Warenzeichen symbolisiert die Art der Concentra: die in das "C" einlaufenden drei Linien bedeuten den Wareneingang der Concentra von Seiten der Lieferfirmen, die vom "C" auslaufenden Linien stellen den Warenausgang, den Verkauf der Ware an die Kundschaft dar. 

Die Firma Gebrüder Bing wird damit ein reines Fabrikationsunternehmen.

Die Rolle des Großhändlers übernehmen neu gegründete Tochtergesellschaften.

   
     Concentra-Firmenzeichen
   
     Lieferschein 1917 / Rechnung 1917
   
1918

Am 10. Januar 1918 ist Ferdinand Kohn aus dem Vorstand ausgeschieden. Der Kaufmann Justin Schwarz in Nürnberg wird am 22. Februar 1918 zum stellvertretenden Vorstandsmitglied bestellt. Seine Prokura ist dadurch erloschen.

 

Ignaz Bing stirbt am 24. März 1918. 

    

Am 11. April 1918 wird in das Handelsregister des Amtsgerichts Nürnberg folgendes eingetragen:

Nürnberger Metall- und Lackierwaaren-Fabrik vorm. Gebrüder Bing Aktiengesellschaft Nürnberg, Zweigniederlassung in Wien.

Vorstandsmitglieder sind die Fabrikdirektoren Heinrich Hirschmann und Stefan Bing, beide in Nürnberg. Stellvertretendes Vorstandsmitglied: Justin Schwarz, Kaufmann in Nürnberg.

Prokuristen: Hans Schmidt, Arnold Bacharach, Friedrich Herm. Huber, Willy Bing, Bernhard Hirsch, Moritz Seelig, Richard Bauer, Martin Selbing, Karl Barthelmäs, Eugen Nagel und Sally Müller, sämtliche Kaufleute in Nürnberg, Louis Rosenthal, Oberingenieur ebenda; die Vertretung erfolgt durch je zwei Prokuristen gemeinsam.

Aktiengesellschaft von unbeschränkter Dauer, errichtet mit Gesellschaftsvertrag vom 30. Januar 1895.

Abänderungen des Gesellschaftsvertrages wurden beschlossen am 9. Juli 1898, 22. Dezember 1899, 28. Februar 1900, 20. März 1901, 27. April 1903, 27. Februar 1906, 7. März 1908, 10. März 1913, 21. März 1914, 22. März 1917 und 14. August 1917.

Gegenstand des Unternehmens ist die Fabrikation und der Großhandel mit Metallwaren, speziell Haus- und Küchengeräten aus Metall und Holz, sowie Spielwaren aller Art.

Das Grundkapital beträgt zehn Millionen fünfzigtausend Mark - 10.050.000 M -.

Jedes Vorstandsmitglied ist allein zur Vertretung berechtigt.

Die bisherige Vertretungsbefugnis der Prokuristen Hirsch, Seelig und Selbing bleibt bestehen.

 

Per 11. April 1918 wird dem Kaufmann Martin Frank in Grünhain i. Sachsen Gesamtprokura in der Weise erteilt, daß er in Gemeinschaft mit einem weiteren Prokuristen zur Vertretung der Gesellschaft berechtigt ist. In gleicher Weise sind nunmehr auch die Prokuristen Hirsch, Seelig und Selbing vertretungsberechtigt.

 

In der Generalversammlung vom 26. März 1918 wird eine Änderung des § 28 der Satzung (Verwendung des Reingewinns) beschlossen.

 

In der Generalversammlung vom 10. Oktober 1918 wird beschlossen, das Grundkapital um fünf Millionen fünfundzwanzigtausend Mark - 5.025.000 M - zu erhöhen.

Die Erhöhung ist erfolgt.

Gleichzeitig wurde eine Änderung der §§ 5, 18 und 21 des Gesellschaftsvertrages nach Maßgabe des eingereichten Protokolles beschlossen.

Das Grundkapital beträgt nunmehr fünfzehn Millionen fünfundsiebzigtausend Mark und wird in fünfzehntausendfünfundsiebzig Stück (15.075) Aktien zu je eintausend Mark - 1.000 M - zerlegt.

 

Ab 28. Dezember 1918 ist Justin Schwarz nunmehr ordentliches Vorstandsmitglied; Stefan Bing ist Generaldirektor.

   
1919

Zum 17. Januar 1919 ist Gesamtprukura je zu zweien erteilt den Kaufleuten Ferdinand Früh, Julius Hirschmann, Leo Heymann, Dr. Karl Rohwaldt und dem Syndikus Dr. Reinhold Nussbaum, alle in Nürnberg.

 

Per 1. März 1919 ist dem Diplomingenieur Dr. Simon Ottenstein und dem Ingenieur Emil Bing, beide in Nürnberg, Gesamtprokura in der Weise erteilt, daß jeder in Gemeinschaft mit einem anderen Prokuristen zur Vertretung der Gesellschaft berechtigt ist.

 

In der Generalversammlung vom 31. März 1919 wird eine Änderung der §§ 1, 2, 20, 26 und 27 der Satzung nach Maßgabe des eingereichten Protokolles beschlossen.

 

Ab 8. April 1919 lautet die Firma nun Bing-Werke vorm. Gebrüder Bing Aktiengesellschaft.

Zweck der Gesellschaft ist die Herstellung und Vertrieb von Artikeln in Metall, Holz und anderen Stoffen, insbesondere von Haus- und Küchengeräten und Spielwaren sowie die Pflege ergänzender Geschäftszweige.

   
              Firmenzeichen ab 1919   
Teilschuldverschreibung 1919
   
 

Zum 31. Juli 1919 ist die Zweigniederlassung in Wien aufgehoben.

 

In der Generalversammlung vom 24. Dezember 1919 wird eine Erhöhung des Grundkapitals um 5.025.000 M - Fünf Millionen und fünfundzwanzigtausend Mark - beschlossen.

Die Erhöhung ist erfolgt.

Das Grundkapital beträgt nunmehr 20.100.000 M - Zwanzig Millionen und einhunderttausend Mark - § 5 des Gesellschaftsvertrages ist entsprechend geändert.

   
1920

In der Generalversammlung vom 19. Mai 1920 wird die Erhöhung des Grundkapitals um neunzehn Millionen neunhunderttausend Mark - 19.900.000 M - beschlossen.

Die Erhöhung ist erfolgt.  

Das Grundkapital beträgt nunmehr vierzig Millionen Mark - 40.000.000 M -. § 5 des Gesellschaftsvvertrages ist entsprechend geändert. In der gleichen Generalversammlung wird eine Änderung des § 13 des Gesellschaftsvertrages nach Maßgabe des eingereichten Protokolles beschlossen.

Mit Wirkung vom 3. August 1920 ist Gesamtprokura erteilt dem Syndikus Dr. Ludwig Mayer und den Kaufleuten Ernst Hirschmann und Max Puschendorff, alle in Nürnberg, und zwar in der Weise, daß jeder derselben in Gemeinschaft mit einem anderen Prokuristen zur Vertretung der Gesellschaft berechtigt ist.

 

In der Generalversammlung vom 22. November 1920 wird eine Erhöhung des Grundkapitals um zwanzig Millionen Mark - 20.000.000 M - durch Ausgabe von 20.000 Stück neür Inhaber-Aktien über je 1.000 M beschlossen.

Die Erhöhung ist erfolgt und der Gesellschaftsvertrag (Satzung) entsprechend geändert.

Das Grundkapital beträgt nun sechzig Millionen Mark - 60.000.000 M - und ist in sechzigtausend (60.000) Stück Inhaber-Aktien zu je eintausend Mark - 1.000 M - zerlegt.

   
1921

Am 1. Januar 1921 wird die Concentra in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Das Gesamtkapital von 2 Millionen Mark wird von den Bingwerken übernommen.

 

Per 25. Mai 1921 ist Direktor Heinrich Hirschmann aus dem Vorstande ausgeschieden.

Die Gesamtprokura des Dr. Nußbaum ist erloschen.

Gesamtprokura mit je einem weiteren Prokuristen ist erteilt den Kaufleuten Karl Heublein, Ernst Theodor Horn, Siegfried Kaufmann und Leopold Weiß, sämtlich in Nürnberg.

 

In der Generalversammlung vom 31. Mai 1921 wird eine Erhöhung des Grundkapitals um zwei Millionen fünfhunderttausend Mark - 2.500.000 M - durch Ausgabe von 2.500 neuen auf den Inhaber lautende Aktien über je 1.000 M beschlossen unter gleichzeitiger Änderung des § 5 der Satzung. 

Die Erhöhung ist erfolgt.

Das Grundkapital beträgt nunmehr zweiundsechzig Millionen fünfhunderttausend Mark (62.500.000 M).

 

Zum 15. Juni 1921 ist die Prokura des Arnold Bacharach erloschen.

 

In der Generalversammlung vom 7. Oktober 1921 wird eine Erhöhung des Grundkapitals um siebenunddreißig Millionen fünfhunderttausend Mark - 37.500.000 M - durch Ausgabe von 37.500 Inhaber-Aktien über je 1.000 M unter gleichzeitiger Änderung des § 5 der Satzung beschlossen. 

Die Erhöhung ist erfolgt.

Das Grundkapital beträgt nun einhundert Millionen Mark - 100.000.000 M -.

 

Zur Frühjahrsmesse 1921 wird das Concentra-Haus in Leipzig eröffnet.

   
     Anzeige 1921 (Deutsche Spielwaren-Zeitung 1921, Heft 8 vom 20. Februar 1921, Seite 4)
   
1922

In der Generalversammlung vom 8. Juni 1922 wird eine Änderung der §§ 11, 13, 14, 16 und 17 der Satzung (Vertretung der Gesellschaft, Zahl der Aufsichtsratmitglieder, Neuwahl des Aufsichtsrats sowie Befugnisse desselben), dann die Streichung der §§ 12 und 17 Ziff. b und 26 Abs. 2 vorletzter und letzter Absatz, ferner Einfügung einer neuen Bestimmung über Kosten des Aufsichtsrates nach näherer Maßgabe des zu den Registerakten eingereichten Protokolles beschlossen.

Hervorgehoben wird: Die Gesellschaft wird, wenn nur ein Vorstandsmitglied vorhanden ist, durch dieses, wenn mehrere Vorstandmitglieder bestellt sind, durch zwei von ihnen gemeinsam vertreten, oder durch ein Vorstandsmitglied zusammen mit einem Prokuristen.

Durch Beschluß des Aufsichtsrats kann beim Vorhandensein von mehr als einem Vorstandsmitglied, sämtlichen oder einzelnen Vorstandsmitgliedern das Recht eingeräumt werden, die Gesellschaft allein zu vertreten.

 

Ab 6. Juli 1922 ist den Vorstandsmitgliedern Generaldirektor Stefan Bing und Direktor Justin Schwarz das Recht der Alleinvertretung erteilt.

 

In der Generalversammlung vom 21. Oktober 1922 wird eine Erhöhung des Grundkapitals a) um vierundfünfzig Millionen Mark - 54.000.000 M - und b) um weitere sechsundvierzig Millionen Mark - 46.000.000 M - sowie eine Änderung des § 5 der Satzung beschlossen.

Beide Erhöhungen sind erfolgt.

Das Grundkapital beträgt nun zweihundert Millionen Mark - 200.000.000 M -.

 

Am 23. Oktober 1922 ist die Prokura des Martin Selbing erloschen.

   
1923

Per 3. Januar 1923 ist die Gesamtprokura des Dr. Karl Rohwaldt erloschen.

 

In der Generalversammlung vom 8. Februar 1923 wird eine Erhöhung des Grundkapitals um 15.000.000 M - fünfzehn Millionen Mark - sowie eine Änderung der §§ 5, 6, 12, 16, 21, 22, 24, 27, 28 und 29 der Satzung nach Maßgabe des zu den Registerakten eingereichten Protokolles beschlossen. Die Erhöhung ist erfolgt.

Das Grundkapital beträgt nun 215.000.000 M - zweihundertfünfzehn Millionen Mark -.

 

Die Prokura des Richard Bauer ist zum 12. April 1923 erloschen.

 

In der Generalversammlung vom 4. Juni 1923 wird eine Erhöhung des Grundkapitals um 75.000.000 M - fünfundsiebzig Millionen Mark - sowie eine Änderung der §§ 5, 18 und 21 der Satzung nach Maßgabe des zu den Registerakten eingereichten Protokolles beschlossen.

Die Erhöhung ist erfolgt.

Das Grundkapital beträgt nun 290.000.000 M - zweihundertneunzig Millionen Mark.

 

Ab 28. Juli 1923 ist in Berlin eine Zweigniederlassung errichtet. Die Zweigniederlassung ist eingetragen unter der Firma: Bing Werke vorm. Gebrüder Bing Aktiengesellschaft Nürnberg Geschäftsstelle Berlin.

   
       Notgeld
   
1924

Zum 3. Juli 1924 wird in das Handelsregister eingetragen:

Bing Werke vorm. Gebrüder Bing Aktiengesellschaft Nürnberg. Eine Zweigniederlassung ist errichtet in Berlin.

Vorstandsmitglieder sind Generaldirektor Stefan Bing und Justin Schwarz, Direktor, beide in Nürnberg je mit dem Rechte der Alleinvertretung, Gesamtprokura je in Gemeinschaft mit einem anderen Prokuristen ist erteilt den Kaufleuten: Heinrich Herm. Huber, Willy Bing, Bernhard Hirsch, Moritz Seelig, Karl Barthelmäs, Eugen Nagel, Sally Müller, Ferdinand Früh, Julius Hirschmann, Leo Heymann, Ernst Hirschmann, Max Puschendorff, Karl Heublein, Ernst Theodor Horn, Siegfried Kaufmann, Leopold Weiß, dem Oberingenieur Louis Rosenthal, dem Diplomingenieur Dr. Simon Ottenstein, dem Ingenieur Emil Bing, dem Syndikus Dr. Ludwig Mayer, alle in Nürnberg, und dem Kaufmann Martin Frank in

Grünhain/Sachsen und dem Kaufmann Hans Schmidt in Nürnberg.

Aktiengesellschaft von unbeschränkter Dauer, errichtet mit Gesellschaftsvertrag vom 30. Januar 1895.

Abänderungen des Gesellschaftsvertrages wurden beschlossen am 9. Juli 1898, 22. Dezember 1899, 28. Februar 1900, 20. März 1901, 27. April 1903, 27. Februar 1906, 7. März 1908, 10. März 1913, 21. März 1914, 22. März 1917, 14. August 1917, 26. März 1918, 10. Oktober 1918, 31. März 1919, 24. November 1919, 19. Mai 1920, 22. November 1920, 31. Mai und 7. Oktober 1921, 8. Juni und 21. Oktober 1922, 8. Februar und 4. Juni 1923.

Zweck der Gesellschaft ist Herstellung und Vertrieb von Artikeln aus Metall, Holz und anderen Stoffen, insbesondere Haus- und Küchengeräten und Spielwaren, sowie die Pflege ergänzender Geschäftszweige.

Die Gesellschaft wird, wenn nur ein Vorstandmitglied vorhanden ist, durch dieses, wenn mehrere Vorstandmitglieder bestellt sind, durch zwei von ihnen gemeinsam vertreten, oder durch ein Vorstandsmitglied zusammen mit einem Prokuristen.

Durch Beschluß des Aufsichtsrats kann beim Vorhandensein von mehr als einem Vorstandsmitglied sämtlichen oder einzelnen Vorstandsmitgliedern das Recht eingeräumt werden, die Gesellschaft allein zu vertreten.

Das Grundkapital beträgt Zweihundertneunzig Millionen Mark - 290.000.000 M.

 

Vom 3. Juli 1924 an ist dem Kaufmann Karl Honig in Grünhain/Sachsen Gesamtprokura in Gemeinschaft mit einem weiteren Prokuristen erteilt.

 

In der Generalversammlung vom 2. Juli 1924 wird eine Änderung des § 18 der Satzung (Vergütung des Aufsichtsrats betr.) beschlossen.

Zum 12. August 1924 ist die Gesamtprokura des Dr. Simon Ottenstein erloschen.

 

In der Generalversammlung vom 12. Dezember 1924 wird die Umstellung der Gesellschaft auf Goldmark durch Ermäßigung des Eigenkapitals und einer Änderung der Satzung nach Maßgabe des zu den Registerakten eingereichten Protokolles beschlossen.

Das Grundkapital beträgt nun 13.765.000 - dreizehn Millionen siebenhundertfünfundsechzigtausend Reichsmark.

 

    Notgeld
   
     Rechnung 1925
   
     Anzeige 1925 (Deutsche Spielwaren-Zeitung, Heft 25 vom 29. August 1925 - Titelseite)
   
  Anzeige 1925 (Deutsche Spielwaren-Zeitung, Heft 21 vom 24. Mai 1925, Seite 10)
   
1926

Die Generalversammlung vom 30. Juni 1926 beschließt eine Änderung des § 16 des Gesellschaftsvertrages.

   
     Firmenzeichen ab 1926
   
1927

Per 20. Januar 1927 ist als weiteres Vorstandsmitglied bestellt Direktor Walter Liertz in Nürnberg.

Das Alleinvertretungsrecht der Vorstandsmitglieder Stefan Bing und Justin Schwarz ist aufgehoben.

Am 10. Februar 1927 ist die Prokura des Louis Rosenthal erloschen.

Per 11. Mai 1927 ist die Gesamtprokura des Dr. Ludwig Mayer erloschen.

  

Zum 27. Mai 1927 ist die Zweigniederlassung in Berlin aufgehoben.

  

Die Generalversammlung vom 23. Mai 1927 beschließt eine Herabsetzung des Grundkapitals auf 3.441.200 R.M. - drei Millionen vierhunderteinundvierzigtausend zweihundert Reichsmark durch Zusammenlegung der Aktien, eine Erhöhung des Grundkapitals um 6.558.800 R.M. - sechs Millionen fünfhundertachtundfünfzigtausend achthundert Reichsmark, die Umwandlung der Vorzugs- und Stammaktien und eine Änderung der §§ 5, 16b, 18 (Aufsichtsrat betr.) und 19 (General-versammlung) des Gesellschaftsvertrages.

Die beschlossene Erhöhung ist durchgeführt.

Das Grundkapital beträgt nun 10.000.000 R.M. - zehn Millionen Reichsmark.

   
     Aktie Juni 1927
   
 

Am 4. August 1927 ist Gesamtprokura in Gemeinschaft mit einem Vorstandsmitglied oder einem weiteren Prokuristen erteilt dem Ingenieur Hugo Marx in Nürnberg.

Per 29. September 1927 ist Kommerzienrat Stefan Bing aus dem Vorstand ausgeschieden (siehe: Vereinigte Spielwarenfabriken Andreas Förtner & J. Haffner's Nachf.)

Zum 13. Oktober 1927 erlischt die Prokura des Sally Müller.

   
   Katalog 1927     Teilschuldverschreibung 1927
1928

Mit dem 12. Januar 1928 sind die Prokuren des Emil Bing, Bernhard Hirsch, Max Puschendorff, Moritz Seelig und Hans Schmidt erloschen.

Am 8. Februar 1928 ist die Prokura des Ernst Hirschmann erloschen.

 

Mit Wirkung vom 24. März 1928 ist die von der Generalversammlung vom 23. Mai 1927 gleichzeitig mit der inzwischen erfolgten Kapitalerhöhung beschlossene Kapitalherabsetzung durchgeführt. In Ausführung des Beschlusses dieser Generalversammlung vom gleichen Tage wird durch Beschluß des Aufsichtsrates der Gesellschaftsvertrag in § 5 (Grundkapitaleinteilung) § 6 (Aktienbezeichnung) § 21 (Stimmrecht) und § 27 (Gewinnverteilung) geändert.

 

Das Grundkapital beträgt nunmehr: 10.000.000 R.M. - zehn Millionen Reichsmark -.

 

Die Generalversammlung vom 24. Mai 1928 hat eine Änderung des Gesellschaftsvertrages, Hinterlegung der Aktien betr., beschlossen.

Am 12. Juli 1928 ist die Prokura des Julius Hirschmann erloschen.

Die Prokura des Martin Frank ist zum 23. Oktober 1928 erloschen.

   Stanzerei

   
     Werkzeugmacherei
   
     Katalog 1929
   
1929

Per 29. Juni 1929 ist die Gesamtprokura des Siegfried Kaufmann und des Leo Heymann erloschen.

Ab 22. Juli 1929 ist die Prokura des Leopold Weiß erloschen.

   
1930 Die Prokura des Friedrich Hermann Huber ist zum 8. Oktober 1930 erloschen.
   
     Katalog 1930
   
1931

Zum 17. Juni 1931 ist Direktor Liertz nicht mehr Vorstandsmitglied; alleiniger Vorstand ist nun Kommerzienrat Justin Schwarz in Nürnberg.

   
1932

Die Gesamtprokura des Karl Heublein ist ab 25. Februar 1932 erloschen.

Per 1. Juni 1932 ist die Prokura des Karl Barthelmäs erloschen.

 

Mit Beschluß des Amtsgerichts Nürnberg vom 24. August 1932 wird über das Vermögen der Gesellschaft das Konkursverfahren eröffnet. Konkursverwalter: RA R. Lang in Nürnberg.

Es ist nicht klar, inwieweit es sich hier um tatsächliche Zahlungsunfähigkeit oder um Arisierung handelt. Die Konkursakten, die im Staatsarchiv Nürnberg katalogisiert sind, sind nicht auffindbar (Stand November 2006)

 

Am 13. Oktober 1932 sind die Gesamtprokuren Willy Bing und Ernst Theodor Horn erloschen.

 

Die Einrichtungen der Spielwarenproduktion werden von den Nürnberger Spielwarenfabriken J. Falk, J. Kraus und K. Bub übernommen.

   
     Fabrikmarke K. Bub 1933
   
1933

Per 29. Dezember 1933 ist Justin Schwarz nicht mehr Vorstand, als solcher wird nun bestellt der Syndikus Hans Jauch in Nürnberg.

   
1934

Mit Beschluß des Amtsgerichts Nürnberg vom 20. Dezember 1934 wird das Konkursverfahren als

durch Zwangsvergleich beendigt aufgehoben.

   
1935

Zum 1. August 1935 ist dem Kaufmann Michael Meyer in Nürnberg Einzelprokura erteilt.

 

Die Generalversammlung vom 9. Juli 1935 beschließt die Fortsetzung der Gesellschaft, eine Herabsetzung des Grundkapitals der Firma um RM 10.000.000.-  (sic! muß wohl heißen: RM 9.900.000.-) auf RM 100.000.- und eine Änderung des Gesellschaftsvertrages nach Maßgabe des zu den Registerakten eingereichten Protokolles.

Die Herabsetzung des Grundkapitals ist mit Durchführung des Herabsetzungsbeschlusses am 1. August 1935 erfolgt.

Das Grundkapital beträgt nun RM 100.000.- einhunderttausend Reichsmark.

   
1936

Ab 22. Februar 1936 sind die Prokuren Eugen Nagel, Ferdinand Früh, Hugo Marx und Karl Honig erloschen.

 

Die Generalversammlung vom 30. April 1936 beschließt eine Änderung der §§ 15, 20 und 25 des Gesellschaftsvertrages nach Maßgabe des eingereichten Protokolls.

   
1937

Per 19. Juli 1937 ist als weiteres Vorstandsmitglied bestellt: Dr. Ernst L. Schmidmer, Diplomingenieur in Nürnberg.

   
1938

Am 5. April 1938 wird folgendes ins Handelsregister eingetragen:

Bing Werke vorm. Gebrüder Bing Aktiengesellschaft Nürnberg.

Zweck der Gesellschaft ist Herstellung und Vertrieb von Artikeln aus Metall, Holz und anderen Stoffen, insbesondere von Haus- und Küchengeräten und Spielwaren sowie Pflege ergänzender Geschäftszweige.

Grund- und Stammkapital: 100.000.- RM.

Vorstand: Hans Jauch, Syndikus; Dr. Ernst L. Schmidmer, Diplomingenieur, beide in Nürnberg.

Prokura: Michael Meyer, Kaufmann in Nürnberg ist Einzelprokurist.

Rechtsverhältnisse: Aktiengesellschaft von unbeschränkter Dauer. Der Gesellschaftsvertrag ist errichtet am 30. Januar 1895 und mehrfach geändert.

Die Gesellschaft wird, wenn nur ein Vorstandsmitglied vorhanden ist, durch dieses, wenn mehrere Vorstandsmitglieder bestellt sind, durch zwei von ihnen gemeinsam vertreten oder durch ein Vorstandsmitglied zusammen mit einem Prokuristen.

Durch Beschluß des Aufsichtsrats kann beim Vorhandensein von mehr als einem Vorstandsmitglied sämtlichen durch einzelne Vorstandsmitglieder das Recht eingeräumt werden, die Gesellschaft allein zu vertreten.

Zum alleinigen Vorstandsmitglied ist am 5. April 1938 der Kaufmann Michael Meyer in Nürnberg bestellt.

Hans Jauch und Dr. Ernst L. Schmidmer sind nicht mehr Vorstandsmitglieder.

Die Prokura des Michael Meyer ist erloschen.

 

Die Bing-Emaillier-Werke GmbH. in Grünhain werden am 27. April 1938 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

 

Die Hauptversammlung vom 8. November 1938 beschließt die Anpassung der Satzung an das Aktiengesetz und eine vollständige Neufassung. Die Bestimmung der bisherigen Satzung, durch Beschluß des Aufsichtsrates kann beim Vorhandensein von mehr als einem Vorstandsmitglied sämtlichen und einzelnen Vorstandsmitgliedern das Recht eingeräumt werden, die Gesellschaft allein zu vertreten, wird aufgehoben.

 

Am 30. November 1938 wird wieder zum weiteren Vorstandsmitglied Dr. Ernst L. Schmidmer, Diplomingenieur in Nürnberg, bestellt.

   
1940

Im Adressbuch Nürnberg sind nunmehr folgende Firmen aufgeführt:

Bing Werke vorm. Gebrüder Bing AG, Adam-Klein-Str. 141

Bing Gasgeräte und Metallwaren-Fabrik, Inh. F. Hintermayr, Senefelderstr. 7

Bing Haus- und Küchengeräte KG, Celtisstr. 15

Bing Kühlschrank-GmbH, Regensburger Str. 272

   
1941

Die Hauptversammlung vom 16. August 1941 beschließt die Änderung der Firma und eine entsprechende Änderung des § 1 der Satzung.

Per 30. September 1941 heißt die Firma "Nowag" Noris-Werke Aktiengesellschaft, Nürnberg.

   
1942

Am 1. September 1942 wird die Bing-Emmailier-Werke AG. in Grünhain umbenannt und heißt jetzt C. T. Petzold Stanz- und Emaillierwerke AG.

   
1946

Durch Volksentscheid vom 30. Juni 1946 wird die C. T. Petzold Stanz- und Emaillierwerke AG. zu Gunsten des Bundeslandes Sachsen enteignet.

   
1948 Per 9. Oktober 1948 ist die Firma C. T. Petzold Stanz- und Emaillierwerke AG. erloschen.
   
1949 Zum 19. September 1949 ist Michael Meyer aus dem Vorstand ausgeschieden.
   
1950

Mit Beschluß des Amtsgerichts Nürnberg vom 7. März 1950 wird über das Vermögen der Aktiengesellschaft das Konkursverfahren eröffnet.

Konkursverwalter: Syndikus Dr. Kurt Zimmermann in Nürnberg, Rosenaustr. 9

   
1958

Mit Beschluß des Amtsgerichts Nürnberg - N 15/50 - vom 10. Juni 1958 ist das Konkursverfahren über das Vermögen der Gesellschaft nach Abhaltung des Schlusstermins und erfolgter Schlußverteilung aufgehoben.

   
1967

Mit Wirkung vom 2. November 1967 ist die Gesellschaft auf Grund des § 2 des Gesetzes über die Auflösung und Löschung von Gesellschaften und Genossenschaften vom 9. Oktober 1934 von Amts wegen gelöscht.

   
 

Die Bingwerke haben ab 1917 zahllose Tochtergesellschaften gegründet bzw. sich an anderen Firmen beteiligt; hier darauf einzugehen sprengt leider den Rahmen. Kurt Lebermann geht in seinem Buch aus dem Jahre 1924  "Die Konzentration der Bingwerke" ausführlich auf diese Entwicklung ein.

   
 

Quellen:                      

Registerauszüge des Amtsgerichts Nürnberg und Chemnitz

Bauakten im Stadtarchiv Nürnberg 

Adreßbücher der Stadt Nürnberg

Original-Kataloge

Fränkischer Kurier, Nürnberg, 26. September 1866 (Google books)

Handels-Adreßbuch von Nürnberg 1867 (Google books)

Bayerische Landes-Industrie-, Gewerbe- und Kunstausstellung Nürnberg 1882, Verzeichnis der prämiirten Aussteller nebst Mitteilungen über das Preisgericht, München 1882, veröffentlicht am 25.8.1882, Verlag von Rudolf Mosse, Nürnberg/München

Handels- und Gewerbe-Adreßbuch für Nürnberg und Fürth 1891

Nürnberger Metallwaaren-Fabrik Gebrüder Bing: ... zum Neuen Jahre 1892, Broschüre

Columbische Weltausstellung in Chicago 1893 - Amtlicher Katalog der Ausstellung des Deutschen Reiches

Bayerische Landes-Industrie-, Gewerbe- und Kunstausstellung Nürnberg 1896, Verzeichnis der prämiierten Aussteller nebst Mitteilungen über das Preisgericht, veröffentlicht am 20.8.1896, Verlag Bayer. Gewerbemuseum 1896 (Google books)

Weltausstellung in Paris 1900 - Amtlicher Katalog der Ausstellung des Deutschen Reiches (Google books)

Gebrüder Bing AG Nürnberg: Katalog 1902

Gebrüder Bing AG Nürnberg: Katalog 1908

Kurt Lebermann: Die Konzentration der Bingwerke Nürnberg, 1924

Dr. August Jegel: Die wirtschaftliche Entwicklung von Nürnberg-Fürth, Stein und des Nürnberger Raumes seit 1806, Verlag Lorenz Spindler, Nürnberg o. D. (nach 1926)

Nürnberger Gestalten aus neun Jahrhunderten, Verlag Karl Ulrich & Co., Nürnberg 1950

Arnd Müller: Geschichte der Juden in Nürnberg 1146 - 1945, Selbstverlag der Stadtbibliothek Nürnberg 1968

Claude Jeanmaire: Bing, die Modellbahnen unserer Grossväter, Verlag Eisenbahn, 1972

Stefan Loewengart: From the History of my Family, The Bing Family of Nuremberg, Kiriath Bialik 1980

Claus Pese: Das Nürnberger Kunsthandwerk des Jugendstils, Schriftenreihe Stadtarchiv Nürnberg, Band 30, Nürnberg 1980

Stefan Loewengart: Aus der Geschichte der Familie Bing, LBJ Bulletin 59 - 1981

Berühmte Nürnberger aus neun Jahrhunderten,Verlag Albert Hofmann, Nürnberg 1984

Rudolf Endres: Familie Bing, Fabrikanten in Nürnberg (in Geschichte und Kultur der Juden in Bayern, Lebensläufe, Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur Nr. 18/88, Bayerische Staatskanzlei 1988 Haus der Bayerischen Geschichte, München)

Toni Eckert: Ignaz Bing ... sein Leben in Streitberg, Fränkische Schweiz-Verein - Streitberg 1995

Im Wandel - Nürnberg vor 100 Jahren - Fotografien von Ferdinand Schmidt 1860 - 1909, Ausstellungskatalog des Stadtarchivs Nürnberg 1999

Ignaz Bing: Aus meinem Leben, Verlag Marianne Cieslik, Jülich 2004 

   
  Kosten dieser Seite:
Registerauszüge des Amtsgerichts Nürnberg DM 30,00
Registerauszüge des Amtsgerichts Chemnitz € 10,00
Stadtarchiv Nürnberg € 216,70
Leo Baeck Institute New York € 30,00
 

 

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