Besold, Johann Wolfgang Friedrich - Fürth
   
 

Hampe schreibt u. a.: "Ein Bruder des [Johann] Andreas Besold, Friedrich [Besold] mit Namen, verzog 1877 nach Fürth und gründete dort eine Spielwarenfabrik. Seine Bestände an älteren Formen und Zinnfiguren wurden nachmals von der Firma Conrad Schildknecht und Sohn in Fürth erworben, die auch bereits 1840 gegründet war und bis 1870 gleichfalls ausschließlich flache Figuren hergestellt hat, seitdem aber zu den massiven und "halbmassiven" übergegangen ist."

Schenzle, Leinweber, Kollbrunner etc. haben diese Angabe übernommen.

 

Schraudolph schreibt: "Für unser Thema von Interesse ist noch Johann Wolfgang Friedrich [Besold] . Diese Aussage [von Hampe] ist zumindest teilweise falsch: Wolfgang Friedrich [Besold], gelernter Kaufmann, betrieb seit 3.3.1874 in Fürth, kurzzeitig zusammen mit Georg Balthasar Stahl, einen Spiegelglashandel, seit 1.2.1879 leitete er dann die Spiegelglashandlung W. F. Besold, später mit Spiegelglasfabrik, in der damaligen Hirschengasse 24. Das Bürgerrecht wurde ihm am 27.4.1877 verliehen, um diese Zeit heiratete er die Fürtherin Nanette Babette Jakobine Blödel (* 20.4.1848;

† 11.7.1916). Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, der spätere Kaufmann Jean Arthur Friedrich [Besold] (* 13.5.1878) und Karl Ludwig Friedrich [Besold] (*28.5.1881; † 6.8.1890). Nach dem Tod von Wolfgang Friedrich [Besold] am 18.4.1905 führte die Witwe die Firma zunächst allein, danach mit wechselnden Teilhabern weiter. Durch Gesellschafterbeschluß vom 24.4.1924 erfolgte die Auflösung der "Firma W. F. Besold, Glas- und Spiegelmanufaktur und Export, Blumenstr. 12". Die Firma wurde nicht liquidiert, sondern von der Oberpfälzischen Hütten- und Spiegelglaswerke GmbH übernommen.

Als Quelle für obiges Zitat diente Hampe eine Mitteilung von Ludwig Leonhard Hörauf (* 15.10.1868), seit Januar 1898 Inhaber der Fürther Offizin Konrad Schildknecht und Sohn. Um so erstaunlicher daher die falschen Angaben über Wolfgang Friedrich Besold, besonders da die Firma W. F. Besold bei Erscheinen des Buches von Hampe (1924) noch existierte. Die übernahme Besoldscher Formen durch Schildknecht kann aufgrund der Quellenangabe nicht angezweifelt werden. Das heißt, die Firma Schildknecht erwarb irgendwann Formen bzw. Figurenbestände von der Nürnberger Offizin C. L. Besold.

Höchstwahrscheinlich geschah dies 1898 im Zuge des Verkaufes der Firma C. L. Besold. Es gab wohl eine Beteiligung von Wolfgang Friedrich Besold an dem ehemals elterlichen Geschäft, die nach dem Tod des Bruders bzw. dem Verkauf der Firma eingefordert wurde. Da sicherlich wenig Kapital vorhanden war, erfolgte die Abfindung an Wolfgang Friedrich [Besold] in Sachwerten, d. h. Formen bzw. Beständen an Figuren, die dieser dann an die Firma Schildknecht veräußerte."

   
 

Quellen:

Theodor Hampe: Der Zinnsoldat - ein deutsches Spielzeug, Verlag Herbert Stubenrauch, Berlin 1924

Erhard Schraudolph: Die Zinnspielwarenfabrik C. L. Besold in Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg, Band 83 (1996)

   
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